{"id":334,"date":"2021-10-13T17:48:56","date_gmt":"2021-10-13T15:48:56","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=334"},"modified":"2022-03-12T11:58:38","modified_gmt":"2022-03-12T10:58:38","slug":"verschwundenes-koeln","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/verschwundenes-koeln\/","title":{"rendered":"Verschwundenes K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"verschwundenes-koln\">Verschwundenes K\u00f6ln<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Vor dem Abbruch der seinerzeit noch erhaltenen mittelalterlichen Stadtumwallung, der gr\u00f6\u00dften n\u00f6rdlich der Alpen,&nbsp;hatte&nbsp; Jakob Scheiner, der Vater des Maler Wilhelm Scheiner, vom K\u00f6lner Museumsverein den Auftrag erhalten, zumindest die Stadttore&nbsp; zu dokumentieren, bevor sie, bis auf den bescheidenen Rest von vier Toren und zwei kleineren Bauabschnitten, verschwanden. Wilhelm Scheiner zeigt zehn Jahre sp\u00e4ter das vor der Niederlegung stehende Weyertor&nbsp;flankiert von&nbsp;neu entstandenen Geb\u00e4uden.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"742\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15294__6638244_lo.jpg\" alt=\"Man sieht das Weyertor auf einem Gem\u00e4lde von 1889.\" class=\"wp-image-1120\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15294__6638244_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15294__6638244_lo-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15294__6638244_lo-768x570.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><strong>Wilhelm Scheiner: Weyertor, Stadtseite, 1889<\/strong>. Foto: rba_c000426<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Es war das gr\u00f6\u00dfte zusammenh\u00e4ngende Architekturensemble, welches das Mittelalter n\u00f6rdlich der Alpen geschaffen hatte: Zw\u00f6lf &nbsp;repr\u00e4sentative Stadttore, 52 T\u00fcrme und eine sechs Kilometer lange Stadtmauer auf der Landseite, entstanden zwischen 1180 und 1250, dazu Vorwerke und Bastionen, die, als Antwort auf die milit\u00e4rtechnischen Fortschritte, im Laufe der folgenden Jahrhunderte hinzugekommen waren. Nur vier der Tore und zwei kleinere&nbsp; Mauerabschnitte blieben erhalten, dem gro\u00dfen Rest \u2013 so auch dem Weyertor \u2013 r\u00fcckte man geschichtsvergessen zwischen 1881 und 1891 mit Sprengladungen und Spitzhacke zu Leibe. Die Devise gab Oberb\u00fcrgermeister Hermann Becker fortschrittstrunken anl\u00e4sslich der Abbruchfeier am 11. Juni 1881 aus: \u00bbWas unsere Vorfahren bauen mussten, damit K\u00f6ln gro\u00df wurde, das m\u00fcssen wir sprengen, damit K\u00f6ln nicht klein werde. Wie wir es w\u00fcrdigen, dass ihren Bed\u00fcrfnissen gem\u00e4\u00df unsere Vorfahren schanzten und t\u00fcrmten, so w\u00fcrdigen wir es als unsere Pflicht, ihre Werke niederzulegen, als eine Pflicht, deren l\u00e4ngere Vers\u00e4umung uns in der Gegenwart Spott und in der Zukunft harte Verdammung eingetragen h\u00e4tte.\u00ab Was f\u00fcr eine Fehleinsch\u00e4tzung!