{"id":308,"date":"2021-10-13T17:45:15","date_gmt":"2021-10-13T15:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=308"},"modified":"2022-03-12T11:54:03","modified_gmt":"2022-03-12T10:54:03","slug":"gesucht-der-rheinische-schuetzenkoenig","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/gesucht-der-rheinische-schuetzenkoenig\/","title":{"rendered":"Gesucht: Der rheinische Sch\u00fctzenk\u00f6nig!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"gesucht-der-rheinische-schutzenkonig\">Gesucht: Der rheinische Sch\u00fctzenk\u00f6nig!<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Dieser seltene Druck von 1480 ist eine Einladung an die Sch\u00fctzenbr\u00fcder der Stadt K\u00f6ln, an einem Sch\u00fctzenwettbewerb des Mainzer Kurf\u00fcrsten teilzunehmen. Der Kreis unter dem Text entspricht der Gr\u00f6\u00dfe der Zielscheibe. So konnten die Sch\u00fctzen schon einmal \u00fcben \u2013 das Preisgeld lag bei 40 Gulden!<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"434\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/218__4894349_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Einladung zum Schie\u00dfspiel aus dem Jahr 1480.\" class=\"wp-image-1055\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/218__4894349_lo.jpg 434w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/218__4894349_lo-205x300.jpg 205w\" sizes=\"(max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><figcaption><strong><strong>Einladung zum Schie\u00dfspiel<\/strong>,&nbsp;1480. <\/strong>Foto: rba_d033411<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Der seltene Druck, von dem nur noch ein weiteres Exemplar bekannt ist, ist eine sogenannte Inkunabel. Diese Wiegendrucke (incunabula, Windeln, Wiege) erschienen seit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 durch Johannes Gutenberg in Mainz bis zum Jahr 1500. In diesem halben Jahrhundert sind wahrscheinlich etwa 27.000 verschiedene Werke entstanden. Die gr\u00f6\u00dften Inkunabelsammlungen Deutschlands besitzen die Bayerische Staatsbibliothek in M\u00fcnchen und die W\u00fcrttembergische Landesbibliothek in Stuttgart.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst orientierte man sich an dem gewohnten Erscheinungsbild mittelalterlicher Handschriften. Um den Text als Block in einem einheitlichen Satzspiegel erscheinen zu lassen, benutzte der Drucker gegossene Ligaturen und Abbreviaturen als Buchstaben mit bestimmten Zeichen zur Abk\u00fcrzung lateinischer grammatischer Formen. In verschiedenen Breiten gegossene Lettern standen zur Verf\u00fcgung, damit die Zeilenl\u00e4ngen das Bild eines homogenen Textk\u00f6rpers ergaben. Auf die Handschriftentradition verwies auch die nachtr\u00e4glich von Hand durchgef\u00fchrte Kolorierung im fertigen Druck \u2013 wie hier die Hervorhebung der Majuskeln in roter Farbe. Dies erleichterte das Lesen, da die Gro\u00dfbuchstaben teilweise auch den Beginn eines neuen Satzes anzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Inkunabel ist ein Brief. Am 26. Mai 1480 wandte sich der Sch\u00fctzenmeister der Armbrustsch\u00fctzen der Stadt Mainz an den B\u00fcrgermeister, den Rat und die Sch\u00fctzenbr\u00fcder der Stadt K\u00f6ln und lud sie im Namen des Mainzer Kurf\u00fcrsten zu einem Sch\u00fctzenwettbewerb nach Mainz ein.<\/p>\n\n\n\n<p>1480 war ein bewegtes Jahr in Europa. Nach der fehlgeschlagenen Belagerung von Rhodos bedrohten die Osmanen nach der Eroberung von Otranto die Adria. Gro\u00dff\u00fcrst Iwan III. von Moskau befreite Russland von dem Joch der Goldenen Horde, Eduard IV. sicherte dem Haus Lancaster im Rosenkrieg vorerst die Macht in England, Leonardo da Vinci erfand den Fallschirm \u2013 und Hermann IV. von Hessen wurde Erzbischof von K\u00f6ln. 1480 war das Geburtsjahr illustrer Pers\u00f6nlichkeiten wie Lucrezia Borgia, Ferdinand Magellan, G\u00f6tz von Berlichingen und Johann Georg Faust.