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Dr. Wibke Becker
Kölnisches Stadtmuseum – Marketing / Presse
+49(0)221 221-23030
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Pressemeldungen

Ganz Köln in einem Museum
Mit Wiedereröffnung des Kölnischen Stadtmuseums wird Stadtgeschichte neu erlebbar (22.03.2024)


Blick in die Ausstellung (© C. Ehrchen)

GANZ KÖLN IN EINEM MUSEUM: Das neue Kölnische Stadtmuseum

Das neue Kölnische Stadtmuseum öffnet am Samstag, 23. März 2024, am neuen Standort seine Pforten. In der Minoritenstraße 13 erzählt es künftig die wechselhafte Geschichte der Stadt auf einzigartige Weise: innovativ, intensiv und emotional. Das Museum ist nicht einfach nur umgezogen. Es hat eine wahre Metamorphose durchlebt, sowohl inhaltlich als auch optisch. Mitten im Herzen der Stadt, im ehemaligen Modehaus Franz Sauer, ist ein neuer, wichtiger Kulturort entstanden: für das kölnische Erbe, das Kölner Lebensgefühl und die Kölner Identität.

Den Kern des neuen Hauses bildet die komplett neu konzipierte Dauerausstellung. Sie vereint unterschiedliche einzigartige Objekte der Stadtgeschichte, beispielsweise das mittelalterliche Stadtsiegel, den Verbundbrief und das älteste aus Köln stammende Automobil, Teile des Ratssilbers, Zeugnisse der Industriegeschichte und der Glaubenswelten, die in Köln zuhause waren und sind. Ergänzt werden diese bedeutenden Exponate durch digitale und mediale Zugänge. Die Präsentation wird den Besucherinnen auf Deutsch, Englisch und in einfacher Sprache erschlossen sowie für Menschen mit Beeinträchtigungen barrierefrei aufbereitet.

Nach der eher klassischen Präsentation im Zeughaus wird die Stadtgeschichte Kölns jetzt leicht, modern und partizipativ vermittelt. Die neue Herangehensweise an die Vergangenheit zeigt sich an der mutigen thematischen Ausrichtung und wird ästhetisch durch die farbenrei-che, innovative Inszenierung unterstrichen. Im neuen Museum kommen zudem auch die Kölnerinnen selbst zu Wort. Aktuelle Themen zu Gegenwart und Zukunft finden jetzt regelmäßig ihren Platz im Kölnischen Stadtmuseum.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Das Kölnische Stadtmuseum ist eines der größten stadthistorischen Museen Deutschlands und muss auch international den Vergleich mit großen Stadtmuseen nicht scheuen. Auf Besucherinnen und Besucher wartet hier ein ganz besonderes Museumserlebnis. Das moderne Ausstellungskonzept knüpft an die Erfahrungswelten des Publikums an und präsentiert Stadtgeschichte neu und zeitgemäß.“

Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur: „Diese neue, zukunftsorientierte Inszenierung unterstreicht Kölns Ruf als innovative Kulturstadt. Mit dieser Ausstellung werden wir neue Räume für die Kultur erobern. Wir gehen mit dem Museum bewusst ins Zentrum von Köln, um einen Dritten Ort für alle Menschen in der Stadt zu schaffen. Das ist eine große Herausforderung, auf die sich das Stadtmuseum aber intensiv vorbereitet hat.“

Für das Museumsteam war es eine besondere Herausforderung, die Stadtgeschichte in einem ehemaligen Kaufhaus in Szene zu setzen – aber zugleich auch eine große Chance. „Wir schlagen hier ein ganz neues Kapitel auf“, freut sich Museumsdirektor Dr. Matthias Hamann auf die Eröffnung. „Mit dem ungewöhnlichen Ort, dem überraschenden Ausstellungskonzept und der modernen Szenografie, wird die neue Dauerausstellung auch überregional für Aufmerksamkeit sorgen.“

Das Gebäude mit seinen fünf Halbgeschossen macht das offene Ausstellungskonzept auf besondere Weise erlebbar. Von der zentralen Rundtreppe, die alle Etagen miteinander verbindet, ergeben sich räumlich und inhaltlich immer neue Perspektiven.

Wer mit der Kölner Geschichte noch nicht vertraut ist, erhält zu Beginn einen schnellen Überblick. Am Beginn des Ausstellungsrundgangs erzählen herausragende Objekte der Sammlung und besondere Leihgaben kurz und kompakt die wichtigsten Entwicklungen – von der römischen Kolonie über die mittelalterliche Handelsmetropole, die preußische Garnisonsstadt bis hin zum Medienhotspot und zu aktuellen Ereignissen unserer Tage. Im Zentrum steht das berühmte Stadtmodell von Köln im Jahr 1571, das dank moderner Augmented Reality-Technik zu neuem Leben erweckt wird.

Acht epochenübergreifende Frageräume bilden den Kern der innovativen Präsentation. Das Museum erschließt die Geschichte der Stadt anhand zentraler menschlicher Emotionen: Liebe, Lust, Wut, Angst, Hoffnung, Bewegung, Glaube und Verbindung. Mit Fragen wie „Was lieben wir?“ oder „Was macht uns wütend?“ und ausgewählten Objekten, werden Vergangenheit und Gegenwart Kölns ergründet und unerwartete, sehr persönliche Zugänge zur Stadtgeschichte erschaffen – eine emotionale Zeitreise mit vielen überraschenden Antworten. Spannende und zum Teil unbekannte Geschichten stehen so nebeneinander – und mittelalterliche Objekte neben modernen. Dieser epochenübergreifende Dialog vermittelt die großen Entwicklungslinien und Widersprüche der Stadtgeschichte und schlägt Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Fragen werden dabei breit gedacht: Im Raum „Woran glauben wir?“ werden nicht nur Themen wie Religion und Ideologie behandelt, sondern auch Geld und Fußball. Der Raum „Was macht uns Angst?“ schlägt einen Bogen von Kriegen und der NS-Zeit bis hin zu Ereignissen der jüngeren Vergangenheit wie dem Attentat in der Keupstraße. Und im Frageraum „Worauf haben wir Lust?“ wird nicht nur das Thema Sexualität in unterschiedlichen Jahrhunderten in den Blick genommen, sondern beispielsweise auch die Geschichte der Kölner Unterhaltung, vom mittelalterlichen Tanzbären in der Altstadt bis zur Clubkultur in den Industriebrachen der späten 1980er-Jahre.

Ergänzt werden die Frageräume durch partizipativ entwickelte Einheiten, die in Zusammenarbeit mit Kölner Bürger*innen entstanden. Sie hatten die Möglichkeit, persönliche Objekte einzubringen, die für die jeweilige Emotion stehen. Auf dieser Grundlage hat das Kuratoren-Team Verbindungen der Kölner Bevölkerung zu den jeweiligen Fragen herausgearbeitet – für die Ausstellungsmacher ein wesentlicher Beitrag, um die Museumsperspektive zu erweitern und breiter zu denken.

Ballast abwerfen und neues Denken zulassen, dies zeichnet auch die szenografische Umsetzung aus. Den Entwurf für das attraktive, innovative Ausstellungsdesign lieferte das international renommierte Gestaltungsbüro „neo.studio neumann schneider architekten“ aus Berlin. Gezielt eingesetzte Farb- und Oberflächengestaltung sowie Lichtinszenierungen, gepaart mit interaktiven medialen Vermittlungselementen, lassen das Publikum in ganz unterschiedliche Welten eintauchen.


Ein Stadtmuseum für alle

Bei der Neukonzeption der Dauerausstellung waren Inklusion und Barrierefreiheit zentrale Ziele. Sowohl bei der räumlichen Gestaltung als auch bei der inhaltlichen Vermittlung orientierte sich das Museumsteam dabei an zeitgemäßen Standards, um allen Menschen einen unvergesslichen Museumsbesuch zu ermöglichen. Die Ausstellungsbereiche sind durchweg barrierefrei erreichbar. Blinde und sehbeeinträchtigte Personen werden über eine Blindenspur zu wichtigen Objekten und Inhalten geführt. Bei einigen ausgewählten Exponaten gilt für sehbeeinträchtigte Menschen explizit: „Anfassen erlaubt!“ Darüber hinaus wurden für Besucher*innen mit Seheinschränkungen zahlreiche „Hands-on“-Stationen konzipiert. Alle Haupttexte in der Ausstellung sind zusätzlich in Braille-Schrift angelegt. Darüber hinaus gibt es taktile Grafiken; auch das beliebte Stadtmodell macht mit einem haptischen Vermittlungselement die Topografie des mittelalterlichen Köln erlebbar. Der MultiMedia-Guide bietet zahlreiche weitere barrierefreie Funktionen.

Das neue Kölnische Stadtmuseum ist ein partizipatives Haus, nicht nur bei der Konzeption der Ausstellung. Die Besucherinnen können sich aktiv einbringen und ihre Meinungen, Wünsche und Kommentare hinterlassen. Viele Installationen in den Ausstellungsbereichen laden digital und analog ein, zu spielen, zu kommentieren oder sich miteinander auszutauschen.

Im frei zugänglichen Foyer bietet der sogenannte „Open Space“ den Besucherinnen die Möglichkeit, sich immer wieder aktuell mit wichtigen Gegenwartsthemen und Zukunftsfragen zu beschäftigen. Die wechselnden Präsentationen wird das Museum gemeinsam mit Partner*innen aus der Stadtgesellschaft, zum Beispiel Künstlerinnen, Vereinen, Firmen, Institutionen und Initiativen erarbeiten. Die erste Bespielung des „Open Space“ ist für Sommer 2024 geplant.

Führungen und Schulprogramme

Passend zur Ausstellung wurde ein umfangreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm erarbeitet, das für alle Interessen und Besucher*innengruppen etwas zu bieten hat. Schulklassen haben dabei verschiedene Möglichkeiten: Sie können die stadtgeschichtlichen Themen in der Ausstellung erleben, aber auch über Stadtführungen oder Outreach-programme.

Das Kölnische Stadtmuseum ist dienstags von 10 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro (ermäßigt 3 Euro).

Hinweise an die Redaktionen:
Weitere Informationen erhalten Sie von Dr. Wibke Becker, Kölnisches Stadtmuseum,  Telefon: 0221/221-23030, E-Mail: wibke.becker@stadt-koeln.de.

Pressebilder

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Highlight-Objekte

Kölns erste Stadtverfassung

Im Hochmittelalter geht die Herrschaft in Köln von nur wenigen Familien aus, die ihren Einfluss im Rat der Stadt geltend machen. Nach langen Konflikten kommt es 1396 zu einem unblutigen Umsturz. Der Verbundbrief bildet von nun an Kölns Verfassung. Die politische Macht wird auf 22 Gaffeln verteilt, in denen sich die Bürgerschaft organisiert. Frauen, Geistliche und Andersgläubige sind aber von der Macht ausgeschlossen.

