{"id":354,"date":"2021-10-13T17:53:06","date_gmt":"2021-10-13T15:53:06","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=354"},"modified":"2023-10-24T10:53:43","modified_gmt":"2023-10-24T08:53:43","slug":"sich-der-eigenen-geschichte-stellen","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/sich-der-eigenen-geschichte-stellen\/","title":{"rendered":"Sich der eigenen Geschichte stellen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"sich-der-eigenen-geschichte-stellen\">Sich der eigenen Geschichte stellen<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Adolf Hitlers \u00bbMein Kampf\u00ab ist die bekannteste und meistgedruckte Propagandaschrift aus der Zeit des Nationalsozialismus. Bis 1944 wurden an die 11 Millionen Exemplare verkauft, seit 1936 in vielen Kommunen auch an Hochzeitspaare verteilt. Hitler erhielt von jedem Exemplar zehn Prozent Tantiemen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/347__0884416_lo.jpg\" alt=\"Das Bild zeigt das Buch &quot;Mein Kampf&quot; von Adolf Hitler.\" class=\"wp-image-1170\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/347__0884416_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/347__0884416_lo-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/347__0884416_lo-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><strong>Adolf Hitler \u2013 Mein Kampf, 2&nbsp;B\u00e4nde,&nbsp;<\/strong><\/strong>25.\u201327. Aufl. M\u00fcnchen: Eher-Verl., 1933. Foto: rba_d033556_01<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten f\u00fchlt sich die Leitung des Historischen Museums im August 1933 verpflichtet, eine Reihe von nationalsozialistischer Literatur f\u00fcr den Bestand zu kaufen. Darunter befanden sich an erster Stelle die beiden B\u00e4nde von Hitlers \u00bbMein Kampf\u00ab. Geschrieben 1924 w\u00e4hrend der f\u00fcr den Putschisten Hitler recht komfortabel gestalteten Haft in der bayerischen Festung Landsberg, wurde der erste Band 1925 und der zweite Band 1926 ver\u00f6ffentlicht. Schon w\u00e4hrend der Weimarer Republik entwickelte sich Hitlers Propagandaschrift zum Bestseller. Nach der Macht\u00fcbernahme sprang die Auflage in ungeahnte H\u00f6hen. Allein vom Februar 1933 bis zum 31. Dezember 1933 wurden gut 1,5 Millionen St\u00fcck verkauft. Ab 1936 erhielten Brautpaare von den Standes\u00e4mtern anstatt der Bibel \u00bbMein Kampf\u00ab geschenkt. Hitler wurde allein dadurch zum steinreichen Mann: Er erhielt pro verkauftem Buch 10 Prozent Tantiemen. Insgesamt wurden bis 1944 10,9 Millionen St\u00fcck des Buches verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Hitlers \u00bbMein Kampf\u00ab erwarb das Historische Museum noch weitere nationalsozialistische B\u00fccher, unter anderem von Alfred Rosenberg, Robert Ley und Hermann G\u00f6ring. Alles andere als ein ungew\u00f6hnlicher Vorgang! So geschah es seinerzeit zigtausendfach in den \u00f6ffentlichen Bibliotheken Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p>Merkw\u00fcrdig ist jedoch Folgendes: W\u00e4hrend nach dem Ende des Regimes in anderen Bibliotheken \u2013 wie beispielsweise der Stadtbibliothek \u2013 im Zuge der \u00bbEntnazifizierung\u00ab der Best\u00e4nde NS-Literatur wie Hitlers \u00bbMein Kampf\u00ab ausgesondert wurde, wurden im K\u00f6lnischen Stadtmuseum 1952 und 1953 noch zwei weitere Ausgaben des Buches inventarisiert. Warum dies geschah, bleibt im Verborgenen \u2013 wie so vieles in der Geschichte des Museums. Bis zum heutigen Tag ist keine Geschichte \u00fcber K\u00f6lns Geschichtsmuseum ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt insbesondere zur NS-Zeit, einmal abgesehen von den Recherchen der Bibliothekarin Beatrix Alexander \u00fcber den Erwerb und Verbleib von Kunstgut. Offenkundig scheint jedoch damals die Leitung des Historischen Museums dem Zeitgeist bereitwillig verpflichtet gewesen zu sein: In der Dauerausstellung des 1936 er\u00f6ffneten \u00bbHauses der Rheinischen Heimat\u00ab sollte \u2013 anders als noch zur ber\u00fchmten Jahrtausendausstellung von 1925 \u2013 das Judentum nicht unter Religionen, sondern in der Abteilung \u00bbC: Der Verfall\u00ab behandelt werden. Die vorgesehenen R\u00e4ume zum \u00bbAufstieg und Sieg der NSDAP im Rheinland\u00ab wurden zwar nie fertig gestellt, jedoch wurde daran gearbeitet. Die Themen der Sonderausstellung sprechen eine eindeutige Sprache: \u00bbDas wehrhafte Deutschland\u00ab (1936), \u00bbVolksgemeinschaft \u2013 Wehrgemeinschaft\u00ab (1937), \u00bbSchaffendes Volk in der Freizeit\u00ab (1938), \u00bbSeefahrt in Not\u00ab (1941), \u00bbBehelfsm\u00e4\u00dfiger Kriegsbau\u00ab (1942) und \u00bbArno Breker\u00ab (1943). Die Rolle des Direktors Wilhelm Ewald, der unter anderem mit der Jahrtausendausstellung bedeutende Leistungen erbracht hatte und von 1925 bis 1950 gleich in drei Epochen als Direktor fungierte, dr\u00e4ngt geradezu nach einer geschichtswissenschaftlichen Untersuchung. F\u00fcr das K\u00f6lnische Stadtmuseum sollte es Grund genug sein, sich der eigenen Geschichte zu stellen, und Grund genug, den bislang unver\u00f6ffentlichten, sachkundigen \u00dcberblick von Beatrix Alexander zu publizieren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Adolf Hitler \u2013 Mein Kampf, 2&nbsp;B\u00e4nde, 25.\u201327.&nbsp;Aufl. Munchen: Eher-Verl., 1933, Inv.-Nr. RM&nbsp;1933\/133. Ankauf von der Versandbuchhandlung Schmidt &amp; Co., Berlin (29&nbsp;Reichsmark fur insgesamt sechs B\u00fccher). Foto: rba_d033556_01<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Werner Jung<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sich der eigenen Geschichte stellen Adolf Hitlers \u00bbMein Kampf\u00ab ist die bekannteste und meistgedruckte Propagandaschrift aus der Zeit des Nationalsozialismus. 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