{"id":400,"date":"2021-10-13T18:04:37","date_gmt":"2021-10-13T16:04:37","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=400"},"modified":"2023-10-24T09:58:14","modified_gmt":"2023-10-24T07:58:14","slug":"die-kamera-des-wandernden-fotografen","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/alltagsobjekte\/die-kamera-des-wandernden-fotografen\/","title":{"rendered":"Die Kamera des wandernden Fotografen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"2520\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild.jpg 2520w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w\" sizes=\"(max-width: 2520px) 100vw, 2520px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-kamera-des-wandernden-fotografen\">Die Kamera des wandernden Fotografen<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Der Fotograf August Sander schenkte seiner Auszubildenden zur bestandenen Gesellenpr\u00fcfung eine Reisekamera, mit der er vermutlich fr\u00fcher selbst \u00fcber Land gezogen war.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"521\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/643__8188663_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Reisekamera aus dem Jahr 1910.\" class=\"wp-image-1259\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/643__8188663_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/643__8188663_lo-300x247.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Zusammenklappbare Reisekamera mit Klappstativ und 2 Negativkassetten.<\/strong>Foto: rba_d033520<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Anhand der Aufschrift auf dem Objektivteil ist der Hersteller identifizierbar: Es handelt sich um die Emil Busch AG Optische Industrie aus Rathenow. Das Unternehmen wurde 1801 vom Pfarrer Johann Heinrich August Duncker und von Samuel Christoph Wagener, dem Leiter der Industrieschule der Rathenower Garnison, als \u00bboptische Industrie-Anstalt\u00ab gegr\u00fcndet. 1845 \u00fcbernahm Dunckers Enkel Emil Busch die Leitung des Unternehmens. Er erkannte rasch die M\u00f6glichkeiten einer neuen Technik \u2013 der Fotografie. Im Jahr 1852 nahm er Fotoapparate und Objektive in das Produktionssortiment auf, darunter 1865 das neu erfundene Weitwinkelobjektiv Pantoscop. Ab der Jahrhundertwende kamen unter dem Namen R.O.J.A verschiedene Kameras auf dem Markt, etwa eine aus Edelholz gefertigte Kamera f\u00fcr 13 x 18 cm-Negativplatten mit einem Busch Anastigmat-Objektiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1908 hie\u00df das Unternehmen Emil Busch AG&nbsp;Optische Industrie. 1943 wurde die Carl-Zeiss-Stiftung Mehrheitsaktion\u00e4r. Nach 1945 enteignet, entstanden in Rathenow die VEB ROW, die 1966 in das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena eingegliedert wurden. Die Emil Busch AG verlegte ihren Sitz 1949 nach G\u00f6ttingen. Beide Unternehmen stellen schon lange keine Kameras mehr her, sondern sind quasi zu ihren Anf\u00e4ngen, den optischen Instrumenten, zur\u00fcckgekehrt, nat\u00fcrlich im Gewand des 21. Jahrhundertes.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings ist diese Kamera f\u00fcr K\u00f6ln weniger aus Gr\u00fcnden der Geschichte der Fototechnik interessant, sondern vor allem wegen ihrer Provenienz. Sie geh\u00f6rte dem Fotografen August Sander, der sie 1943 seiner Auszubildenden, die damals noch Lehrling hie\u00df, zur bestandenen Gesellenpr\u00fcfung schenkte. Ilse Heinemann (geb. 1924), sp\u00e4ter verheiratete Dywan, hatte von 1940 bis 1943 bei Sander eine Fotografenlehre gemacht. Die geschenkte Kamera benutzte sie jedoch nicht, da sie zun\u00e4chst infolge der Kriegswirren und nach ihrer Hochzeit aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden ihren erlernten Beruf nicht aus\u00fcbte. Sie lieh sie dem Godesberger Graphiker Herbert B\u00f6hler, der die Kamera nach vergeblichen Versuchen, sie f\u00fcr seine Arbeit zu nutzen, 40 Jahre sp\u00e4ter zur\u00fcckgab. Daraufhin schenkte sie die Kamera ihrem Sohn, Dr. Walter Geis, inzwischen langj\u00e4hriger Mitarbeiter des Stadtkonservators der Stadt K\u00f6ln. Dieser hatte geplant, das Rheinland&nbsp;mit der Sander\u2018schen Technik zu fotografieren. Daf\u00fcr wurden eine neue Mattscheibe und ein Adapter f\u00fcr ein gebr\u00e4uchliches Negativformat eingesetzt. Aber letztendlich blieb es bei der Idee. Stattdessen \u00fcbergab Walter Geis die Kamera mit Zubeh\u00f6r 2001 dem K\u00f6lnischen Stadtmuseum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1876 im Siegerland geborene Sander (gest. 1964) war nach Jahren der Wanderschaft und einer in Linz a. d. Donau erfolgreich gestarteten Fotografenkarriere 1909 nach K\u00f6ln gezogen. In K\u00f6ln arbeitete er zun\u00e4chst f\u00fcr das renommierte Fotoatelier Blumberg &amp; Herrmann, bevor er sich selbstst\u00e4ndig machte. Die Familie lebte in K\u00f6lnLindenthal, sein wichtigster Kundenstamm aber war im Westerwald. Dorthin begab er sich sonntags \u2013 vielleicht mit der hier pr\u00e4sentierten Kamera \u2013, wenn die Menschen ihren Sonntagsstaat trugen und Zeit und Mu\u00dfe f\u00fcr Fotos mitbrachten. 1914 als Sanit\u00e4tssoldat eingezogen, kam er erst 1918 nach K\u00f6ln zur\u00fcck. In den 1920ern schloss er Bekanntschaft mit der K\u00f6lner \u00bbGruppe progressiver K\u00fcnstler\u00ab, die sich besonders von Sanders Portr\u00e4taufnahmen angesprochen f\u00fchlten. 1929 erschien eine Sammlung von 60 Portr\u00e4taufnahmen unter dem Titel \u00bbAntlitz der Zeit\u00ab. Wirtschaftskrise und vor allem der Aufstieg der Nationalsozialisten setzten seiner k\u00fcnstlerischen Karriere zun\u00e4chst ein Ende. Erst in den 1950er Jahren wurde er von einer neuen Generation wiederentdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>1926 war Sander der K\u00f6lner Fotografeninnung beigetreten, um seinen j\u00fcngsten Sohn Gunther regul\u00e4r ausbilden zu k\u00f6nnen. Hiervon profitierten dann auch andere angehende Fotografen, wie diese Schenkung zeigt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Zusammenklappbare Reisekamera mit Klappstativ und 2 Negativkassetten, Objektiv: Emil Busch AG Optische Industrie.&nbsp;Kamerateil: H: 24,5 cm, T ausgezogen: 25 cm, B: 17,5 cm, Holz, Metall, Stoffh\u00fclle,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 2002\/357.&nbsp;Schenkung von Dr. Walter Geis, K\u00f6ln, 2001. Foto: rba_d033520<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M.A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fotograf August Sander schenkte seiner Auszubildenden zur bestandenen Gesellenpr\u00fcfung eine Reisekamera, mit der er vermutlich fr\u00fcher selbst \u00fcber Land gezogen war.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1259,"parent":141,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-400","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/400\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10902,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/400\/revisions\/10902"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/141"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}