Siegel von Macht und Wissenschaft

Köln ist Anfang des 12. Jahrhunderts wahrscheinlich die erste europäische Stadt mit eigenem Siegel. 1268/69 wird ein neues Siegel von außergewöhnlicher Qualität angefertigt. Es zeigt Petrus, den Patron der Stadt, mit dem Stadtschlüssel.

Köln vor einem halben Jahrtausend

Dieses Modell zeigt Köln im Jahr 1571. Köln ist damals mit rund 40.000 Einwohner*innen die größte Stadt nördlich der Alpen. Man erkennt noch heute bestehende Straßen und Plätze, die römische und die mittelalterliche Stadtmauer, das Rathaus, zahlreiche Kirchen und die stillgelegte Baustelle des Kölner Doms.

Die Vision vom Dom

Als Carl Georg Hasenpflug den Kölner Dom 1836 auf seiner Leinwand vollendet, ist der Entschluss zum Weiterbau noch gar nicht gefasst. Tatsächlich ruht der Bau der Kathedrale zu diesem Zeitpunkt seit 300 Jahren. Erst 1842 nimmt man die Arbeit wieder auf. Nach der Fertigstellung 1880 erscheint der Dom tatsächlich fast so, wie es der Maler in diesem Gemälde zeigt.

Bequeme Kölner*innen

Das auf einer Sage beruhende Gedicht der Heinzelmännchen von August Kopisch ist beliebt bei Jung und Alt. Die Heinzelmännchen verrichten nachts Arbeiten für die Kölner*innen. Die neugierige Frau des Schneiders überrascht diese eines Nachts mit einer Lampe, worauf sie für immer verschwinden. 1899 stiftet der Kölner Verschönerungsverein einen Brunnen in der Altstadt, von dem diese Figur stammt.

Trotzdem Alaaf

Anfang 1991 erschüttert der Golfkrieg die Weltgemeinschaft. In Köln sagt man daraufhin den Straßenkarneval ab. Im Schneegestöber findet am 21. Januar dennoch ein spontan organisierter Rosenmontagszug als Anti-Kriegsdemo statt. Tausende Karnevalist*innen kommen in ihren Kostümen. Das Motto des Zuges steht auf dieser damals benutzten Trommel: MAKE FASTELOVEND NOT WAR.

Sülzer Auto-Pioniere

In Köln-Sülz beginnt die Kölner Motorwagen-Fabrik 1897 mit dem Bau von Automobilen. Dieser Wagen von 1901 ist das älteste noch erhaltene Auto aus Köln. Die Form erinnert an eine Kutsche und die Sitzanordnung gibt dem Fahrzeug seinen Namen: Vis-à-Vis. Der Viertaktmotor hat 6–8 PS. Als Beleuchtung dienen zwei geschlossene Kerzenlampen, eine Karbidlampe und eine Öllampe als Rücklicht.

Nationalismus in Silber und Gold

Das Programm des Tafelaufsatzes „Vater Rhein“ ist stark politisch geprägt. Es zeigt rheinische Berufe, Sagen, Kirchen, Burgen und Wappen. Am Heck weht die Flagge des deutschen Reichs, am Steuer steht der deutsche Michel. Die Aussage ist klar: Der Rhein ist ein deutscher Fluss und nicht etwa eine natürliche Grenze zu Frankreich. Gefertigt wird der Aufsatz für die Pariser Weltausstellung, heute gehört er zum Kölner Ratssilber.

Kölner Markttreiben

Diese Ansicht zeigt das rege Treiben auf dem frühneuzeitlichen Alter Markt. Im Vordergrund sieht man Kaufleute, auf dem Platz zahlreiche Verkaufsstände, im Hintergrund Wohnhäuser und im Zentrum das Rathaus und den Ratsturm. Verkauft werden Waren für den täglichen Gebrauch: Lebensmittel wie Kohl und Brot, Körbe, Töpferwaren und Tiere. Nicht zu übersehen ist der Pranger, der zur Bestrafung von Betrüger*innen dient.

Kein Mittel gegen die Pest

Die dargestellte Szene zeigt Alexianer-Mönche bei der Pflege pestkranker Soldaten auf dem Domhof, einer Fläche an der Stelle des heutigen Roncalliplatzes. Sie können den Erkrankten jedoch nicht helfen. Es mangelt an Wissen über die Krankheit. Zum Schutz gegen angeblich ansteckende „Dämpfe“ halten sie sich Taschentücher vor das Gesicht.

Anklage der Anklage

In Köln gibt es im 16. Jahrhundert mehrere Hexenprozesse. Ein Opfer ist die Postmeisterin Katharina Henot. Die Anklage stützt sich nur auf die unter Folter erwirkte Aussage einer Nonne. Dennoch wird Henot 1627 auf Melaten vom Scharfrichter erdrosselt und verbrannt. Ihr Bruder Hartger lässt anschließend dieses Gemälde anfertigen, das Kritik an denjenigen übt, die für ihren unrechtmäßigen Tod verantwortlich sind.

Krieg und Notzeiten

Um Hunger einzuschränken:Nach der kriegsbedingten Rationierung von Brot aus Weizen- und Roggenmehl tüftelt Konrad Adenauer 1915, damals als Beigeordneter für die Lebensmittelversorgung in der Stadt zuständig, an einer günstigen, aber nahrhaften Alternative. Sein Kölner Kriegsbrot besteht aus Gersten- und Reismehl, vor allem aber aus geschältem Mais, der aus Gründen des besseren Geschmacks geröstet wurde.

Symbol der Freiheit auf dem Neumarkt

Am 6. Oktober 1794 besetzen französische Revolutionstruppen Köln. Die Stadt ergibt sich kampflos. Drei Tage später wird diese „Befreiung“ mit der Errichtung eines ersten Freiheitsbaumes auf dem Neumarkt gefeiert. An diesem offiziellen Fest müssen auch die Kölner Ratsherren teilnehmen. 1796 wird der Rat von der französischen Regierung wegen Unfähigkeit erstmals aufgelöst und 1798 gänzlich abgeschafft.

Farbe der Revolution

Als Symbol von Revolution, Demokratie und Arbeiterbewegung werden rote Fahnen im 19. Jahrhundert populär. Die Demokratische Gesellschaft in Köln ist eine einflussreiche Gruppe der bürgerlichen Opposition. Zu den Mitgliedern gehören Karl Marx, der Armenarzt Andreas Gottschalk und der spätere Bürgermeister Hermann Becker. Sie fordern Volkssouveränität, Demokratie und eine Republik auf parlamentarischer Basis.

Spiel der feinen Gesellschaft

Schach gilt seit jeher als Spiel der König*innen, adeligen Gesellschaft und Gebildeten. Ganz im Gegensatz zu den Glücksspielen, die negativ bewertet werden und oft sogar verboten sind. Dieses edle Schachbrett aus den 1760er Jahren gehört dem Kölner Kurfürsten und Erzbischof. Es ist als aufklappbare Holzschatulle mit Blumenverzierung gestaltet, die Schubladen bieten Platz für Figuren aus Elfenbein.

Sexualität in der Werbung

Werbekampagnen der Kölner Marke Afri-Cola, die mit Sexualität experimentieren, stellen 1967/68 die Sehgewohnheiten der Verbraucher auf den Kopf. Charles Wilps berauschte Nonnen sorgten für erhebliche Diskussionen.

Der Kleine Schied

1252 kommt es zwischen dem Erzbischof und den Kölner Bürger*innen zum Streit um Münzprägungen. Der Kölner Professor Albertus Magnus wird als Schiedsrichter eingesetzt. Dieses Vorgehen ist damals eine Seltenheit, verhindert aber einen Krieg. Der „Kleine Schied“ genannte Kompromiss hält jedoch nur kurz. 1288 erkämpft sich die Stadt ihre Unabhängigkeit vom Erzbischof in der Schlacht von Worringen.

Recyceltes Richtschwert

Ein spitzes Ende und ein nachträglich eingesetztes Wappen im Knauf beweisen es: dieses Kölner Richtschwert wurde recycelt. Erst seit etwa 1375 ist die Stadt für die Vollstreckung von Todesurteilen zuständig. Mit diesem Schwert mögen 1398 schon Hermann von Goch und Goswin von der Kemnade hingerichtet worden sein. Sie werden beschuldigt, die neue Verfassung des Verbundbriefs wieder abschaffen zu wollen.

Fußball als Ersatzreligion

Viele eingefleischte Fußballfans tragen beim Stadionbesuch Westen mit Aufnähern. Sie nennen diese Kleidungsstücke „Kutten“. Echte Fans pilgern jede Woche ins Stadion, singen Fanchoräle, bezeichnen den Platz liebevoll als „Heiligen Rasen“ und ernennen besondere Spieler*innen zu „Fußballgöttern“. So zeigt sich: Der Fußball ist für viele seiner Anhänger*innen eine Art Ersatzreligion. 

Grabstein der Rachel

Grabsteine gehören zu den ältesten Zeugnissen jüdischen Lebens in Köln. Sie markieren die Stelle des Grabes und stehen meist senkrecht eingelassen in Kopfhöhe. Dieser Grabstein stammt aus dem Jahr 1323. 1953 wird er bei Grabungen im Rathaus-Bezirk gefunden. Möglicherweise verstecken ihn jüdische Kölner*innen beim Pogrom von 1349 dort für eine spätere Flucht und müssen ihn doch zurücklassen.

Weitere Informationen zu den Frageräumen entnehmen Sie bitte der Pressemappe, die Sie downloaden können.


Das letzte Großobjekt kommt ins Museum!
Spektakuläre Einbringung eines lebensgroßen historischen Holzpferdes in die neue Dauerausstellung (Fototermin: 6. März 2024)


Lebensgroßes Holzpferd steht an seinem endgültigen Platz in der Ausstellung. Neben ihm steht ein sehr altes Auto.

1,97 cm ist es hoch: das lebensgroße Holzpferd, das um 1500 im Kölner Palast einer einflussreichen Familie zur Präsentation eines kostbaren Rossharnischs stand. Am 6. März kommt das eindrucksvolle Exponat – eines der ältesten erhaltenen Rüstkammerpferde europaweit – als letztes Großobjekt am neuen Standort des Kölnischen Stadtmuseums in der Minoritenstraße an. Rund zwei Wochen später ist es dann soweit: Am 23. März 2024 öffnet das Kölnische Stadtmuseum im ehemaligen Modehaus Franz Sauer seine Türen – mit neuem Konzept, moderner, innovativer Ausstellungsarchitektur und unkonventionellen Blickwinkeln. Auch überregional wird das Haus für Aufmerksamkeit sorgen.

Vorsichtige Millimeterarbeit erforderlich

Die Einbringung des Holzpferdes gehört zu den heikelsten Aktionen beim Aufbau der neuen Dauerausstellung: Das imposante Objekt kann aufgrund seiner besonderen Größe nicht mit den Aufzügen befördert werden. Stattdessen muss das Pferd – ausgepackt und mit speziellen Vorrichtungen – über das Treppenhaus transportiert werden. Eine Millimeterarbeit!