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie man sieht, konnte es in Zeiten wie diesen nicht schaden, sich im Armbrustschie\u00dfen zu \u00fcben. Um den rheinischen Sch\u00fctzenk\u00f6nig zu ermitteln, sollte&nbsp;der Wettbewerb in Mainz am Montag nach St. Bartholom\u00e4us, also am 28. August 1480, um acht Uhr vormittags stattfinden. Die Mainzer Sch\u00fctzenbr\u00fcder zeigten gro\u00dfen Sportsgeist, indem sie die Gr\u00f6\u00dfe des Zieles, auf das die Sch\u00fctzen ein Ausscheidungsschie\u00dfen veranstalten sollten, \u00bbufwendig off dyssem brieffe gezeychent\u00ab haben. Der Kreis unterhalb des Textk\u00f6rpers entsprach also der Gr\u00f6\u00dfe der Zielscheibe. Somit konnten die K\u00f6lner Sch\u00fctzen schon mal \u00fcben und wussten, was sie erwartete. Wer bei besagtem Schie\u00dfen dieses Ziel traf, kam in die Endausscheidung: einer Serie von 32 Schuss auf ein weiteres Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Startgeld betrug einen Gulden in Wei\u00dfpfennigen, einer g\u00e4ngigen und beliebten rheinischen W\u00e4hrung, die seit der Gr\u00fcndung des Rheinischen M\u00fcnzvereins ein Jahrhundert zuvor in allt\u00e4glichem Gebrauch war. In diesem Brief von 1480 ist der aktuelle Wechselkurs auf 24 Pfennige f\u00fcr den Gulden festgelegt. Aus diesem Antrittsgeld und einer gro\u00dfz\u00fcgigen Auslobung des Erzbischofs von Mainz in H\u00f6he von 20 Gulden ergab sich das Preisgeld von 40 Gulden f\u00fcr den Sch\u00fctzenk\u00f6nig bis hinunter zu einem Gulden f\u00fcr den Letzten. Somit zahlten nur diejenigen drauf, welche die Finalrunde verpasst hatten. Beglaubigt wurde das Schreiben vom damaligen Amtmann der Stadt Mainz, Ludwig Isenberg, Graf von Budingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob man am \u00bbRhoi\u00ab oder am \u00bbRhing\u00ab nun den besten Armbrustsch\u00fctzen des Jahres hatte, wissen wir heute nicht mehr. Aber neben der Gemeinsamkeit des W\u00e4hrungsverbundes zeigt sich in dieser Einladung doch ein weiteres Element rheinischer Nachbarschaft, die sportlich-spielerische Konkurrenz in ernsten Zeiten. Und dass f\u00fcr eine Korrespondenz auf dieser Ebene die modernste Technologie eingesetzt wurde, l\u00e4sst den Wandel der Zeiten erahnen, die auf die Erfindung des Buchdruckes mit beweglichen Lettern folgen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Hinweis auf die Inkunabel im Bestand des K\u00f6lnischen Stadtmuseums&nbsp;sei Jael D\u00f6rfer gedankt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Einladung zum Schie\u00dfspiel, gedruckt von Nicolaus Bechterm\u00fcnze (gest. nach 1488), Eltville, nach dem 26. Mai 1480.&nbsp;Inkunabeldruck auf Papier, H: 43 cm, B:&nbsp;29,5&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1904\/150.&nbsp;\u00dcberweisung aus dem Historischen Archiv der Stadt K\u00f6ln, 1904. Foto: rba_d033411<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Markus Kirschbaum<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser seltene Druck von 1480 ist eine Einladung an die Sch\u00fctzenbr\u00fcder der Stadt K\u00f6ln, an einem Sch\u00fctzenwettbewerb des Mainzer Kurf\u00fcrsten teilzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1055,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-308","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/308\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4603,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/308\/revisions\/4603"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1055"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}