{"id":338,"date":"2021-10-13T17:50:19","date_gmt":"2021-10-13T15:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=338"},"modified":"2022-03-12T11:56:47","modified_gmt":"2022-03-12T10:56:47","slug":"schael-sick","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/schael-sick\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4l Sick"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"schal-sick\">Sch\u00e4l Sick<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Das&nbsp;Aquarell \u00bbAnsicht von Deutz\u00ab des Deutzer Malers Wilhelm Scheiner, entstanden um 1900, ist eine bis ins letzte Detail pr\u00e4zise Abbildung des Deutzer Rheinufers zur damaligen Zeit. Dank dem h\u00f6chst modernen Verfahren, den zu malenden Gegenstand erst zu fotografieren, um ihn dann im Atelier per Projektion auf Malkarton zu bringen, war es Schreiner m\u00f6glich, alle rechtsrheinischen Highlights fotografisch genau abzubilden. Gut zu erkennen sind von rechts St. Heribert, die Schiffbr\u00fccke, der Bahnhof der Bergisch-M\u00e4rkischen Eisenbahn und ganz links im Bild die Kavallerie-Kaserne.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"679\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15297__3670260_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Aquarellzeichnung, welche das damalige Deutzer Rheinufer zeigt.\" class=\"wp-image-1129\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15297__3670260_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15297__3670260_lo-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15297__3670260_lo-768x521.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><strong>Wilhelm Scheiner: Ansicht von Deutz<\/strong>, um 1900. Foto: rba_c000380<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Was mag Wilhelm Scheiner (1852\u20131922) blo\u00df bewogen haben, einen nicht unerheblichen Aufwand f\u00fcr die Darstellung einer eher unspektakul\u00e4ren Ansicht der Deutzer Rheinseite zu betreiben, die gerade einmal zehn Jahre zuvor von K\u00f6ln eingemeindet worden war? War es der sentimentale Blick auf die Atelierwohnung in Deutz, die sein Vater Jakob Scheiner als freischaffender K\u00fcnstler 1872 bezogen hatte und in der er seit 1883 mit ihm in Ateliergemeinschaft zusammenarbeitete? Oder war es die k\u00fcnstlerische Herausforderung, zu zeigen, mit welcher Akkuratesse er mit feinem Pinselstrich eine atmosph\u00e4rische Stimmung aus Wolken und nuancenreichen Spiegeleffekten im tr\u00e4ge dahinflie\u00dfenden Vater Rhein einfangen und wie er mit den sich im Bildhintergrund entlangziehenden Rauchschwaden aus den Kalker Industrieschornsteinen sogar eine gewittrige Dramatik erzeugen konnte? Oder lag ihm doch in erster Linie der schmale Streifen in der Bildmitte, der das Deutzer Rheinufer mit fotografischer Genauigkeit festh\u00e4lt, am (dokumentarischen) Herzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diesem Streifen erfasst das aufmerksame Auge rechts zuerst die vom D\u00fcsseldorfer Architekten Caspar Clemens Pickel parallel zum Rhein in NordS\u00fcd-Richtung erbaute neoromanische Kirche Neu St. Heribert (1891\u20131896), die zum Zeitpunkt der Entstehung des Aquarells wohl gerade erst vollendet worden war. Ihre beiden markanten Fassadent\u00fcrme mit den Rautend\u00e4chern (keine Pickel-Hauben!) orientieren sich am staufischen Westturm von St. Aposteln und wurden in dieser Form nach schweren Kriegszerst\u00f6rungen nicht wieder rekonstruiert. Sodann r\u00fcckt n\u00f6rdlich der just f\u00fcr den Schiffsverkehr ge\u00f6ffneten Deutzer Schiffsbr\u00fccke von 1823 der Querriegel des Bahnhofs der Bergisch-M\u00e4rkischen Eisenbahn ins Blickfeld, der den Stadtteil Deutz vom Rheinufer regelrecht abschneidet. 1882 bis 1885 errichtet, war er der Zielbahnhof der Strecke von Elberfeld nach K\u00f6ln. Er wurde bereits 1913 wieder au\u00dfer Betrieb genommen und sein Damm in den 1920er Jahren zur Promenade umgestaltet. Dessen Beseitigung im Rahmen des Projektes \u00bbRheinboulevard\u00ab f\u00fchrte unl\u00e4ngst zu kontroversen Diskussionen. Der lang gestreckte Bau der Deutzer Kavallerie-Kaserne bildet schlie\u00dflich links das Ende des Panoramaausschnitts. Vom K\u00f6lner Regierungsbaumeister Matthias Biercher, dem Architekten des Gef\u00e4ngnisses am Klingelp\u00fctz,&nbsp;1823 vollendet, bezog hier zwischen 1850 und 1918 das glorifizierte wie ber\u00fcchtigte rheinische K\u00fcrassier-Regiment \u00bbGraf Gessler\u00ab Quartier. Durch Seitenfl\u00fcgel erweitert, er\u00f6ffnete hier 1936 die Vorg\u00e4ngerinstitution des K\u00f6lnischen Stadtmuseums unter dem Namen \u00bbHaus der Rheinischen Heimat\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die exakte Wirklichkeitswiedergabe spiegelt das k\u00fcnstlerische Verfahren wider, das Scheiner anwandte. Seine ihm attestierte \u00bbgetreue Wirklichkeitskunst\u00ab (Hans Kruse) basiert auf dem professionellen Einsatz der Fotografie. W\u00e4hrend Scheiners Vater noch in der Natur zeichnete, vertraute der Sohn dem neuen Medium. F\u00fcr die Fotografie w\u00e4hlte er einen Standort H\u00f6he Leystapel, Ecke Filzengraben. Im Atelier erfolgte dann die fotografische Projektion mit Hilfe eines selbst konstruierten Vergr\u00f6\u00dferungsapparates auf Leinwand bzw. Aquarellkarton, auf dem er anschlie\u00dfend die Konturen mit dem Bleistift fixierte. Dieses f\u00fcr seine Zeit ausgesprochen moderne Verfahren sollten die Fotorealisten in den 1970er-Jahren wieder f\u00fcr sich entdecken.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wilhelm Scheiner: Ansicht von Deutz,&nbsp;K\u00f6ln, um 1900,&nbsp;Aquarell, H: 42,5 cm, B: 63&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1923\/17.&nbsp;1922 Nachlass Wilhelm Scheiner, Erbe Dr. Hans Kruse, Siegen (Heimatforscher, 1911\u2013 1941 Leiter des Siegerlandmuseums und&nbsp;mit Scheiner befreundet) \u2013 1923 von Kruse mit vier weiteren Aquarellen an das Historische Museum verkauft.&nbsp;<\/em><em>Foto: rba_c000380<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Ulrich Bock<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00e4l Sick Das&nbsp;Aquarell \u00bbAnsicht von Deutz\u00ab des Deutzer Malers Wilhelm Scheiner, entstanden um 1900, ist eine bis ins letzte Detail pr\u00e4zise Abbildung des Deutzer Rheinufers zur damaligen Zeit. 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