{"id":304,"date":"2021-10-13T17:44:25","date_gmt":"2021-10-13T15:44:25","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=304"},"modified":"2022-03-12T11:07:02","modified_gmt":"2022-03-12T10:07:02","slug":"tatort-koeln","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/tatort-koeln\/","title":{"rendered":"Tatort K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"tatort-koln\">Tatort K\u00f6ln<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>\u00bbGrausame Entdeckung am K\u00f6lner Museum f\u00fcr Angewandte Kunst\u00ab titelte der \u00bbEXPRESS\u00ab am 8. Oktober 1991. Gegen 22 Uhr am Vortag waren Passanten \u2013 auf der Suche nach einem \u00bbstillen \u00d6rtchen\u00ab \u2013 im dichten Geb\u00fcsch neben dem Museum auf eine halb bekleidete Frauenleiche gesto\u00dfen. Der Name der Toten: Angelika Bayer. Die 37-j\u00e4hrige Vertriebsleiterin einer Software-Firma aus D\u00fcsseldorf hatte in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober in der unweit des Museums gelegenen Innenstadtkneipe \u00bbSchmittchen\u00ab gefeiert und das Lokal gegen 1 Uhr verlassen. Kurz darauf wurde sie vergewaltigt und erw\u00fcrgt. Rund 48 Stunden lang lag ihre Leiche im dichten Nadelgestr\u00fcpp am Museum, nur einen Steinwurf entfernt von der Hauptgesch\u00e4ftsstra\u00dfe am Dom und der Pf\u00f6rtnerloge des WDR.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"374\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/605__0838436_lo.jpg\" alt=\"Man sieht die als Tatort-Silhouette angelegte Gedenkplatte f\u00fcr Angelika Bayer.\" class=\"wp-image-1363\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/605__0838436_lo.jpg 374w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/605__0838436_lo-177x300.jpg 177w\" sizes=\"(max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><figcaption><strong>Christine Kaul: Entwurf einer Gedenkplatte f\u00fcr Angelika Bayer<\/strong>, K\u00f6ln, 1992.&nbsp;<br>Foto: rba_KSM1993-394<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Das Schicksal der von den Medien zur \u00bbsch\u00f6nen Managerin\u00ab erhobenen Angelika Bayer beherrschte tagelang die K\u00f6lner Schlagzeilen. Die Polizei verteilte 75.000 Flugbl\u00e4tter an Haushalte in der K\u00f6lner Innenstadt und bat um Unterst\u00fctzung bei der Aufkl\u00e4rung des Verbrechens. Alle K\u00f6lner Innenstadt-Kinos brachten im Vorprogramm ein Bild von Angelika Bayer mit einem Hilfeaufruf der Mordkommission. Die Fahndung blieb jedoch ohne Erfolg \u2013 w\u00e4hrend zeitgleich ein neues Sexualverbrechen \u2013 der Mord an der 16-j\u00e4hrigen Auszubildenden Seckin Caglar \u2013 die K\u00f6lner \u00d6ffentlichkeit ersch\u00fctterte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die feministische Zeitschrift \u00bbEMMA\u00ab unter der Leitung von Alice Schwarzer nahm dies zum Anlass, die Notwendigkeit ihrer Kampagnen gegen m\u00e4nnliche Gewalt und sexuellen Missbrauch zu unterstreichen. Am Jahrestag von Angelika Bayers Tod, am 5. Oktober 1992, startete das Magazin die Aktion \u00bbStoppt Frauenhass\u00ab, um Sexualverbrechen in Deutschland st\u00e4rker ins \u00f6ffentliche Bewusstsein zu r\u00fccken und mehr Sicherheit f\u00fcr Frauen einzufordern. In Artikeln und \u00f6ffentlichen Auftritten erkl\u00e4rte Alice Schwarzer die Morde und Vergewaltigungen zur letzten Konsequenz eines allt\u00e4glichen Frauenhasses und zum Versuch, alle Frauen einzusch\u00fcchtern. \u00bbRassismus und Antisemitismus sind ein ernstes und zu recht bek\u00e4mpftes Problem hierzulande \u2013 das Motiv Sexismus aber existiert angeblich nicht. Dabei fordert der Sexismus Tag f\u00fcr Tag, Jahr f\u00fcr Jahr eine vielfache Zahl von Opfern. Millionen Menschen werden geschlagen,&nbsp;vergewaltigt, get\u00f6tet \u2013 weil sie Frauen sind\u00ab, so ihre k\u00e4mpferischen Worte. Alle Artikel, Flugbl\u00e4tter und Poster im Rahmen der Kampagne wurden mit dem Bild von Angelika Bayer versehen, deren Ermordung sich nur wenige Meter entfernt von den damaligen Redaktionsr\u00e4umen der EMMA ereignet hatte. \u00bbErmordet, weil sie zu selbstbewusst war\u00ab, so der Tenor des Magazins.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Fundort von Angelika Bayers Leiche, sollte, so der Plan von EMMA, ein Mahnmal f\u00fcr alle ermordeten Frauen eingerichtet werden. Die 1946 in Misdroy geborene K\u00f6lner K\u00fcnstlerin Christine Kaul entwarf im Auftrag der Zeitschrift eine Gedenkplatte, die die lebensgro\u00dfen Umrisse eines am Boden liegenden Frauenk\u00f6rpers zeigte und in den Stra\u00dfenbelag eingelassen werden sollte. Im Rahmen einer Gedenkfeier f\u00fcr die get\u00f6tete Vertriebsleiterin am Abend des 5. Oktober 1992 wurde der Entwurf \u00f6ffentlich vorgestellt. Rund 300 Frauen nahmen an der Veranstaltung teil. Auf Transparenten forderten sie unter anderem ein \u00bbAusgehverbot f\u00fcr alle M\u00e4nner\u00ab. Die Umsetzung des Denkmal-Projektes scheiterte jedoch letztendlich an fehlenden finanziellen Mitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>1993 erwarb das K\u00f6lnische Stadtmuseum den Gedenkplatten-Entwurf von der K\u00fcnstlerin.<\/p>\n\n\n\n<p>2003 sorgte Angelika Bayer noch einmal f\u00fcr Schlagzeilen: Dank neuer Methoden zur DNA-Bestimmung wurde ihr M\u00f6rder, ein vorbestrafter Sexualt\u00e4ter, zw\u00f6lf Jahre nach der Tat von der Polizei in K\u00f6ln-Humbold-Gremberg gefasst.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Christine Kaul: Entwurf einer Gedenkplatte f\u00fcr Angelika Bayer,&nbsp;K\u00f6ln, 1992,&nbsp;\u00d6lgem\u00e4lde auf Holz, H: 205 cm, B: 122 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1993\/394.&nbsp;Ankauf von Christine Kaul, K\u00f6ln. Foto: rba_KSM1993-394<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Wibke Becker<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbGrausame Entdeckung am K\u00f6lner Museum f\u00fcr Angewandte Kunst\u00ab titelte der \u00bbEXPRESS\u00ab am 8. Oktober 1991.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1363,"parent":143,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-304","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/304\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4582,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/304\/revisions\/4582"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}