{"id":385,"date":"2021-10-13T18:01:02","date_gmt":"2021-10-13T16:01:02","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=385"},"modified":"2023-10-24T10:05:35","modified_gmt":"2023-10-24T08:05:35","slug":"maedels-lasst-die-puppen-tanzen","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/alltagsobjekte\/maedels-lasst-die-puppen-tanzen\/","title":{"rendered":"M\u00e4dels, lasst die Puppen tanzen!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"madels-lasst-die-puppen-tanzen\">M\u00e4dels, lasst die Puppen tanzen!<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Puppenk\u00fcche der Familie Foveaux aus dem Haus \u00bbZum gro\u00dfen Kardinal\u00ab,&nbsp;<\/strong>um 1780.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"504\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/290__1342763_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist eine alte Puppenk\u00fcche.\" class=\"wp-image-1222\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/290__1342763_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/290__1342763_lo-300x238.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><strong>Puppenk\u00fcche der Familie Foveaux aus dem Haus \u00bbZum gro\u00dfen Kardinal\u00ab,&nbsp;<\/strong><\/strong>um 1780. Foto: rba_d033564<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Franz (Fran\u00e7ois) Foveaux (1726\u20131766) aus Lille besa\u00df seit 1750 in K\u00f6ln das B\u00fcrgerrecht und betrieb ein Tabakgesch\u00e4ft. 1755 gr\u00fcndete er zudem eine Tabakfabrik, in der er einen \u2013 wegen seiner Form \u00bbKarottentabak\u00ab genannten \u2013 Schnupftabak produzieren lie\u00df. Eine \u00fcberlebensgro\u00dfe Kardinalsb\u00fcste zierte die Fassade des Hauptgesch\u00e4ftes \u2013 seit 1757 in der Bolzengasse 2, direkt am G\u00fcrzenich. Der \u00bbGro\u00dfe Kardinal\u00ab, das Markenzeichen der Firma Foveaux, ging zur\u00fcck auf eine etwa 100 Jahre zur\u00fcckliegende Begebenheit: Kardinal Fabio Chigi (der sp\u00e4tere Papst Alexander VII.) lie\u00df in K\u00f6ln die frohe Kunde verbreiten, dass der Papst mitnichten ein generelles Rauchverbot ausgesprochen habe, sondern nur eines in Gottesh\u00e4usern. Worauf Foveaux dem Kardinal mit seinem Signet posthum ein Denkmal setzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Franz Foveaux im Jahr 1766 ohne erkennbares Motiv von einem Studenten auf dem Heumarkt erstochen worden war, f\u00fchrten seine Witwe Catherine (1729\u20131793) und vermutlich sein Bruder Ludwig Joseph (1734\u20131817) das Unternehmen weiter. Im Jahr 1793 \u00fcbernahm Heinrich Joseph Foveaux (1763\u20131844) die Firma. Auch er erwies sich als hervorragender Gesch\u00e4ftsmann, und mit dem Unternehmen ging es \u2013 trotz der neuen, sch\u00e4rferen Zollbestimmungen unter franz\u00f6sischer Herrschaft \u2013 steil bergauf. Um 1800 z\u00e4hlte Foveaux mit 40 Arbeitern und einer Kapazit\u00e4t von 75.000 Kilogramm j\u00e4hrlich zu den gr\u00f6\u00dften Tabakherstellern K\u00f6lns. Auch das Ansehen und die gesellschaftliche Stellung der Familie Foveaux wuchsen: Als Vertreter des Gro\u00dfb\u00fcrgertums waren sie an politischen wie auch juristischen Prozessen beteiligt. Sowohl Ludwig (1799) als auch Heinrich (1810) bekleideten \u00c4mter in der neu gegr\u00fcndeten Handelskammer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend war wohl auch der Lebensstandard der Familie als gehoben zu bezeichnen, wovon auch der Nachwuchs profitierte. Aufw\u00e4ndiges und teures Spielzeug galt f\u00fcr die meisten Familien im ausgehenden 18. Jahrhundert