In der alten Ausstellung im Zeughaus gehörte das Pferd aus Lindenholz zu den Publikumslieblingen. Seine Herkunft lag lange Zeit im Dunkeln. Vermutlich stand es im Hackeney’schen Hof am Neumarkt, der Kölner Residenz Maximilians I. und war als Präsent des Kaisers an seinen Rechenmeister Nicasius Hackeney gedacht. Aufgestellt im repräsentativen Entrée des Palastes trug die Holzfigur einen prunkvollen Rossharnisch, der bei Turnieren verwendet wurde.

Im Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung stehen Emotionen – und Fragen wie „Was lieben wir?“, „Was macht uns Angst?“, „Was verbindet uns?“, die an Vergangenheit und Gegenwart der Stadt gestellt werden. Das Rüstkammerpferd finden Besucher*innen zukünftig im Raum „Was bewegt uns?“, direkt neben dem aufwändig restaurierten Vis-à-Vis-Motorwagen, dem ältesten, in Köln produzierten Automobil von 1902.

„Wir freuen uns mit allen Kölner*innen, dass die Wiedereröffnung unseres Museums nur noch wenige Tage entfernt ist“, fasst der neue Museumsdirektor Dr. Matthias Hamann die Stimmung des Teams zusammen. „Bedeutende Schätze unserer Sammlung sind jetzt endlich wieder öffentlich zugänglich; gleichzeitig präsentieren wir auch einzigartige bislang unbekannte Objekte. Und das an einem zentralen, modernen Standort und mit einem ungewöhnlichen Konzept. Das können wir versprechen: So haben Sie Köln noch nie gesehen.“

Hinweise an die Redaktionen:
Weitere Informationen erhalten Sie von Dr. Wibke Becker, Kölnisches Stadtmuseum,  Telefon: 0221/221-23030, E-Mail: wibke.becker@stadt-koeln.de.


28. Kölner Krippenweg
Echt kölsche Krippe im Schaufenster des Kölnischen Stadtmuseums


Zu sehen ist de kölsche Krippe des Kölnischen Stadtmuseums. Man sieht viele Figuren, einen kleinen Marktstand und die bunten Häuser der Kölner Altstadt im Hintergrund.
Echte kölsche Krippe

Das Kölnische Stadtmuseum ist mit einer ganz besonderen humorvollen und originell in Szene gesetzten Krippe Teil des diesjährigen Krippenwegs. Das Krippen-Diorama verlegt die Weihnachtsgeschichte von Betlehem nach Köln – mitten auf den Alter Markt. Mit viel Liebe erweckt das Museum diese kölsche Krippe zum Leben – und inszeniert die Szene in einer überdimensionalen Schneekugel.

Das Krippen-Diorama im Maßstab 1 zu 15 entführt die Betrachter*innen in die Kölner Altstadt zu einer Zeit, als auf dem Alter Markt noch reges Marktleben herrschte. Kunstvoll gemalte Bürgerhäuser umrahmen den Platz, in dessen Mitte das Jesuskind in einem Blumenstand zur Welt kommt. Und nicht nur der Ort macht diese Krippe so einzigartig und besonders: Die aufgestellten Figuren zitieren liebgewonnene Kölner Geschichten und Originale. So wird das Jesuskind nicht nur von Hirten oder den Heiligen Drei Königen bestaunt, sondern auch von Kölner Persönlichkeiten wie beispielsweise der Knollendorfer Hänneschen-Familie – mit Hänneschen und Bärbelchen, Speimanes, Tünnes und Schäl oder dem Schnäuzerkowski. Hinzu treten echte kölsche Originale wie Orgels-Palm, Fleuten-Arnöldche oder Läsche Nas.

Geschaffen wurde das Diorama von Hermann Nick (Idee, Konzept, Gestaltung, Modellbau und Drechselarbeiten), Doris Broichen (Tonfiguren) und Karl-Heinz Hillen (Fassadenmalerei). Besucher*innen des Krippenweges können sich aktiv in die Szene einbringen – und über einen „Let it snow“-Button die Schneekugel, in der die Krippe inszeniert ist, zum Leben erwecken. Kurzweilige Informationen zu den abgebildeten kölschen Persönlichkeiten ergänzen die Präsentation. Wer beispielsweise war eigentlich Läsche Nas? Und wovor fürchten sich alle, wenn Speimanes im Hänneschen-Theater auftritt?

Zu sehen ist die Krippe bis 6. Januar 2024 in den Schaufenstern neben dem zukünftigen Haupteingang des Kölnischen Stadtmuseums in der Minoritenstraße 13. Das Museum selbst ist zurzeit noch geschlossen (Eröffnung März 2024).


„Karneval in Köln. Wie alles begann …“
Eine Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums zum 200-jährigen Jubiläum


Zu sehen ist eine Grafik mit bunten Kreisen und der Aufschrift "Karneval in Köln – wie alles begann".
Plakatmotiv der Ausstellung

Der Kölner Karneval ist das Lebensgefühl einer ganzen Region und fester Bestandteil der kölschen Identität. Dieses Jahr feiert er seinen 200. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Kölnische Stadtmuseum, in Kooperation mit dem Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V., eine neue Sonderausstellung. „Karneval in Köln. Wie alles begann …“ bietet eine außergewöhnliche Zeitreise – zurück bis ins Jahr 1823 – zu den Wurzeln des bis heute gefeierten Fastelovend. Gezeigt wird die Ausstellung vom 1. Juni bis 30. Juli 2023 im MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln. Die Besucher*innen erwarten einzigartige Exponate und kurzweilige Einblicke in die Entstehung und Entwicklung der „fünften Jahreszeit“ in den letzten 200 Jahren.

„2023 ist eine ganz besondere Session“, betont Silvia Rückert, stellvertretende Direktorin des Kölnischen Stadtmuseums. „Zum einen, weil der Karneval durch die Jubiläumsausstellung musealisiert wird, zum anderen, weil der Karneval im Jubiläumsjahr auch außerhalb der Session präsent ist. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Ausstellung alle Besucher*innen zu den Anfängen der jecken Tage mitnehmen können.“

Eine karnevalistische Zeitreise

Viele Organisationselemente und Charakteristika des heutigen Karnevals entstanden bereits im 19. Jahrhundert. Am 10. Februar 1823 zog der erste organisierte Maskenzug über den Kölner Neumarkt – damals eine Reaktion auf das Ausufern des fastnachtlichen Fests und das drohende Verbot durch die preußischen Herrscher. „Es galt, das wilde Treiben in geordnete Bahnen zu lenken und Regeln aufzustellen“, erklärt Silvia Rückert. „Die Neuorganisation des Karnevals und seiner Dramaturgie oblag fortan einem ‚Festordnenden Comité‘, dem heutigen Festkomitee Kölner Karneval.“

Bereits in den ersten Jahren definierte dieses Komitee die wesentlichen Grundpfeiler, die bis heute die fünfte Jahreszeit prägen. Dazu gehörten der Rosenmontagszug oder die Einsetzung des „Helden Carneval“, später „Prinz Karneval“ genannt, als zentraler Figur.

„Mit vielen eindrucksvollen Originalobjekten lassen wir diese Zeit wieder auferstehen und zeigen verblüffende Kontinuitäten,“ so Johanna Cremer, Kuratorin der Ausstellung. Prachtvolle Maskenbälle, organsiert durch das Festkomitee, fanden bereits ab 1824 im Gürzenich statt, ab 1838 wurden für besondere Verdienste eigens geschaffene Karnevalsorden verliehen. In die „Komiteesitzungen“ fanden nach und nach Rede und Gesang Eingang und wurden so zum Ursprung der heutigen Karnevalssitzungen.

„Schon damals war der Karneval in Köln ein Publikumsmagnet weit über die Stadtgrenzen hinaus und damit wichtiger Wirtschaftsfaktor“, ergänzt Kuratorin Johanna Cremer. „Tausende Menschen reisten schon im 19. Jahrhundert zum Rosenmontagszug, per Dampfschiff oder Eisenbahn. Allein am Rosenmontag 1866 beförderte die rheinische Eisenbahn 16.907 Personen nach Köln. Wir blicken mit der Ausstellung aber nicht nur auf die Anfangszeit, sondern sie zeigt auch die Entwicklung der wesentlichen karnevalistischen Grundpfeiler in den folgenden Jahrzehnten.“

Interaktive Angebote und ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm

Viele interaktive Angebote sind Teil des Ausstellungsrundgangs. Über einen mit künstlicher Intelligenz gesteuerten Museums-Chatbot können die Besucher*innen beispielsweise direkt mit den Exponaten ins Gespräch kommen. Für Kinder gibt es ein kostenloses Mitmachheft, mit dem sie – gemeinsam mit Jecko, dem Maskottchen des Festkomitees – auf Entdeckungstour gehen können. Auch das anspruchsvolle Ausstellungsdesign, entworfen von der Kölner Agentur Arge good to know lohbeck, macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

Die Ausstellung wird ergänzt durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm – mit vielen Führungen, Vorträgen der Karnevalsexperten Wolfgang Oelsner und Prof. Dr. Werner Mezger, einem Tanz-Workshop der Lyskircher Hellige Knäächte un Mägde, einem Chor-Workshop mit den Klüngelköpp, einem Mitsing-Abend mit Björn Heuser, einem Open-Air-Pop-up-Konzert mit JP Weber und vielem mehr.

„Wir schätzen es sehr, dass wir gemeinsam mit dem Kölnischen Stadtmuseum jetzt auf die Wurzeln des Karnevals blicken und vielen Jecken die Hintergründe unserer gelebten Tradition näherbringen können“, begeistert sich Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval von 1823 e.V., das die Ausstellung von Beginn an als Kooperationspartner unterstützt hat. „Beim diesjährigen 200. Jubiläum des Festkomitees war uns von Anfang an wichtig, nicht alleine im Vordergrund zu stehen, sondern mit der ganzen Stadt gemeinsam zu feiern. Schließlich sind wir nur ein Puzzleteil im viel größeren Kölner Karneval, der früher wie heute so wichtig für die Gesellschaft und die Gemeinschaft ist.“

Zu sehen ist die Ausstellung „Karneval in Köln. Wie alles begann…“ im MAKK dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Die Ausstellung „Karneval in Köln“ wird unterstützt von den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums e.V., der Kölner Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, den Freunden und Förderern des Kölnischen Brauchtums e.V. und der Privatbrauerei Gaffel.