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wilhelm Scheiner (1852\u20131922) w\u00e4hlte f\u00fcr seine Ansicht des Weyertores einen diagonalen Blickwinkel vom Pantaleonswall aus, der zugleich die \u00f6stliche Schmalseite mit dem vorgelagerten feldseitigen Flankenturm und die im 18. Jahrhundert zu einem zweigeschossigem Wohnriegel mit je sieben Fenstern ausgebaute st\u00e4dtische L\u00e4ngsseite ins Bild r\u00fcckt. Eine Vogelschauansicht von 1702 vermittelt da noch einen ganz anderen, wehrhaften Charakter des 1232 erstmals erw\u00e4hnten Tores: Anstelle des eher h\u00e4uslich anmutenden Walmdaches und der Kegeld\u00e4cher \u00fcber den seitlichen Rondellen bekr\u00f6nen Zinnenkr\u00e4nze die Flankent\u00fcrme und den damals noch ein Stockwerk h\u00f6heren, deutlich als Torbau abgesetzten Mitteltrakt. Das Weyertor war das h\u00f6chstgelegene der K\u00f6lner Stadttore. Es besa\u00df das seit dem 15. Jahrhundert sukzessiv ausgebaute st\u00e4rkste Vorwerk der landseitigen Stadtbefestigung K\u00f6lns. Einen guten Eindruck davon konnte noch Scheiners Vater Jakob (1820\u20131911) vermitteln, der 1878\/79 auf seinem Aquarell der Feldseite (heute ebenfalls in der Graphischen Sammlung des Stadtmuseums) den Zwinger mit wuchtigem Renaissancevortor und den verst\u00e4rkten Kehlpunkt der Nordflanke der sich anschlie\u00dfenden Bastion mit darstellte. Von alldem ist bei Scheiner junior zehn Jahre sp\u00e4ter nichts mehr zu sehen: Der Durchblick linker Hand des Tores verdeutlicht den nun isolierten Charakter des Bauwerks. Als seiner Funktion beraubter Solit\u00e4r inmitten einer Wohnbebauung n\u00f6rdlich des Barbarossaplatzes war sein Schicksal besiegelt, und so h\u00e4lt Scheiner denn im Bild den Beginn der Abbrucharbeiten fest. Man erkennt im Hintergrund die Bauarbeiter, die bereits das Pultdach des Anbaus abdecken, der als Treppenstiege zu den ehemaligen Turmwohnungen f\u00fchrte. Das Aquarell hat wie bei allen Arbeiten des K\u00fcnstlers einen explizit dokumentarischen Charakter, denn es ist \u2013 mit Ausnahme der Staffagefiguren im Vordergrund \u2013 die getreuliche Umsetzung einer noch vorhandenen Fotografie Scheiners, datierend vom 2. Oktober 1889.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Hahnen-, Eigelstein- und Severinstor war das Weyertor bis zum 19. Jahrhundert der wichtigste, mit einer Zollstation versehene Zugang zur Stadt \u2013 umso bedauerlicher der Abriss des Tores, den man f\u00fcr unumg\u00e4nglich hielt. Mit ihm ging ein weiteres bedeutendes Denkmal des alten K\u00f6ln unwiederbringlich verloren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wilhelm Scheiner: Weyertor, Stadtseite, K\u00f6ln, 1889;&nbsp;bez. links unten: K\u00f6ln. Weyerthor. 1889. Oct.2. \/ W. Scheiner.&nbsp;Aquarell, H: 37,5 cm, B: 51,5 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM&nbsp;1907\/140.&nbsp;Ankauf eines Konvolutes von 65 grafischen Bl\u00e4ttern und&nbsp;34 Fotografien 1907 von Wilhelm Scheiner als Geschenk von \u00bbHerrn\u00ab [d. i. Franz] Clouth, K\u00f6ln-Nippes. Foto: rba_c000426<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Ulrich Bock<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verschwundenes K\u00f6ln Vor dem Abbruch der seinerzeit noch erhaltenen mittelalterlichen Stadtumwallung, der gr\u00f6\u00dften n\u00f6rdlich der Alpen,&nbsp;hatte&nbsp; Jakob Scheiner, der Vater des Maler Wilhelm Scheiner, vom K\u00f6lner Museumsverein den Auftrag erhalten, zumindest die Stadttore&nbsp; zu dokumentieren,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1120,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-334","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/334","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/334\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4616,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/334\/revisions\/4616"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}