{"id":310,"date":"2021-10-13T17:45:30","date_gmt":"2021-10-13T15:45:30","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=310"},"modified":"2022-03-12T11:51:14","modified_gmt":"2022-03-12T10:51:14","slug":"der-verlorene-schatz","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/der-verlorene-schatz\/","title":{"rendered":"Der verlorene Schatz"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-verlorene-schatz\">Der verlorene Schatz<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Dieses Wappenstammbuch muss man sich wie eine prachtvolle Handschrift vorstellen, die mit zahlreichen Wappendarstellungen, Allegorien, Portr\u00e4ts bedeutender Zeitgenossen und Herrscher illustriert ist. \u00bbMan muss es sich vorstellen\u00ab, denn das Original ist nicht mehr da\u2026 Es wurde aus der Graphischen Sammlung des Museums entwendet.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/383__5203025_lo.jpg\" alt=\"Man sieht den Einband eines Wappenstammbuchs. Zu sehen ist das K\u00f6lner Wappen.\" class=\"wp-image-1060\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/383__5203025_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/383__5203025_lo-300x226.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong><strong>Wappenstammbuch des Kurf\u00fcrsten und Erzbischofs von K\u00f6ln, Ernst Herzog von Bayern, 1581\u20131597.&nbsp;<\/strong><\/strong>Foto: Erzbisch\u00f6fliche Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Die Provenienzforschung, die in Deutschland im Auftrag des Deutschen St\u00e4dtetags an den Museen seit etwa 1999 betrieben wird, um besonders den Erwerb und Verbleib von Kunst und Kulturgut in der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen, darf man sich als undankbares Besch\u00e4ftigungsfeld vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgestattet mit Angaben, die nicht ausreichend zur Identifikation eines gesuchten Objekts dienen (\u00bbein Aachener Schrank\u00ab), Akten und Inventaren, die weder Ma\u00dfe oder K\u00fcnstler korrekt vermerken, muss man m\u00fchsam \u00fcber Hinweise wie Galerieaufkleber, Transportquittungen oder erhaltene Korrespondenz rekonstruieren, welchen Weg das Objekt genommen hat, und dabei m\u00f6glichst l\u00fcckenlos die Stationen seiner Herkunft oder seines Verbleibs festhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im vorliegenden Fall lautete der Inventarbucheintrag wie folgt: \u00bbWappenstammbuch des Kurf\u00fcrsten Ernst v. K\u00f6ln aus dem Hause Wittelsbach. 1584\u00ab. Ernst von Bayern (1554\u20131612) war F\u00fcrstbischof von Freising, Hildesheim, L\u00fcttich und M\u00fcnster und von 1583 bis 1612 Erzbischof von K\u00f6ln. Das Stammbuch einer in ihrer Zeit so bedeutenden Pers\u00f6nlichkeit hat man sich opulent illustriert, mit Wappendarstellungen, Allegorien, Darstellungen von anderen bedeutenden Pers\u00f6nlichkeiten seines Umfelds und Herrscherportr\u00e4ts vorzustellen. Ein solches St\u00fcck ist ein seltenes Unikat und f\u00fcr die Forschung wichtig, weil es Einblick erlaubt in das Beziehungsgeflecht des Stammbuchf\u00fchrers.<\/p>\n\n\n\n<p>Das einzige Problem mit dem gedachten Prachtalbum war, dass es, 1941 von der H\u00e4ndlerin Elfriede Langeloh f\u00fcr das Rheinische Museum erworben, in den letzten drei Jahrzehnten in den Sammlungen nicht mehr gesichtet worden war und es auch keine Vorstellung von seinem Verschwinden gab. M\u00f6glicherweise war es in der Kriegszeit verloren oder zerst\u00f6rt worden, denkbar, dass es als ausgelagerter Bestand nach Kriegsende an einen falschen Adressaten ging und dort als Bestand mit unbekannter Herkunft inventarisiert wurde. Denkbar w\u00e4re auch, dass ein kleines, unscheinbares Queroktavformat mit 30 Bl\u00e4ttern in flexiblem Pergamenteinband unerkannt in einem Regal oder einer Schublade landete.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht so in unserem Fall, wo eine komplette Fotodokumentation und ein detaillierter Beschreibungstext als Manuskript in der Erzbisch\u00f6flichen Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln existiert, die im Zusammenhang mit seiner Pr\u00e4sentation auf der Internationalen Kunstausstellung \u00bbAus der Schatzkammer des Kunsthandels \u2013 50 Jahre C. I. N. O. A.\u00ab (Conf\u00e9deration Internationale des N\u00e9gociants en \u0152uvres d\u2018Art) 1986 in der K\u00f6lner Messe entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Stammbuch war dem K\u00f6lner Auktionshaus Venator &amp; Hanstein aus Privatbesitz angeboten worden und im Katalog zur Auktion 58 im September 1988 mit aufw\u00e4ndiger Beschreibung und Abbildung von 15 Bl\u00e4ttern auf einer ausklappbaren Farbtafel pr\u00e4sentiert worden. Die Provenienz las sich wie folgt: \u00bbDas Wappenbuch stammt aus dem Vorbesitz von Clemens August, dem letzten K\u00f6lner Kurf\u00fcrsten aus dem Haus Wittelsbach. Daf\u00fcr spricht zum einen, da\u00df das Buch aus altem Bonner Privatbesitz kommt; derartige Objekte im Bonner Raum erkl\u00e4ren sich aus der dortigen Aufl\u00f6sung u. teilw. Zwangsversteigerung des Besitzes von Clemens August.\u00ab Mit einer Taxe von 150.000 DM angeboten, fand das au\u00dfergew\u00f6hnliche St\u00fcck, das dem Triumph von Herzog Ernst und seinen Parteig\u00e4ngern \u00fcber den abtr\u00fcnnigen K\u00f6lner Erzbischof Gebhard Truchsess zu Waldburg im K\u00f6lnischen oder Truchsessischen Krieg (1583\u20131588) huldigt, der den Einbruch der Reformation verhinderte und den Katholizismus in Rheinland und Westfalen f\u00fcr weitere 200 Jahre sicherte, keinen Abnehmer und ging wieder an den Einlieferer zur\u00fcck. Der gab es in London zur Auktion, wo es bei Sotheby\u2018s am&nbsp;5. Dezember 1991 als Lot 482 mit einer Taxe von 16.000 Pfund angeboten und mit 29.120 Pfund einem unbekannten Bieter zugeschlagen wurde. Damit ist es f\u00fcr K\u00f6ln und seine Sammlungen vorerst verloren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wappenstammbuch des Kurf\u00fcrsten und Erzbischofs von K\u00f6ln, Ernst Herzog von Bayern, 1581\u2013 1597, flexibler Pergamenteinband, Papier, Deckmalerei, 30&nbsp;Bl., 24 x 34&nbsp;cm, Inv.-Nr. RM&nbsp;1941\/62. Ankauf Elfriede Langeloh, 1941, fur 2820&nbsp;RM. Foto: Erzbisch\u00f6fliche Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Beatrix Alexander<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Wappenstammbuch muss man sich wie eine prachtvolle Handschrift vorstellen, die mit zahlreichen Wappendarstellungen, Allegorien, Portr\u00e4ts bedeutender Zeitgenossen und Herrscher illustriert ist.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1060,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-310","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/310\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4595,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/310\/revisions\/4595"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}