{"id":393,"date":"2021-10-13T18:03:38","date_gmt":"2021-10-13T16:03:38","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=393"},"modified":"2023-10-24T10:07:59","modified_gmt":"2023-10-24T08:07:59","slug":"preiswerter-prunk-fuer-preussen","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/alltagsobjekte\/preiswerter-prunk-fuer-preussen\/","title":{"rendered":"Preiswerter Prunk f\u00fcr Preussen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"preiswerter-prunk-fur-preussen\">Preiswerter Prunk f\u00fcr Preussen<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Die Ansicht der \u00bbZuckerseite\u00ab der Stadt K\u00f6ln von Deutz aus ist festgehalten auf der Prunkvase des Berliner Porzellanfabrikanten Friedrich Adolph Schumann (1808\u20131851), gewidmet einem leider nicht bekannten \u00bbverehrten Jubelpaar zum Andenken an den 10ten August 1856\u00ab.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/304__2535454_lo.jpg\" alt=\"Eine goldene Vase it K\u00f6lnansicht.\" class=\"wp-image-1247\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/304__2535454_lo.jpg 447w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/304__2535454_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Vase mit Ansicht von K\u00f6ln,&nbsp;<\/strong>Maler: Gansauge (?), Porzellanmanufaktur Friedrich Adolph Schumann Berlin. Foto: rba_d033543_01<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Die Vorderseite zeigt das K\u00f6lner Rheinpanorama, noch ganz im Geist der Romantik. Man erkennt die h\u00f6lzerne Schiffsbr\u00fccke, die seit 1822 eine Verbindung vom Holzmarkt zur Deutzer Freiheit \u00fcber den Rhein schuf \u2013 ein Notbehelf auf 40 Nachen, der in der Mitte dreimal t\u00e4glich f\u00fcr den Schiffsverkehr ge\u00f6ffnet werden musste und weder gegen Hochwasser noch Treibeis gefeit war. Dabei war die neue Br\u00fccke f\u00fcr Eisenbahn und Stra\u00dfe, die Muusfall, Vorg\u00e4ngerin der Hohenzollernbr\u00fccke in der Achse des Doms, seit 1855 in Bau \u2013 ebenso wie der Dom selbst. Hier aber scheint die Zeit stehen geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vase entstand in Berlin. In Moabit produzierte Friedrich Adolph Schumann seit 1834 Tee-, Kaffee- und Tafelgeschirr, sp\u00e4ter auch repr\u00e4sentative Einzelst\u00fccke. Damit machte er der KPM (K\u00f6niglich-Preu\u00dfische Porzellanmanufaktur) m\u00e4chtig Konkurrenz, die ihre Modelle im veralteten Stil des Klassizismus anbot. Schumann dagegen setzte auf die neue \u00bbMoabiter baroque Form\u00ab mit luxuri\u00f6sen Verzierungen mit \u00fcberbordendem Rocaille-Schmuck. Die Vase zeigt ebenso wie ihr nicht abgebildetes Pendant den nun gefragten Stil des Neurokoko wie die in Moabit entwickelte Methode der Glanzvergoldung. Die nicht abgebildete besch\u00e4digte Vase gibt Einblick in den Produktionsprozess: Einzelteile wurden in Serie hergestellt und dann mit Metallstangen verschraubt. Eine weitere Vase gleichen Stils mit der Ansicht des K\u00f6lner Regierungsgeb\u00e4udes entstand 1850 (HM 1911\/6).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schumanns erschwingliche Vasen erreichten zwar nicht die Qualit\u00e4t von Mei\u00dfen \u2013 daf\u00fcr aber ein breites Publikum. 1846 war er gr\u00f6\u00dfter Porzellanproduzent Deutschlands. Politisch engagiert, schuf der Sympathisant der 1848er Revolution eine Sozialversicherung f\u00fcr seine Arbeiter. Nach seinem Tod meldete die Manufaktur 1880 Konkurs an und hinterlie\u00df die Liegenschaft dem Meiereibesitzer Bolle, der als Lebensmittelh\u00e4ndler hier eine weitere legend\u00e4re Berliner Karriere startete.