{"id":364,"date":"2021-10-13T17:54:30","date_gmt":"2021-10-13T15:54:30","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=364"},"modified":"2022-03-12T11:50:56","modified_gmt":"2022-03-12T10:50:56","slug":"der-truemmermann","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/der-truemmermann\/","title":{"rendered":"Der Tr\u00fcmmermann"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-trummermann\">Der Tr\u00fcmmermann<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Das Werk&nbsp;\u00bbGesang im Feuerofen\u00ab&nbsp;von Hermann Claasen dokumentiert die Zerst\u00f6rung K\u00f6lns am Ende des Zweiten Weltkriegs. Der K\u00f6lner Fotograf Claasen machte \u2013 trotz strikten Fotografierverbots \u2013 bis Kriegsende zahlreiche Bilder vom (\u00dcber-)Leben in der zuletzt zu 90 Prozent zerst\u00f6rten Innenstadt. Eine der anr\u00fchrendsten Aufnahmen ist die \u00bbMadonna in den Tr\u00fcmmern\u00ab.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"918\" height=\"976\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15412__3224687_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine zerst\u00f6rte Steinstatur nach dem zweiten Weltkrieg.\" class=\"wp-image-1193\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15412__3224687_lo.jpg 918w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15412__3224687_lo-282x300.jpg 282w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15412__3224687_lo-768x817.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15412__3224687_lo-752x800.jpg 752w\" sizes=\"(max-width: 918px) 100vw, 918px\" \/><figcaption><strong><strong>Hermann Claasen \u2013 Gesang im Feuerofen. \u00dcberreste einer alten deutschen Stadt<\/strong>,<br><\/strong>D\u00fcsseldorf 1947. Foto: rba_d033428_06 (Madonna in den Tr\u00fcmmern)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>\u00bbIch m\u00f6ch zo Fo\u00df noh K\u00f6lle jonn\u00ab. Heimkehrerfamilien hatten die letzte Zeile der rheinischen \u00bbNationalhymne\u00ab an den Bollerwagen mit den letzten Habseligkeiten gekritzelt, denn es ging zur\u00fcck in die Heimat. Zur\u00fcck in die Stadt, in der kaum noch ein Stein auf dem anderen stand \u2013 bis Kriegsende getroffen von mehr als 1,5 Millionen Fliegerbomben. Auch der in K\u00f6ln geborene Berufsfotograf Hermann Claasen (1899\u20131989) stand vor dem Nichts: Sein Atelier und ein Gro\u00dfteil des Archivs wurden beim 1000-Bomber-Angriff am 31. Mai 1942 vernichtet. Aber \u2013 er lebte und widmete seine Arbeit fortan der Dokumentation bitterer Realit\u00e4ten: Mit einer Kleinbildkamera machte er zwischen 1942 bis zum Kriegsende \u2013 trotz strengstem Fotografierverbots \u2013 Bilder vom Leben im zerst\u00f6rten K\u00f6ln. 90 Prozent der Innenstadt waren nach dem letzten und schwersten Bombenangriff dem Erdboden gleichgemacht. Wof\u00fcr die NS-Propaganda am 6. M\u00e4rz 1945 via Reichsradio nur noch einen zynischen Kommentar \u00fcbrig hatte: \u00bbDer Tr\u00fcmmerhaufen K\u00f6ln wurde dem Feind \u00fcberlassen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der sp\u00e4tere Landtagsabgeordnete und Pressechef des WDR, Josef Rick, wurde 1947 auf Claasens Fotografien aufmerksam und vermittelte eine Buchver\u00f6ffentlichung im D\u00fcsseldorfer Droste-Verlag. F\u00fcr den Band \u00bbGesang im Feuerofen\u00ab schrieb Rick im Vorwort: \u00bbEine Stadt sank dahin. Was sich in diesen Bildern spiegelt, ist beileibe keine Stadt mehr.\u00ab Auch in Konrad Adenauer und Heinrich Br\u00fcning fand Claasen prominente F\u00fcrsprecher. Der ehemalige K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister und der Reichskanzler a. D. nutzten den aussagekr\u00e4ftigen Bildband auch politisch, um die prek\u00e4re Notlage K\u00f6lns zu thematisieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/417__1279504_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine zerst\u00f6rte Steinstatur nach dem zweiten Weltkrieg.