{"id":290,"date":"2021-10-13T17:42:41","date_gmt":"2021-10-13T15:42:41","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=290"},"modified":"2022-03-12T10:58:28","modified_gmt":"2022-03-12T09:58:28","slug":"der-stolz-der-alten-48er","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/der-stolz-der-alten-48er\/","title":{"rendered":"Der Stolz der alten 48er"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-stolz-der-alten-48er\">Der Stolz der alten 48er<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Das Bild zeigt Wilhelm Berntgen als Mitglied der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr von 1848. Sie wurde nach dem Scheitern der Revolution aufgel\u00f6st. Zur Erinnerung behielt der hauptberufliche Brauer seine Ausr\u00fcstung und lie\u00df sich 1870 damit portr\u00e4tieren.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15289__6948565_lo.jpg\" alt=\"Das Bild zeigt Wilhelm Berntgen als Mitglied der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr von 1848\" class=\"wp-image-1334\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15289__6948565_lo.jpg 480w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15289__6948565_lo-227x300.jpg 227w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption><strong>Wilhelm Berntgen als Angeh\u00f6riger der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr<\/strong>, 1870. Foto: rba_d033458<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Ein wohlbeleibter B\u00fcrger pr\u00e4sentiert sich in voller Montur mit Gewehr und aufgepflanztem Bajonett. \u00dcber dem schwarzen Rock mit gr\u00fcnen Streifen tr\u00e4gt er einen braunen Mantel, am G\u00fcrtel baumelt der S\u00e4bel. Halb milit\u00e4risch, halb zivil? Eine merkw\u00fcrdige Uniform. Den entscheidenden Hinweis liefert die schwarz-rot-goldene Troddel am Hut, den er l\u00e4ssig in der Hand h\u00e4lt. Das Bild zeigt Wilhelm Berntgen als Mitglied der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr der Revolution von 1848.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese B\u00fcrgerwehr entsprach mit 20 Kompanien und \u00fcber 6.000 Mann der St\u00e4rke des hier stationierten preu\u00dfischen Milit\u00e4rs. Mittel f\u00fcr regul\u00e4re Uniformen fehlten. Man behalf sich mit schwarz-rotgoldenen \u00bbSch\u00e4rpchen, Portepeechen, Schn\u00fcrchen und Tr\u00f6ttelchen\u00ab, wie Beobachter spotteten. Paraden und Feste schienen \u2013 in K\u00f6ln kaum erstaunlich \u2013 wichtiger als politische Debatten und milit\u00e4rischer Drill. Jacques Offenbach komponierte sogar ein Lied f\u00fcr die K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei waren die politischen Gegens\u00e4tze gro\u00df. Die einen wollten die Ordnung aufrechterhalten \u2013 die anderen mit der Volksbewaffnung verhindern, dass die erk\u00e4mpften Freiheiten wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht w\u00fcrden, auch Friedrich Engels diente in der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fcrger Berntgen war schon vor der Revolution Brauer; das Adressbuch nennt 1846 in der Hohe Stra\u00dfe 61 seine Bierbrauerei. 1848 diente er als Zugf\u00fchrer der 13. Kompanie der B\u00fcrgerwehr, deren Bezirk s\u00fcdlich des Rathausviertels lag. In dieser Kompanie traten die Gegens\u00e4tze zwischen radikalen Demokraten und Besitzb\u00fcrgern besonders stark hervor. T\u00e4tliche Angriffe, Misstrauensantr\u00e4ge gegen den Kommandanten und Austritte f\u00fchrten zur Spaltung der Truppe. Berntgen geh\u00f6rte wohl eher dem b\u00fcrgerlichen Lager an. Vielleicht war er am 25. September 1848 daran beteiligt, rund um die Barrikaden auf dem Alter Markt einen Polizeioffizier vor der Lynchjustiz der revoltierenden Menge zu retten. Das war das Ende der K\u00f6lner Revolution. Das Kriegsrecht wurde verh\u00e4ngt. Der Kommandant der Festung K\u00f6ln lie\u00df die B\u00fcrgerwehr am folgenden Tag aufl\u00f6sen und befahl die R\u00fcckgabe der Waffen. Die meisten folgten dieser Anweisung ohne Widerstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht jedoch Berntgen. Wie manch anderer behielt er Gewehr, S\u00e4bel und Uniformteile. Nach der Revolution machte er Karriere, 1857 \u00fcbernahm er in K\u00f6ln das sp\u00e4tere Brauhaus Franz Degraa. Der erfolgreiche B\u00fcrger posierte offenbar gern mit seinen Erinnerungsst\u00fccken an die \u00bbgro\u00dfe Zeit\u00ab. Jedenfalls portr\u00e4tierte ihn der unbekannte K\u00fcnstler im Auftrag seiner Familie in der gesch\u00e4tzten Pose. Das Gem\u00e4lde entstand 1870, sechs Jahre nach Berntgens Tod \u2013 vielleicht nach einer Fotografie.<\/p>\n\n\n\n<p>Lange wurde das Bildnis Wilhelm Kleinenbroich zugeschrieben, dem Maler, Mitstreiter und Chronist der Revolution von 1848. Dagegen sprechen jedoch stilistische Gr\u00fcnde. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass sich die Erben Berntgens ein Jahr nach Kleinenbroichs Tod nicht an diesen in K\u00f6ln beliebten Maler erinnerten, als sie 1896 das Gem\u00e4lde (Wert: 75 Mark) dem Museum schenkten. Vielleicht muss man den K\u00fcnstler im Umkreis der Sch\u00fcler von Simon Meister suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>1888 z\u00e4hlten Relikte der Revolution \u2013 M\u00fctze, Sch\u00e4rpen, Tambourmajorstock und Trommel \u2013 zu den ersten Objekten, die aus dem Historischen Archiv in das Museum \u00fcberwiesen wurden. Die alten K\u00e4mpfer hatten sie in Ehren gehalten. 1905 wurde auch die von Michael Welter entworfene Fahne von Berntgens 13. B\u00fcrgerwehr-Kompanie erworben, mit Teilen des im K\u00f6lner Auktionshaus Lempertz versteigerten Nachlasses Welters. Nun war die K\u00f6lner Revolution endg\u00fcltig im Museum angekommen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wilhelm Berntgen als Angeh\u00f6riger der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr, K\u00f6lnisch, 1870, Aufschrift rechts oben: Wilhelm Berntgen gemalt 1870, Ol auf Leinwand, H: 131,5 cm, B:&nbsp;98,5&nbsp;cm, Inv.-Nr. HM&nbsp;1896\/110. Geschenk der Erben Berntgen 1896. Foto: rba_d033458<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Mario Kramp<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild zeigt Wilhelm Berntgen als Mitglied der K\u00f6lner B\u00fcrgerwehr von 1848. 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