als unerschwinglich. Mit einer Puppenk\u00fcche wie dieser konnten&nbsp;nur wohlhabende Eltern ihre J\u00fcngsten erfreuen. Wahrscheinlich waren es Heinrichs T\u00f6chter Aloysia Ludovika Franziska (1794\u20131818), Maria Johanna Franziska (1797\u20131877) und Henriette Catherine Stephanie (1805\u20131878), die jene Puppenk\u00fcche ihr Eigen nannten. F\u00fcr T\u00f6chter aus \u00bbgutem Hause\u00ab hatte derartiges Spielzeug allerdings auch einen&nbsp;p\u00e4dagogischen Sinn \u2013 im Hinblick auf das k\u00fcnftige Erwachsenenleben. W\u00e4hrend sich die Jungen eher mit Kaufmannsl\u00e4den, Ritterburgen und Spielzeugwaffen besch\u00e4ftigten, wurden die M\u00e4dchen mit Puppen, Puppenstube und Kochutensilien auf ihre festgelegte Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet. Neben einem Esstisch mit Stuhl, Sch\u00fcsseln, Tellern und einer Butterglocke befindet sich unter den 55 Miniaturen auch ein kleines Regal mit Aufbewahrungsgef\u00e4\u00dfen, eine Schere und eine Axt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 1841 und 1844 zog sich Heinrich Foveaux aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcck und \u00fcberlie\u00df es dem Mann seiner Enkelin Catherine, Johann Josef Minderop, der einer Tabakfabrikantenfamilie aus Rotterdam angeh\u00f6rte, die seit dem 18. Jahrhundert in K\u00f6ln Gesch\u00e4fte machte. Da Heinrich (gest. 1845) und seine Frau Catharina Ignatia (gest. 1826) keine S\u00f6hne hinterlie\u00dfen, gab es nach dem Tod der ledig gebliebenen Tochter Josephine (gest. 1878) keine Foveaux mehr in K\u00f6ln. Dennoch f\u00fchrten die verschw\u00e4gerten Minderops die Firma unter diesem Namen weiter, bis das Stammhaus in der Bolzengasse bei den Luftangriffen in den 1940er Jahren v\u00f6llig zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Inventarisierung 1921 gab die Schenkerin \u00bbFr\u00e4ulein M[aria] E[lisabeth] Peters\u00ab aus Godesberg an, die Puppenk\u00fcche habe der Familie Foveaux geh\u00f6rt und stamme etwa aus dem Jahr 1780. Peters betrieb in Godesberg die Pension \u00bbHaus Hohenlinde\u00ab in der Lindenallee 13. Wie eine Godesberger Pensionsbesitzerin in den Besitz der rund 150 Jahre alten Puppenk\u00fcche der Familie Foveaux aus K\u00f6ln gekommen ist, l\u00e4sst sich aus den Quellen leider nicht mehr rekonstruieren. M\u00f6glicherweise entstammte sie der Familie von Carl Peters, der Ende des 19. Jahrhundert das gleichnamige Kaufhaus in der Zeppelinstra\u00dfe (heute Karstadt) gr\u00fcndete. In K\u00f6ln k\u00f6nnte so der Kontakt zwischen der H\u00e4ndlerfamilie Peters und den industriellen Foveaux-Erben zustande gekommen sein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Puppenk\u00fcche der Familie Foveaux aus dem Haus \u00bbZum gro\u00dfen Kardinal\u00ab, K\u00f6ln, um 1780,&nbsp;Keramik, Holz, Metall; Tisch: B: 17 cm, T: 9 cm, H: 8 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1921\/85.&nbsp;Schenkung von M. E. Peters aus Godesberg, 1921 (Wert 300 Mark, korrigiert in 500 Mark). Foto: rba_d033564<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Puppenk\u00fcche der Familie Foveaux aus dem Haus \u00bbZum gro\u00dfen Kardinal\u00ab,\u00a0um 1780.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1222,"parent":141,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-385","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10907,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/385\/revisions\/10907"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/141"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}