\" class=\"wp-image-1196\" width=\"476\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/417__1279504_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/417__1279504_lo-300x193.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><figcaption>Aus: Hermann Claasen \u2013 Gesang im Feuerofen (Madonna in den Tr\u00fcmmern) &nbsp;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Museum zeigte im selben Jahr in der Eigelsteintorburg eine Auswahl von Hermann Claasens Fotografien unter dem Titel \u00bbK\u00f6ln \u2013 Trag\u00f6die einer Stadt\u00ab. Der gro\u00dfen Resonanz entsprechend erlebte auch der \u00bbFeuerofen\u00ab 1949 seine zweite Auflage \u2013 mit neu gestaltetem Umschlagmotiv: W\u00e4hrend die Erstauflage eine graphische Interpretation des Buchtitels (Domspitzen vor gl\u00fchend rotem Himmel) zeigte, findet nun eine Aufnahme von Claasen Verwendung \u2013 die Figur des Apostels Johannes vom Petersportal des K\u00f6lner Domes. Die sp\u00e4teren Neuauflagen (1979 und 1980, Schwann-Verlag) unterscheiden sich zudem inhaltlich: In der Auswahl wurde ein besonderer Schwerpunkt auf Fotografien gelegt, die neben den Ruinenlandschaften zunehmend auch Personen wie Heimkehrer, Gefangene und Tr\u00fcmmerfrauen in den Fokus r\u00fccken und damit die Perspektive noch um den menschlichen Aspekt erweitern. Zudem widmete sich Claasen in seiner Sichtweise verst\u00e4rkt all jenem, \u00bbwas noch steht und erhalten ist\u00ab, oder zeigte die Zerst\u00f6rung an \u00f6ffentlichen und kirchlichen Bauten im Detail. So wird die Tr\u00fcmmermadonna von St. Kolumba auch bei ihm zu einer Symbolfigur f\u00fcr den \u00dcberlebenswillen und Neubeginn der K\u00f6lner.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Richard Peter mit seinem Fotobuch zum zerst\u00f6rten Dresden (\u00bbEine Kamera klagt an\u00ab, 1949) gilt Claasens Ver\u00f6ffentlichung bis heute als wichtigster und stilbildender Beitrag zur Tr\u00fcmmerfotografie der Nachkriegszeit. Die Bewertung f\u00e4llt allerdings unterschiedlich aus. Glasenapp (2008) versteht Claasens Publikation als \u00bbAufruf zur christlich-katholischen renovatio [Erneuerung]\u00ab. Brink und Knoch verweisen 2003 darauf, dass Claasens Fotografien ein Gegenmodell zu den in der Zeit nach 1945 g\u00e4ngigen und bewusst instrumentalisierten Fotografien der \u00bbSieger\u00ab darstellen, beispielsweise zu den anklagenden Fotodokumenten des Holocausts: Die Aufnahmen urbaner Tr\u00fcmmerw\u00fcsten visualisierten den \u00bbdeutschen Opfergang\u00ab \u2013 relativeren und hinterfragen sie damit auch die Schuld der Deutschen?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Hermann Claasen \u2013 Gesang im Feuerofen. \u00dcberreste einer alten deutschen Stadt, D\u00fcsseldorf 1947, Fotobuch, H: 29&nbsp;cm, B: 23,5&nbsp;cm, 78&nbsp;Seiten, Pappeinband, Inv.-Nr. HM&nbsp;1948\/4. Ankauf von der Bucherklause am Thurmchenswall, am 2.&nbsp;September 1948 fur 18&nbsp;DM (als zweites Objekt des Museums nach der Wahrungsreform). Foto: rba_d033428_06 (Madonna in den Trummern)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: R\u00fcdiger M\u00fcller<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Werk\u00a0\u00bbGesang im Feuerofen\u00ab\u00a0von Hermann Claasen dokumentiert die Zerst\u00f6rung K\u00f6lns am Ende des Zweiten Weltkriegs. Der K\u00f6lner Fotograf Claasen machte \u2013 trotz strikten Fotografierverbots \u2013 bis Kriegsende zahlreiche Bilder vom (\u00dcber-)Leben in der zuletzt zu 90 Prozent zerst\u00f6rten Innenstadt.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1193,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-364","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4594,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/364\/revisions\/4594"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}