{"id":366,"date":"2021-10-13T17:54:54","date_gmt":"2021-10-13T15:54:54","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=366"},"modified":"2023-10-24T11:46:36","modified_gmt":"2023-10-24T09:46:36","slug":"erinnerungen-an-einen-schrecklichen-krieg","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wegmarken-der-stadtgeschichte\/erinnerungen-an-einen-schrecklichen-krieg\/","title":{"rendered":"Erinnerungen an einen schrecklichen Krieg"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"erinnerungen-an-einen-schrecklichen-krieg\">Erinnerungen an einen schrecklichen Krieg<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Sechs Monate lang verteidigte das 5. Rheinische Infanterie-Regiment&nbsp;65, in Friedenszeiten in K\u00f6ln stationiert, 1914\/15 einen H\u00fcgel in der Champagne. Am Ende war man unter m\u00f6rderischen Verlusten aller Seiten siegreich und eroberte erfolgreich die Windfahne der zerst\u00f6rten M\u00fchle.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/282__6384696_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Holzschnitt. Darauf ist ein M\u00fcller mit seinem Esel abgebildet.\" class=\"wp-image-830\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/282__6384696_lo.jpg 580w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/282__6384696_lo-274x300.jpg 274w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Wahrzeichen der M\u00fchle von Souain in der Champagne,&nbsp;1915<\/strong>. Foto: rba_d033580<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Mit der deutschen Mobilmachung und Kriegserkl\u00e4rung gegen Russland am 1. August 1914 und gegen Frankreich am 3. August sollte sich ein Krieg entfalten, dessen Brutalit\u00e4t bisher nie da gewesene Ausma\u00dfe annehmen sollte. Die Ermordung des \u00f6sterreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau am 28. Juni 1914 in Sarajevo hatte eine Krise ins Rollen gebracht, die die in den Vorjahren angestauten Spannungen zwischen den europ\u00e4ischen M\u00e4chten und deren Verb\u00fcndeten in \u00dcbersee in einem weltweiten Krieg entlud. Auf S\u00e4belgerassel folgte schnell Kanonendonner \u2013 der Erste Weltkrieg hatte begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Kaserne an der M\u00fclheimer Heide, an der heutigen Slabystra\u00dfe, verfolgte man die internationalen Geschehnisse gespannt \u2013 hier war das 5. Rheinische Infanterie-Regiment 65 stationiert. 1860 gestiftet, hatte es bereits im Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg 1870\/71 gek\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcberall in Deutschland nahm man den Befehl zur Mobilmachung f\u00fcr den 2. August auch in K\u00f6ln mit Begeisterung wahr. Am 7. August wurde das Regiment unter dem Kommando von Oberst Richard von Diringshofen als Teil des VIII. Armee-Korps nach Frankreich verschoben. Was urspr\u00fcnglich nur bis Weihnachten h\u00e4tte dauern sollen, entwickelte sich zu einem langen schweren Stellungskrieg. Nach ersten K\u00e4mpfen an der Marne wurde eine neue Verteidigungslinie auf der H\u00f6he n\u00f6rdlich von Souain, einer kleinen Ortschaft in der Champagne, aufgebaut. Hier grub sich das Regiment ab Oktober 1914 f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate im Stellungskrieg mit den Franzosen in der N\u00e4he einer Windm\u00fchle ein. Das Rheinische Infanterie-Regiment hatte die Aufgabe, diese strategisch wichtige Stellung gegen die Franzosen zu verteidigen. Unter verlustreichen und erbittert gef\u00fchrten K\u00e4mpfen gelang ihm dies bis zum 1. April 1915 mit dem Abmarsch der Franzosen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch heute zeugen das Beinhaus von Navarin, das Beinhaus der Fremdenlegion Farnsworth, der&nbsp;Friedhof der 28. Brigade sowie der franz\u00f6sische und der deutsche Friedhof von der Heftigkeit der&nbsp;K\u00e4mpfe auf dem Gebiet von Souain-Perthes-l\u00e8s-Hurlus. Auf der deutschen Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte&nbsp;ruht auch der deutsche Maler August Macke, der als Mitglied des 9. Rheinischen Infanterie-Regiments 160 am 26. September 1914 bei Souain-Perthes-l\u00e8s-Hurlus fiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00e4mpfe um die Windm\u00fchle sollten dem Regiment auch nach Beendigung des Krieges in Erinnerung bleiben, und so wurde die Wetterfahne der inzwischen zerst\u00f6rten Windm\u00fchle in Form eines M\u00fcllers mit Esel als \u00bbAndenken\u00ab mitgenommen. Im Kriegsgefangenenlager in K\u00f6ln-Wahn wurde die Wetterfahne dann durch drei russische und einen franz\u00f6sischen Kriegsgefangenen in eine geschnitzte Holzplatte eingefasst. Der Entwurf hierf\u00fcr kam vom Hauptmann d. R. Primavesi und Leutnant d. R. Berg, die beide f\u00fcr die Verteidigung der Windm\u00fchle gek\u00e4mpft hatten. Die erbeutete Wetterfahne wurde eingelassen auf einen Grund aus Eichenbl\u00e4ttern, die die Tugenden der Standhaftigkeit, St\u00e4rke und Kraft symbolisieren sollten, f\u00fcr die das Regiment stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Beendigung des Krieges wurde das Infanterie-Regiment ins nieders\u00e4chsische Vechta verlegt, wo die Soldaten entlassen wurden. Mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags wurde das Infanterie-Regiment Mitte des Jahres 1919 nach fast 60-j\u00e4hrigem Bestehen aufgel\u00f6st, ebenfalls seine Kaserne auf der M\u00fclheimer Heide an der Slabystra\u00dfe. Sie diente einem Teil der britischen Besatzungsm\u00e4chte als Unterkunft, bis sie ab 1927 zu einem Seniorenzentrum, den sogenannten Riehler Heimst\u00e4tten, umfunktioniert wurde, die es heute noch gibt. Vermutlich entfielen mit der Aufl\u00f6sung des Rheinischen Infanterie-Regiments 65 der Bezug und mit dem Wegfall der Kaserne auch der Repr\u00e4sentationsort und -raum f\u00fcr die Gedenktafel. Daher schenkte sie Major a. D. Klinge, der in der Winterschlacht von Souain das III. Bataillon des Infanterie-Regiments befehligte, im Jahr 1919 dem Historischen Museum \u2013 um die Erinnerung an das aufgel\u00f6ste Regiment sowie dessen Opfer aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><em>Wahrzeichen der M\u00fchle von Souain in der Champagne, K\u00f6ln, 1915,&nbsp;Eichenholz, Metall, H: 95 cm, B: 87 cm, T: 8 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1919\/39.&nbsp;Schenkung von Major a. D. Klinge, 1919 &#8211; das Objekt wurde anl\u00e4sslich der 100. Wiederkehr des Kriegsbeginns 1914 der Gemeinde&nbsp;Souain-Perthes-l\u00e8s-Hurlus zur\u00fcckgegeben. Foto: rba_d033580<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Stefan Lewejohann<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen an einen schrecklichen Krieg Sechs Monate lang verteidigte das 5. Rheinische Infanterie-Regiment&nbsp;65, in Friedenszeiten in K\u00f6ln stationiert, 1914\/15 einen H\u00fcgel in der Champagne. Am Ende war man unter m\u00f6rderischen Verlusten aller Seiten siegreich und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":830,"parent":137,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-366","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/366\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10957,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/366\/revisions\/10957"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/137"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/830"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}