{"id":358,"date":"2021-10-13T17:53:36","date_gmt":"2021-10-13T15:53:36","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=358"},"modified":"2022-03-12T11:49:52","modified_gmt":"2022-03-12T10:49:52","slug":"belgien-in-deutschland","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/belgien-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Belgien in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"belgien-in-deutschland\">Belgien in Deutschland<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Dieses Plakat von 1948 ist das erste Zeichen einer Ann\u00e4herung zwischen Belgiern und K\u00f6lnern. Als Teil der britischen Besatzungszone und unter britischem Befehl hatten die Belgier 1945 Quartier in K\u00f6ln bezogen. Das Verh\u00e4ltnis zu den K\u00f6lnern blieb lange schwierig, so galt in der belgischen Armee doch striktes Fraternisierungsverbot, die K\u00f6lner litten unter der Beschlagnahme von knappem Wohnraum zu milit\u00e4rischen Zwecken. Die britische Regierung musste h\u00e4ufig vermittelnd eingreifen, dieses Fest war ein erster Versuch der Vers\u00f6hnung, 1950 wurde das Belgische Haus als Kulturinstitut am Neumarkt er\u00f6ffnet.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"403\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/651__6104615_lo.jpg\" alt=\"Das Plakat von 1948 zeigt einen Mann in einem Kost\u00fcm in Farben der deutschen Flagge. Er schl\u00e4gt auf eine Trommel.\" class=\"wp-image-1179\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/651__6104615_lo.jpg 403w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/651__6104615_lo-191x300.jpg 191w\" sizes=\"(max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><figcaption><strong><strong>Willi Gauchel: Plakat zum Historischen Fest der belgischen Armee im K\u00f6lner Stadion 1948<\/strong>, <\/strong>L\u00fcdenscheid, 1948. Foto: rba_d033528<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Am 31. Dezember 2005 endete die Besatzung der Belgier mit dem Abzug aus dem belgischen Camp Vogelsang. 1945 als Besatzer gekommen, ging man in partnerschaftlicher Freundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits vor Ende des Zweiten Weltkriegs beratschlagte die belgische Exilregierung in London \u00fcber die Politik gegen\u00fcber einem besiegten Deutschland. Man wollte Besatzungsmacht mit eigenem Besatzungsgebiet in Deutschland sein. F\u00fcr die territorialen Anspr\u00fcche orientierte man sich entlang der deutsch-belgischen und deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenze mit den in den 1920er Jahren besetzten Gebieten. Die Teilhabe an der Besatzung versprach \u00f6konomische und territoriale Reparationen Deutschlands. Doch die auf der Potsdamer Konferenz beschlossene geographische Neuordnung Deutschlands sah keine eigenst\u00e4ndige belgische Besatzungszone vor. Die belgischen Truppen sollten vielmehr Teile der britischen Zone besetzen und unter britischem Befehl agieren. Hier konzentrierten sich die belgischen Interessen besonders auf den ressourcenreichen K\u00f6ln-Aachener Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gros der 75.000 belgischen Soldaten, die 1945 in Deutschland k\u00e4mpften, setzte sich aus Freiwilligen zusammen, die sich nach der Befreiung Belgiens 1944 zum Kampf gemeldet hatten. Es waren gr\u00f6\u00dftenteils junge M\u00e4nner, die zwei deutsche Besatzungen innerhalb eines Vierteljahrhunderts erlebt hatten und deren Motivation sich unter anderem aus \u00bbressentimentgeladenen Revanchismus und \u00f6konomischen Antrieben\u00ab ergab (Br\u00fcll, S. 182). Eine Mischung, die ihr Konfliktpotenzial schnell zeigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar waren die Befugnisse der belgischen Truppen gegen\u00fcber denen der Briten eingeschr\u00e4nkt, doch hatten sie durchaus das Recht, Beschlagnahmungen von H\u00e4usern vorzunehmen, um diese zu milit\u00e4rischen Zwecken zu nutzen. In einer Stadt wie K\u00f6ln, in der durch die schweren Zerst\u00f6rungen Wohnraum ohnehin knapp war, entwickelten sich die fortlaufenden Requisitionen zu einem zunehmend gr\u00f6\u00dfer werdenden Konfliktherd. Immer \u00f6fter musste die britische Regierung vermittelnd eingreifen. Die Tatsache, dass zeitgleich 200.000 Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten Deutschlands nach&nbsp;K\u00f6ln kamen, veranlasste den K\u00f6lner Erzbischof&nbsp;Kardinal Frings in einem Brief an den Erzbischof&nbsp;von Mechelen-Br\u00fcssel an das in der katholischen Familie der Glaubensbr\u00fcder vorherrschende Gebot der N\u00e4chstenliebe zu appellieren. Diesem Appell wurde von belgischer Seite mit dem Argument begegnet, dass es besser sei, wenn es einigen deutschen Familien schlecht gehe als den belgischen Offizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Briten eine Politik der Ann\u00e4herung an die deutsche Bev\u00f6lkerung verfolgten, taten sich die Belgier mit dieser Politik schwerer, auch wenn sie als Mitverantwortliche in der britischen Besatzungszone dem britischen Kurs verpflichtet waren. Nichts deutete bis dato auf eine belgischdeutsche Ann\u00e4herung hin, zumal in der belgischen Armee strengste Fraternisierungsverbote galten. Und dennoch erkannte man besonders in K\u00f6ln, wie wichtig die Intensivierung der belgisch-deutschen Kontakte war. So schlug Oberstleutnant Felix Nannan die Gr\u00fcndung eines wirtschaftlichen und kulturellen Zentrums in K\u00f6ln vor, in dem den Deutschen \u00bbdie Verbreitung unserer Kultur, unserer Kunst und unserer wirtschaftlichen M\u00f6glichkeit\u00ab n\u00e4hergebracht werden k\u00f6nne. 1950 wurde das Belgische Haus als Kulturinstitut am Neumarkt er\u00f6ffnet, in dem sich bis heute eine Ausstellungshalle sowie das belgische Konsulat f\u00fcr Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erstes Zeichen dieser neuen belgischen Politik der Ann\u00e4herung und Unterst\u00fctzung war die Durchf\u00fchrung des Historischen Festes im Juli 1948 im Stadion zugunsten des Hilfswerks der Stadt K\u00f6ln, das sich um die Heimkehrer und Kriegsgefangenen k\u00fcmmerte. Hierf\u00fcr warb das Plakat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das K\u00f6lnische Stadtmuseum sammelt auch Plakate zu K\u00f6ln, um an solche Veranstaltungen und deren geschichtliche Bedeutung zu erinnern. Zu diesem Zweck wurde es 2005 bei der Galerie Prospect, Dellingen, f\u00fcr 450 Euro erworben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Willi Gauchel: Plakat zum Historischen Fest der belgischen Armee im K\u00f6lner Stadion 1948, L\u00fcdenscheid, 1948.&nbsp;Offset-Druck, H: 97 cm, B: 64 cm.&nbsp;Inv.-Nr. KSM 2004\/214.&nbsp;Foto: rba_d033528<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries M.A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Plakat von 1948 ist das erste Zeichen einer Ann\u00e4herung zwischen Belgiern und K\u00f6lnern. 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