{"id":314,"date":"2021-10-13T17:46:03","date_gmt":"2021-10-13T15:46:03","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=314"},"modified":"2023-10-24T10:52:26","modified_gmt":"2023-10-24T08:52:26","slug":"mit-oder-ohne-wie-es-der-obrigkeit-gefaellt","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/mit-oder-ohne-wie-es-der-obrigkeit-gefaellt\/","title":{"rendered":"Mit oder ohne \u2013 wie es der Obrigkeit gef\u00e4llt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"mit-oder-ohne-wie-es-der-obrigkeit-gefallt\">Mit oder ohne \u2013 wie es der Obrigkeit gef\u00e4llt<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Eine der bekanntesten fr\u00fchneuzeitlichen Darstellungen des K\u00f6lner Panoramas schuf der b\u00f6hmische K\u00fcnstler Wenzel Hollar im Jahr 1636. Die Druckplatten blieben erhalten, wenn auch in reduzierter Form \u2013 das befestigte Deutz musste wieder entfernt werden.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"479\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/483__4160363_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine fr\u00fchneuzeitliche Darstellung des K\u00f6lner Panoramas aus dem Jahr 1636.\" class=\"wp-image-1072\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/483__4160363_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/483__4160363_lo-300x227.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><strong>Kupferdruckplatte mit der Gro\u00dfen K\u00f6lner Stadtansicht von Wenzel Hollar, 1636\/1656.&nbsp;<\/strong><\/strong>Foto: rba_d033558_03<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>1632 begann Wenzel Hollar eine erste Fassung der gro\u00dfen Ansicht der Stadt K\u00f6ln, die Deutz noch ohne die nach dem schwedischen Einfall im Dezember 1632 errichtete Befestigung zeigt. Das erstmals um die Jahreswende 1632\/33 erw\u00e4hnte Kriegsschiff auf dem Rhein hingegen ist schon ber\u00fccksichtigt. Die komplette Ansicht muss sp\u00e4testens 1636 vollendet gewesen sein, da Hollar damals K\u00f6ln verlie\u00df und nur auf dem R\u00fcckweg Ende des Jahres noch einmal in K\u00f6ln Station machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenzeslaus bzw. Wenzel Hollar wurde als Sohn einer protestantischen Familie 1607 in Prag geboren. Im Zuge der Verfolgungen der Protestanten nach den katholischen Siegen in B\u00f6hmen begab er sich auf Wanderschaft. Sein Weg f\u00fchrte ihn in die \u2013 protestantischen \u2013 St\u00e4dte Stuttgart, Stra\u00dfburg und Frankfurt am Main. 1632 bis 1636 hielt er sich in K\u00f6ln auf, bevor er in den Dienst des Thomas Lord Howard, Earl of Arundel and Surrey, Sonderbotschafter des englischen K\u00f6nigs Charles I., trat und diesen bei dessen diplomatischer Reise zum Regensburger Kurf\u00fcrstentag begleitete. Anschlie\u00dfend ging er mit ihm als besoldeter \u00bbHausk\u00fcnstler\u00ab nach England, unterbrochen von einem Exil 1644 bis 1652 in Antwerpen. Hollar, der irgendwann zwischen 1641 und 1644 doch noch zum Katholizismus konvertierte, starb 1677 in Westminster.