{"id":371,"date":"2021-10-13T17:55:56","date_gmt":"2021-10-13T15:55:56","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=371"},"modified":"2022-03-08T11:43:18","modified_gmt":"2022-03-08T10:43:18","slug":"koeln-contra-koeln","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wegmarken-der-stadtgeschichte\/koeln-contra-koeln\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln contra K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-ksm-featured-image-page\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"koln-contra-koln\">K\u00f6ln contra K\u00f6ln<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>1726 stritten sich Stadt K\u00f6ln und Erzbischof dar\u00fcber, wer f\u00fcr die Reparatur der Hacht am Dom die Kosten tragen sollte. Aus diesem Grunde wurde ein Modell angefertigt, mit dessen Hilfe der vom Kaiser bestellte Vermittler einen Kompromiss aushandeln konnte.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"529\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/306__8320644_lo.jpg\" alt=\"Man sieht das Modell eines gro\u00dfen Geb\u00e4udes.\" class=\"wp-image-845\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/306__8320644_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/306__8320644_lo-300x250.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Modell der Erzbisch\u00f6flichen Hacht,\u00a01726<\/strong>.\u00a0Foto: rba_RM1925_1006_B<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Am 16. Mai 1925 er\u00f6ffnete der Oberb\u00fcrgermeister der Stadt K\u00f6ln, Konrad Adenauer, die dreimonatige \u00bbJahrtausendausstellung der Rheinlande\u00ab (bis zum 15. August 1925) in den 1924 fertiggestellten K\u00f6lner Messehallen. Damals gelang eine gigantische kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellung mit \u00fcber 10.000 Exponaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hier gezeigte Holzmodell der Erzbisch\u00f6flichen Hacht (Hochgericht) ist eines der Modelle aus dieser Ausstellung. 1925 war es in \u00bbRaum 11\u00ab, der die \u00bbrheinischen Dom- und Stiftskirchen\u00ab zeigte, zu sehen. Im Katalog der Ausstellung steht unter \u00bbDer Dom zu K\u00f6ln\u00ab: \u00bbModell des K\u00f6lner Domes vor 1825 mit Umgebung, der Domfreiheit, dem Bischofspalast und dem st\u00e4dtischen Hochgericht\u00ab. Interessant ist der Hinweis auf den Leihgeber im Katalog f\u00fcr die Modelle mit \u00bbHistorisches Museum, K\u00f6ln\u00ab. Damit waren alle Exponate im Bestand des Historischen Museums, anschlie\u00dfend Teil der Jahrtausendausstellung und danach mit der Gr\u00fcndung des Rheinischen Museums ab 1925 diesem laut Inventarnummer \u00fcberwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses wertvolle Modell wurde bereits 1726 angefertigt. Anlass war ein Streit zwischen dem Provisor des st\u00e4dtischen Waisenhauses und der kurk\u00f6lnischen Hofkammer im selben Jahr. Ausl\u00f6ser des Konflikts war der fortgeschrittene Verfall des Geb\u00e4udes in unmittelbarer Domn\u00e4he. Der Kaiser selbst wurde zum Schiedsrichter, und er ernannte den Abt von Werden zu seinem Kommissar. Dieser gab das Modell mit dem damals aktuellen Bauzustand in Auftrag und verk\u00fcndete am 27. Juli 1727 das Urteil: Die Reparatur des Mauerwerks der eigentlichen Hacht musste aus kurf\u00fcrstlichen, die des Oberhauses dagegen aus st\u00e4dtischen Mitteln bezahlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstmals erw\u00e4hnt wird die Hacht im Jahr 1165. Sie war das Gef\u00e4ngnis des K\u00f6lner Hochgerichts, des Hohen Weltlichen Gerichts, das dem Erzbischof unterstand. Seine Zust\u00e4ndigkeit umfasste alle Kriminaldelikte und Personalklagen in K\u00f6ln. Es erf\u00fcllte aber zudem die Funktion eines Appellationsgerichtes f\u00fcr das ganze Erzstift.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hacht war aber auch der Ort f\u00fcr diejenigen, die man zum Tode verurteilt hatte: Die letzte Nacht, bevor der Henker kam, verbrachten sie in der&nbsp;Hacht. Am Morgen der Hinrichtung wurden sie vor das auf dem Domhof gelegene hohe Gericht gef\u00fchrt, wo sie kniend die Verlesung des Todesurteils anh\u00f6ren mussten. Dann wurde der Stab \u00fcber sie gebrochen und sie unter dem L\u00e4uten des Armes\u00fcndergl\u00f6ckchens dreimal gegen den an der Kirche St. Johann-Evangelist eingemauerten \u00bbblauen Stein\u00ab (eine Schieferplatte) gesto\u00dfen. Der Henker rief dem Delinquenten zu: \u00bbIch sto\u00dfe Dich an den blauen Stein, Du kommst zu Vater und Mutter nimmer heim.\u00ab Dann wurden die Verurteilten zum Richtplatz gebracht und das war meistens Melaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ein roter Faden aber zieht sich die \u00bbewige Reparaturdebatte\u00ab durch die Geschichte der Hacht. Vor 1726\/27 hatte es Auseinandersetzungen gegeben, und auch in den Jahren danach bot das Gem\u00e4uer in Domn\u00e4he keinen sch\u00f6nen Anblick. In franz\u00f6sischer Zeit war es Eigentum der Dom\u00e4nenverwaltung, dann geh\u00f6rte es einem Rentner. Johann Jakob M\u00fcller verwandelte es in eine Branntweinbrennerei, auch ein Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler bot seine Ware unter dem Hachtbogen feil.<\/p>\n\n\n\n<p>Der historische Bau fiel dann 1893 als eines der letzten Geb\u00e4ude auf der S\u00fcdseite des Doms der Freilegung der Kathedrale zum Opfer.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><em>Modell der Erzbisch\u00f6flichen Hacht, K\u00f6ln, 1726,&nbsp;Holz, farbig gefasst; H: 59 cm, B:&nbsp;43&nbsp;cm, T: 101 cm, Ma\u00dfstab 1:50,&nbsp;Inv.-Nr. RM 1925\/1006.&nbsp;Stadtarchiv bzw. Historisches Museum K\u00f6ln, nach der Jahrtausendausstellung 1925 Rheinisches Museum. Fotos: rba_RM1925_1006_B; rba_RM1925_1006_A<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Michael Euler-Schmidt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6ln contra K\u00f6ln 1726 stritten sich Stadt K\u00f6ln und Erzbischof dar\u00fcber, wer f\u00fcr die Reparatur der Hacht am Dom die Kosten tragen sollte. 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