{"id":316,"date":"2021-10-13T17:46:18","date_gmt":"2021-10-13T15:46:18","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=316"},"modified":"2022-03-12T11:54:38","modified_gmt":"2022-03-12T10:54:38","slug":"koeln-als-romantische-ruinenkulisse","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/koeln-als-romantische-ruinenkulisse\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln als romantische Ruinenkulisse"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"koln-als-romantische-ruinenkulisse\">K\u00f6ln als romantische Ruinenkulisse<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Das Fischkaufhaus war seit seinem Bau ein Brennpunkt der stadtk\u00f6lnischen Wirtschaft gewesen. Hier wurde vor allem der wichtige Hering gehandelt. Eines der wenigen bildlichen Zeugnisse davon gibt diese Zeichnung von J. Vinckboons, der seine Rheinreise in einem Skizzenbuch festhielt.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"426\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/234__7316019_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Zeichnung von Gro\u00df St. martin aus dem Jahr 1664.\" class=\"wp-image-1077\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/234__7316019_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/234__7316019_lo-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong><strong>Johannes oder Justus (Joost) Vinckboons: Gro\u00df St. Martin, Heringsniederlage und Fischkaufhaus,&nbsp;<\/strong><\/strong>um 1664\/65.&nbsp;<br>Foto: rba_d033427<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Im 17. Jahrhundert entdeckten die niederl\u00e4ndischen K\u00fcnstler die Rheinlandschaft und deren romantischen Zauber. Auch K\u00f6ln wurde gern aufgesucht. Bei solch einer Gelegenheit entstand diese Ansicht vom K\u00f6lner Rheinufer aus der Zeit um 1665.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechts erkennt man das ab 1558 im Stil der niederl\u00e4ndischen Renaissance neu errichtete Fischkaufhaus und den vorgelagerten Platz der Heringsniederlage. Die in der Nordsee gefangenen Heringe und der von Rhein und Mosel stammende Wein z\u00e4hlten seit dem sp\u00e4ten Mittelalter zu den wichtigsten K\u00f6lner Handelsg\u00fctern. Die Heringe wurden in K\u00f6ln umgepackt, und die Heringsf\u00e4sser erhielten hier spezielle Brandzeichen, den K\u00f6lner Brand, der als G\u00fctemerkmal galt. Dieselben Kaufleute, die den Hering den Rhein hinauf oder nach Osten handelten, brachten auf der R\u00fcckkehr Wein mit. Bis ins 19. Jahrhundert blieben die K\u00f6lner Gro\u00dfh\u00e4ndler im Weinhandel marktbeherrschend.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab gro\u00dfe Kaufh\u00e4user f\u00fcr die wichtigsten Waren: das Leinenkaufhaus am Alter Markt (1550 zum Rathaus eingezogen), die Eisenhalle (Eisen, fremde T\u00fccher) am Malzb\u00fcchel, das Erdgeschoss des G\u00fcrzenichs f\u00fcr \u00bbtrockene\u00ab Waren oder \u00bbDrugewaare\u00ab wie H\u00e4ute, Metalle, Drogeriewaren und Gew\u00fcrze, sp\u00e4ter auch Textilien \u2013 und das hier gezeigte Fischkaufhaus f\u00fcr fette und feuchte Waren, sogenannte Ventg\u00fcter. Am 7. Mai 1259 hatte der K\u00f6lner Erzbischof und Stadtherr Konrad von Hochstaden seiner Stadt das Stapelrecht verbrieft \u2013 es besagte, dass kein Kaufmann aus dem Osten mit seinen Waren \u00fcber K\u00f6ln, kein Kaufmann aus dem Westen \u00fcber Rodenkirchen hinaus und keiner vom Oberrhein weiter als Riehl ziehen durfte. Jeder fremde Kaufmann