„Unser ganz besonderer Dank geht zudem an das MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln“, betont Silvia Rückert. „In unserem eigentlichen Museumsstandort in der Minoritenstraße gibt es zurzeit keine Raumkapazitäten, hier entsteht unsere neue Dauerausstellung. Dass wir die Ausstellung ‚Karneval in Köln‘ durch die Unterstützung des MAKK trotzdem zeigen können, ist gelebte gute Nachbarschaft und zeigt die Vernetzung der städtischen Museen untereinander.“

Hinweise an die Redaktionen:


Pop-up-Event mit Liveprogramm und Bar-Ausstellung
Kölnisches Stadtmuseum lädt zur „Pop-up-Bar 1794 COLOGNE PARIS!“ [04.05.2023]


Auf dem Bild sieht man die 1794 übergebenen Kölner Stadtschlüssel.
Ausstellungshighlight: die Originale der 1794 übergebenen Kölner Stadtschlüssel, eine Leihgabe des Französischen Nationalarchivs © Archives Nationales (France) / Pierre Grand

6. Oktober 1794: Die Kölner übergeben den Franzosen die Stadtschlüssel. Für Köln ist das eine Epochenwende – die Moderne beginnt. Aus Köln wird Cologne, bis 1814 eine französische Stadt. Und Paris? Die Hauptstadt feiert! Hier präsentiert man die Schlüssel als Kriegstrophäen.Das Kölnische Stadtmuseum erinnert an diese wichtigen Ereignisse mit der „Pop-up-Bar 1794 COLOGNE PARIS“ (5. Mai bis 17. Juni 2023). Besucher*innen können sich auf eine Bar samt Biergarten und kostenlose Live-Events freuen – von Konzerten über DJ-Partys, Open-Stage-Aktionen und Mitsing-Events bis hin zu deutsch-französischen Chanson-Abenden. Mittendrin: die Bar-Ausstellung „Die Reise der Kölner Stadtschlüssel“ mit einem ganz besonderen Highlight – dem originalen Kölner Schlüsselbund, der 1794 den Franzosen übergeben wurde.

„Mit 1794 COLOGNE PARIS geht unsere Pop-up-Reihe in die vierte Runde“, sagt Silvia Rückert, die stellvertretende Direktorin des Museums. „Der große Zuspruch bei den vorausgegangenen Events hat gezeigt, wie gut die Kombination von Ausstellung mit Barbetrieb angenommen wird. Auch diesmal konnten wir wieder spannende historische Inhalte und abwechslungsreiche Events verbinden.“

Bar-Ausstellung „Die Reise der Kölner Stadtschlüssel“ – eine turbulente Geschichte

Im Mittelalter ist Köln geschützt durch einen imposanten Mauerring, anfangs größer noch als die Stadtbefestigung von Paris. Durch mächtige Torburgen gelangt man in die Stadt. Um die Schlüssel zu diesen Toren ranken sich Legenden – und auch um ihren Träger, den Kölner Bauer, der 1288 in der Schlacht von Worringen Schlüssel und Stadtherrschaft gewonnen haben soll.

Als 1794 das siegreiche französische Revolutionsheer vor Köln steht, haben die einst stolzen Mauern militärisch kaum noch einen Wert. Um Schaden von den Kölner*innen abzuwenden, werden die Schlüssel zu den Torburgen den Franzosen übergeben. Köln kapituliert und wird französisch. In Paris bejubelt man die Einnahme von Köln als „Sieg der Freiheit“. Die Kölner Stadtschlüssel befinden sich seitdem im französischen Nationalarchiv. 1804 zieht Napoleon in Köln ein. Der Bürgermeister überreicht ihm einen riesigen goldenen Stadtschlüssel. In Köln wird der Korse umjubelt. Im 19. Jahrhundert wird die Legende vom Kölner Bauer als Schlüsselträger ausgeschmückt. Im Karneval trägt er anfangs einen Bund mit Zierschlüsseln, doch allmählich verschwinden diese Attribute. Die originalen Schlüssel in Paris dagegen sind in Vergessenheit geraten.

„Auf die Besucher*innen wartet eine turbulente Geschichte mit kölscher Pointe und überraschenden Antworten“, macht Kurator Mario Kramp neugierig. „Wie zum Beispiel kommt es, dass auch in Köln ein historischer Schlüsselbund erhalten ist? Wie gelangt ein Kölner Stadtschlüssel in ein Museum nach Moskau? Und welche Schlüssel trägt der Kölner Bauer alljährlich im Karneval?“

Das Ausstellungsprojekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Pariser Archives Nationales. Dieser Zusammenarbeit ist auch das Ausstellungs-Highlight zu verdanken. „Dass wir in der Bar-Ausstellung wirklich genau die Schlüssel zeigen können, die 1794 übergeben wurden, ist für uns alle etwas ganz Besonderes“, erklärt Silvia Rückert. Auch das gerade erschienene Buch „1794 Köln – Paris. Das Geheimnis der Kölner Stadtschlüssel“ (235 S., Verlag Ralf Liebe, 24 EUR) von Kurator Mario Kramp entstand in engem Austausch mit dem Archives Nationales.

Von Chanson-Abenden bis Open-Stage-Aktionen

Pop-up-Bar samt Biergarten und Ausstellung sind bis zum 17. Juni 2023 immer donnerstags bis samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet. An jedem Öffnungstag gibt es ein anderes kostenloses Live-Event. Darunter: Nouvelle-Chanson-Konzerte (zum Beispiel mit Toi et Moi (5. Mai) oder Achille (3. Juni, in Kooperation mit Le Pop Music), Mitsing-Events samt Ausstellungsführung mit deutsch-französischen Chansons (26. Mai und 16. Juni), Open Stage-Aktionen (zum Beispiel Open Mic pour artistes féminines, 9. Juni), Kölns charmantester Bingo-Abend (8. Juni) und vieles mehr. Das Veranstaltungsprogramm wird gemeinsam mit der Agentur Kulturika Eventmanufaktur umgesetzt.

Kooperationspartner des Pop-up-Projekts sind die Deutsch-Französische Gesellschaft Köln und das Institut français Köln. Unterstützt wird das Event zudem von den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums e.V. und Anderen.

Hinweise an die Redaktionen:


Erste Großobjekte der zukünftigen Dauerausstellung
Drei Groß- und Schwerlastexponate werden im Kölnischen Stadtmuseum erwartet [18.04.2023]


Zu sehen ist ein Modell der Stadt Köln aus dem Jahr 1571.
Modell der Stadt Köln im Jahr 1571, G. Fischer, Köln 1913, Kölnisches Stadtmuseum (Foto: RBA, S. Walz)

Es geht los: Nachdem in den vergangenen Tagen viele Vorbereitungen für die neue Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums abgeschlossen wurden, kommen am Dienstag, 18. April 2023, die ersten drei Groß- und Schwerlastexponate in die Minoritenstraße: Das historische Stadtmodell, das Dom-Gemälde von C. G. Hasenpflug und die steinerne „Schneidersfrau“. Aufgrund der Größe und der besonderen Beschaffenheit dieser Objekte muss für die Verladung ins Gebäude ein Teil der Fassade mit Fenstern und Metallverstrebungen geöffnet werden.

Das historische Stadtmodell beispielsweise kommt in sechs Panzerkarton-Kisten verpackt ins Haus, pro Kiste mit Außenmaßen von 1,99 x 1,83 Meter. Das Modell zeigt Köln im Jahr 1571 – mit vielen noch heute bestehenden Straßen und Plätzen, der römischen und mittelalterlichen Stadtmauer und dem noch nicht vollendeten Dom. Die Verladung ins Gebäude ist kompliziert: „Die Einbringung dieser wertvollen, teilweise sehr empfindlichen oder besonders schweren Exponate erfordert eine ausgefeilte Logistik“, betont Silvia Rückert, stellvertretende Museumsdirektorin. „Zum Teil dürfen sie nur in eine bestimmte Richtung bewegt werden. Die Kisten, in denen das historische Stadtmodell lagert, können wir nur waagerecht transportieren. Andernfalls können die fragilen Teile verrutschen und beschädigt werden. Auch der Transport der über 2 Meter hohen Klimakiste des Dom-Gemäldes oder der 630 Kilogramm schweren ‚Schneidersfrau‘ – über eine Treppe und mehrere Etagen – ist eine Herausforderung.“ Die Sandstein-Statue der ‚Schneidersfrau‘ prägte von 1899 bis 1994 den Heinzelmännchenbrunnen in der Altstadt.

Ab Herbst 2023 können Kölner*innen und Tourist*innen diese Exponate dann in der Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums erleben. Das Stadtmodell wird Teil des „Auftaktraums“. Dieser zentral gelegene Bereich der Ausstellung präsentiert anhand von herausragenden Sammlungsobjekten die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte – von der Gründung bis zur Gegenwart. Hier bekommen Besucher*innen einen schnellen Überblick über die wichtigsten historischen Entwicklungen, gleichzeitig ist der Raum idealer Einstieg für den weiteren Rundgang durch die epochenübergreifenden Themenräume. Sie erzählen die Stadtgeschichte unter ganz besonderen Fragestellungen. Der Fokus liegt dabei auf einem emotionalen Zugang zur Geschichte: Gefühle und Stimmungen, mit denen alle Menschen etwas verbinden können, die aber auch die historischen Konstanten und Veränderungen wahrnehmbar werden lassen.

Im Zentrum der Erzählung stehen Fragen wie: „Was bewegt uns?“ oder „Wovor haben wir Angst?“ – sowohl heute, als auch vor fünfzig oder beispielsweise vor zweihundert Jahren. Mit Hilfe dieser Themen schlägt die Ausstellung eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und zeigt ungeahnte Parallelen auf.

Sowohl das Gemälde von C. G. Hasenpflug als auch die „Schneidersfrau“ werden Teil des Ausstellungsbereichs „Was lieben wir?“.

Hinweise an die Redaktionen:


Kölnisches Stadtmuseum erinnert an die 1848er-Revolution
Besucher*innen können sich auf Live-Events und Bar-Ausstellung freuen (16.03.2023)


Zu sehen ist die Zeichnung einer Kölner Barrikade.
Kölner Barrikade ohne Verteidiger am 25.9. 1848, Presse- Illustration nach der Zeichnung von Georg Osterwald (KSM, © Rheinisches Bildarchiv)

Vor 175 Jahren ist ganz Europa in Aufruhr. Aus Paris springt der revolutionäre Funke nach Köln über – mitten im Karneval. Am 3. März 1848 stürmt eine Menschenmenge das Rathaus. Köln wird zu einem Zentrum der Revolution. Das Kölnische Stadtmuseum erinnert an diese Zeit der Barrikadenkämpfe mit der Pop-up-Bar BAR/RIKADE – vom 17. März bis zum 29. April 2023. Besucherinnen erwartet ein kostenloses Eventprogramm – mit Konzerten, DJs, Mitsing- Partys, Open-Stage-Auftritten, Kneipen-Quiz, Punk-Kabarett und vielem mehr, alles rund um das Thema Revolution/Rebellion. Mitten drin: die Bar-Ausstellung „1848 Revolution in Köln“.

