{"id":368,"date":"2021-10-13T17:55:13","date_gmt":"2021-10-13T15:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=368"},"modified":"2022-03-08T11:42:20","modified_gmt":"2022-03-08T10:42:20","slug":"echtes-gold-fuer-die-unechte-bruecke","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wegmarken-der-stadtgeschichte\/echtes-gold-fuer-die-unechte-bruecke\/","title":{"rendered":"Echtes Gold f\u00fcr die unechte Br\u00fccke"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-ksm-featured-image-page\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"echtes-gold-fur-die-unechte-brucke\">Echtes Gold f\u00fcr die unechte Br\u00fccke<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Nach langwierigen Verhandlungen in der Stadtverordnetenversammlung und in der \u00d6ffentlichkeit war es am 3. Juli 1915 endlich soweit. Seit der r\u00f6mischen Zeit \u00fcberspannte den Rhein in K\u00f6ln erstmals wieder eine feste Br\u00fccke: die Deutzer H\u00e4ngebr\u00fccke, entworfen von dem K\u00f6lner Architekten Carl Moritz. Als 1922 das goldene Niet mit der Inschrift \u00bbDas letzte Niet, geschlagen am 3. Juli 1915\u00ab dem Historischen Museum \u00fcbergeben wurde, konnte freilich niemand ahnen, dass die Br\u00fccke, scheinbar f\u00fcr die Ewigkeit gebaut, nur noch knapp 30 Jahre bestehen sollte.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"430\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/294__6363451_lo.jpg\" alt=\"Man sieht einen alten Nietbolzen und eine Mutter.\" class=\"wp-image-834\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/294__6363451_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/294__6363451_lo-300x203.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Nietbolzen,\u00a01915.<\/strong> Foto: rba_d033531<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>43 Jahre Planung waren vergangen, als am 3. Juli 1915 ein vergoldeter Nietbolzen die Fertigstellung der Deutzer H\u00e4ngebr\u00fccke symbolisierte. Etwa 50 Meter neben der alten Schiffbr\u00fccke \u2013 sie blieb w\u00e4hrend der Bauphase in Betrieb \u2013 verbanden nun 8.263 Tonnen Stahl das rechtsrheinische Deutz mit den linksrheinischen Stadtteilen. Mehr als 30 Entw\u00fcrfe \u2013 einer davon von Eugen Langen \u2013 waren gepr\u00fcft und verglichen worden, bis sich die Stadtverwaltung 1913 f\u00fcr eine moderne Kettenh\u00e4ngebr\u00fccke entschieden hatte. Der damalige Beigeordnete Konrad Adenauer war zuvor eigens nach Budapest zur Szegedin-Br\u00fccke gereist, um sich von der Tauglichkeit dieser wegweisenden Br\u00fcckenkonstruktion \u00fcberzeugen zu lassen. Keine Stahlseile \u2013 wie zum Beispiel an der sp\u00e4teren M\u00fclheimer Br\u00fccke \u2013 trugen bei dieser Konstruktion die Fahrbahnen, sondern Eisenketten. Jedes Kettenglied bestand aus zw\u00f6lf Stahlscheiben, welche durch Bolzen verbunden waren und \u00fcber die zwei Pylone gespannt wurden. Fortschrittlich in der Technik und sachlich gezeichnet ohne Schmuckwerk, war die Deutzer H\u00e4ngebr\u00fccke wegweisend als erste ihrer Art am Rhein. Eine der Stahlscheiben kann heute noch an der linksrheinischen Rampe begutachtet werden. Sie wurde zuf\u00e4llig beim Ausbaggern der Fahrrinne 1987 gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die R\u00f6mer um 310 n. Chr. die erste feste Br\u00fccke K\u00f6lns fertigstellten und so das Kastell Deutz mit dem Stadtzentrum verbanden, ahnten sie noch nichts von den Schwierigkeiten ihrer Nachfahren am Rhein. Denn die Bodenbeschaffenheit am