{"id":406,"date":"2021-10-13T18:05:45","date_gmt":"2021-10-13T16:05:45","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=406"},"modified":"2023-10-24T09:57:20","modified_gmt":"2023-10-24T07:57:20","slug":"das-bisschen-haushalt","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/alltagsobjekte\/das-bisschen-haushalt\/","title":{"rendered":"Das bisschen Haushalt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-bisschen-haushalt\">Das bisschen Haushalt<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Die \u00bbGro\u00dfe W\u00e4sche\u00ab war noch im 19. Jahrhundert ein famili\u00e4res Gro\u00dfereignis. Wer es sich leisten konnte, bestellte bis zu einem halben Dutzend Waschfrauen ein, die dann innerhalb von drei bis sechs Tagen die gesamte W\u00e4sche der letzten ein bis zwei Monate wuschen. Die allermeisten Familien \u2013 und hier vor allem die M\u00e4dchen und Hausfrauen \u2013 mussten die k\u00f6rperlich extrem anstrengende Arbeit allerdings selbst verrichten. Insbesondere seitdem W\u00e4sche wie Bettbez\u00fcge und Tischdecken, Handt\u00fccher, Unterw\u00e4sche und dergleichen mehr zur Massenware geworden waren, wuchs auch der W\u00e4scheberg bei \u00e4rmeren Familien stetig an.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"449\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15509__3957653_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Bottichwaschmaschone mit einem Bottich aus Holz und einem Metallaufbau.\" class=\"wp-image-1276\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15509__3957653_lo.jpg 449w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15509__3957653_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Bottichwaschmaschine<\/strong>, Firma Holighaus, Deutschland, um 1950, KSM 1991\/196. Foto: rba_d033539<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>W\u00e4schestampfer, Emaille- oder Zinksch\u00fcssel, Feuerstelle, Wassereimer, Seife und Soda \u2013 mehr hatten die Waschfrauen meist nicht zum Waschen zur Verf\u00fcgung. Gebleicht wurde in der Sonne, geb\u00fcgelt mit Pl\u00e4tteisen oder Mangeln. Erste Versuche, den Waschvorgang maschinell zu erleichtern, scheiterten daran, dass die Kleidung entweder nicht sauber wurde oder in der Maschine zerriss. Erst im 20. Jahrhundert wurden Ger\u00e4te entwickelt, die preislich und funktional so angemessen waren, dass sie gr\u00f6\u00dferen Absatz fanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bottichwaschmaschinen wie diese der Marke Holighaus konnten die Arbeit jedoch nur geringf\u00fcgig erleichtern: Da sie weder \u00fcber einen Motor zum Antrieb des innen liegenden R\u00fchrarms noch \u00fcber ein Heizelement verf\u00fcgten, mussten diese Arbeitsschritte noch selbst erledigt werden. Das auf dem Ofen oder in einem Bottich erhitzte Wasser und das Waschmittel wurden von oben eingef\u00fcgt. Mit einer Handkurbel wurde die W\u00e4sche innen hin- und herger\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Nachteil: Bottichwaschmaschinen verbrauchen relativ viel Wasser. Dieses Modell fasst insgesamt rund 220 Liter. Der Verbrauch wird bei 100 bis 150 Litern gelegen haben. Entsprechend hoch war auch der Verbrauch an Brennstoffen zum Erhitzen des Wassers.<\/p>\n\n\n\n<p>Waschmaschinen blieben zun\u00e4chst teure Anschaffungen, die sich nicht viele Familien leisten konnten. Noch 1961 kostete eine Bottichwaschmaschine wie diese um die 800 DM, einen Betrag, f\u00fcr den ein Industriearbeiter damals etwa sechs Wochen arbeiten musste. Die Bochumerin Brunhilde Peters bot die Maschine, die aus dem Nachlass ihrer Eltern stammte, dem Museum im M\u00e4rz 1991 an.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier wurde sie mit Hilfe des F\u00f6rdervereins gern f\u00fcr&nbsp;500 DM angekauft, da ein \u00e4hnliches St\u00fcck der Sammlung vom damaligen Museumsdirektor Dr. Werner Sch\u00e4fke nur noch als \u00bbSchrott\u00ab bezeichnet werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1990er Jahren wurden \u00fcberhaupt viele historische K\u00fcchenger\u00e4te, Staubsauger und sonstige elektronische Ger\u00e4te angekauft und gesammelt. Der in den 1980er Jahren entwickelten Forschungsrichtung der \u00bbAlltagsgeschichte\u00ab galt die Elektrifizierung als eine der wesentlichen Ver\u00e4nderungen allt\u00e4glicher Wohn- und Arbeitssituationen der Menschen im 20. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft wurde zuvor die Einf\u00fchrung elektrischer Ger\u00e4te in deutschen Haushalten von Zeitgenossen wie Historikern zur \u00bbBefreiung\u00ab der \u00bbFrau\u00ab stilisiert. Die K\u00f6lner Sozialpolitikerin (Zentrum) Dr. Amalie Lauer (1882\u20131950) schrieb 1926, dass Hausarbeit \u00bban Kalorienverbrauch der Schwerarbeit in der Industrie gleichkommt. Es nimmt deshalb nicht wunder, da\u00df Frauen mit ihrer schw\u00e4chlichen k\u00f6rperlichen Konstitution oft so rasch verbl\u00fcht und alt werden, wenn sie einen gro\u00dfen Haushalt oder eine kinderreiche Familie zu versorgen haben.\u00ab Und weiter: \u00bbAm meisten leidet die notwendige Erholungszeit der Frau und die Gem\u00fctlichkeit des Heims darunter.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Waschmaschine als Bewahrerin der weiblichen Sch\u00f6nheit und \u00e4sthetischen H\u00e4uslichkeit? Eher nicht, denn mit den Maschinen kam noch etwas anderes ins Haus: ein hoher Anspruch. Wurde die Kleidung fr\u00fcher nur alle zwei Wochen gewaschen, so kam ein Hemd nun nach nur einer Woche oder zwei Tagen in die W\u00e4sche. Gleiches galt f\u00fcr Bettw\u00e4sche, Arbeitskleidung, Tischdecken usw. Die \u00bbRationalisierung des Haushalts\u00ab sorgte f\u00fcr mehr Hygiene und Sauberkeit und letztlich auch weniger k\u00f6rperlich anstrengende Arbeit, nicht aber f\u00fcr eine Befreiung der Frau. Der \u00d6konom J. K. Galbraith konstatierte 1976 in diesem Zusammenhang sogar die Verwandlung der Hausfrauen in eine \u00bbheimliche Dienerklasse\u00ab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Bottichwaschmaschine, Firma Holighaus, Deutschland, um 1950,&nbsp;Holz, Metall; H: 100 cm, B: 80 cm, T: 60 cm; Bottich: H: 77 cm, Dm: 60 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1991\/196.&nbsp;Ankauf von Brunhilde Peters, Bochum. Foto: rba_d033539<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00bbGro\u00dfe W\u00e4sche\u00ab war noch im 19. Jahrhundert ein famili\u00e4res Gro\u00dfereignis. 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