{"id":306,"date":"2021-10-13T17:45:00","date_gmt":"2021-10-13T15:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=306"},"modified":"2022-03-12T11:54:17","modified_gmt":"2022-03-12T10:54:17","slug":"in-aller-freundschaft","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/grafik-fotografie\/in-aller-freundschaft\/","title":{"rendered":"In aller Freundschaft"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"in-aller-freundschaft\">In aller Freundschaft<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Das Stammbuch des K\u00f6lner Weinh\u00e4ndlers und Hansekaufmanns Gerhard Pilgrum ist ein besonders sch\u00f6nes Exemplar seiner Art: voller Miniaturen wie dieser, die eine Szene aus der Belagerung Wiens um 1530 darstellen k\u00f6nnte. Eine dramatische Zusammenstellung: Explosion, Pulverdampf, Einschuss und Blutaustritt aus der Schusswunde \u2013 alles in einem Bild.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"394\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/424__9360500_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Gem\u00e4lde von zwei M\u00e4nnern auf Pferden. Der rechte Mann schie\u00dft auf den linken Mann.\" class=\"wp-image-1047\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/424__9360500_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/424__9360500_lo-300x186.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong><strong>Stammbuch des Gerhard Pilgrum,&nbsp;<\/strong>K\u00f6ln u. a. 1578\u20131589. <\/strong>Foto: rba_d028769<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Das Stammbuch des K\u00f6lner Weinh\u00e4ndlers Gerhard Pilgrum (verm. 1528 \u20131593) ist ein besonders sch\u00f6nes Exemplar seiner Art: Der K\u00f6lner Patrizier Pilgrum, mehrfacher B\u00fcrgermeister und Bannerherr der Fassbinderzunft, war als Hansekaufmann von den Niederlanden bis S\u00fcd- und Osteuropa gesch\u00e4ftlich t\u00e4tig. Das erkl\u00e4rt vielleicht, warum sein Stammbuch neben Widmungen und Wappendarstellungen von m\u00f6glichen Bekannten oder Weggef\u00e4hrten und \u2013 wie damals \u00fcblich \u2013 eingeklebten Kupferportr\u00e4ts bedeutender Pers\u00f6nlichkeiten, auch exotische Miniaturen von wilden Tieren, kanadischen Eskimos sowie ein \u00bbpicture of a captain in China\u00ab enth\u00e4lt. Au\u00dferdem auch eine Szene, die folgenderma\u00dfen \u00fcberschrieben ist: \u00bbCeluy\/i qui va donnant l\u2018aumone aus chiens a Constantinople\u00ab, also derjenige, der den Hunden in Konstantinopel ein Almosen gibt (Bl. 157).<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor man sich \u00fcber diese fr\u00fche Form von Tierliebe in der Hauptstadt des Osmanischen Reichs in der zweiten H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts wundert, stellt sich die Frage nach Form und Funktion solcher Stamm- oder Freundschaftsb\u00fccher, wie sie auch genannt wurden (liber oder album amicorum). Die Sitte, sich mittels gegenseitiger Widmungen seiner Freundschaft zu versichern, entstand Mitte des 16. Jahrhunderts und war zun\u00e4chst bei Adel und Studenten verbreitet. Letztere bauten sich w\u00e4hrend ihrer Studienaufenthalte an unterschiedlichen Universit\u00e4ten ein soziales Netzwerk auf, das ihnen sp\u00e4ter beim Berufseinstieg hilfreich sein konnte. (Eine Strategie, die die Neuzeit also nur ungerechtfertigt als ihre Erfindung reklamieren k\u00f6nnte.)<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu passt auch die&nbsp;in ihrem bildlichen Aufbau sorgf\u00e4ltig komponierte Szene, die nat\u00fcrlich nicht als Abbild einer realen Situation zu verstehen ist. Dem gebildeten Publikum des 16. und 17. Jahrhunderts d\u00fcrfte auch die emblematische Bedeutung der Hundespeisung als Dankbarkeit der Christen gegen\u00fcber ihrem Gott bekannt gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Stammbuch des Gerhard Pilgrum enth\u00e4lt Eintr\u00e4ge \u00fcber den Zeitraum von 1579 bis 1589, als er zwischen 50 und 60 Jahre alt, bereits erfolgreicher Handelsherr und in zweiter Ehe mit Catharina von Lyskirchen verheiratet war. Es w\u00e4re denkbar, dass&nbsp;f\u00fcr ihn die aufw\u00e4ndige Sammlung von Eintr\u00e4gen und kostbare Ausstattung mit teils vergoldeten Illuminationen, die \u2013 angesichts der hohen Qualit\u00e4t der Miniaturen \u2013 sicher von Auftragsk\u00fcnstlern und Wappenmalern erledigt wurden, eine Dokumentation seiner Lebensbez\u00fcge dargestellt haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Wohnorte der Bei-\/Eintragenden l\u00e4sst sich ermessen, wie weit Pilgrums Handelsbeziehungen reichten \u2013 \u00fcber Heidelberg, Basel, Genf, Lyon, Orl\u00e9ans, Paris, London, Dordrecht bildet sich wie \u00fcber die Sprachvielfalt (Latein, Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch) das Beziehungsgeflecht eines K\u00f6lner Gro\u00dfb\u00fcrgers des sp\u00e4ten 16.&nbsp;Jahrhunderts ab, zu dem auch K\u00fcnstler geh\u00f6rten, wie die blau getuschten Zeichnungen mit h\u00f6fischen Motiven aus der Feder Quentin Massys d. J. (1543\u20131589) oder die Notenhandschrift eines ihm von Samuel Nervius, Organist in Basel, am 19.&nbsp;November 1578 gewidmeten Kanons (Bl.&nbsp;155v + 156r) zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n f\u00fcgt es sich, dass ein halbes Jahrhundert nachdem Hans Carl Scheibler dem Museum ein von Arnold Bruyn gemaltes Portr\u00e4t des Gerhard Pilgrum schenkte, sein Stammbuch seit 1958 die Vorstellung vom Leben des K\u00f6lner Kaufmanns erg\u00e4nzt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Stammbuch des Gerhard Pilgrum, K\u00f6ln u. a. 1578\u20131589,&nbsp;Einband: Pergament; Papier, H: 18&nbsp;cm, B:&nbsp;13&nbsp;cm (Blattma\u00df),&nbsp;Inv.-Nr. HM 1950\/97 = Bibl. Auto 2.&nbsp;Ankauf von Leo Lipinski, K\u00f6ln, f\u00fcr 500&nbsp;DM. Foto: rba_d028769<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Beatrix Alexander<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In aller Freundschaft Das Stammbuch des K\u00f6lner Weinh\u00e4ndlers und Hansekaufmanns Gerhard Pilgrum ist ein besonders sch\u00f6nes Exemplar seiner Art: voller Miniaturen wie dieser, die eine Szene aus der Belagerung Wiens um 1530 darstellen k\u00f6nnte. Eine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1047,"parent":139,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-306","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4604,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/306\/revisions\/4604"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/139"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}