{"id":373,"date":"2021-10-13T17:56:49","date_gmt":"2021-10-13T15:56:49","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=373"},"modified":"2022-03-08T11:44:28","modified_gmt":"2022-03-08T10:44:28","slug":"die-rote-fahne-in-koeln","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wegmarken-der-stadtgeschichte\/die-rote-fahne-in-koeln\/","title":{"rendered":"Die rote Fahne in K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-ksm-featured-image-page\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-rote-fahne-in-koln\">Die rote Fahne in K\u00f6ln<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>1848: Der Funke, ausgegangen vom Sturz des K\u00f6nigs in Paris, springt auch auf Deutschland \u00fcber. Die erste Stadt, die die Revolution erreicht, ist K\u00f6ln. Die Menschen gehen auf die Stra\u00dfen und fordern mehr Freiheiten und Rechte. F\u00fchrende K\u00f6pfe der Revolution treffen sich hier, auch Karl Marx operiert von K\u00f6ln aus. Zu den wichtigsten Organisationen w\u00e4hrend der Unruhen z\u00e4hlte die \u00bbDemokratische Gesellschaft\u00ab. Symboltr\u00e4chtige Farbe der Fahne der im April 1848 gegr\u00fcndeten Organisation: Rot!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"579\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/92__3889683_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist eine alte rote Fahne. Darauf steht in schwarzer Schrift &quot;Demokratische Gesellschaft K\u00f6ln&quot;.\" class=\"wp-image-851\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/92__3889683_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/92__3889683_lo-300x274.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Rote Fahne der Demokratischen Gesellschaft,\u00a0K\u00f6ln<\/strong>, April 1848, HM 1888\/23B.\u00a0Foto: rba_KSM1888_23_B \u00a0<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Zwar verzeichneten manche 1848 in K\u00f6ln eher ein \u00bbRevoluti\u00f6nchen\u00ab statt einer Revolution. Doch hier gingen die ersten Massen auf die Stra\u00dfen; das gesellschaftlich entwickelte Rheinland mit Wortf\u00fchrern wie Camphausen, Raveaux, Gottschalk, Blum und Marx war pr\u00e4gend \u2013 von K\u00f6ln aus agitierten demokratische und sozialistische Vork\u00e4mpfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Bald wehten auch hier \u00fcberall schwarz-rot-goldene Fahnen: auf dem Turm des Doms und auf der legend\u00e4ren Barrikade, die am 25. September 1848 den Eingang zum Alter Markt abriegelte, ohne Verteidiger blieb und wieder abger\u00e4umt wurde \u2013 geradezu ein Sinnbild der \u00bbK\u00f6lner Revolution\u00ab. Doch Schwarz-Rot-Gold bekam Konkurrenz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEin Gespenst geht um in Europa \u2013 das Gespenst des Kommunismus\u00ab verk\u00fcndet der erste Satz des \u00bbManifestes der Kommunistischen Partei\u00ab von Karl Marx und Friedrich Engels, die w\u00e4hrend der Revolution in K\u00f6ln aktiv waren. Die Farbe dieses \u00bbGespenstes\u00ab war Rot. In Paris bei Demonstrationen 1834 verwendet, sorgte die rote Fahne der Arbeiterbewegung f\u00fcr Diskussionen. Der franz\u00f6sische Romantiker Alphonse de Lamartine wies am 25. Februar 1848 vor dem Pariser H\u00f4tel de Ville das Ansinnen von Aufst\u00e4ndischen zur\u00fcck, statt der Trikolore die rote Fahne der \u00bbdemokratischen und sozialen Republik\u00ab zum Nationalsymbol zu machen. Unter der roten Fahne erfolgte der blutig niedergeschlagene Aufstand der Pariser Arbeiter im Juni 1848, von K\u00f6lner Demokraten und Kommunisten aufmerksam verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland tauchten rote Fahnen erstmals 1848 auf \u2013 und zwar in K\u00f6ln. Hier f\u00fchrte man seit April 1848 eine rote Fahne \u2013 jedenfalls eine, die gegen\u00fcber dem dominierenden Rot nur \u00fcber kleine Anteile von Schwarz (Aufschriften) und Gold (Bord\u00fcre und Stickereien) verf\u00fcgt. Sie gilt international als Ikone der Revolution. In das blutrote Tuch stickten die Frauen der Revolution\u00e4re \u2013 diese Arbeitsteilung war ganz wie in gutb\u00fcrgerlichen Kreisen \u2013 die Parole der Franz\u00f6sischen Revolution: \u00bbFreiheit! Gleichheit! Br\u00fcderlichkeit.