„Mit diesem Konzept vermitteln wir Stadtgeschichte erneut ‘anders‘ – wir wollen in unserer Bar historisches Wissen nicht mit dem ‘Holzhammer eintrichtern‘, sondern niedrigschwellig und ‘bewusst unbewusst‘ vermitteln. Die Besucherinnen sollen gerne kommen, sich wohlfühlen und das kostenlose Barprogramm genießen“, berichtet Silvia Rückert, die stellvertretende Direktorin. „Schon die letzte Bar LA FÊTE mit der Ausstellung DÄ DEJOOL KÜTT hat gezeigt: Mit diesem Format erreichen wir auch jüngere Menschen, die sonst kaum in historische Ausstellungen gehen. Auch unser Stammpublikum nimmt dieses Konzept gerne an.“

Die Bar-Ausstellung „1848 Revolution in Köln“ lässt die bewegenden Ereignisse in Köln 1848 lebendig werden: Tausende protestieren hier im Frühling für demokratische Rechte, angeführt vom Armenarzt Andreas Gottschalk und von dem Arbeiterführer Fritz Anneke. Die Kommunisten Karl Marx und Friedrich Engels sind ebenfalls in Köln aktiv.
Im Sommer fordern auch Unternehmer Bürgerrechte und freien Handel. Demokratisch Gesinnte wie Franz Raveaux oder Robert Blum sind radikaler, sie wollen die Republik, die Volksherrschaft ohne Monarchen. Mathilde Franziska Anneke ist Vorkämpferin der Frauenbewegung. Die Gegensätze zwischen Republikanern und Besitzbürgern werden bald unüberbrückbar.

Die Revolutionär*innen gründen im Café Stollwerck die Demokratische Gesellschaft – mit der wohl ersten roten Fahne Deutschlands. Dagegen sieht man in Köln überall Schwarz-Rot-Gold. Dies sind auch die Farben der Bürgerwehr. Manche Bürgerwehrsoldaten sind bürgerlich oder sogar monarchistisch, andere demokratisch oder radikal sozialistisch. Im Herbst kommt es zum Showdown: Ende September errichten radikale Demokraten Barrikaden auf dem Alter Markt. Das Militär schreitet ein. Das Kriegsrecht wird verhängt, alle Bürger müssen ihre Waffen abgeben. Die Revolution wird schließlich niedergeschlagen – wie im Winter 1848 in Köln, so 1849 in ganz Europa.

„Aufständische wurden hingerichtet oder in Kerkern inhaftiert. Im Kölner Kommunistenprozess 1852 wurden weitere Beteiligte verurteilt, andere entkamen ins Exil. Viele in die USA, wo sie im Bürgerkrieg gegen die Sklaverei kämpften“, erläutert Dr. Mario Kramp, Kurator der Ausstellung. „Ihr Vermächtnis aber bleibt: Nach 1945 knüpften die Mütter und Väter des Grundgesetzes an die Ideale von 1848 an. Auch daran erinnern wir in der Ausstellung.“

Die Pop-up-Bar samt Biergarten und Ausstellung sind immer donnerstags bis samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eingang liegt auf der Rückseite des neuen Museumsstandortes in der Minoritenstraße 13 (Eingang: Kolumbahof 3).

„Wir freuen uns sehr, dass wir als Förderverein diese tolle – in der Kölner Museumslandschaft einzigartige – Verbindung von Geschichte und Live-Events unterstützen können“, erklären Turadj Zarinfar und der ehemalige Oberbürgermeister Jürgen Roters von den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums e.V.: „Den Anspruch ‘Stadt.Geschichte.Anders‘ löst das Museumsteam auch mit diesem Projekt wieder ein.“

Das Veranstaltungsprogramm wurde gemeinsam mit der Agentur Kulturika Eventmanufaktur umgesetzt. Neben den Hauptacts (unter anderen Klee, Ann can’t talk, Die alten Barrikaden, Ena Fay, Punkhof Punks on Piano, Klaus der Geiger, Sebastian Sturm und Rolly Brings) legen ab 17 Uhr wechselnde DJs auf (zum Beispiel DJane Chanto/Female Pop, DJ Kalle Marx/60s, 70s und 80s, DJ Fakkomoto/Revoluzzer-Mucke, DJ Disko Partizani/Balkanbeats, Ska, Punk). Von 17 bis 18 Uhr haben alle Besucher*innen zudem die Möglichkeit, sich eine VR-Brille auszuleihen – und virtuell schon jetzt die neue Dauerausstellung im vorderen Teil des Museums zu entdecken (Eröffnung Herbst 2023).

Kooperationspartner sind die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln sowie das Karl-Marx-Haus Trier, das ab Oktober im Historischen Archiv der Stadt Köln die Ausstellung „Karl Marx, Friedrich Engels und die Revolution 1848/49“ präsentiert.

Hinweise an die Redaktionen:


Das neue Stadtmuseum mit der VR-Brille entdecken
Am 4. und 5. März können Bürger*innen innovative Technik ausprobieren (28.02.2023)

Verschiedene Personen sitzen und stehen (virtuell) im neugestalteten Stadtmuseum.
Der virtuelle Rundgang: Startpunkt Foyer (alle Abbildungen: Screenshots VR-Anwendung)

Im Herbst 2023 wird das neue Kölnische Stadtmuseum in der Minoritenstraße eröffnet. Dank modernster VR-Technik können Besucherinnen schon jetzt die Räume der innovativen, überraschenden Dauerausstellung erleben – am Samstag, 4. März, und Sonntag, 5. März 2023, von 12 bis 18 Uhr.

Mit aufwendigen technischen Mitteln sind in den vergangenen Wochen alle Etagen der Aus-stellung samt Ausstellungsarchitektur und zahlreichen Exponaten digital nachgebaut worden. Besucherinnen können so in alle Themenbereiche eintauchen und bereits jetzt Sammlungsobjekte wie das historische Stadtmodell an ihrem zukünftigen Ausstellungsort bewundern.

Die VR-Brillen der neuen Generation mit extrem hoher Bildauflösung und kabelloser Full-VR-Technik ermöglichen ein eindrucksvolles technisches Erlebnis. „Das ist im Grunde eine virtuelle Eröffnung unseres Museums“, so Silvia Rückert, stellvertretende Direktorin. „Man hat wirklich das Gefühl, man ist räumlich ‚mittendrin‘ in der neuen Ausstellung. Die moderne Technik ermöglicht eine nahezu unbegrenzte Bewegungsfreiheit in den virtuellen Räumen. Sie können an Vitrinen und Inszenierungen entlanggehen, gemeinsam mit zukünftigen Besu-cherinnen Exponate betrachten und sogar einige der vielen digitalen Vermittlungsangebote ausprobieren.“

Umgesetzt wurde die VR-Technik von der Kölner Firma HHVision, finanziert wurde das Pro-jekt vom Förderverein „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e.V.“ „Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem ‚digitalen Zwilling‘ die Kölnerinnen bereits heute virtuell in das neue Museum holen können“, so die beiden Vorsitzenden des Fördervereins, Turadj Zarinfar und Jürgen Roters. „Mit dieser Technik werden wir nicht nur jetzt die Besucher*innen begeistern: Auch in Zukunft wird das Haus davon profitieren können.“

Am Samstag, 4. März, und Sonntag, 5. März 2023, zwischen 12 und 18 Uhr, sind alle inte-ressierten Kölnerinnen eingeladen, die neue VR-Technik direkt vor Ort kostenlos auszupro-bieren. Am 4. März 2023 ist von 12 bis 13 Uhr auch Stefan Lewejohann, Kurator der Dauer-ausstellung, anwesend, um die ersten Besucherinnen bei ihrem Rundgang mit spannenden Hintergrundinformationen zu begleiten (eine Anmeldung ist nicht notwendig, Besucherinnen sollten allerdings etwas Wartezeit einkalkulieren).

Auch nach diesem Aktionswochenende gibt es noch die Gelegenheit, mit der VR-Brille die zukünftigen Ausstellungsräume kennenzulernen: Ab Freitag, 17. März 2023, ruft das Kölnische Stadtmuseum im hinteren Teil des neuen Gebäudes wieder eine Pop-up-Bar ins Leben. An jedem Öffnungstag haben Besucherinnen zwischen 17 und 18 Uhr Gelegenheit, die VR-Brillen zu testen.

Hinweise an die Redaktionen:


„LA FÊTE“ – Die neue Pop-up-Bar im Kölnischen Stadtmuseum mit der
Bar-Ausstellung „DÄ DEJOOL KÜTT! Adenauer und de Gaulle in Köln 1962“ (01.09.2022)

Zu sehen ist eine Schwarz-Weiß-Fotografie des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle bei seiner Rede vor dem Rathaus.
Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle bei seiner Rede vor dem Rathaus, 5. September 1962. Links neben ihm Bundeskanzler Konrad Adenauer, rechts Oberbürgermeister Theo Burauen. Hinter de Gaulle: Oberstadtdirektor Max Adenauer (Hansherbert Wirtz, KSM, © Rheinisches Bildarchiv Köln)

Am 5. September 2022 jährt sich der Besuch des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle in Köln zum 60. Mal. Zur Feier der damaligen Deutschlandreise ruft das Kölnische Stadtmuseum eine ganz besondere Pop-up-Bar ins Leben. Von Freitag, 2. September, bis Samstag, 5. November 2022, heißt es hier – im rückwärtigen Teil des neuen Museumsstandorts – „LA FÊTE!“ Besucherinnen können sich an jedem Öffnungstag auf ein anderes kosten-loses Live-Event freuen: von Konzerten, über DJ-Sets, Nouvelle Chansons und französischem Pop bis hin zu Lesungen und vielem mehr.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diesen besonderen Jahrestag für die deutsch-französische Freundschaft mit einer Bar feiern können – und einem Veranstaltungsprogramm, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hat“, erklärt Silvia Rückert, die stellvertretende Museumsleiterin. „Neben französisch-kölschen Chanson-Abenden setzen wir beispielsweise drei Abende in Kooperation mit dem bekannten Kölner Label Le Pop-Musik um, die zu den wichtigsten Namen für die Vermittlung eleganter französischer Popmusik in Deutschland gehören“.

Die Besucherinnen erwartet aber nicht nur entspannte Clubatmosphäre, sondern auch eine Bar-Ausstellung: Bislang unveröffentlichte historische Fotos – von Ingeborg Spielmans, Hans-Herbert Wirtz, Dietrich Maguhn, Herbert Koch, Ludwig Lang und Walter Dick – lassen den Stopp de Gaulles in Köln lebendig werden. Bundeskanzler Konrad Adenauer ließ es sich da-mals nicht nehmen, den berühmten Gast persönlich durch „seine“ Stadt zu führen. 100.000 Kölnerinnen umjubelten den französischen Präsidenten, der zum Missfallen der französischen Security „ein Bad in der Menge“ nahm. Es waren historische Momente, die den Beginn der Freundschaft zwischen den „Erbfeinden“ Deutschland und Frankreich markierten. Die damalige Begeisterung der Kölnerinnen wird eindrucksvoll auf den Fotografien der Bar-Ausstellung sichtbar. Genauso aber lassen sie hinter die Kulissen blicken, beispielsweise mit Bildern vom Empfang im Gürzenich. Hier warteten eine gigantische Tischdekoration mit einem nachgebauten Arc de Triomphe und einem riesigen Eiffelturm aus Marzipan und Schokolade auf den Präsidenten.

