{"id":332,"date":"2021-10-13T17:48:37","date_gmt":"2021-10-13T15:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=332"},"modified":"2022-03-12T11:53:06","modified_gmt":"2022-03-12T10:53:06","slug":"eine-schwierige-geburt","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/eine-schwierige-geburt\/","title":{"rendered":"Eine schwierige Geburt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"eine-schwierige-geburt\">Eine schwierige Geburt<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Elf Jahre nach der Zerst\u00f6rung des alten Wallraf-Richartz-Museums und \u2013 damit verbunden \u2013 der Fresken von Eduard von Steinle (entstanden 1861 bis 1864 im dortigen Treppenhaus) erwarb das Stadtmuseum 1954 aus dem Nachlass der Erben des K\u00fcnstlers vier Vorentwurfszeichnungen: \u00bbDie neueste Renaissance der Kunst\u00ab (1550\u20131825) und \u00bbDer Ausbau des Domes\u00ab (1825\u20131855).&nbsp;<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"513\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/443__0296853_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Treppenhaus-Fresko aus dem Jahr 1862. Es zeigt mehrere Personen, welche sich um einen Sprecher geschart haben.\" class=\"wp-image-1115\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/443__0296853_lo.jpg 513w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/443__0296853_lo-243x300.jpg 243w\" sizes=\"(max-width: 513px) 100vw, 513px\" \/><figcaption><strong>Edward von Steinle: Entwurf f\u00fcr ein Treppenhaus-Fresko des alten Wallraf-Richartz-Museums,&nbsp;<\/strong>, Frankfurt a.&nbsp;M., 1862.&nbsp;Foto: rba_d033527<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Im Jahr 1857 erhielt Edward von Steinle (1810\u2013 1886), Professor der Historienmalerei an der St\u00e4del\u2018schen Kunstschule in Frankfurt a. M., nach z\u00e4hen Verhandlungen mit der Kunstkommission der Stadt K\u00f6ln den ehrenvollen Auftrag, die Treppenhausfresken im von Heinrich Richartz gestifteten Museumsneubau f\u00fcr die Sammlung Wallraf auszuf\u00fchren. Die Fresken sollten die Ouvert\u00fcre zu den Kunstsammlungen bilden. Mit dem K\u00fcnstler vereinbart wurden vier gro\u00dfe Wandgem\u00e4lde zur Geschichte K\u00f6lns, aufgeteilt in vier Abschnitte: \u00bbDie r\u00f6mische und romanische Periode\u00ab (16 v. Chr.\u20131248), \u00bbDie mittelalterliche Periode\u00ab (1248\u2013 1550), \u00bbDie neueste Renaissance in der Kunst\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>(1550\u20131825) und \u00bbder Ausbau des Domes\u00ab (1825\u2013 1855). Hinzu kam eine Reihe von Sockelbildern mit K\u00f6lner Stadtheiligen, lokalgeschichtlichen Ereignissen und dem unvermeidlichen Karneval. Steinle erf\u00fcllte den Auftrag zwischen 1861 und 1864. Kaum 80 Jahre sp\u00e4ter (beim Peter- und Pauls-Angriff am 29. Juni 1943) gingen die Fresken im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs unter.<\/p>\n\n\n\n<p>Erhalten und seit 1954 im Besitz des Museums blieben vier Vorentw\u00fcrfe zu den beiden letzten 1863 und 1864 realisierten Fresken, der \u00bbneuesten\u00ab bzw. \u00bbneuen\u00ab Renaissance sowie dem Ausbau des Domes und Entw\u00fcrfe f\u00fcr die Sockelfriese. Die beiden ersten, 1858 eingereichten Entw\u00fcrfe wurden, jeweils einhergehend mit Querelen und Intrigen innerhalb wie au\u00dferhalb des zust\u00e4ndigen \u00bbComit\u00e9es\u00ab, abgelehnt, die 1862 und 1863 nachgeschobenen Zweitentw\u00fcrfe schlie\u00dflich umgesetzt, so auch das vorliegende Blatt, \u00bbDie neue Renaissance\u00ab. Im Verlauf der konfliktreichen Entstehungsgeschichte der Fresken wurde Steinle zwischenzeitlich sogar der Auftrag gek\u00fcndigt, und seine sensible K\u00fcnstlernatur litt entsprechend, wie er in Briefwechseln seinen Freunden anvertraute.