{"id":348,"date":"2021-10-13T17:52:13","date_gmt":"2021-10-13T15:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=348"},"modified":"2022-03-12T11:49:19","modified_gmt":"2022-03-12T10:49:19","slug":"mer-losse-dr-dom-en-koelle","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/mer-losse-dr-dom-en-koelle\/","title":{"rendered":"\u00bbMer losse d\u2018r Dom en K\u00f6lle &#8230;\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"mer-losse-d-r-dom-en-kolle\">\u00bbMer losse d\u2018r Dom en K\u00f6lle \u2026\u00ab<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Zwei Jahre nach Kriegsende, ein Jahr vor dem gro\u00dfen Domjubil\u00e4um von 1948, erwarb das Historische Museum diese Radierung mit der Ansicht des K\u00f6lner Doms von Westen. W\u00e4hrend 1947 alles ringsum den Dom noch in Tr\u00fcmmern lag, konnte eine solche Ansicht der stolzen Westfassade, angefertigt um 1930, die letzten Jahre einer harmonischen und intakten Stadtarchitektur wachrufen und emotional ber\u00fchren.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/409__0482150_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Zeichnung des K\u00f6lner Doms aus dem Jahr 1930.\" class=\"wp-image-1156\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/409__0482150_lo.jpg 447w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/409__0482150_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption><strong><strong>Bruno Reinhold: K\u00f6lner Dom.&nbsp;<\/strong><\/strong>Foto: rba_d033409<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Zwei Jahre nach Kriegsende war die Radierung \u00bbK\u00f6lner Dom\u00ab von den sieben 1947 in den Besitz des Historischen Museums gelangten Objekten mit 64 Reichsmark bei Weitem der teuerste Zugang. Lapidar vermerkt das Inventarbuch unter der Zugangsnummer 4: \u00bbAnkauf H. Tiedemann Berlin Lichterfelde-West\u00ab. Wer aber war der Vorbesitzer, und warum verkaufte er 1947 eine solche Radierung mit einer g\u00e4ngigen Domperspektive f\u00fcr diesen Preis?<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einiger Wahrscheinlichkeit war der einstige Besitzer unseres Blattes der sp\u00e4tere Molekularbiologe Professor Dr. Heinz Tiedemann aus Berlin. 1923 dort geboren, studierte er seit 1941 in Berlin und Freiburg, promovierte in Medizin und Biochemie, habilitierte 1957 und lehrte seit 1967 an der Freien Universit\u00e4t Berlin. Er f\u00fchrte molekularbiologische Methoden in die Embryologie ein und gilt als einer der Pioniere der Stammzellenforschung. Ein Nachruf auf den 2004 verstorbenen Wissenschaftler charakterisiert ihn als \u00e4u\u00dferst liebensw\u00fcrdigen Menschen und als begeisterten Besucher von Kunstausstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir spekulieren also, dass der junge Heinz Tiedemann die Radierung von Bruno Reinhold aus seinem Elternhaus hatte oder sie w\u00e4hrend seiner Studienjahre erwerben konnte. Vielleicht waren er oder seine Eltern mit dem Maler und Graphiker Reinhold sogar direkt bekannt. \u00dcber diesen sind nur wenige biographische Angaben zu finden: Geboren 1891 in Berlin, machte er sich bald einen Namen mit Radierungen bedeutender Kirchen- und Profanbauten im Westen (Stra\u00dfburg, K\u00f6ln) sowie im Osten (Berlin, Prag, Danzig). Nach 1945 lebte er im Ostteil Berlins, malte auch sozialistische Themen wie \u00bbFDJ baut ein Stadion\u00ab und starb 1973 als B\u00fcrger der DDR. Seine fr\u00fchen Bl\u00e4tter signierte er meistens mit vollem Namen, datiert hat er sie fast nie. Die hochrechteckige Ansicht des K\u00f6lner Doms von Westen aus der Stra\u00dfe Burgmauer her- aus mag in den 1920er oder in den fr\u00fchen 1930er Jahren entstanden sein. Sp\u00e4testens seit der Domvollendung 1880 ist dieser Blick auf die Westfassade des Doms bei K\u00fcnstlern beliebt. Der Standort befindet sich auf der linken Stra\u00dfenseite, nur wenige Meter entfernt von einem auf den B\u00fcrgersteig hinausragenden halbrunden Haus, das einen r\u00f6mischen Stadtmauerturm aufgreift.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Zeitgenosse Luigi Kasimir hat um 1930 f\u00fcr seine Farbradierung mit dem \u00bbDom von Westen\u00ab eine etwas gr\u00f6\u00dfere Entfernung auf der Burgmauer gew\u00e4hlt. Mit dezenter Farbigkeit stellt Kasimir die H\u00e4user der Stra\u00dfenzeile fast gleichberechtigt vor den dunkelgrauen Zweiturmriesen, der nahezu impressionistisch und doch architektonisch pointiert in das zartnebelige Morgenlicht zur\u00fccktritt. Reinhold hat den Dom dagegen in volles Tageslicht getaucht und ihn zum Hauptakteur gemacht. Un\u00fcbersehbar sind die Ankl\u00e4nge an die Fotografie, wie ein Vergleich zu einem um 1936 entstandenen Foto von August Sander belegt. Trotz der eher konventionellen Perspektive ohne atmosph\u00e4rische Akzentuierung ist die Domarchitektur interessant geschildert, und die Licht-Schatten-Wirkung der H\u00e4userzeilen erzielt malerische Effekte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als K\u00f6ln in Tr\u00fcmmern lag und auch der Dom st\u00e4rker besch\u00e4digt war als vordergr\u00fcndig erkennbar, konnte jede Ansicht des zwei Jahrzehnte zuvor noch intakten architektonischen Gesamtgef\u00fcges vor dem Dom nicht nur emotional ber\u00fchren, sondern auch dokumentarisches Interesse finden. Zudem stand bei Ankauf der Radierung bereits das Domjubil\u00e4um von 1948 im Raum. Dies war vielleicht der Anlass f\u00fcr den kunstsinnigen Verk\u00e4ufer, die Radierung zur\u00fcck an den Ort zu bringen, den sie zeigt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Bruno Reinhold: K\u00f6lner Dom, um 1930,&nbsp;signiert: \u00bbBruno Reinhold\u00ab.&nbsp;Radierung, Blattma\u00dfe: H: 49,5&nbsp;cm, B: 33,8&nbsp;cm;,Zeichnung: H: 31&nbsp;cm, B: 21&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1947\/4.&nbsp;Ankauf 1947 von Heinz Tiedemann, Berlin, f\u00fcr 64&nbsp;RM. Foto: rba_d033409<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Bettina Mosler<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Jahre nach Kriegsende, ein Jahr vor dem gro\u00dfen Domjubil\u00e4um von 1948, erwarb das Historische Museum diese Radierung mit der Ansicht des K\u00f6lner Doms von Westen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1156,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-348","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4589,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/348\/revisions\/4589"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}