„Fotos und Filme zeigen“, so Kurator Dr. Mario Kramp, „wie sehr der de Gaulle-Besuch nicht nur die Politik, sondern auch unzählige Kölner*innen emotional bewegte. Der ehemalige Kriegsgegner spricht auf Deutsch und reicht die Hand zur Versöhnung. Von vielen wird das als langersehnte Absolution verstanden. De Gaulle erobert die Herzen. Das Eis ist gebrochen. Der erste Besuch eines französischen Staatschefs in Deutschland seit Napoleon wird zum Triumphzug. Es folgt der Élysée-Vertrag im Januar 1963: Grundlage der deutsch-französischen Freundschaft, die bis heute der Motor der Einigung Europas ist.“ Auch Lesungen zum historischen Thema sind Teil des Begleitprogramms, sowie ein Gesprächsabend mit Konrad Adenauer („Mein Großvater und de Gaulle“, 13. Oktober 2022, 18 Uhr, in Anwesenheit des neuen französischen Generalkonsuls Etienne Sur). „Es ist wirklich spannend, wie dieses Museum sich zurzeit immer wieder neu erfindet“, betont H.W. Turadj Zarinfar, der 1. Vorsitzende der „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e.V.“. „Diesen Prozess begleiten wir als Förderverein sehr, sehr gerne.“ Die Pop-up-Bar samt Biergarten und Ausstellung ist donnerstags bis samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, der Eintritt ist frei.

Kooperationspartner des Pop-up-Projekts sind die Deutsch-Französische Gesellschaft Köln und das Institut français Köln. Unterstützt wird das Event unter anderem von den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums, Köln im Film e.V. und dem WDR 3.

Hinweis an die Redaktionen: Wir bitten um Ankündigung. Zur Berichterstattung laden wir Sie herzlich ein.

Hinweise an die Redaktionen:


„50 JAHRE HÖHNER“ – Die Jubiläumsausstellung
Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums im Maritim Hotel (30.08.2022)

Zu sehen ist die aktuelle Besetzung der "Höhner" in schwarz gekleidet und nebeneinander stehend.
Die Höhner heute (© Kay-Uwe Fischer)

Die Höhner werden fünfzig. Das Kölnische Stadtmuseum feiert die Kölner Band daher mit ei-ner großen Sonderausstellung im Maritim Hotel Köln, vom 31. August 2022 bis 12. Februar 2023.

1972 sorgte die Band unter dem Namen „Ne Höhnerhoff“ erstmals für Stimmung auf den Bühnen und in den Sitzungssälen – damals noch als federwerfendes Quartett im Hühneroutfit. Heute sind sie deutschlandweit bekannt und spätestens seit „Viva Colonia“ internationale Bot-schafter kölschen Lebensgefühls. Ihre Reisen führten sie weit über Köln hinaus: bis China, Brasilien, Kuba und die USA. Als erste europäische Band spielten sie sogar auf der chinesi-schen Mauer. Die Höhner beweisen dabei immer wieder aufs Neue, dass sie musikalisch ech-te Allroundtalente sind: beispielsweise mit ihrer legendären „KomZert“-Reihe im Kölner Millo-witsch-Theater, in der Zirkusmanege der „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ oder mit ihren „Höh-ner Classic“-Abenden in der Philharmonie. Bewundernswert ist aber auch das große gesell-schaftliche Engagement der Höhner. Der tatkräftige Einsatz für die „AG Arsch Huh“, das „LObby-REstaurant“ des Kölner Arbeitslosenzentrums und viele weitere soziale Projekte gehö-ren zu den Herzensangelegenheiten der Höhner.
„Diese Band gehört zu Köln wie der Karneval, das Kölsch und der Dom. Mit dieser Ausstellung würdigen wir die vielen schönen Momente, die die Höhner den Menschen unserer Stadt ge-schenkt haben“, betont Silvia Rückert, die stellvertretende Leiterin des Kölnischen Stadtmuse-ums.

Die Jubiläumsausstellung im Maritim Hotel Köln nimmt die Besucher*innen mit auf eine au-ßergewöhnliche Zeitreise – mit einzigartigen Exponaten aus dem Privatbesitz der Bandmitglie-der und deren persönlichen Erinnerungen.

„Ohrwürmer sind beim Rundgang garantiert“, verspricht Kuratorin Johanna Cremer. „Denn: 50 JAHRE HÖHNER heißt nicht nur 50 Jahre voller spannender Geschichten und Anekdoten, sondern auch 50 Jahre Lieder zum Mitsingen, Schunkeln, Tanzen, Lachen und Glücklichsein“. Sie fügt hinzu: „Die enge Zusammenarbeit mit der Band war wirklich wunderbar und hat diese abwechslungsreiche Zeitreise sowie die vielen überraschenden Einblicke möglich gemacht.“
Auch beim Begleitprogramm mischen die Höhner kräftig mit, beispielsweise bei den Führun-gen oder dem Familien-Chorworkshop „Sing mit den Höhnern!“, an dem alle Bandmitglieder teilnehmen. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. „Für uns ist es eine große Freude und Ehre, dass das Band-Jubiläum mit einer eigenen Ausstellung bedacht wird“, sagt Frontmann Henning Krautmacher. „Wir freuen uns darüber und darauf, ähnlich wie wir uns auf unser Gastspiel in Wacken, einem der weltweit größten Heavy-Metal-Festivals, gefreut haben. Wir wünschen der Ausstellung viele, viele Besucher*innen!“
Die Ausstellung im Maritim Hotel Köln (Heumarkt 20) ist dienstags bis freitags von 12 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Ausstel-lung wird unterstützt vom Maritim Hotel Köln, den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums, der Kölner Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, den Freunden und Förderern des Kölni-schen Brauchtums, dem WDR 3 – und natürlich: den Höhnern.
Ein ganz besonderes Special für alle Höhner-Fans: Anlässlich der Jubiläumsschau haben die Höhner im Maritim Hotel Köln das „HÖHNER-Soundstudio“ eingerichtet. Hier kann jeder unter fachlicher Anleitung und mit professionellen Mitteln sein Höhner-Lieblingslied aufnehmen. In-formationen zu Preisen und Öffnungszeiten sind unter www.hoehner.com abrufbar.

Hinweise an die Redaktionen:


Pop-Up-Super-Fashion-Markt – eco, handmade, fair
Zukünftige Ausstellungsfläche des Stadtmuseums wird erstmals bespielt (03.06.2022)

Zu sehen ist das Innere des ehemaligen Modehaus Franz Sauer. Eine geschwungene Treppe führt in den oberen Teil des Gebäudes.
Ein Blick ins Innere des ehemaligen Modehaus Franz Sauer (Foto: RBA, B. Ruster)

Nur wenige Tage nach dem Ende der Pop-up-Bar „Modehaus goes Museum“ lädt das Kölnische Stadtmuseum zum nächsten Event an seinen neuen Standort: zum „Pop-up-Super-Fashion-Markt“.

Das Museum verwandelt am Samstag, 11. Juni, und Sonntag, 12. Juni 2022, die zukünftigen Ausstellungsflächen in eine kreative Mode- und Designmesse. Von jeweils 11 bis 19 Uhr präsentieren sich hier junge Mode- und Lifestyle-Labels, unter anderem aus Köln und der unmittelbaren Umgebung. Gezeigt und verkauft werden Produkte jenseits des Mainstreams: Von Mode und Accessoires über Schuhe und Schmuck bis hin zu Interior Design und Papeterie – eco, handmade und fair. Die Besucher*innen haben dabei erstmals Gelegenheit, die zurzeit noch leeren Ausstellungsflächen zu sehen, bevor hier die innovative neue Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums entsteht.

„Mit diesem Pop-up-Super-Fashion-Markt erinnern wir noch einmal an die Geschichte unseres neuen Standortes“, so Silvia Rückert, die stellvertretende Direktorin des Kölnischen Stadtmuseums. „Schließlich war die Minoritenstraße 13 über viele Jahre eine der wichtigsten Kölner Adressen für hochwertige Mode. Für uns bietet der Standortwechsel großartige Chancen, uns mitten in der Stadt mit ungewöhnlichen Formaten neu aufzustellen. Wir werden hier Stadtgeschichte ganz anders erzählen: lebendig, vielfältig und kreativ wie die Mode von heute!“

Turadj Zarinfar, der 1. Vorsitzende der „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e.V.“, begleitet diesen Prozess mit großer Begeisterung: „Der Pop-up-Super-Fashion-Markt unterstreicht, mit wie viel Elan und Schwung das Stadtmuseum seine Zukunft in Angriff nimmt. Für die Kölnerinnen entsteht hier ein ganz besonderer Ort, der immer wieder überraschen wird. Ich freue mich sehr, dass dieser Designer-Markt den Besucherinnen parallel zum Shopping-Event die Möglichkeit bietet, die zukünftigen und in vieler Hinsicht außergewöhnlichen Ausstellungsflächen in den Blick zu nehmen.“

Der Pop-up-Super-Fashion-Markt wird unterstützt von den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums e.V., Rausgegangen und dem StadtRevue-Verlag.

Nicht nur beim Fashion Markt können die Kölnerinnen jetzt die zukünftigen Ausstellungsflächen besichtigen: Am 30. Juni und 14. Juli 2022, jeweils 18.30 Uhr, laden die Kuratoren der neuen Dauerausstellung Stefan Lewejohann und Sacha Pries zu einer öffentlichen Führung ein. Interessenten können sich unter Angabe des Terminwunsches bis zum 25. Juni 2022 per E-Mail an KSM-Ticketbuchung@stadt-koeln.de melden. Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt. Der Eintritt ist frei.

Zu sehen ist ein Plakat in Orange und Pink, auf dem "Pop-Up Super Fashion Markt im Museum" steht.
Plakat Pop-up-Super-Fashion Markt
Ein Blick ins Innere des ehemaligen Modehaus Franz Sauer (Foto: RBA, B. Ruster)

Hinweise an die Redaktionen:


POP-UP! Modehaus goes Museum. Pop-Up-Event am zukünftigen Standort des Kölnischen Stadtmuseums (31.03.2022)

Zu sehen ist eine pinkfarbene Getränkekarte in der Pop-Up-Bar.
Willkommen in der POP-UP-Bar (© C. Ehrchen)

Mit der Wiedereröffnung im ehemaligen Modehaus Franz Sauer im Herbst 2022 beginnt für das Kölnische Stadtmuseum ein neues Kapitel. Denn es ist nicht nur ein Standortwechsel: Das Museum stellt sich mit dem Umzug mit ungewöhnlichen Formaten und auffälligem Design komplett neu auf. Zur Feier veranstaltet das Museum ab 1. April 2022 ein ganz besonderes Pop-up-Event.

