{"id":312,"date":"2021-10-13T17:45:47","date_gmt":"2021-10-13T15:45:47","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=312"},"modified":"2023-10-24T10:49:03","modified_gmt":"2023-10-24T08:49:03","slug":"eine-handelsgeschichte","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/eine-handelsgeschichte\/","title":{"rendered":"Eine Handelsgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"eine-handelsgeschichte\">Eine Handelsgeschichte<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong><strong><strong>Der K\u00f6lner K\u00fcnstler Augustin Braun dokumentierte mit seinem Blatt ein St\u00fcck K\u00f6lner Wirtschaftsgeschichte des 17.\u00a0Jahrhunderts<\/strong><\/strong> \u2013 es zeigt vor dem Hintergrund der Stadt K\u00f6ln einen florierenden Textilhandel.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"483\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/533__9830402_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Szene aus einem Handelshaus um 1618.\" class=\"wp-image-1067\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/533__9830402_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/533__9830402_lo-300x229.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><strong>Augustin Braun: Ein K\u00f6lner Handelshaus mit Hafenbetrieb<\/strong>, <\/strong>um 1618, 1976\/345. Foto: rba_d033467<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Schon zu Lebzeiten war der K\u00f6lner Zeichner und Stecher Augustin Braun (t\u00e4tig zwischen 1590 und 1639) bei Sammlern gesch\u00e4tzt. Eberhard Jabach etwa hatte die Zeichnungen seines Anno-Zyklus erworben, die heute der Louvre bewahrt. Stecher in ganz Nordwesteuropa arbeiteten nach Brauns Vorlagen, seine Verleger kamen aus vielen L\u00e4ndern, seine Platten wurden gern ein zweites Mal verwendet, aber Augustin Braun selbst hat K\u00f6ln anscheinend nie verlassen. Die Anf\u00e4nge seines Lebens sind genauso unbekannt wie sein Ende. Augustin Braun lernte wohl in den 1580er Jahren bei einem niederl\u00e4ndischen Stecher und Zeichner in K\u00f6ln, sein \u00e4ltestes bekanntes Werk stammt aus dem Jahr 1590, aber erst zwischen 1603 und 1608 wurde er Mitglied des Maleramtes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hier vorgestellte Zeichnung einer Handelsszene k\u00f6nnte man sich ebenso gut in einem st\u00e4dtischen Kaufhaus vorstellen wie in einem reichen Privathaus, besonders in Verbindung mit dem Gegenst\u00fcck in der G\u00f6ttinger Sammlung Uffenbach, das einen K\u00f6lner B\u00fcrgermeister beim Empfang eines Boten zeigt, im Hintergrund Rathauslaube und Ratsturm. Der undatierte und unbezeichnete K\u00f6lner Entwurf entspricht der G\u00f6ttinger Zeichnung von 1618 in Gr\u00f6\u00dfe, Technik und Komposition so genau, dass sie zur gleichen Zeit zu einem gemeinsamen Zweck entstanden sein m\u00fcssen. Vey meint dazu 1990: \u00bbVerbildlichte das G\u00f6ttinger Blatt das Stadtregiment, so das K\u00f6lner Blatt den Handel als Fundament des st\u00e4dtischen Wohlstandes.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>In einer antikisierenden S\u00e4ulenhalle kennzeichnet links ein Mann die geschn\u00fcrten Ballen, von links kommt ein weiterer Mann, der einen Stapel flacher Platten im Arm h\u00e4lt. Sind es Tuchballen oder ungebundene B\u00fccher? Sie werden zum Verschicken in Ballen und F\u00e4sser verpackt. Von rechts tritt aus einer erh\u00f6hten T\u00fcr ein Mann in einem langen Gewand heraus, den man sofort als Herrn des Hauses ausmacht. Im Hintergrund transportieren M\u00e4nner Ballen auf dem R\u00fccken bzw. mittels einer Schubkarre, noch