Köln öffnet seine Türen: Entdecke Stadtgeschichte beim Tag des offenen Denkmals®

Alte Gebäude sind langweilig? Von wegen! Hinter dicken Mauern, alten Treppen und historischen Fassaden verstecken sich Geschichten über Menschen, Technik und das Leben in früheren Zeiten. Beim Tag des offenen Denkmals® kann man jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende in Köln viele Orte entdecken, die sonst gar nicht oder nur teilweise öffentlich zugänglich sind.

Der Denkmaltag steht jedes Jahr unter einem wechselnden Motto, um andere Aspekte der Denkmale zu beleuchten und in den Fokus zu rücken. 2026 lautete das bundesweite Motto: „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Es ging also nicht nur um „schöne“ alte Gebäude, sondern auch um Brücken, Stadttore, Verkehrswege, Schulen, Funkhäuser, Abwasserkanäle und andere Orte, die Menschen miteinander verbinden.

Doch was ist der Tag des offenen Denkmals® eigentlich genau?

Der Tag des offenen Denkmals® findet jedes Jahr im September statt und wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Seit 1993 öffnen dabei historische Orte ihre Türen. Besucher*innen können an Führungen teilnehmen, hinter sonst verschlossene Türen schauen und erfahren, wie Denkmale erhalten werden.

In Köln hat man vor über zehn Jahren den Denkmaltag auf ein Wochenende ausgeweitet und so die Möglichkeit gegeben, dass Besucher*innen sich mehr Objekte und Veranstaltungen ansehen können. 2026 gab es in Köln über 160 geöffnete Denkmale und damit zahlreiche Möglichkeiten, Geschichte direkt vor Ort zu erleben. Zum Beispiel öffnete das Historische Rathaus seine Räume für Führungen. Auch das denkmalgeschützte Deutschlandradio-Funkhaus konnte bei Führungen erkundet werden, zahlreiche Stadtführungen und Themenführungen boten interessante Einblicke, die Archäologische Zone unter dem Kölner Dom war geöffnet, oder auch das Absetzbecken der römischen Wasserleitung und vieles mehr…

Der Tag des offenen Denkmals® wird dabei vom Kölnischen Stadtmuseum und dem Amt für Denkmalpflege und Denkmalschutz organisiert.

Das historische Zeughaus (Foto: KSM)

Was ist eigentlich ein Denkmal?

Bei einem Denkmal denken viele zuerst an eine Statue. Doch ein Denkmal kann viel mehr sein: eine Kirche, ein Wohnhaus, eine Brücke, eine Fabrik, ein Bahnhof, ein Garten oder sogar eine historische technische Anlage.

Ein Denkmal erzählt uns etwas über die Vergangenheit, über die Bewohner*innen, die Nutzer*innen oder die gesamte Stadtgeschichte.

Kurz gesagt: Ein Denkmal ist ein Stück Geschichte.

Warum macht man einen Tag des offenen Denkmals®?

Viele historische Orte kann man im Alltag nur von außen sehen. Manche Gebäude werden noch genutzt, als Privathaus, Bürogebäude, Verwaltungsgebäude. Andere sind aus anderen Gründen geschlossen, weil es technische Bauwerke sind, weil sie in der Restaurierung sind, weil sie am Verfallen sind.

Der Tag des offenen Denkmals® rückt das Engagement von vielen Denkmaleigentümer*innen, Ehrenamtler*innen, Festangestellten, Freiberufler*innen, die sich tagtäglich – oft im Stillen – für unser kulturelles Erbe einsetzen, in den Mittelpunkt.

Genau deshalb gibt es den Tag des offenen Denkmals®: Türen auf, neugierig sein und Geschichte selbst entdecken!

Die Germaniasiedlung (Foto: D. Heiermann)

Was bedeutet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“?

Unser Alltag funktioniert nur, weil Menschen miteinander verbunden sind. Straßen bringen uns von einem Ort zum anderen, Brücken führen über Flüsse und Täler, Bahnhöfe verbinden Städte und Kommunikationsnetze und Bibliotheken sorgen dafür, dass Informationen weitergetragen werden.

Das Motto 2026 macht deshalb etwas sichtbar, das man leicht übersieht: Alte Gebäude sind nicht nur Vergangenheit. Manche spielen auch heute noch eine wichtige Rolle. Doch setzt das diesjährige Motto auch zugleich Berufsverbände, Bauhütten, Vereine und weitere Netzwerke in den Fokus

Was gibt es in Köln zu entdecken?

Köln ist voller Geschichte – und manchmal steckt sie genau dort, wo man sie nicht erwartet.

