{"id":346,"date":"2021-10-13T17:51:51","date_gmt":"2021-10-13T15:51:51","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=346"},"modified":"2022-03-12T11:51:32","modified_gmt":"2022-03-12T10:51:32","slug":"des-bauernfaengers-reiche-beute","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/des-bauernfaengers-reiche-beute\/","title":{"rendered":"Des Bauernf\u00e4ngers reiche Beute"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"des-bauernfangers-reiche-beute\">Des Bauernf\u00e4ngers reiche Beute<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Lokalpatriotisches&nbsp;Sponsoring im Krieg: Wie andere St\u00e4dte im Reich auch, so besa\u00df K\u00f6ln eine Nagelfigur, hier mit dem lokalen Bezug des \u00bbK\u00f6lschen Boor\u00ab. Mit jedem gestifteten und in die 1915 aufgestellte Figur eingeschlagenen Nagel sollte Geld f\u00fcr die Kriegswaisen und -witwen zusammenkommen. Einzelpersonen und Gruppen, darunter auch Schulklassen, wurden als Spender rekrutiert, und lie\u00dfen sich anschlie\u00dfend am \u00bbBoor\u00ab ablichten. Die Ergebnisse wurden dann in&nbsp;Sammelalben zusammengefasst.&nbsp;<br>Nachdem der Krieg sein Ende gefunden hatte, gelangte das Album 1920 und sp\u00e4ter der \u00bbK\u00f6lsche Boor en Iser\u00ab selbst als Zeugnis einer abgeschlossenen Geschichtsepoche ins Museum.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"788\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15342__2141372_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein aufgeschlagenes Fotoalbum der &quot;K\u00f6lscher Boor&quot; aus dem Jahr 1915.\" class=\"wp-image-1151\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15342__2141372_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15342__2141372_lo-300x236.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15342__2141372_lo-768x605.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><strong><strong>Fotoalbum \u00bbK\u00f6lscher Boor en Iser\u00ab<\/strong>, <\/strong>1915\/16. Foto: rba_d033426<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Ausgehend von Wien, wo bereits 1914 eine Holzskulptur \u00bbRitter\u00ab zum Benageln aufgestellt wurde, verbreitete sich dieses damals neue Genre der plastischen Kunst wie ein Lauffeuer in \u00d6sterreich-Ungarn und im Deutschen Reich. Zweck der Benagelungsaktion war es, Geld zu sammeln. Die gesammelten Beitr\u00e4ge flossen in Einzelf\u00e4llen direkt der R\u00fcstungsindustrie zu, meist waren sie aber zur Unterst\u00fctzung von Kriegerwitwen und Kriegswaisen vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>So war es auch in K\u00f6ln. Stifter der Figur des K\u00f6lschen Boor (K\u00f6lner Bauern) war der K\u00f6lner Unternehmer Max von Guilleaume (1866\u20131932). Am 20. Juni 1915 wurde das teilweise vergoldete Standbild aus Lindenholz vom damaligen Oberb\u00fcrgermeisters Max Wallraf im Beisein der Kaiserschwester Victoria Prinzessin von Schaumburg-Lippe der K\u00f6lner Bev\u00f6lkerung und seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Aufgestellt war es auf der S\u00fcdseite des G\u00fcrzenichs in einem kuppel\u00fcberw\u00f6lbtem Pavillon mit einer apsidenartigen Ausbuchtung an der R\u00fcckseite. \u00dcber den drei rundbogigen \u00d6ffnungen war im Putz eingeritzt die Inschrift \u00bbHALT FASS AM RICH DO \/ K\u00d6LSCHEN BOOR MAG ET \/ FALLE SOESS OV SOOR\u00ab. Auf der S\u00fcdseite des Pavillons fand sich die Signatur des entwerfenden Architekten \u00bbF\u00ab(ranz) \u00bbB\u00ab(rantzky) (1871\u20131945). Auch die Figur ist auf der Vorderseite des Sockels signiert mit \u00bbWALLNER\u00ab (Bildhauer Wolfgang Wallner, 1884\u2013 1964). Beide K\u00fcnstler waren zum Zeitpunkt der Errichtung des Bauern samt seiner theatralischen Inszenierung in K\u00f6ln vielbesch\u00e4ftigt und hoch angesehen. Sp\u00e4testens seit ihrer gemeinsamen Arbeit auf der Deutschen Werkbund-Ausstellung 1914 in Deutz kannten sie sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab einer Spende von einer