{"id":340,"date":"2021-10-13T17:50:34","date_gmt":"2021-10-13T15:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=340"},"modified":"2022-03-12T11:55:17","modified_gmt":"2022-03-12T10:55:17","slug":"koelner-leben","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/koelner-leben\/","title":{"rendered":"K\u00f6lner Leben"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"kolner-leben\">K\u00f6lner Leben<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Carl R\u00fcdell (1855 \u2013 1939) war Architekt und Maler. In zahlreichen Gem\u00e4lden und Aquarellen, von denen&nbsp;etwa 40 ins K\u00f6lnische Stadtmuseum gelangten, zeigte er sich als wahrheitsgetreuer Chronist seiner Wahlheimat K\u00f6ln. Das um 1910 entstandene Aquarell dokumentiert das lebhafte gesch\u00e4ftliche Treiben mit einkaufendem Publikum und den unvermeidlichen \u00bbMaatwievern\u00ab auf dem Alter Markt.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"472\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/255__1554249_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Gem\u00e4lde des K\u00f6lner Alter Markt aus dem Jahr 1910.\" class=\"wp-image-1139\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/255__1554249_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/255__1554249_lo-300x223.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong><strong>Carl R\u00fcdell: K\u00f6ln \u2013 Alter Markt<\/strong>, um 1910.<\/strong> Foto: rba_c019993<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Aquarelle von Carl R\u00fcdell findet man in vielen K\u00f6lner Haushalten. Sie werden beh\u00fctet wie ein kleiner Schatz. Das K\u00f6lnische Stadtmuseum besitzt ein gro\u00dfes Konvolut von \u00fcber 40 Arbeiten, die zum Teil zu Lebzeiten des beliebten Architekten und Malers in die Graphische Sammlung des Hauses gelangten.<\/p>\n\n\n\n<p>1872, mit nur 17 Jahren, kam Carl R\u00fcdell (1855\u2013 1939) nach K\u00f6ln. Er begann in jenen Jahren bei dem K\u00f6lner Baumeister und Architekten August Lange als Landbauf\u00fchrer, als die Herausforderungen der Stadterweiterung vor der T\u00fcr standen. Damit einher ging der Aufschwung des Baugewerbes, und R\u00fcdell fand seine erste Lebensaufgabe als Architekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch schon in ganz jungen Jahren absolvierte er eine Lehre beim Trierer Di\u00f6zesanbaumeister Reinhold Wirtz. Er wurde unterwiesen in der Praxis der Restaurierung an der Trierer Liebfrauenkirche unter dem K\u00f6lner Architekten Vincenz Statz, andere Lehrer unterrichteten ihn im Modellerien bzw. in den Anf\u00e4ngen der Bildhauerkunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Gezeichnet hatte R\u00fcdell schon seit fr\u00fchester Kindheit. F\u00fcr seine Entwicklung als Maler aber war die Begegnung mit dem D\u00fcsseldorfer K\u00fcnstler Carl Seibels ausschlaggebend. Dieser war der wichtigste Vertreter der \u00bbPaysage intime\u00ab, einer einfachen, undramatischen Landschaftsdarstellung im D\u00fcsseldorf des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Das Spiel und die k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit dem Licht standen ganz im Vordergrund der Malerei und begeisterten auch Carl R\u00fcdell.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod von August Lange 1883 machte sich R\u00fcdell als Architekt in K\u00f6ln selbstst\u00e4ndig und schloss sich mit Richard Odenthal zusammen. Etwa 80 Kirchen sollen die Partner in circa 25 Jahren errichtet und betreut haben, darunter auch St. Agnes.