{"id":324,"date":"2021-10-13T17:47:24","date_gmt":"2021-10-13T15:47:24","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=324"},"modified":"2022-03-12T11:53:26","modified_gmt":"2022-03-12T10:53:26","slug":"elite-der-deutschen-revolution","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/elite-der-deutschen-revolution\/","title":{"rendered":"Elite der deutschen Revolution"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"elite-der-deutschen-revolution\">Elite der deutschen Revolution<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Das Jahr 1848 polarisierte \u2013 und die Deutschen scheuten sich nicht, Stellung zu beziehen. Rechnete man sich zur Minderheit der Linken, dann erwarb man eine Lithografie, die die Heroen der Linken im Frankfurter Parlament zeigte, darunter auch den K\u00f6lner Robert Blum als M\u00e4rtyrer der Revolution.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"419\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/249__6047059_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist eine Zeichnung von einer Gruppe M\u00e4nner.\" class=\"wp-image-1097\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/249__6047059_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/249__6047059_lo-300x198.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong><strong>Mitglieder der Linken des Ersten Deutschen Reichstages in Frankfurt a. M<\/strong>., <\/strong>1848\/49.&nbsp;Foto: rba_d033412<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Hier sind die f\u00fchrenden Linken der deutschen Revolution 1848\/49 dargestellt. Auch wenn auf der bei Eduard Gustav Mey und Wirsing erschienenen Lithografie extra vermerkt ist, dass die Portr\u00e4ts von Wilhelm V\u00f6lker (1811\u20131873) in der Paulskirche gezeichnet wurden, so handelt es sich doch um eine Zusammenstellung von Einzelportr\u00e4ts, im Text darunter alle vorgestellt. Die \u00bbLinke\u00ab umfasste etwa 15 Prozent der Abgeordneten, ihre Fraktionen waren benannt nach den Gastst\u00e4tten, in denen sie sich trafen \u2013 \u00bbDeutscher Hof\u00ab, wo sich die legalistischen Gem\u00e4\u00dfigten zusammenfanden, und \u00bbDonnersberg\u00ab, wo sich diejenigen versammelten, die revolution\u00e4re Aktionen nicht ausschlossen. Zu ihren gemeinsamen Zielen geh\u00f6rten die Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, das Einkammersystem, die allgemeine, gleiche, direkte Wahl (f\u00fcr M\u00e4nner ab 25) und eine dem Parlament verantwortliche Regierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute sind die meisten Namen vergessen, aber zu ihrer Zeit waren sie Heroen des republikanisch gesinnten Teils der Deutschen. Ihre Bilder waren begehrt und verkauften sich gut. Die bekanntesten sind heute wohl Arnold Ruge (1802\u20131833), erst Mitstreiter, dann Gegner von Karl Marx, und Robert Blum, der \u00bbM\u00e4rtyrer der Revolution\u00ab. In K\u00f6ln kennt man noch Franz Raveaux (1810\u20131851), auch wegen seiner Verdienste um den volkst\u00fcmlichen Karneval.<\/p>\n\n\n\n<p>Robert Blum, 1807 in K\u00f6ln geboren, wurde in seiner zweiten Heimat Leipzig zum Wortf\u00fchrer des Volkes. Er war schon in das Vorparlament (Februar\u2013Mai 1848) entsandt worden, wurde dort zum Vizepr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt, aber erst in der am 18. Mai erstmals zusammengetretenen Nationalversammlung konnte er seine rhetorische Begabung voll entfalten. Er war auch der Erste, der es verstand, eine Schar von Anh\u00e4ngern um sich zu versammeln. Man nahm gemeinsam die linke Seite des Parlaments ein, dessen Sitzordnung sich an derjenigen der franz\u00f6sischen Nationalversammlung (links, Zentrum, rechts) orientierte. Blum stand aber bei all seiner Radikalit\u00e4t auch f\u00fcr Ausgleich und war gegen Gewalt. Im Oktober 1848 reiste er mit Julius Fr\u00f6bel nach Wien, um den aufst\u00e4ndischen Demokraten eine Gru\u00dfbotschaft der Nationalversammlung zu \u00fcberbringen. Zu einer R\u00fcckkehr kam es nicht, die habsburgischen Truppen hatten Wien eingekesselt. Und so wurde der friedliebende&nbsp;Blum doch noch in K\u00e4mpfe verwickelt. Die Demokraten wurden besiegt, Blum und Fr\u00f6bel, die als Abgeordnete eigentlich Immunit\u00e4t genossen, verhaftet. Beide wurden zum Tode verurteilt. W\u00e4hrend man Fr\u00f6bel begnadigte und abschob, wurde der ungleich popul\u00e4rere Robert Blum am 9. November 1848 in der Brigittenau von einem Erschie\u00dfungskommando hingerichtet. Das machte ihn zum M\u00e4rtyrer der Revolution, es entstand ein wahrer \u00bbBlum-Kult\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Blum mit dem M\u00e4rtyrer- bzw. Ehrenkranz gekennzeichnet ist, wird Wilhelm Adolph von Tr\u00fctzschler als Lebender dargestellt. Deshalb l\u00e4sst sich die Datierung des Blattes auf die Zeit zwischen der Erschie\u00dfung Robert Blums am 9. November 1848 und der Hinrichtung von Tr\u00fctzschler am 14. August 1849 in Mannheim nach Niederschlagung der Badischen Revolution einschr\u00e4nken. Statt Blum steht der Gie\u00dfener Zoologieprofessor Carl Vogt als Wortf\u00fchrer im Zentrum der Darstellung.<\/p>\n\n\n\n<p>Irritierend wirkt der Begriff \u00bbErster Deutscher Reichstag\u00ab. Die offizielle Bezeichnung lautete Nationalversammlung. Ihre Aufgabe war die Erarbeitung einer Verfassung, auf deren Basis dann ein Parlament zu w\u00e4hlen gewesen w\u00e4re. Die Verwendung \u00bbReichstag\u00ab kann aber auch als politisches Statement gedeutet werden \u2013 die Verleger des Blattes w\u00fcnschten sich ein vereintes Gro\u00dfdeutschland \u00e4hnlich dem alten \u00bbDeutschen Reich\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Museum erwarb das Blatt f\u00fcr 5 Mark bei dem H\u00e4ndler Alfred Werther, K\u00f6ln.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Mitglieder der Linken des Ersten Deutschen Reichstages in Frankfurt a. M.,&nbsp;<\/em><em>Zeichnung:&nbsp;<br>Wilhelm V\u00f6lker, Lithografie, Druck und Verlag: E. G. Mey und Wirsing, 1848\/49,&nbsp; H: 43,5 cm, B:&nbsp;60 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1912\/142 = G&nbsp;6924&nbsp;b.&nbsp;Ankauf von Alfred H. Werther, K\u00f6ln, 1912, f\u00fcr 5&nbsp;Mark. Foto: rba_d033412<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 1848 polarisierte \u2013 und die Deutschen scheuten sich nicht, Stellung zu beziehen. 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