Vom 1. April bis 15. Mai 2022 finden in einer Bar mit Clubatmosphäre im rückwärtigen Teil des neuen Gebäudes Konzerte, DJ-Sets, Gin-Tastings, Lesungen und vieles mehr statt. Teil der Bar ist eine Fotoausstellung, die die glamouröse Vergangenheit des ehemaligen Modehauses lebendig werden lässt und einen exklusiven Einblick in den Umbau zum modernen Museum gibt. „Bis zur Geschäftsaufgabe 2016 war das Haus eine der ersten Kölner Adressen für hochwertige Mode und Designermarken“, erklärt Silvia Rückert, die stellvertretende Museumsdirektorin. „Ich freue mich sehr, dass wir die Geschichte dieses eleganten Gebäudes und die aktuelle Verwandlung in ein Museum in einer ungewöhnlichen Ausstellung – einer Pop-up-Bar – zeigen können! Denn das ehemalige Modehaus ist kein Kaufhaus mehr. Es ist ebenso auch noch kein Museum.“

Bar, Ausstellung und der kleine Biergarten mit Blick auf das benachbarte Museum KOLUMBA sind mittwochs bis samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Die Besucher*innen können sich jeden Abend auf ein anderes Live-Event freuen! Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Den Auftakt macht am 1. April der Singer-Songwriter Dari mit einfühlsamen deutschen Popsongs, am 2. April folgt der Musiker Ben Randerath mit 90er-Jahre Pop-Klassikern und Trash-Hymnen zum Mitsingen, am 6. April tritt Ant Utama, ein Singer-Songwriter aus Neuseeland, auf. „Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei“, betont Yvonne Katzy, Kuratorin der Pop-up-Ausstellung, und verrät: „Der kultige Bartresen ist übrigens die ehemalige Leuchtreklame SAUER, die an der Außenfassade Minoritenstraße angebracht war und von uns auf ein Untergestell gesetzt wurde.“

Programm und Barausschank werden organisiert von der Kölner Eventagentur „Schulte & Schulte“, bekannt unter anderem durch die Weihnachtsmärkte in Rodenkirchen und Lindenthal. Signature Drink der Pop-up-Bar ist: natürlich ein GIN SAUER (alkoholisch und nicht-alkoholisch).

„Es macht wirklich Spaß zu sehen, mit welchen überraschenden Formaten sich das Museum zurzeit neu aufstellt“, betont der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters, der 2. Vorsitzende der „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e.V“. „Das Pop-up-Event zeigt: Dieses Museum kann und wird am neuen Standort Zugangsschwellen abbauen und neue Zielgruppen ansprechen. Gerne begleiten wir als Freunde des Museums diesen Prozess aktiv.“

Das Pop-up-Event wird unterstützt durch die Freunde des Kölnischen Stadtmuseums und andere Partner*innen. Das von der ursprünglichen Funktion des Hauses inspirierte Design der Pop-up-Ausstellung wurde von der Kölner Agentur SIMPLE entwickelt.

Ein wichtiger Hinweis: Bar und Ausstellung befinden sich im rückwärtigen Teil des neuen Museumsstandorts mit der Adresse Kolumbahof 3.

Hinweise an die Redaktionen:


Modern, offen, dynamisch: Das Kölnische Stadtmuseum im Interim. InfoBox vor dem Museum eröffnet Blick in die zukünftige Dauerausstellung (14.03.2022)

Auf dem Bild sieht man die aufgestellte Museums-Info-Box vor dem neuen Museum. Es ist ein blauer Container.
Die Museums-InfoBox auf dem Kolpingplatz
(© Stadt Köln)

Das Kölnische Stadtmuseum durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel: Im Herbst 2022 öffnet das Museum im ehemaligen Modehaus Franz Sauer in der Minoritenstraße seine Türen. Hier wird künftig die Kölner Stadtgeschichte kreativ und innovativ erzählt. Passend zur inhaltlichen Neuausrichtung präsentiert das Museum jetzt ein neues Branding und ein neues Leitbild. „Das Kölnische Stadtmuseum versteht sich als ein wichtiger Pfeiler der Kölner Geschichte und seiner Identität. Es ist deshalb wichtig, dass sich das Museum auffallend und sichtbar im Stadtbild präsentiert, damit sich möglichst viele Menschen von unseren Themen und dem Ort – mitten in der Kölner Innenstadt – angesprochen fühlen“, erläutert Silvia Rückert, stellvertretende Direktorin des Stadtmuseums.

Vielfarbig und plakativ: Der neue Außenauftritt

Um die Neupositionierung ganzheitlich umzusetzen, entwickelte das Museum gemeinsam mit der Kölner Grafikagentur ENORM ein neues Branding. Der neue Außenauftritt sowie das neue Logo zeigen sich offensiv plakativ und in der bewussten Vielfarbigkeit so divers und dynamisch wie die Themen, die im Museum zukünftig präsentiert werden. „Das Kölnische Stadtmuseum erzählt nicht nur die Geschichte Kölns, es befasst sich auch mit gegenwärtigen Fragen und geht offen und mutig in die Zukunft“, betont der Kölner Beigeordnete für Kunst und Kultur, Stefan Charles. „Das neue Branding spiegelt diesen modernen, dynamischen Zugang zur Stadtgeschichte und den Anspruch des Hauses, ein offener Ort zu sein – ein Ort, an dem auch experimentiert werden darf und unterschiedlichste Stimmen berücksichtigt werden.“

Museums-InfoBox auf dem Kolpingplatz

Ein erstes Beispiel für das gewandelte äußere Erscheinungsbild des Hauses ist eine „Museums-InfoBox“, die am 14. März 2022 auf dem Kolpingplatz eröffnet wurde. In diesem auffällig gestalteten Container informiert das Museumsteam über den aktuellen Stand des Umbaus und die Neukonzeption des Hauses. Kurze Filme und Interviews sowie großformatige Visualisierungen geben einen spannenden Vorgeschmack auf die entstehende Dauerausstellung. Bei einem Gewinnspiel können die Besucher*innen zudem exklusive Führungen gewinnen und so das neugestaltete Haus noch vor der offiziellen Eröffnung kennenlernen. Geöffnet ist die „InfoBox“ montags bis samstags von 12 bis 18 Uhr.

Am 14. März 2022 geht zudem der neue Webauftritt des Kölnischen Stadtmuseums online, der gemeinsam mit der Kölner Agentur result Gmbh entwickelt wurde. Auch hier finden Interessierte viele Informationen, Bilder und Videos über das entstehende neue Museum (www.koelnisches-stadtmuseum.de).

Der gesamte Prozess des Umzuges und der Neuausrichtung des Museums wird vom Freundeskreis des Kölnischen Stadtmuseums finanziell unterstützt und auch inhaltlich begleitet. „Wir freuen uns sehr, dass für das Stadtmuseum mit dem Umzug in die Minoritenstraße eine neue Ära beginnt: offen, modern, kreativ und partizipativ. Es ist uns eine Freude, diese umfassende Neuausrichtung des Hauses aktiv zu unterstützen“, sagt der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters, der zweite Vorsitzende des Vereins.

Wir sind Köln: Das neue Leitbild

Passend zur Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes haben die Mitarbeitenden des Museums in einem gemeinsamen Prozess ein Leitbild mit einer Vision des Kölnischen Stadtmuseum formuliert, welche das Selbstverständnis und die Arbeit der kommenden Jahre prägen soll. Besonders wichtig ist dem Museumsteam dabei das Verhältnis zur Stadt Köln und seinen Bürger*innen. „Wir sind Köln“ lautet der erste Satz des neuen Leitbildes, um die Verbundenheit und die Verantwortung des Hauses für die Identitätsbildung der Stadt zum Ausdruck zu bringen. Ferner definieren die Mitarbeitenden hier den Anspruch, ein Museum für alle mit möglichst wenigen Hürden sowie ein Ort der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft der Stadt und ihrer Gesellschaft zu sein. Den sich stetig wandelnden Anforderungen an eine zeitgemäße Bildungs- und Vermittlungsarbeit will sich das Team agil und offen stellen.

Hinweise an die Redaktionen:


Kölnisches Stadtmuseum wird innovativ, partizipativ, offen, überraschend (14.10.2021)

Das Bild zeigt eine Visualisierung des neuen Foyers.
Das zukünftige Foyer (© neo.studio neumann schneider architekten)

Die Kölner Stadtgeschichte wird im kommenden Jahr ganz neu in Szene gesetzt

Was lieben wir? Was macht uns Angst? Woran glauben wir? Diese und fünf weitere zentrale Fragen schaffen in der neuen Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums ungewöhnliche und persönliche Zugänge zur Geschichte der Stadt. Das Konzept für die innovative Ausstellung, die 2022 in der Minoritenstraße 13 eröffnet wird, wurde heute vorgestellt: Räumlich angepasst an die Architektur des ehemaligen Modehauses Franz Sauer aus den 1980er-Jahren präsentiert sich das Museum inhaltlich und gestalterisch rundum erneuert: Haus und Ausstellung werden offen, modern, barrierefrei – und überraschend. Erstmals wird der Blick auch auf die Gegenwart der Domstadt gerichtet. Daneben erhalten Kölnerinnen und Kölner die Möglichkeit, das Museum mitzugestalten.

„Mit diesem neuen, zukunftsorientierten Konzept unterstreicht Köln seinen Ruf als innovative Kulturstadt“, erklärt Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur in Köln. Silvia Rückert, stellvertretende Direktorin des Kölnischen Stadtmuseums, erläutert: „Am neuen Standort werden wir ein ganz neues Kapitel aufschlagen. Wir knüpfen mit unserem modernen Ausstellungskonzept an die Erfahrungswelten der Besucher*innen an. Mit besonderen Inszenierungen, eingängigen Ausstellungstexten, digitalen Angeboten und taktilen Objekten zum Anfassen werden wir die Geschichte der Stadt zeitgemäß präsentieren und den Museumsbesuch zu einem besonderen Erlebnis machen“. Moderne Vermittlungsformen und digitale Installationen machen Stadtgeschichte dabei auch interaktiv erfahrbar.

Den Umzug ins neue Domizil in der Minoritenstraße nutzt das Museumsteam um die beiden Kuratoren Stefan Lewejohann und Sascha Pries dazu, die Kölner Stadtgeschichte vollkommen neu in Szene zu setzen. Gemeinsam mit dem international renommierten und mehrfach ausgezeichneten Gestaltungsbüro „neo.studio neumann schneider architekten“ aus Berlin wurde ein Konzept erstellt, das auch den architektonischen Besonderheiten des Gebäudes Rechnung trägt.

