{"id":342,"date":"2021-10-13T17:50:52","date_gmt":"2021-10-13T15:50:52","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=342"},"modified":"2022-03-12T12:00:21","modified_gmt":"2022-03-12T11:00:21","slug":"von-der-maas-bis-an-die-memel","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/von-der-maas-bis-an-die-memel\/","title":{"rendered":"Von der Maas bis an die Memel &#8230;"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"von-der-maas-bis-an-die-memel\">Von der Maas bis an die Memel \u2026<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Seit den 1950er-Jahren hatte das K\u00f6lnische Stadtmuseum mehrere gro\u00dfe grafische Konvolute aus dem Nachlass des 1949 verstorbenen Roland Anheisser erworben. Neben Motiven aus K\u00f6ln finden sich darunter Bilder aus ganz Europa.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"429\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15453__7467017_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Skizze einer Stadtszene aus Br\u00fcgge.\" class=\"wp-image-1143\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15453__7467017_lo.jpg 429w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15453__7467017_lo-203x300.jpg 203w\" sizes=\"(max-width: 429px) 100vw, 429px\" \/><figcaption><strong><strong>Roland Anhei\u00dfer: Br\u00fcgge \u2013 Blick von der Ezelsbrug auf die \u00bbSchwaneninsel\u00ab<\/strong>, <\/strong>1912.<br>Foto: rba_d033424<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Voller Stolz verk\u00fcndete Oberkustos Dr. Werner J\u00fcttner, Leiter der Graphischen Sammlung: \u00bbDem K\u00f6lnischen Stadtmuseum ist es gelungen, (&#8230;) gro\u00dfe Teile aus dem Nachla\u00df des im Jahre 1949 in Jugenheim an der Bergstra\u00dfe verstorbenen Zeichners und Malers Dr. Robert Anhei\u00dfer zu erwerben.\u00ab Etwa 1.700 Bleistift- und Federzeichnungen, Aquarelle und Radierungen bereichern seitdem den Bestand an K\u00f6lner und rheinischer Topographie, an Darstellungen aus Belgien, den Niederlanden, ja selbst aus Polen. Der Ankauf erfolgte wegen des hohen Preises \u00fcber mehrere Jahre hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Roland Anhei\u00dfer wurde 1877 in D\u00fcsseldorf geboren, hielt sich aber oft bei seinem Gro\u00dfvater v\u00e4terlicherseits in der K\u00f6lner S\u00fcdstadt auf. In der K\u00f6lner Flora machte er eine G\u00e4rtnerlehre, bevor er in Bonn und Jena Botanik und Zoologie studierte. In Basel erlebte er eine Art k\u00fcnstlerische Erweckung \u00bbim Anblick der alten herrlichen Stra\u00dfenbilder und mittelalterlichen Bauten. Der in K\u00f6ln entz\u00fcndete Funke wurde zur Flamme entfacht.\u00ab In Darmstadt und Karlsruhe verfeinerte er seine k\u00fcnstlerischen Techniken.<\/p>\n\n\n\n<p>1918 erwarb die Familie in Jugenheim an der Bergstra\u00dfe ein Landhaus mit Garten, aber Anhei\u00dfer reiste wie zuvor kreuz und quer durch Europa. Es entstanden \u00fcber 10.000 Zeichnungen und Aquarelle, nach denen seine gut verk\u00e4uflichen Radierungen entstanden. Er publizierte auch Bild- und Buchwerke mit zum Teil belanglosen Texten. Besonders&nbsp;peinlich sind seine nach 1933 erschienen Werke.&nbsp;So&nbsp;erinnert er im Vorwort seines 1943 erschienenen&nbsp;Flandernwerkes an die Zerst\u00f6rung belgischer St\u00e4dte&nbsp;im Ersten Weltkrieg \u2013 \u00bbSchon im Weltkrieg 1914\u201318 wurde das herrliche Ypern ein Tr\u00fcmmerhaufen\u00ab,&nbsp;dank der deutschen Armee, aber auf diesen Hinweis&nbsp;verzichtet Anhei\u00dfer, um sich wenig sp\u00e4ter dar\u00fcber&nbsp;zu beklagen, dass sein Haus mit seiner Bibliothek&nbsp;und \u00bbeinem gro\u00dfen Teil seiner k\u00fcnstlerischen Originalarbeiten&nbsp;(&#8230;) durch einen feindlichen Terrorangriff\u00ab zerst\u00f6rt worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Bediente sich der immerhin 66-j\u00e4hrige Anhei\u00dfer&nbsp;im Angesicht des um ihn herum tobenden Krieges&nbsp;auch so gut wie gar nicht der \u00fcblichen NS-Phrasen,&nbsp;so klang das nur acht Jahre zuvor ganz&nbsp;anders. J\u00fcttner hatte bei der Erwerbung 1961 betont,&nbsp;Anhei\u00dfer habe die alte Bausubstanz aus ganz&nbsp;Europa mit dem Schwerpunkt auf das Rheinland&nbsp;dokumentiert, sie \u00bbmit zeichnerischer Akribie und&nbsp;meisterlich-akademischer Strichf\u00fchrung\u00ab erfasst. Vieles sei \u00bbheute\u00ab [1961] nicht mehr erhalten. 