Mark konnte ein eiserner Nagel, gegen erheblich h\u00f6here Betr\u00e4ge eine Plakette mit Nennung der\/des Stifter\/s angebracht werden. Abschlie\u00dfend konnte man sich in ein nicht mehr vorhandenes Buch eintragen, und f\u00fcr Stiftergruppen bestand die M\u00f6glichkeit, sich zum Andenken ablichten zu lassen. Die Einbandentw\u00fcrfe bewahrt das K\u00f6lnische Stadtmuseum. Alle im Album dokumentierten Gruppen finden sich mit Plaketten am Bauern wieder. Leider hat sich nur das \u00bbAlbum I\u00ab erhalten, aber die hohe Anzahl der montierten Plaketten l\u00e4sst erahnen, dass es weitere Alben gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur weiteren Spendenanimation wurde ein eigener Verein mit Sitz im Stadthaus gegr\u00fcndet, der ab Anfang 1916 eine Werbezeitschrift herausgab; sie erschien w\u00f6chentlich unter dem Titel \u00bbDer K\u00f6lschen Boor\u00ab bis zum 29. Juni 1919. Den \u00bbK\u00f6lschen Boor\u00ab gab es als Reduktionen in Gusseisen und als Relief auf zahlreichen Plaketten in den Gr\u00f6\u00dfen von 3,2 bis 45 Zentimetern; ferner stellte die \u00bbKriegsAndenken-Gesellschaft m.b.H.\u00ab mit Sitz im K\u00f6lner Deichmannhaus Dosen aus \u00bbKriegsstahl-Onyx\u00ab mit dem Relief des Boors f\u00fcr Wiederverk\u00e4ufer her.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende des Krieges hatte der etwa 3,25 Meter gro\u00dfe stolze Recke ausgedient; er hatte immerhin etwa 1,6 Millionen Mark \u00bbeingespielt\u00ab. Mittlerweile ein wenig ramponiert, wurde er am 28. Januar 1919 in den B\u00f6rsensaal des G\u00fcrzenichs in Sicherheit gebracht und der Pavillon abgebrochen. 1925 anl\u00e4sslich der Jahrtausendausstellung im Ehrenhof des Messegel\u00e4ndes Deutz neu aufgestellt, wanderte er danach ins Rheinische Museum. Im August 1934 war er kurzfristig in der Eingangshalle des G\u00fcrzenichs installiert und gelangte dann in das \u00bbHaus der Rheinischen Heimat\u00ab nach Deutz. Im Oktober 1936 erneut vor dem G\u00fcrzenich aufgestellt als Werbung f\u00fcr die Ausstellung \u00bbKampf um 1 \u00bd Milliarden\u00ab, entschwand er danach in Depots und \u00fcberlebte dort den Zweiten Weltkrieg. 1949 wurde er auf der \u00bbRheinischen Landwirtschaftsschau\u00ab gezeigt, danach erneut deponiert, ab etwa 1970 im Depot des K\u00f6lnischen Stadtmuseums, 1982 aus der Versenkung geholt, um sein hoffentlich endg\u00fcltiges Domizil in der Dauerausstellung des Stadtmuseums zu finden; ein Abzeichen und ein Reduktionsmodell des Boors aus Gusseisen sind seit 1984 bzw. 1998 ebenfalls im Bestand des Museums.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Fotoalbum \u00bbK\u00f6lscher Boor en Iser\u00ab, K\u00f6ln 1915\/1916, Originalleinwandeinband mit Pr\u00e4gung: Inschrift \u00bbALBUM\u00ab, eingefasst in einem Bl\u00fctenkranz,&nbsp;Handschriftlicher Vermerk auf der Vorderseite \u00bbI.\u00ab&nbsp;Vorn doppelseitiges, hinten einseitiges Vorsatzpapier mit Bl\u00e4ttern, Fr\u00fcchten und St\u00e4ngeln im Jugendstil. Innen 148 von urspr\u00fcnglich 156 Fotografien als Postkarten mit Sch\u00fcler-, Betriebs- und Milit\u00e4rgruppen vor der Figur des \u00bbK\u00f6lschen Boor\u00ab&nbsp;H:&nbsp;23,5&nbsp;cm; B:&nbsp;23,5&nbsp;cm; T:&nbsp;3&nbsp;cm, aufgeschl.,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1920\/26.&nbsp;Schenkung von Geheimrat Max Guilleaume, K\u00f6ln, zusammen mit anderen Relikten des K\u00f6lschen Boor im Gesamtwert von 300 Mark. Foto: rba_d033426<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lokalpatriotisches\u00a0Sponsoring im Krieg: Wie andere St\u00e4dte im Reich auch, so besa\u00df K\u00f6ln eine Nagelfigur, hier mit dem lokalen Bezug des \u00bbK\u00f6lschen Boor\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1151,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-346","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4596,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/346\/revisions\/4596"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}