K\u00f6lner Ufer lie\u00df eine \u00bbechte\u00ab, erdverankerte H\u00e4ngebr\u00fccke nicht zu. Die Kettenz\u00fcge mussten durch Verankerungen an den Versteifungstr\u00e4gerenden und nicht wie \u00fcblich im Boden aufgefangen werden. Das steigende Transportaufkommen des industrialisierten deutschen Kaiserreichs hatte zudem deutlichen Einfluss auf die Gestaltung der Deutzer Kettenh\u00e4ngebr\u00fccke sowie der st\u00e4dtebaulichen Entwicklung. Um die geforderte Durchfahrtsh\u00f6he zu erreichen und gleichzeitig die maximale Steigung der Fahrbahnen nicht zu \u00fcberschreiten, mussten beiderseits der Br\u00fccke lange Auffahrtsrampen angelegt werden. W\u00e4hrend in Deutz die Rampe in Verl\u00e4ngerung der Stra\u00dfe Deutzer Freiheit nur wenige Ver\u00e4nderungen der bestehenden Bebauung erforderte, waren am Heumarkt tiefer gehende Eingriffe n\u00f6tig: Der gesamte H\u00e4userbestand zwischen Markmannsgasse, Rheinuferstra\u00dfe, Gro\u00dfmarkthallen und Heumarkt musste der neuen Br\u00fcckenrampe weichen. Bis heute ist die Schneise der \u00bbunechten\u00ab H\u00e4ngebr\u00fccke im Stadtbild sichtbar. Der Heumarkt tauschte f\u00fcr die Realisierung der Deutzer (Ketten-)H\u00e4ngebr\u00fccke seinen Marktcharakter bis heute zugunsten eines Verkehrsknotenpunkts ein. Am Deutzer Ufer musste zun\u00e4chst der Schiffsbahnhof der BergischM\u00e4rkischen Eisenbahngesellschaft beseitigt werden, um die rechtsrheinischen Bezirke der zu diesem Zeitpunkt fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Stadt des Deutschen Reichs mit dem Zentrum zu verbinden. Die Ausgrabungen der letzten Jahre am Deutzer Ufer lassen heute wieder die Lage des ehemaligen Bahnhofs erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>1935 erhielt die Deutzer H\u00e4ngebr\u00fccke den Namen \u00bbHindenburgbr\u00fccke\u00ab nach dem im Jahr zuvor verstorbenen Reichspr\u00e4sidenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz Bombentreffern war die Br\u00fccke im Zweiten Weltkrieg weiter in Betrieb und nahm zus\u00e4tzlich Verkehr der bereits zerst\u00f6rten M\u00fclheimer Br\u00fccke mit auf. Am 28. Februar 1945 st\u00fcrzte die Br\u00fccke bei Reparaturarbeiten in sich zusammen und riss Passanten, Arbeiter und Fahrzeuge mit in den Rhein, Hunderte Menschen fanden den Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Als im Jahr 1922 das goldene Niet mit der Inschrift \u00bbDas letzte Niet, geschlagen am 3. Juli 1915\u00ab dem Historischen Museum \u00fcbergeben wurde, ahnte noch niemand, dass diese wegweisende Br\u00fcckenkonstruktion nur 30 Jahre lang Bestand haben sollte. An ihrer Stelle wurde zwischen 1947 und 1948 die heutige Deutzer Br\u00fccke erbaut, die noch immer die Rampen und Br\u00fcckenpfeiler der Kettenh\u00e4ngebr\u00fccke nutzt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><em>Nietbolzen, K\u00f6ln, 1915,&nbsp;Aufschrift \u00bbDas letzte Niet, geschlagen am 3. Juli 1915\u00ab&nbsp;Eisen, vergoldeter Kopf und silberne Unterlegscheibe; ca. 10 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1922\/37.&nbsp;\u00dcberweisung des Oberb\u00fcrgermeisteramtes der Stadt K\u00f6ln, 1922. Foto: rba_d033531<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Philipp Hoffmann<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Echtes Gold f\u00fcr die unechte Br\u00fccke Nach langwierigen Verhandlungen in der Stadtverordnetenversammlung und in der \u00d6ffentlichkeit war es am 3. Juli 1915 endlich soweit. 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