1935 publizierte Anhei\u00dfer \u00bbDas mittelalterliche Wohnhaus in deutschst\u00e4mmigen Landen\u00ab; den Druck finanzierten unter anderem gro\u00dfz\u00fcgige Spenden der Familien Merck, Duisberg und Henkel. Hierin wurde alles, was ihm in Europa gefiel, ja jede zivilisatorische Leistung \u00fcberhaupt, als Tat deutschst\u00e4mmiger oder wenigstens germanischer V\u00f6lker dargestellt. Zudem erkl\u00e4rt Anhei\u00dfer ganz Europa von der Nordsee bis nach Ungarn und ins Baltikum (also zwischen Maas und Memel), zwischen S\u00fcdtirol und D\u00e4nemark (von der Etsch bis an den Belt), die Schweiz eingeschlossen, als deutschen und verwandten St\u00e4mmen zugeh\u00f6rig, mithin vom Deutschen Reich zu beanspruchendes Herrschaftsgebiet. Und er bereitete in vorauseilendem Gehorsam sogar das M\u00fcnchner Abkommen von 1938 vor: \u00bbDa\u00df M\u00e4hren und B\u00f6hmen auch deutschst\u00e4mmige Lande sind, wei\u00df jeder, der nicht gerade von der einseitigen tschechischen Hypnose befallen ist.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcttner, der mit der Familie Anhei\u00dfer anscheinend gut bekannt war, muss auch dieses Machwerk gekannt haben \u2013 war es doch bereits 1935 (Inv.-Nr. RM 1935\/544) f\u00fcr die Bibliothek des \u00bbHauses der Rheinischen Heimat\u00ab inventarisiert worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne an der k\u00fcnstlerischen Qualit\u00e4t der Bl\u00e4tter&nbsp;Kritik \u00fcben zu wollen, wundern wir Heutigen uns&nbsp;doch, warum ein 1958 explizit als K\u00f6lnisches Stadtmuseum neu gegr\u00fcndetes Institut nicht nur Hunderte&nbsp;Bl\u00e4tter K\u00f6lner Ansichten und zur Vervollst\u00e4ndigung&nbsp;bestehender Sammlungen rheinische&nbsp;Topographien erwarb, sondern warum darunter&nbsp;Bl\u00e4tter aus ganz Europa waren. Hatte man den&nbsp;Gedanken an ein gro\u00dfes \u00fcberregionales Museum&nbsp;noch nicht aufgegeben? Hatte es beim gegen den&nbsp;Willen der Museumsspitze erfolgten Ankauf von&nbsp;Sanders \u00bbK\u00f6ln wie es war\u00ab Kompensationsversprechen&nbsp;gegeben? Bereits 1955 waren Hunderte&nbsp;Zeichnungen von Walter Wegener zu einem v\u00f6llig&nbsp;\u00fcberh\u00f6hten Preis angekauft wurden, Anfang der&nbsp;1960er folgten die 67.000 DM teuren Anhei\u00dfer-Bl\u00e4tter. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Roland Anhei\u00dfer: Br\u00fcgge \u2013 Blick von der Ezelsbrug auf die \u00bbSchwaneninsel\u00ab, Br\u00fcgge,&nbsp;1912,&nbsp;bez. u.&nbsp;li.: R. Anheisser 17.7.1912 \/ BR\u00dcGGE. Am Groene Reij.&nbsp;Bleistiftzeichnung, H:&nbsp;44&nbsp;cm, B:&nbsp;29,7&nbsp;cm.&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1962\/13,527 (G&nbsp;12985).&nbsp;Ankauf von Luise-Anita von Hase, Jugenheim a. d. Bergstra\u00dfe, 1962 \u2013 32.000&nbsp;DM f\u00fcr 588 Blatt&nbsp;(2. Rate; 1961 f\u00fcr 1.129 Blatt waren es 35.000 DM als 1.&nbsp;Rate). Foto: rba_d033424<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Maas bis an die Memel \u2026 Seit den 1950er-Jahren hatte das K\u00f6lnische Stadtmuseum mehrere gro\u00dfe grafische Konvolute aus dem Nachlass des 1949 verstorbenen Roland Anheisser erworben. Neben Motiven aus K\u00f6ln finden sich darunter&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1143,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-342","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4618,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/342\/revisions\/4618"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}