weiter entfernt erkennt man den Ladekai mit Kran und Lastschiffen, am Horizont gr\u00fc\u00dft der unvollendete Dom, womit jeder sofort wei\u00df: Die Szene spielt in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch die Erwerbungsgeschichte spielt in und bei K\u00f6ln. Das Stadtmuseum kaufte das Blatt 1976 f\u00fcr 5.000 DM von dem Kunsth\u00e4ndler Heinz Kisters. Mitte der 1950er Jahre hatte es sich bei der Kunsthandlung Venator in K\u00f6ln gefunden, kam dann als Geschenk an Bundeskanzler Adenauer. Vor Geburtstagen teilte Adenauers Sekretariat den Vorst\u00e4nden gr\u00f6\u00dferer Unternehmen regelm\u00e4\u00dfig mit, womit dem Kanzler eine Freude zu machen sei. Zu Adenauers 80. Geburtstag am 5. Januar 1956 organisierte die deutsche Wirtschaft sogar eigens eine Spendenaktion, von deren Erl\u00f6s sich der Regierungschef Kunst aussuchen sollte. Sp\u00e4ter gab Adenauer diese Braun-Zeichnung im Tausch an Heinz Kisters in Kreuzlingen am Bodensee weiter, der sie schlie\u00dflich in K\u00f6ln anbot.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz Kisters (1912\u20131977) war der schillerndste Kunsth\u00e4ndler der fr\u00fchen Bundesrepublik \u2013 und der Galerist des Kanzlers. 1950 lernte Adenauer den damals 38 Jahre alten Unternehmer kennen. Bekannt machte beide der K\u00f6lner Bankier Robert Pferdmenges. Fortan war Kisters der \u00bbKunsth\u00e4ndler des Bundeskanzlers\u00ab. Bis zu dessen Tod im Jahr 1967 steuerte er, welche Gem\u00e4lde und Skulpturen in der Rh\u00f6ndorfer Villa Eingang fanden; leider stellten sich nach Adenauers Tod die meisten Werke als weit weniger wertvoll heraus, als der Kanzler und seine Erben gedacht hatten. Kisters hatte ihn schlicht \u00bb\u00fcbers Ohr gehauen\u00ab. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs war Kisters (obwohl im besten wehrtauglichen Alter) als Nachrichtentechniker \u2013 vom Nachrichtenmagazin \u00bbDer Spiegel\u00ab als \u00bbRadiofabrikant aus K\u00f6ln\u00ab tituliert \u2013 t\u00e4tig, mehr ist nicht bekannt. Aber diese Gesch\u00e4fte schienen so gut zu laufen, dass er es sich allein zwischen 1941 und 1944 leisten konnte, 105 Gem\u00e4lde zu erwerben, die das Wallraf-Richartz-Museum aus seinem Depot verkaufte. Kisters schaffte es, den 74-j\u00e4hrigen Adenauer von seinen Kenntnissen und F\u00e4higkeiten zu \u00fcberzeugen \u2013 und bot ihm 17 Jahre lang regelm\u00e4\u00dfig Bilder an, die zum Teil aus jenen Best\u00e4nden stammten, die der zwischenzeitlich ins Schweizer Steuerparadies umgezogene Kisters dem Wallraf-Richartz-Museum abgekauft hatte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Ein K\u00f6lner Handelshaus mit Hafen<\/em><em>b<\/em><em>etrieb, Augustin Braun, um 1618,&nbsp;Federzeichnung in Braun auf graugr\u00fcnem Papier, blassbraun und blassblau laviert und mit Deckwei\u00df geh\u00f6ht,&nbsp;H: 18 cm, B:&nbsp;26,9 cm (unregelm\u00e4\u00dfig beschnitten),&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1976\/345. Foto: rba_d033467<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der K\u00f6lner K\u00fcnstler Augustin Braun dokumentierte mit seinem Blatt ein St\u00fcck K\u00f6lner Wirtschaftsgeschichte des 17.\u00a0Jahrhunderts \u2013 es zeigt vor dem Hintergrund der Stadt K\u00f6ln einen florierenden Textilhandel.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1067,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-312","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10927,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/312\/revisions\/10927"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}