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Kompromiss \u2013 der Diplomatie und Geduld des f\u00fcr das ikonographische Programm verantwortlich zeichnenden Bonner Theologen und Arch\u00e4ologen Joseph Braun geschuldet \u2013 hat Steinle selbst in der folgenden Bildbeschreibung zusammengefasst (Anm. des Verf. in eckigen Klammern): \u00bbIm Vordergrund links steht Bernhard Jabach [gemeint ist Eberhard Jabach III., 1567\u20131636] mit Geldorp [G. Gortzius, 1553\u2013nach 1619] und Rubens \u2013 eine&nbsp;Beziehung auf St. Peters Bild [gemeint ist \u00bbdie&nbsp;Kreuzigung Petri\u00ab in St. Peter, auf Vermittlung von Georg Gortzius bei Rubens vom Bankier Jabach in Auftrag gegeben]. Hinter dieser Gruppe steht von Vondel, der ber\u00fchmte holl\u00e4ndische Dichter, ein geb. K\u00f6lner [Joost van den V., 1587\u20131679], mit der ber\u00fchmten Anna von Sch\u00fcrmann im Gespr\u00e4ch [1607\u20131678]. Gegen die Mitte zu, auf erh\u00f6htem Grunde steht Winckelmann [Johann Joachim W., 1717\u20131768] in der Erkl\u00e4rung des Laokoon begriffen. Die Mitte selbst aber nimmt Friedrich Schlegel [1772\u20131829] stehend ein. Zwischen diesen beiden letzten schreitet Goethe selbst\u00e4ndig zur Gesellschaft. Rechts von Fr. Schlegel zeichnet Sulpiz Boisser\u00e9e [1783\u20131854] an seinem Domwerke, Melchior [M. Boisser\u00e9e, 1786\u20131851] steht auf dem Bild gelehnt hinter ihm und horcht auf Schlegel. Bertram [Johann Baptist B., 1776\u20131841] sitzt teilnehmend auf dem Zeichentische. Im Vordergrund rechts steht Wallraf [Ferdinand Franz W., 1748\u20131824], ebenfalls auf Schlegel horchend, und Richartz [Johann Heinrich R., 1796\u20131861] legt ihm, den Museumsplan in der Linken, die rechte Hand auf die Schulter.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Am Gesamtprogramm hat man als Besonderheit die \u00bbDeutung der Kunst- und Kulturgeschichte (&#8230;) in ihrer selbstbewu\u00dften Beschr\u00e4nkung auf das K\u00f6lnische\u00ab (Rolf Andree) hervorgehoben. Aber gerade die Kritik an der \u00bbneuen Renaissance\u00ab sollte nicht abrei\u00dfen. Man bem\u00e4ngelte zum Beispiel, dass Matthias Josef de No\u00ebl und Joseph G\u00f6rres als wichtige Vork\u00e4mpfer f\u00fcr die Domvollendung fehlten. Ein Kompromiss stellt selten alle zufrieden \u2013 am allerwenigsten in der Domstadt!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Edward von Steinle: Entwurf f\u00fcr ein Treppenhaus-Fresko des alten Wallraf-Richartz-Museums, Frankfurt a.&nbsp;M., 1862.&nbsp;Aquarellierte Bleistift- und Federzeichnung auf Papier, H:&nbsp;66&nbsp;cm, B:&nbsp;56&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1954\/131 d.&nbsp;Nachlass Edward von Steinle \u2013 wahrscheinlich Nachlass des Sohnes Alphons Maria von Steinle, am 20.&nbsp;11.&nbsp;1954 erworben bei der 441.&nbsp;Lempertz\u2019schen Kunstversteigerung. Foto: rba_d033527<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Ulrich Bock<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elf Jahre nach der Zerst\u00f6rung des alten Wallraf-Richartz-Museums und \u2013 damit verbunden \u2013 der Fresken von Eduard von Steinle erwarb das Stadtmuseum 1954 aus dem Nachlass der Erben des K\u00fcnstlers vier Vorentwurfszeichnungen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1115,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-332","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/332\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4600,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/332\/revisions\/4600"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}