\u00ab und \u00bbGestiftet am 25. April 1848\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies war das Gr\u00fcndungsdatum der Demokratischen Gesellschaft. Ihr Versammlungslokal war der Stollwerck\u2018sche Saal in der Schildergasse, Treffpunkt der b\u00fcrgerlichen Opposition. Die Gesellschaft forderte Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, Demokratie und eine Republik auf parlamentarischer Basis. Das Fahnenmotto verwies auf das Vorbild der Revolution von 1789, die Demokratische Gesellschaft war anfangs \u00bbentschieden antikommunistisch\u00ab, ihr Vorstand vertrat gem\u00e4\u00dfigte Positionen. Doch auch radikale Linke waren einflussreich: das Gr\u00fcndungsmitglied Karl Marx, Heinrich B\u00fcrgers und Wilhelm Wolff, Mitbegr\u00fcnder des \u00bbBundes der Kommunisten\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitglieder der Demokratischen Gesellschaft dienten in der \u00bbroten\u00ab 9. Kompanie der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr. Innerhalb dieser Kompanie kam es zum Eklat: Am 23. und 26. Juni 1848 trugen etwa 20 Gesinnungsgenossen als Zeichen der Solidarit\u00e4t mit dem Aufstand der Pariser Arbeiter rote B\u00e4nder im Knopfloch: Eine Zumutung f\u00fcr die Anh\u00e4nger der Monarchie, wo \u00bbin Paris die Partei der Anarchie die \u203arothe Fahne der rothen Republik\u2039 aufgesteckt\u00ab habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nun flatterten auch in K\u00f6ln rote Fahnen \u2013 etwa am 18. September 1848 bei einer Volksversammlung in der Worringer Heide, wo 10.000 Anh\u00e4nger der Linken der Rede von Friedrich Engels applaudierten. Trotz aller klassenk\u00e4mpferischen Rhetorik unter roten Fahnen war Engels\u2018 K\u00f6lner Mitstreiter Karl Marx Realist genug, vor Provokationen angesichts des preu\u00dfischen Milit\u00e4rs zu warnen. Er sollte recht behalten: Am Ende siegte die Obrigkeit, und das Kriegsrecht wurde verh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fahne gelangte in das Historische Archiv der Stadt K\u00f6ln. Hier wurden bis zum Gr\u00fcndungsjahr des Museums 1888 nicht nur Dokumente, sondern auch Objekte der Stadtgeschichte aufbewahrt. Sie wurden nun an das Museum \u00fcbergeben \u2013 darunter auch diese wohl \u00e4lteste rote Fahne Deutschlands.&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><em>Rote Fahne der Demokratischen Gesellschaft, K\u00f6ln, April 1848, rote Seide, schwarz bemalt, mit goldfarbenen F\u00e4den bestickt, umlaufende goldene Fransen, H: 187 cm, B: 210 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1888\/23B.&nbsp;Inschrift: \u00bbFreiheit! Gleichheit! Br\u00fcderlichkeit. \/ Demokratische Gesellschaft in K\u00d6LN. \/ Gestiftet am 25. April 1848.\u00ab&nbsp;\u00dcberweisung aus dem Historischen Archiv der Stadt K\u00f6ln 1888. Foto: rba_KSM1888_23_B<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Mario Kramp<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die rote Fahne in K\u00f6ln 1848: Der Funke, ausgegangen vom Sturz des K\u00f6nigs in Paris, springt auch auf Deutschland \u00fcber. Die erste Stadt, die die Revolution erreicht, ist K\u00f6ln. 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