{"id":336,"date":"2021-10-13T17:49:10","date_gmt":"2021-10-13T15:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=336"},"modified":"2022-03-12T11:59:25","modified_gmt":"2022-03-12T10:59:25","slug":"vom-rhein-in-die-welt","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/vom-rhein-in-die-welt\/","title":{"rendered":"Vom Rhein in die Welt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"vom-rhein-in-die-welt\">Vom Rhein in die Welt<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Die Er\u00f6ffnung des Rheinauhafens 1898 erlaubte eine gro\u00dfz\u00fcgige Umgestaltung des K\u00f6lner Altstadtufers, in vielen Fotografien von Carl Baedeker und anderen festgehalten. Die als wertvoll erachteten Baureste wurden im Stapelhaus wiederverwendet und fielen dem Bombenkrieg zum Opfer.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"520\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/198__5717519_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Fotografie aus dem Jahr 1898. Es zeigt Baureste, welche aus der Umgestaltung des K\u00f6lner Altstadtufers stammen.\" class=\"wp-image-1124\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/198__5717519_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/198__5717519_lo-300x246.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Carl Baedeker: K\u00f6ln \u2013 Am Bollwerk<\/strong>, 1900. Foto: rba_d033466<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Der Fotograf dieses Bildes befand sich am Rhein \u2013 eindeutig, kann man im Hintergrund doch die bekannte historische Stadtkulisse auf H\u00f6he der Frankenwerft erkennen. Aber der Rest? Warum sieht das alles so \u00bbkaputt\u00ab aus? Handelt es sich um den missgl\u00fcckten Versuch, eine erste U-Bahn zu bauen? In diesem Fall ist es im Gegenteil das Ergebnis eines gegl\u00fcckten Neubaus: Nachdem 1898 der neue Rheinauhafen in Betrieb gegangen war, ver\u00e4nderte sich schlagartig das Gesicht der Altstadt zum Rhein hin. Dort waren die alten Hafenanlagen wie die Lager- und Zollhallen \u00fcberfl\u00fcssig geworden und wurden abgebrochen. Dazu geh\u00f6rte auch das 1836 bis 1838 von Johann Peter Weyer errichtete Lagerhaus Ahren, auf dessen Bauplatz sich nun Relikte anderer abgebrochener H\u00e4user stapeln. Die hier gezeigten Kranbalken, die meisten in Tierform, befanden sich im Giebel der alten Gesch\u00e4ftsh\u00e4user. Sie dienten dazu, mittels Tauen die Waren in die Speicher hochzuziehen, denn die Treppenh\u00e4user waren in den traditionell schmalen H\u00e4usern zu eng daf\u00fcr. Die unten angeordneten Grienk\u00f6pfe hatten eine \u00e4hnliche Funktion \u2013 sie dienten als Widerlager, um schwere Lasten in den Keller zu bef\u00f6rdern. Die Ortsbezeichnung \u00bbAm Bollwerk\u00ab erinnert an das 1602 bis 1605 vom J\u00fclicher Festungsbaumeister Johann von Pasqualini errichtete dreieckige Befestigungswerk.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Stapelhaus, nach 1558 als Fischkauf- und Schlachthaus errichtet, sollte nach 1898 neuen Zwecken nutzbar gemacht werden. Seine Wiederherstellung, die man eher als phantasievolle Neukreation bezeichnen k\u00f6nnte, wurde nach einem Entwurf von Friedrich Carl Heimann durchgef\u00fchrt; unter seiner Aufsicht waren an der Leitung der Instandsetzung die st\u00e4dtischen Architekten Carl Baedeker, Wienecke, Remtjes und Suhr beteiligt. Die Kosten betrugen rund 670.000 Mark. 1901 war die Instandsetzung beendet, seitdem diente das Erdgeschoss als Wirtschaft, das Obergeschoss beherbergte das Museum f\u00fcr Naturkunde. Die beim Abbruch der umliegenden Altbauten gesicherten Kranbalken, Treppenpfosten usw. wurden im Stapelhaus angebracht \u2013 und fielen dem Bombenkrieg zum Opfer. Bei der Instandsetzung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Treppenturm, um 1600 errichtet, 1831 wegen Bauf\u00e4lligkeit abgebrochen, dann wieder hinzugef\u00fcgt, aber nicht an der alten Stelle an der Mauthgasse, sondern an der&nbsp;S\u00fcdseite und mit etwas gr\u00f6\u00dferem Durchmesser \u2013 ironischerweise der einzige Rest des Geb\u00e4udes, der heute noch steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Architekt Carl Baedeker war auch ein guter Fotograf. Das Historische Museum erwarb zahlreiche seiner Arbeiten, sobald Abz\u00fcge vorlagen. Der Sohn eines \u00bbk\u00f6nigl. Baumeisters\u00ab wurde im April 1864 in K\u00f6ln geboren und stand sp\u00e4ter selbst als Architekt in Diensten der Stadt K\u00f6ln. Zu seinen Arbeiten z\u00e4hlten neben dem Umbau des Stapelhauses auch der Neubau des Waisenhauses am Perlengraben und die Restaurierung der C\u00e4cilienkirche. Vom Gro\u00dfonkel, dem gleichnamigen Reisef\u00fchrer-Verleger, hatte er neben dem Vornamen wohl auch die Reiselust geerbt, und so wanderte er schon in jungen Jahren \u00fcber die Alpen bis Capri. 1905 entschloss er sich, sein Gl\u00fcck im Fernen Osten zu suchen, und reiste auf dem Reichspostdampfer \u00bbPrinz Eitel Friedrich\u00ab nach Schanghai. \u00bbDort gab es alle H\u00e4nde voll zu tun, und ich verdiente gutes Geld\u00ab, \u00e4u\u00dferte er sich kurz vor seinem Tod in einem Zeitungsinterview. In vier Jahren schuf er in China und Korea zahlreiche Gro\u00dfbauten f\u00fcr die europ\u00e4ischen Besatzer und deren einheimischen Kollaborateure. Dann hatte er so viel Geld verdient, dass er sich den 20.000-MarkTraum einer Weltreise erf\u00fcllen konnte. Baedeker kehrte nach Asien zur\u00fcck, wurde aber nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wie viele andere aus China ausgewiesen. 1925 lie\u00df er sich in Schlesien nieder, wo er sich der Blumenmalerei widmete. Von dort vertrieben ihn nach dem Ende des verlorenen n\u00e4chsten Krieges die Polen, seitdem lebte er in Altenberg. Hier starb er am 11. Mai 1958.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Carl Baedeker: K\u00f6ln \u2013 Am Bollwerk, 1900,&nbsp;Beschriftung: Ausleger und Grienk\u00f6pfe (auf dem Bauplatz des Stapelhauses) \/ aufgenommen Juli 1900.&nbsp;Fotografie, H: 15 cm, B: 23 cm, Tr\u00e4gerkarton: H: 24,3 cm, B 32,8 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1900\/416.&nbsp;Ankauf von Carl Baedeker. Foto: rba_d033466<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Rhein in die Welt Die Er\u00f6ffnung des Rheinauhafens 1898 erlaubte eine gro\u00dfz\u00fcgige Umgestaltung des K\u00f6lner Altstadtufers, in vielen Fotografien von Carl Baedeker und anderen festgehalten. 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