{"id":344,"date":"2021-10-13T17:51:19","date_gmt":"2021-10-13T15:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=344"},"modified":"2022-03-12T11:55:34","modified_gmt":"2022-03-12T10:55:34","slug":"kuenstler-im-krieg","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/kuenstler-im-krieg\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstler im Krieg"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"kunstler-im-krieg\">K\u00fcnstler im Krieg<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>In einer der Materialschlachten des Ersten Weltkrieges fiel am 22.&nbsp;September 1915 der erst f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrige K\u00f6lner K\u00fcnstler Michael Brunthaler. Er wurde u.&nbsp;a. von Josef Haubrich gef\u00f6rdert und war zeitweise Sch\u00fcler von Max Liebermann.&nbsp;<br>Im K\u00f6lnischen Stadtmuseum befinden sich sechs \u00d6lgem\u00e4lde und drei Zeichnungen. Hier hat Brunthaler einen seiner drei Br\u00fcder mit Kohle gezeichnet. Mit schief sitzender Milit\u00e4rm\u00fctze und weit aufgerissenen Augen verr\u00e4t dieses Portr\u00e4t den Einfluss des Sp\u00e4timpressionisten Liebermann. Leben und Kunst Brunthalers zeigen auch, wie die Kriegsbegeisterung&nbsp;selbst progressive K\u00fcnstler der Avantgarde ergriffen hatte.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"858\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15513__8472844_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist eine Zeichnung des K\u00fcnstlers M. Brunthaler. Es zeigt einen seiner Br\u00fcder.\" class=\"wp-image-1147\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15513__8472844_lo.jpg 858w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15513__8472844_lo-257x300.jpg 257w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15513__8472844_lo-768x895.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 858px) 100vw, 858px\" \/><figcaption><strong><strong>Michael Brunthaler: Bildnis eines Bruders<\/strong>. <\/strong>Foto: rba_d033415<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Michael Brunthaler wurde am 30. Juli 1890 in K\u00f6ln geboren, lebte mit seiner Familie im Belgischen Viertel und der S\u00fcdstadt, besuchte das Gymnasium Kreuzgasse, studierte an den Akademien D\u00fcsseldorf und M\u00fcnchen und starb am 30. Oktober 1915 bei Tahure an der Front in Frankreich im Alter von nur 25 Jahren. Es ging ihm wie vielen jungen M\u00e4nnern, die radikal mit dem Alten abschlie\u00dfen und die Moderne einl\u00e4uten wollten und sich vom Krieg eine Katharsis versprachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Brunthaler wurde in K\u00f6ln unter anderem von Josef Haubrich gef\u00f6rdert, der mit Carl Niessen nach Brunthalers Tod eine Ged\u00e4chtnisausstellung zusammentrug. Mit Josef Haubrich machte er 1907 gemeinsam das Abitur. Sein Werk ist impressionistisch gepr\u00e4gt, was sicherlich auch am Einfluss Max Liebermanns (1847\u20131935) lag, bei dem Brunthaler zeitweise studierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im K\u00f6lnischen Stadtmuseum befinden sich neben sechs \u00d6lgem\u00e4lden auch drei Zeichnungen, die 1994 aus dem Nachlass der Schwester Hedwich Tilch (geb. Brunthaler) ans Haus gekommen sind. Weitere Werke Brunthalers bewahren das Museum Ludwig und die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus heutiger Sicht erscheint es paradox, dass die Kriegsbegeisterung auch progressive K\u00fcnstler und Denker ergriff, doch gerade die Verbindung von Avantgarde und Aggression kennzeichnete die ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. 1909 hie\u00df es im \u00bbFuturistischen Manifest\u00ab von Filippo Tommaso Marinetti: \u00bbWir wollen den Krieg verherrlichen \u2013 diese einzige Hygiene der Welt.\u00ab Im \u00bbManifest der 93\u00ab, das im September 1914 erschien, bekannten sich deutsche Wissenschaftler und K\u00fcnstler zu der Aussage: \u00bbOhne den deutschen Militarismus w\u00e4re die deutsche Kultur l\u00e4ngst vom Erdboden getilgt.\u00ab Auch Brunthaler wurde vom Hurra-Patriotismus ergriffen und meldete sich \u2013 wie viele weitere deutsche avantgardistische K\u00fcnstler und Autoren zuvor \u2013 am 1. Februar 1915 freiwillig zum Milit\u00e4rdienst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kohlezeichnung zeigt einen von Brunthalers drei Br\u00fcdern. Der junge Mann blickt den Betrachter mit aufgerissenen Augen an. Vermutlich tr\u00e4gt er die M\u00fctze einer Milit\u00e4runiform, die allerdings&nbsp;etwas schief auf dem Kopf sitzt, als ob er das Tragen der Uniform nicht gewohnt w\u00e4re. Wom\u00f6glich meldete sich auch Brunthalers Bruder freiwillig zum Kriegsdienst, und er wurde kurze Zeit sp\u00e4ter portr\u00e4tiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Brunthaler fiel in der Champagne w\u00e4hrend der gro\u00dfen Herbstschlacht von 1915 durch das Sprengst\u00fcck einer Granate. Die Alliierten begannen am 22. September eine Gro\u00dfoffensive, um die russische Front zu entlasten. Mit 27 Divisionen und 1.650 Gesch\u00fctzen versuchten sie vergeblich, die deutschen Linien zu durchbrechen. Die bedrohten Frontabschnitte wurden von der Obersten Heeresleitung verst\u00e4rkt, sodass die deutschen Linien nur um bis zu drei Kilometer zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurden, bis der Angriff gestoppt werden konnte. Das Ergebnis: 5,4 Millionen verschossene Granaten, 250.000 tote alliierte und 150.000 tote deutsche Soldaten. Der Krieg, von dem so viele in ihrer Faszination geglaubt hatten, er w\u00fcrde wenige Wochen dauern, entwickelte sich nun endg\u00fcltig zum Grabenkrieg mit Materialschlachten ohne messbare milit\u00e4rische Erfolge. Er forderte neben Michael Brunthalers noch fast neun Millionen weitere Menschenleben auf allen Seiten der Fronten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Michael Brunthaler: Bildnis eines Bruders,&nbsp;Kohle auf Papier; H: 42 cm, B: 36 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM&nbsp;1994\/342.&nbsp;Nachlass Hedwig Tilch geb. Brunthaler, K\u00f6ln, 1994.&nbsp;<\/em><em>Foto: rba_d033415<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries M.A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstler im Krieg In einer der Materialschlachten des Ersten Weltkrieges fiel am 22.&nbsp;September 1915 der erst f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrige K\u00f6lner K\u00fcnstler Michael Brunthaler. 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