Mit zahlreichen Stadtführungen konnte man auf historischen Straßen, durch Parks, über Brücken und durch Stadttore wandeln, in eines der geöffneten historischen Fahrzeuge aus verschiedenen Jahrhunderten steigen sowie geöffnete Bibliotheken, Kunstzentren und Funkhäuser erleben. Daneben öffnen auch Bauwerke des Schutzes und der Pflege, wie Krankenhäuser oder Festungs- und Bunkeranlagen von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg kostenfrei ihre Türen.

Und das ist das Spannende am Tag des offenen Denkmals®: Man muss nicht unbedingt weit reisen, um Geschichte zu entdecken. Oft wartet sie direkt im eigenen Veedel.

Einblick in den Tag des offenen Denkmals 2026 (Foto: KSM)

Was macht eigentlich die Denkmalpflege?

Denkmalpflege bedeutet vereinfacht gesagt: Historische Zeugnisse erkennen, erforschen, erhalten und sinnvoll weitergeben.

Dabei geht es nicht darum, jedes alte Gebäude einfach einzufrieren und nie wieder etwas daran zu verändern. Vielmehr müssen Fachleute genau überlegen: Was ist an diesem Gebäude besonders wichtig? Was muss erhalten bleiben? Was kann verändert werden, damit Menschen es weiterhin nutzen können?

Dafür arbeiten viele Menschen zusammen – zum Beispiel Architekt*innen, Handwerker*innen, Restaurator*innen, Historiker*innen und Denkmalpfleger*innen.

Manchmal bedeutet Denkmalpflege also echte Detektivarbeit: Alte Pläne werden untersucht, Materialien erforscht und Spuren am Gebäude gelesen. So lässt sich herausfinden, wie ein Ort früher aussah und welche Veränderungen sinnvoll sind.

Unterstützung erfährt die Denkmalpflege durch zahlreiche Initiativen, Vereine, Fördervereine und Ehrenamtler*innen.

Warum ist Denkmalpflege wichtig?

Gebäude und historische Orte sind eine Art „Gedächtnis der Stadt“. Sie zeigen, wie Menschen früher gelebt, gearbeitet und ihre Umgebung gestaltet haben – unsere Vergangenheit.

Denkmalschutz hilft dabei, solche Spuren für die Zukunft zu bewahren. Und der Tag des offenen Denkmals® sorgt dafür, dass wir sie nicht nur schützen, sondern auch kennenlernen und verstehen können.

Denn Bewahren und Erforschen alleine reicht nicht. Die Geschichte und die Orte müssen auch vermittelt werden. Besonders spannend ist es natürlich immer, direkt am oder im Denkmal zu stehen!

FAQ

Was ist der Tag des offenen Denkmals®?

Die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Ein Aktionstag, an dem historische Gebäude und Orte kostenfrei ihre Türen öffnen und besondere Führungen, Besichtigungen und Veranstaltungen anbieten. Er wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. In Köln organisiert das Denkmalwochenende das Kölnische Stadtmuseum zusammen mit dem Amt für Denkmalpflege und Denkmalschutz.

Wann findet der Tag des offenen Denkmals® statt?

Bundesweit findet der Denkmaltag immer am zweiten Sonntag im September statt. In Köln am zweiten Samstag und Sonntag im September.

Was bedeutet Denkmalschutz?

Denkmalschutz bedeutet, besonders wichtige historische Zeugnisse zu schützen und für die Zukunft zu erhalten. Dazu können Gebäude, Anlagen, Wege, Parks oder andere historische Orte gehören.

Was ist Denkmalpflege?

Denkmalpflege umfasst die praktische und fachliche Arbeit rund um Denkmale – vom Erforschen und Dokumentieren bis zur Restaurierung und Erhaltung.

Muss man Geschichte mögen, um Spaß am Tag des offenen Denkmals® zu haben?

Nein! Wer neugierig ist, kann etwas entdecken. Ob Architektur, Technik, spannende Geschichten oder Orte, die man sonst nie betreten darf – beim Tag des offenen Denkmals® gibt es viele verschiedene Zugänge zur Vergangenheit.

Wenn Du den Tag des offenen Denkmals® noch nicht kennst, kannst Du auf unserer Webseite und unserem Instagramkanal mehr erfahren.

Der nächste Tag des offenen Denkmals® findet in Köln wieder am Wochenende des 11. und 12. September 2027 statt.

Sei dabei!

Anke Leyendecker, Projektleiterin des Tags des offenen Denkmals in Köln, Kunsthistorikerin.