{"id":330,"date":"2021-10-13T17:48:23","date_gmt":"2021-10-13T15:48:23","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=330"},"modified":"2022-03-12T11:50:23","modified_gmt":"2022-03-12T10:50:23","slug":"der-kleine-dom-am-rande-der-altstadt","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/der-kleine-dom-am-rande-der-altstadt\/","title":{"rendered":"Der \u00bbkleine Dom\u00ab am Rande der Altstadt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-kleine-dom-am-rande-der-altstadt\">Der \u00bbkleine Dom\u00ab am Rande der Altstadt<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Diese lavierte Federzeichnung zeigt eine neugotische Kirche in idyllischer Stadtlandschaft, die 1857 aber noch gar nicht gebaut war. Der K\u00f6lner Architekt Vinzenz Statz pr\u00e4sentiert hier mitten in den scharfen Diskussionen um den Abriss der wertvollen romanischen Vorg\u00e4ngerkirche St. Mauritius einen Entwurf f\u00fcr einen wegweisenden sakralen Bau der Neugotik in K\u00f6ln. Schon vier Jahre sp\u00e4ter war es soweit: Die bauf\u00e4llige Vorg\u00e4ngerkirche wurde abgerissen und zwischen 1861 und 1866 konnte Statz seine neugotischen Tr\u00e4ume architektonisch umsetzen. Diesem Kirchengeb\u00e4ude, das bei seiner Vollendung als \u201ekleiner Dom\u201c gefeiert wurde, war aber nur eine kurze Lebensdauer bis zu seiner Zerst\u00f6rung im Zweiten Weltkrieg beschieden.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"715\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15441__4557254_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Zeichnung von St. Mauritius aus dem Jahr 1857.\" class=\"wp-image-1111\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15441__4557254_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15441__4557254_lo-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15441__4557254_lo-768x549.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><strong>Statz: Ansicht von St. Mauritius in K\u00f6ln<\/strong>, 1857. Foto: rba_c015968<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Von Norden, von der Stra\u00dfe Am Rinkenpfuhl aus, blickt der Zeichner und Architekt Vincenz Statz auf sein Werk voraus. Noch steht die alte romanische Kirche St. Mauritius da, kurz vor ihrem Abbruch 1859. Vorausgegangen sind jahrelange Auseinandersetzungen \u00fcber Erhalt, Umbau oder Neubau des romanischen Kirchenbaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser wurde 1135 als fr\u00fcheste B\u00fcrgerstiftung von Hermann von Stave begonnen, um 1141 geweiht und als erste romanische Kirche im Rheinland mit Kreuzgratgew\u00f6lben aus Stein versehen. St. Mauritius diente gleichzeitig als Kloster- und als Pfarrkirche: Die Benediktinerinnen von Rolandswerth benutzten den Westteil mit Turm und Empore, die Pfarrangeh\u00f6rigen das Langschiff. Mit der S\u00e4kularisation 1802 wurden die Dom\u00e4nen f\u00fcr den Unterhalt eingezogen, Kloster und Kirche verfielen. Der Westturm wurde als Farbk\u00fcche genutzt und musste 1832 durch einen schmaleren Turm ersetzt werden. Schwierige Eigentumsverh\u00e4ltnisse, der Wegfall der nahen Pantaleonskirche f\u00fcr den katholischen Gottesdienst und das rasante Bev\u00f6lkerungswachstum verkomplizierten notwendige Erhaltungsma\u00dfnahmen von St. Mauritius. Bei den Pfarrangeh\u00f6rigen wuchs der Wunsch nach einem neuen und modernen Kirchenbau.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Situation stiftete 1856 der K\u00f6lner B\u00fcrger und Pfarrangeh\u00f6rige Nikolaus Frank 80.000 Taler f\u00fcr einen Neubau. Er machte zur Bedingung, den K\u00f6lner Architekten Vincenz Statz (1819\u2013 1898) als Bauleiter zu verpflichten, obwohl dieser keinen staatlichen Architektenabschluss, sondern nur eine Ausbildung an der K\u00f6lner Dombauh\u00fctte absolviert hat. St. Mauritius war in den Augen der K\u00f6lner Neugotik-Fraktion die Chance, zu beweisen, dass eine Lehre in der Dombauh\u00fctte mindestens genauso gut wie ein Akademieabschluss sei. Doch noch k\u00e4mpften verschiedene Kr\u00e4fte f\u00fcr den Erhalt der romanischen Kirche. Gegen ihren Abriss pl\u00e4dierte der preu\u00dfische Konservator Ferdinand von Quast, der die Originalit\u00e4t des Bauwerks in Gegensatz zu den \u00bbnachahmenden Formen\u00ab der neugotischen Architektur stellte. Von Quast wusste K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV. auf seiner Seite, der St. Mauritius selbst besucht hatte und sehr sch\u00e4tzte. Auf Gehei\u00df des K\u00f6nigs musste Statz einen Kompromissentwurf erarbeiten, der einen Erhalt des&nbsp;romanischen Ostteils und einen neugotischen Chor mit Hochaltar im Westen vorsah.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich setzten sich die Bef\u00fcrworter des Neubaus durch, der Altbau wurde wegen angeblich schwerwiegender Baum\u00e4ngel abgerissen. Der Grundstein wurde 1861 gelegt, und bereits am 8. Juni 1865 konnte die neue Kirche geweiht werden. Im November 1866 wurde auch der 96 Meter hohe Turm mit der Mauritiusfigur von Peter Fuchs fertiggestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich hat Statz unser Blatt als Entwurfszeichnung f\u00fcr Nikolaus Frank geschaffen und 1857 im Di\u00f6zesanmuseum pr\u00e4sentiert. Ein Vergleich mit zeitgen\u00f6ssischen Fotografien zeigt, dass der Entwurf \u2013 mit Ausnahme des Dachreiters und der Flankent\u00fcrme \u2013 im Wesentlichen so realisiert wurde, wie von Statz hier vorgestellt. Entstanden ist ein repr\u00e4sentativer Bau aus gelbem Backstein, eine Ikone der Neugotik in K\u00f6ln. Als \u00bbkleinen Dom\u00ab feiert das \u00bbOrgan f\u00fcr Christliche Kunst\u00ab 1865 den Neubau.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weltkrieg hat St. Mauritius in Schutt und Asche gelegt. Fritz Schaller nahm die erhaltene Sockelzone, Teile der Apsis und der Polygonkapellen sowie den Turm wieder auf und baute St. Mauritius als verkleinerte Pfarrkirche wieder auf. 1958, als die Entwurfszeichnung von Statz in den Museumsbestand kam, ist die teilerneuerte Kirche der Pfarrgemeinde wieder f\u00fcr den Gottesdienst \u00fcbergeben worden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Vincenz Statz: Ansicht von St. Mauritius in K\u00f6ln, 1857?&nbsp;Signiert: Statz (unten rechts).&nbsp;Bleistiftzeichnung, laviert und wei\u00df geh\u00f6ht; H: 24,3 cm, B: 34,2 cm (Ecken abgerundet),&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1958\/97.&nbsp;Ankauf von Jos. Schumacher, Bonn. Foto: rba_c015968<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Bettina Mosler<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese lavierte Federzeichnung zeigt eine neugotische Kirche in idyllischer Stadtlandschaft, die 1857 aber noch gar nicht gebaut war.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1111,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-330","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/330\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4593,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/330\/revisions\/4593"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}