{"id":328,"date":"2021-10-13T17:48:06","date_gmt":"2021-10-13T15:48:06","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=328"},"modified":"2022-03-12T11:49:36","modified_gmt":"2022-03-12T10:49:36","slug":"abbruchreif","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/abbruchreif\/","title":{"rendered":"Abbruchreif?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"abbruchreif\">Abbruchreif?<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Die \u00e4lteste Fotografie im Bestand des K\u00f6lnischen Stadtmuseums stammt von einem Franzosen. Charles Marville dokumentierte 1853 die K\u00f6lner Rathauslaube, bevor sie in den folgenden Jahren wie das gesamte Rathaus einer tiefgreifenden ver\u00e4ndernden Modernisierung unterzogen wurde.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/619__3515374_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist die \u00e4lteste Fotografie im Bestand des K\u00f6lnischen Stadtmuseums. Es zeigt die K\u00f6lner Rathauslaube im Jahr 1853.\" class=\"wp-image-1105\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/619__3515374_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/619__3515374_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption><strong>Charles Marville: Rathauslaube<\/strong>, K\u00f6ln, 1853. Foto: rba_d033408<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Bereits ein Jahr fr\u00fcher als der in K\u00f6ln wohlbekannte belgische Fotograf Jan Frans Michiels (1823\u2013 1887) hielt der Franzose Charles Marville die Rathauslaube fotografisch fest, und zwar in der bevorzugten Perspektive von S\u00fcden, bei der zumindest ein Teil des Ratsturmes zu erkennen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Renaissancelaube war als Ersatz f\u00fcr die bauf\u00e4llig gewordene gotische Laube um 1570 von Wilhelm Vernuken (um 1540\u20131607) errichtet worden. Von st\u00e4dtischer Seite aus waren die wichtigsten Beteiligten B\u00fcrgermeister Constantin von Lyskirchen (dessen Bildnis 102 Jahre fr\u00fcher, 1894, ins Museum gelangt ist), Hermann von Wedig (d. \u00c4.) und Stadtschreiber Johannes Helman, der die lateinischen Inschriften verfasste. Die Kosten des Portalbaus sollen 110.000 Goldgulden betragen haben, obwohl man auf die vorgesehene Pflasterung der neuen Halle aus Kostengr\u00fcnden zun\u00e4chst einmal verzichtete. Schon 30 Jahre sp\u00e4ter wurde der Portalbau als \u00bbschad- und mangelhaft\u00ab, gar \u00bbruin\u00f6s\u00ab bezeichnet, aber erst 1617\/18 erfolgte die Instandsetzung. Damals erhielt das Portal auch die Gew\u00f6lbe des Obergeschosses und die seitlichen Wappenaufs\u00e4tze. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war dann eine erneute General\u00fcberholung f\u00e4llig, verbunden mit einer neuen Farbgebung und teilweisen Vergoldung, wie es der barocke Zeitgeist forderte.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst wieder Stadtbaumeister Johann Peter Weyer veranlasste 1836 bis 1839 die ersten Schritte einer gro\u00dfz\u00fcgigen Restaurierung. Die Erneuerung des Daches und Ersetzung von Reliefs und JustitiaFigur kosteten 3.200 Taler. In diesem Zustand traf Marville bei seiner Rheinreise 1853 auf das Renaissanceportal, denn die tief greifenden Umbauten durch Julius Raschdorff setzten erst nach 1858 ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als auf Zeichnungen, ausgef\u00fchrten Gem\u00e4lden oder gar Druckgrafiken sch\u00f6nte der Fotograf nichts, er zeigt die Laube in all ihrem majest\u00e4tischen Verfall, zudem leicht \u00fcberbelichtet, an einer der S\u00e4ulen der unvermeidliche Gr\u00f6\u00dfenvergleichsmensch. Vorn rechts f\u00fchrt die Treppe in den oberen Teil der Laube, von wo aus die reichsst\u00e4dtischen B\u00fcrgermeister ihre Morgenappelle verlasen. Links davon erkennt man eine Wand mit zahlreichen Anschl\u00e4gen und Bekanntmachungen. Oben rechts ist vor dem schmalen Kamin eine sehr bruchst\u00fcckhafte Zinne erkennbar, sodass man Angst haben musste, dem Rathaus zu nahe zu kommen, wollte man nicht von herabst\u00fcrzenden Steinen getroffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Charles Marville (1813\/1816\u20131879, eigentlich Charles Fran\u00e7ois Bossu), urspr\u00fcnglich ausgebildet als Maler, Graveur und Illustrator, wandte sich um 1850 der Fotografie zu. 1851 begann er damit, im Louvre Fotografien von Zeichnungen anzufertigen. Bald darauf fotografierte er in Westeuropa und Algerien f\u00fcr den Verlag seines Fotografenkollegen Louis-D\u00e9sir\u00e9 Blanquart-Evrard in Lille. Die Aufnahmen, die Marville von seinen Reisen an den Rhein 1852\/53 mitbrachte, illustrieren das 1853 in Lille erschienene Mappenwerk \u00bbLes bords du Rhin \u2013 monuments, ruines, vues pittoresques\u00ab, das erste fotografische Ansichtenwerk vom Rhein \u00fcberhaupt. Darin ist auch die K\u00f6lner Rathauslaube zu finden \u2013 jedoch ohne den Statisten an der S\u00e4ule. Bei dieser Gelegenheit fotografierte er auch die Bauarbeiten am Dom, die Kirche St. Maria im Kapitol und den Hafen am Rhein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende der 1850er Jahre beauftragte ihn die Stadt Paris, die alten Viertel der Stadt vor der Umgestaltung und Modernisierung im Auftrag von Napoleon III. und des Pr\u00e4fekten Georges-Eug\u00e8ne Haussmann zu dokumentieren. Zehn Jahre sp\u00e4ter fotografierte er die Neu- und Umbauten. 1862 war er zum \u00bbamtlichen Fotografen von Paris\u00ab ernannt worden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Charles Marville: Rathauslaube, K\u00f6ln, 1853.&nbsp;bez. links unten: Cologne \/ Ch. Marville \/ Ao\u00fbt 1853. Salzpapierabzug, H: 35,8 cm, B: 26 cm,&nbsp;Inv.-Nr. G 15370.&nbsp;Ankauf 1996 bei Rudolf Kicken Galerie, Aachen, f\u00fcr 3450 DM. Foto: rba_d033408<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M.A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00e4lteste Fotografie im Bestand des K\u00f6lnischen Stadtmuseums stammt von einem Franzosen. 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