<\/p>\n\n\n\n<p>Der urspr\u00fcngliche Auftraggeber der repr\u00e4sentativen Stadtansicht, die sich mit der des Anton Woensam von 1531 durchaus messen kann, war Abraham Hogenberg gewesen, aber die Ansicht wurde erst 1656 von Gerhard Altzenbach ver\u00f6ffentlicht. Von Hogenbergs Fassung hat es wohl nur (nicht erhaltene) Probeabz\u00fcge gegeben. Altzenbach, ein \u00e4u\u00dferst umtriebiger Verleger, widmete die erste Ausgabe dem Magistrat der Stadt K\u00f6ln. Daf\u00fcr erhielt der Verleger \u00fcblicherweise nicht nur eine finanzielle Belohnung, viel wichtiger war das anschlie\u00dfende Druckprivileg. Das f\u00fcr den Druck vorgesehene Exemplar aus 16 Druckplatten, darunter der zw\u00f6lfspaltige Typentext, umfasste allerdings nicht nur die K\u00f6ln-Ansicht, sondern zeigte im Vordergrund auch das befestigte Deutz aus der Zeit von 1632\/33. Die Befestigung war jedoch 1641 schon wieder beseitigt worden. Darum musste Altzenbach eine Erl\u00e4uterung hinzuf\u00fcgen. Daneben lie\u00df er auch kleinere \u00c4nderungen vornehmen \u2013 statt acht finden sich zehn M\u00fchlen auf dem Rhein, und&nbsp;dort, wo nun die Ruine eines Rundturms am Deutzer Ufer zu sehen ist, stand vormals der steinerne Deutzer Kran. Und erst Altzenbach hat seine eigene Verlagsadresse und den Namen des K\u00fcnstlers stechen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als die Papierdrucke wurden Kupferplatten aufgehoben und nicht selten weiter ver\u00e4u\u00dfert. Der neue Verleger l\u00f6schte die alte Adresse, um sie durch seinen Namen zu ersetzen. Stark abgenutzte Platten wurden gern neu aufgestochen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangten die erhaltenen vier Platten mit der Stadtansicht und einem kleinen Teil von Deutz sowie einem Fries der Gaffelwappen in den Besitz des K\u00f6lner Stechers und Verlegers Everhard Goffart. Sp\u00e4ter gibt sie Jacob Goffart heraus. Als die Stadt sich 1723 ein neues gro\u00dfes Stadtbanner zulegte, zierte Hollars Stadtansicht das Zentrum des heute im K\u00f6lnischen Stadtmuseum gezeigten Banners.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den erhaltenen Kupferplatten wurden 1957, 1970 und 1992 neue Drucke gefertigt. Diese erkennt man daran, dass \u00fcber dem Agrippa-Banner (im Druck links oben) der Sammlerstempel von H. J. L. (Hermann Josef L\u00fcckger) mit K\u00f6lner Wappen erscheint, das er in die Platte gravieren lie\u00df. Die Familie L\u00fcckger sammelt seit Generationen. Der Erste war wohl Johann Wilhelm L\u00fcckger (1752\u2013 1827), auch seine Nachkommen Johann Mathias L\u00fcckger, Vater und Sohn, sammelten eifrig weiter. Hermann Joseph L\u00fcckger (1864\u20131951) entwickelte eine besondere Leidenschaft f\u00fcr das Sammeln und Forschen. Auch dessen Sohn, Johann Mathias, genannt Hans L\u00fcckger (geb. 1897), sammelte weiter und erwies sich seiner Heimatstadt gegen\u00fcber mehr als gener\u00f6s. 1963 schenkte Dr. Hans L\u00fcckger der Stadt K\u00f6ln einen gro\u00dfen Teil der Sammlung L\u00fcckger, die insgesamt 1.766 St\u00fccke wurden auf die st\u00e4dtischen Museen und das Historische Archiv aufgeteilt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Vier Kupferdruckplatten mit der Gro\u00dfen K\u00f6lner Stadtansicht von Wenzel Hollar, 1636\/1656, Kupfer, je H: 29 cm, B: 38,5 cm (Gesamtbreite: 154 cm).&nbsp;Inv.-Nr. KSM&nbsp;1964\/321 a\u2013d.&nbsp;Schenkung Dr.&nbsp;Hans L\u00fcckger, K\u00f6ln, 1963. Foto: rba_d033558_03 (Platte mit dem Dom)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit oder ohne \u2013 wie es der Obrigkeit gef\u00e4llt Eine der bekanntesten fr\u00fchneuzeitlichen Darstellungen des K\u00f6lner Panoramas schuf der b\u00f6hmische K\u00fcnstler Wenzel Hollar im Jahr 1636. 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