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wurde die Situation im Baugewerbe schwieriger, und Carl R\u00fcdell wandte sich mehr und mehr der Malerei zu. 1918 kam der Durchbruch als freier K\u00fcnstler: Es erschien die Publikation \u00bbDas malerische K\u00f6ln\u00ab von Georg H\u00f6lscher. Im gleichen Jahr folgte noch eine Postkartenserie seiner Bilder. R\u00fcdell war pl\u00f6tzlich ein prominenter und \u00fcberaus gesch\u00e4tzter Dokumentarist der \u00bbk\u00f6lschen Seele\u00ab. Nun lebte er von seiner Kunst, und die K\u00f6lner konnten sich an seinen Motiven nicht sattsehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alter Markt im Detail, im Hoch- oder im Querformat, so wie unser Aquarell \u2013 Carl R\u00fcdell machte die Liebe der K\u00f6lner zu ihrer Stadt, atmosph\u00e4risch verdichtet, abbildhaft. Es m\u00fcssen Tausende von Bl\u00e4ttern gewesen sein, die er produziert hat. Der K\u00f6lner Alter Markt war bei den K\u00f6lschen ein besonders gefragtes Motiv, und dies hatte auch seinen Grund.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alter Markt war einmal der Hauptplatz von K\u00f6ln, im Mittelalter Turnierplatz, die Franzosen nannten ihn \u00bbLe grand March\u00e9\u00ab. Gotthilf Theodor Faber (1802) bezeichnete ihn als den \u00bbc\u00f6lnischen Markusplatz\u00ab. Die Arch\u00e4ologin und Kunstsammlerin Sibylle Mertens-Schaaffhausen nannte ihn in einem Atemzug mit der Piazza Navona in Rom. Der K\u00f6lner war da weitaus realistischer. F\u00fcr ihn war er \u00bbet jolde B\u00f6ddemche\u00ab \u2013 eine Goldgrube. Wie auch immer \u2013 der Platz atmet K\u00f6lner Geschichte und erz\u00e4hlt K\u00f6lner Geschichten bis heute, zum Beispiel an \u00bbWieverfastelovend\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Carl R\u00fcdell zeigt auf seinem Aquarell das Markttreiben mit den Menschen zwischen den \u00bbMaatwiever\u00ab. Die Szene im Nordosten des m\u00e4chtigen, alles \u00fcberragenden Rathausturms ist eingetaucht in eine warme, anheimelnde Farbigkeit. Das Denkmal Jan von Werths ist zu sehen, er, der im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg ein nicht unbedeutender Feldherr war und durch sein \u00bberz\u00e4hltes\u00ab Leben, \u00bbkarnevalistische Ewigkeit\u00ab erfuhr. Mit dem kleinen Pavillon in der Bildmitte hat R\u00fcdell vermutlich nicht nur einen der wenigen festen Verkaufsst\u00e4nde gemeint. Es ist vielleicht auch ein Hinweis auf den Ort des Prangers und des Drillh\u00e4uschens, denn der Markt war auch Ort des Strafvollzuges.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was w\u00e4re der Platz ohne unseren Hinweis auf den Platzjabbeck am Rathausturm und den Kallendresser. Beide, der eine streckt zu jeder vollen Stunde die Zunge heraus und der andere hockt mit \u00bbbl\u00e4cker Fott\u00ab (blankem Hintern) unter der \u00bbKalle\u00ab (Dachrinne), verstehen sich als Ausdruck b\u00fcrgerlichen Hohns und Spotts auf den im Rathaus tagenden Rat. Irgendwie ein doch sehr k\u00f6lnischer \u2013 ehrlicher \u2013 Dialog zwischen Obrigkeit und selbstbewussten K\u00f6ln-B\u00fcrgern.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Carl R\u00fcdell: K\u00f6ln \u2013 Alter Markt, um 1910,&nbsp;Aquarell, H: 50 cm, B: 70 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1913\/1.&nbsp;Ankauf vom K\u00fcnstler, 1913 f\u00fcr 180 Mark. Foto: rba_c019993<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Michael Euler-Schmidt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6lner Leben Carl R\u00fcdell (1855 \u2013 1939) war Architekt und Maler. In zahlreichen Gem\u00e4lden und Aquarellen, von denen&nbsp;etwa 40 ins K\u00f6lnische Stadtmuseum gelangten, zeigte er sich als wahrheitsgetreuer Chronist seiner Wahlheimat K\u00f6ln. Das um 1910&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1139,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-340","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4607,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/340\/revisions\/4607"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1139"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}