Kern des Konzepts: Eindrucksvoller Auftakt, epochenübergreifende Frageräume

Im Auftaktraum findet anhand der Highlights der Museumssammlung ein chronologischer Rundgang von der Römerzeit bis heute statt. Zu den Höhepunkten zählt das historische Stadtmodell Kölns, das die Stadt im 16. Jahrhundert zeigt und mit spannenden digitalen Zusatzinhalten ergänzt wird. Daneben werden nicht nur der Verbundbrief und das Stadtsiegel von 1268/69, sondern auch aktuelle Objekte zur Corona-Pandemie ausgestellt. So sollen die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit bekommen, die Grundzüge der Kölner Stadtgeschichte in einem Schnelldurchlauf von dreißig Minuten kennenzulernen.

Der Auftaktraum dient als idealer Einstieg und Ausgangspunkt für die weitere individuelle Entdeckungstour durch die acht epochenübergreifenden Frageräume, die den Kern des innovativen Präsentationsansatzes bilden. Hier wird die Geschichte der Stadt anhand verschiedener Emotionen erschlossen: Liebe, Wut, Lust, Angst, Hoffnung, Bewegung, Glaube, Verbindung. Unter der Frage „Woran glauben wir?“ etwa werden neben Religion und Ideologie auch Themen wie Geld und Fußball behandelt. Der Raum „Was macht uns Angst?“ schlägt einen Bogen von Kriegen und der NS-Zeit bis hin zu aktuellen Ereignissen wie dem Attentat in der Keupstraße. Und im Frageraum „Worauf haben wir Lust?“ wird nicht nur das Thema Sexualität in unterschiedlichsten Jahrhunderten in den Blick genommen, sondern beispielsweise auch die Geschichte der Kölner Unterhaltung, vom mittelalterlichen Tanzbären in der Altstadt bis zu den Rock-Clubs in den Industriebrachen der späten 1980er-Jahre.

Dass hier mittelalterliche Objekte neben modernen präsentiert werden, zeigt die großen Entwicklungslinien und Widersprüche auf und schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Gezielt eingesetzte Farb- und Oberflächengestaltung sowie stimmungsvolle Lichtinszenierungen lassen die Besucher*innen in unterschiedliche emotionale Welten eintauchen. „Innerhalb der ineinanderfließenden Ausstellungsgeschosse werden zurückgezogene emotionale Räume geschaffen, die ein Fokussieren auf die einzelnen Themen ermöglichen“, erklärt Alexandra Neumann vom Gestaltungsbüro „neo.studio neumann schneider architekten“ die szenografische Grundidee.

Ein Museum mit den und für die Kölner*innen

Zu Beginn jedes Frageraumes stimmen Reflexionsräume sehr persönlich auf die Themen ein und erlauben den Besucher*innen, sich selbst mit den jeweiligen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Die hier gezeigten privaten Objekte und Geschichten stammen von den „KölnExpert*innen“, einer Gruppe von Menschen unterschiedlichsten Alters und Hintergrunds, die an dem eigens dafür durchgeführten partizipativen Ausstellungsprojekt teilgenommen haben.

Der „Open Space“ im Foyer zeigt das Stadtmuseum noch mehr als ein offenes und partizipatives Museum, das auch als diskursives Forum dient und agiert. Gemeinsam mit Kölner*innen sollen hier aktuelle Themen und Fragestellungen der Stadtgesellschaft erörtert und diskutiert werden. Dazu werden kleine Ausstellungen mit externen Partner*innen präsentiert, die einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart haben.

„Eine Ausstellung in ein ehemaliges Kaufhaus einzufügen, war nicht nur eine interessante Herausforderung, sondern in diesem Fall auch eine Chance“, erklärt Sascha Pries. So macht das Gebäude mit seinen fünf verschachtelten und über eine zentrale Rundtreppe verbundenen Etagen das innovative, offene Ausstellungskonzept auf besondere Weise erlebbar: „Die Besucher*innen können beim Rundgang von der Treppe aus Einblick in alle Ausstellungsbereiche nehmen und nicht nur visuell ganz neue Bezüge herstellen“, ergänzt Stefan Lewejohann.

Zurzeit findet der Umzug der Museumsverwaltung und der Restaurierungswerkstätten in die neuen Räumlichkeiten statt. Die Eröffnung der neuen Dauerausstellung ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant. Aber schon jetzt verrät das bisher als Modehaus bekannte Gebäude weithin sichtbar seine zukünftige Funktion: „Ich bin ein Museum“.


Vom Modehaus zum Museum: eine spannende Metamorphose (31.05.2021)

Die Visualisierung zeigt den Querschnitt des neuen Museums.
Die zukünftigen Ausstellungsflächen (© neo.studio neumann schneider architekten)

Einladung zum Baustellenbesuch

2022 wird das Kölnische Stadtmuseum im ehemaligen Modehaus Franz Sauer, Minoritenstraße 13, neu eröffnet. Kölner*innen und Tourist*innen können sich auf eine innovative Dauerausstellung freuen, die Stadtgeschichte unter überraschenden Blickwinkeln betrachtet – und auch die Gegenwart und die Zukunft in den Fokus nimmt.

Im Inneren des Gebäudes finden zurzeit die notwendigen baulichen Maßnahmen statt, damit das Haus zukünftig als Museum genutzt werden kann. Die Immobilie wurde 1986 nach einem Entwurf des Kölner Architekten Ulrich Coersmeier errichtet. Inhaber war das bereits im 19. Jahrhundert gegründete Familienunternehmen Franz Sauer. Bis zur Geschäftsauf-gabe 2016 fanden die Kölner*innen hier auf fünf Etagen hochpreisige Damen- und Herrenmode, darunter viele internationale Designermarken wie Armani, Brioni oder Strenesse. Offene Durchblicke und eine zentrale Rundtreppe prägten die elegant ausgestatten Innenräume – eine spannende Herausforderung für den Umbau des Hauses in ein modernes Museum.

Am 31. Mai 2021 haben Sie die Gelegenheit, die Baustelle in der Minoritenstraße zu besichtigen und einen Eindruck von der Metamorphose „Vom Modehaus zum Museum“ zu bekommen. Für Ihr Fragen stehen zur Verfügung: Dr. Mario Kramp (Direktor KSM), Stefan Lewejohann und Sascha Pries (Kuratoren KSM), Stephanie Brans, (Abteilungsleiterin Bauprojektmanagement II, Stadt Köln), Tobias Prudlo (Deutsche Rückversicherung AG) und Laszló Alexander Kreysern (AKP Baumanagement GmbH).


Stadtgeschichte neu denken (31.05.2021)

Die Kuratoren beugen sich über einen Tisch auf der Museumsbaustelle mit Bauplänen.
Die Kuratoren Stefan Lewejohann und Sascha Pries (© Constantin Ehrchen)

Umzug des Kölnischen Stadtmuseums in das ehemalige Modekaufhaus Sauer

In der zweiten Jahreshälfte 2021 verlässt das Kölnische Stadtmuseum den bisherigen Standort in der Zeughausstraße und zieht in das ehemalige Modekaufhaus Franz Sauer. 2022 wird das Museum hier, in der Minoritenstraße 13, neu eröffnet und die Stadtgeschichte Kölns endlich wieder umfassend präsentiert.

Kölner*innen und Tourist*innen können sich auf eine verblüffende, innovative Dauerausstellung freuen, die die Geschichte der Stadt Köln mit all ihren Facetten, Widersprüchen und unterschiedlichen Perspektiven ganz neu erzählen wird – und neben der Vergangenheit auch die Gegenwart und Zukunft der Stadt in den Blick nimmt. Unterschiedliche Angebote werden das Museum zu einem lebendigen, offenen Ort der Begegnung und der Diskussion für alle machen.

Die Vorgeschichte

2017 zog ein Wasserschaden die vollständige Evakuierung und den Abbau der Dauerausstellung des Museums im historischen Zeughaus nach sich. Seitdem können nur die Sonderausstellungsflächen in der benachbarten Alten Wache für den Museumsbetrieb genutzt werden. Eine Wiedereröffnung der Dauerausstellung am alten Standort schied aufgrund der desolaten baulichen Situation des historischen Gebäudes aus – zumal das Museum in naher Zukunft in der „Historischen Mitte Köln“ auf dem Roncalliplatz eine neue Heimat finden soll. Der Rat der Stadt Köln beschloss daher den Umzug des Kölnischen Stadtmuseums ins ehemalige Modehaus Sauer, erbaut 1986 für das Familienunternehmen Franz Sauer (gegr. 1842). Der Entwurf für das Gebäude stammt vom Kölner Architekten Ulrich Coersmeier. Bis zur Geschäftsaufgabe 2016 bot das renommierte Bekleidungsgeschäft hier auf fünf Etagen hochpreisige Damen- und Herrenmode.

Nach der Erteilung der Baugenehmigung im November 2020 nimmt der Vermieter seit Beginn des Jahres in der Minoritenstraße 13 alle notwendigen Maßnahmen zur Vorbereitung des Hauses auf die museale Nutzung vor. Sollte es keine pandemiebedingten Verzögerungen geben, wird das Haus im 3. Quartal 2021 an die Stadt Köln übergeben.

Stadtgeschichte neu erzählt

Mit hohem Engagement entwickelt das Museumsteam um die Kuratoren Stefan Lewejohann und Sascha Pries zurzeit ein innovatives Ausstellungskonzept für den neuen Standort. Wichtige Leitlinie für die kuratorischen und gestalterischen Ideen: Das neue Haus wird barrierefrei, offen, divers, partizipativ und modern. Ein weiterer bedeutender Punkt für das gemeinsam mit den international renommierten Gestaltungsbüro „neo.studio neumann schneider architekten“ erarbeitete Konzept ist das Spiel mit den architektonischen Besonderheiten des ehemaligen Modehauses. „Wir schaffen ein Museum, das die Geschichte der Stadt Köln würdig erzählt und dabei innovativ, überraschend und modern ist. Es wird ein Museum für alle“, so das Kuratorenteam.

Nach der Übergabe des Hauses an die Stadt Köln im 3. Quartal 2021 kann das Museumsteam gemeinsam mit den Szenografen mit der Herrichtung und Inszenierung der neuen Dauerausstellung beginnen. Parallel dazu erfolgt in der zweiten Jahreshälfte 2021 der Auszug aus dem jetzigen Museumskomplex. Auch dies ein Großprojekt: Nicht nur Mitarbeiter*innen und Büros werden umziehen, auch alle im Museum gelagerten Objekte, die Bibliothek mit rund 50.000 Medien, die umfangreiche Graphische Sammlung, die Restaurierungswerkstätten und vieles mehr.

Aufgrund der pandemiebedingten Unsicherheiten kann zurzeit noch kein finales Datum für die Wiedereröffnung des Museums genannt werden. Derzeit geht das Museumsteam von einer Eröffnung im 2. Quartal 2022 aus.

Hinweis an die Redaktionen:
Die Kuratoren Stefan Lewejohann und Sascha Pries stehen für Interviews zur Verfügung. Sie benötigen für persönliche Termine ein tagesaktuelles, zertifiziertes negatives Corona-Testergebnis (Bürgertest). Zudem bitten wir Sie eine medizinische Maske zu tragen (OP-Maske oder FFP2).