musste also in K\u00f6ln haltmachen und seine Waren den K\u00f6lner Gro\u00dfh\u00e4ndlern anbieten, denn G\u00e4steverkauf und Detailhandel waren streng verboten. Dies verschaffte den K\u00f6lner H\u00e4ndlern enorme Vorteile, sie konnten sich die besten Waren heraussuchen, um sie anschlie\u00dfend weiter zu verhandeln. Ausw\u00e4rtige Unternehmen besch\u00e4ftigten K\u00f6lner Zwischenh\u00e4ndler, um ebenfalls zu profitieren. Zudem musste auf die Waren Steuer, Akzise, gezahlt werden, die den st\u00e4dtischen Haushalt finanzierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings wurde mit der schriftlichen Fixierung des Stapelrechts einer ohnehin g\u00e4ngigen Praxis Rechnung getragen \u2013 n\u00f6rdlich von K\u00f6ln wird aus&nbsp;dem Mittel- der Niederrhein, was fr\u00fcher auch einen Wechsel der eingesetzten Schiffstypen n\u00f6tig machte. Die flachb\u00f6digen Oberl\u00e4nderschiffe, die gegen den Strom getreidelt werden mussten, wurden durch k\u00fcstentaugliche Segelschiffe mit Kiel getauscht. Hierzu mussten die Waren nat\u00fcrlich umgeladen werden. Und da der meiste Warenverkehr \u00fcber den Rhein erfolgte, hatte sich K\u00f6ln seit seiner Gr\u00fcndung als Handelszentrum im nordwestlichen Europa etabliert. Zudem querten hier die Handelsrouten aus dem Maasgebiet nach Osten den Rhein. Allerdings wurden Verletzungen des Stapelrechts nur auf dem Papier scharf geahndet. In der Realit\u00e4t wurde kaum jemals jemand ernsthaft bestraft.<\/p>\n\n\n\n<p>1908 schenkte Arthur Camphausen, Bankier sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Concordia und der K\u00f6lnischen R\u00fcckversicherung, dem Historischen Museum ein Skizzenbuch, das 71 Zeichnungen mit Ansichten des Niederrheins bis K\u00f6ln und Bonn zeigt. Schon seit 1904 befand sich eine weitere Zeichnung aus dem Skizzenbuch mit einer Ansicht von St. Aposteln als Geschenk des Stadtbibliothekars Otto Zaretzky im Besitz des Museums. Benannt wurde das kleine, in einen ledernen Einband gebundene Buch nach dem sp\u00e4ter auf mehreren Bl\u00e4ttern hinzugef\u00fcgten Namen \u00bbFinkenbaum\u00ab. Als Zeichner lie\u00df sich ein \u00bbJ. Vinckboons\u00ab identifizeren. Damit kommen zwei Br\u00fcder aus Amsterdam als Urheber in Frage \u2013 zum einen der Architekt Justus oder Joost Vinckboons (1620\/21\u20131698), zum anderen dessen \u00e4lterer Bruder, der Zeichner, Kupferstecher und Verleger Johannes Vinckboons (1616\/17\u20131670). Die Zusammenstellung der Skizzen erfolgte erst sp\u00e4ter. Urspr\u00fcnglich handelte es sich um drei eigenst\u00e4ndige, zwischen 1660 und 1665 entstandene Konvolute, wobei der letzte Band fast ausschlie\u00dflich K\u00f6lner Bauwerke der Zeit 1664\/65 zeigt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Gro\u00df St. Martin, Heringsniederlage und Fischkaufhaus, aus: Skizzenbuch des Johannes oder Justus (Joost) Vinckboons, um 1664\/65.&nbsp;Lavierte Tuschezeichnung, Blatt H:&nbsp;15&nbsp;cm, B:&nbsp;20&nbsp;cm,&nbsp;<br>Inv.-Nr. HM&nbsp;1908\/69.&nbsp;Geschenk des Geheimen Kommerzienrates Arthur Camphausen (1839\u2013 1921), Wert 7,50 Mark \u2013 das entsprach zwei Tagesverdiensten eines Stra\u00dfenbahnschaffners. Foto: rba_d033427<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6ln als romantische Ruinenkulisse Das Fischkaufhaus war seit seinem Bau ein Brennpunkt der stadtk\u00f6lnischen Wirtschaft gewesen. Hier wurde vor allem der wichtige Hering gehandelt. 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