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir kennen nicht das \u00bbverehrte Jubelpaar\u00ab, dem die beiden Prunkvasen 1856 zur Goldenen oder Silbernen Hochzeit \u00fcberreicht wurden. Aber wir kennen die stolzen Stifter, die ihre Namen haben einschreiben lassen: Die von Vietinghoff stellten preu\u00dfische Offiziere, auch die von Wnuck, die von W\u00fclcknitz und die von Trotha. Familie von Vahlkampf brachte leitende Beamte und Milit\u00e4rs hervor, ebenso Familie von Wedell, verwandt mit dem K\u00f6lner Regierungspr\u00e4sidenten. Karl Bernhard von St\u00fclpnagel war seit 1855 Kommandeur der 4. Kavallerie-Brigade in K\u00f6ln, Oskar Ernst Karl von Sperling preu\u00dfischer Generalmajor, sein Sohn, 1850 in K\u00f6ln geboren, wurde hier sp\u00e4ter Milit\u00e4rgouverneur. Gustav Adolf von Ziegler wurde 1860 Kommandant der Festung Ehrenbreitstein \u2013 und f\u00fchrender Freimaurer. Auch die S\u00f6hne der Familie von Rappard waren Beamte und Offiziere. Nur ihr ber\u00fchmtester Spross Conrad von Rappard nicht: Als linksliberaler Abgeordneter der Paulskirche mit dem K\u00f6lner Demokraten Jakob Venedey befreundet, verteidigte er jene Revolution, die von den bewaffneten Angeh\u00f6rigen der \u00fcbrigen Jubilanten niedergeworfen wurde. Er floh 1849 vor lebenslanger Festungshaft \u00fcber London und Paris in die Schweiz. Hier lebte er im Exil, als seine Fami- lienangeh\u00f6rigen die Prunkvasen in K\u00f6ln \u00fcberreichten: ein Netzwerk preu\u00dfischer Funktion\u00e4rs- und Milit\u00e4relite.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6rte auch die Familie von Lo\u00dfberg, aus deren Besitz die beiden Vasen stammen. Sie stellte hohe Offiziere im kaiserlichen Heer, in der Wehrmacht und sp\u00e4ter in der Bundeswehr. Am 30. September 1924 verkaufte \u00bbOberstleutnant a. D. von Lossberg\u00ab aus Wetzlar dem Historischen Museum die beiden Vasen f\u00fcr je 200 Mark. Einen Monat sp\u00e4ter wurde sein Verwandter Friedrich von Lo\u00dfberg Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 1 in Berlin und zweith\u00f6chster Offizier des Reichsheeres.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Vase mit Ansicht von K\u00f6ln, Maler: Gansauge (?), Porzellanmanufaktur Friedrich Adolph Schumann Berlin, im Boden: blaue Marke SPM mit preu\u00df. Adler, Aufschrift r\u00fcckseitig: \u00bbDem verehrten Jubelpaar zum Andenken an den 10ten August 1856 \/ von Rappard. \/ von Trotha I. \/ Richrath. \/ Baron von Vietinghoff gen. Scheel. \/ R\u00f6szler. \/ Vahlkampf. \/ Rogge. \/ von Wedell. \/ von St\u00fclpnagel. \/ von Wnuck. \/ von Sperling. \/ von W\u00fclcknitz. \/ Schreiber. \/ von Ziegler.\u00ab&nbsp;Porzellan, bemalt, teilvergoldet, H: 54 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1924\/40.&nbsp;In Bruchst\u00fccken erhaltene Vase mit Darstellung des Regierungsgeb\u00e4udes Am Hof: Aufschrift r\u00fcckseitig: \u00bbDem verehrten Jubelpaar zum Andenken an den 10ten August 1856\u00ab mit Namen weiterer Gratulanten,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1924\/41.&nbsp;Ankauf 1924 von Oberstleutnant a. D. von Lo\u00dfberg, Wetzlar, Silh\u00f6fertorstra\u00dfe 20, f\u00fcr je 200 Mark. Foto: rba_d033543_01<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Mario Kramp<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ansicht der \u00bbZuckerseite\u00ab der Stadt K\u00f6ln von Deutz aus ist festgehalten auf der Prunkvase des Berliner Porzellanfabrikanten Friedrich Adolph Schumann (1808\u20131851), gewidmet einem leider nicht bekannten \u00bbverehrten Jubelpaar zum Andenken an den 10ten August 1856\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1247,"parent":141,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-393","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/393","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/393\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10910,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/393\/revisions\/10910"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/141"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1247"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}