{"id":286,"date":"2021-10-13T17:42:04","date_gmt":"2021-10-13T15:42:04","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=286"},"modified":"2022-03-12T11:07:18","modified_gmt":"2022-03-12T10:07:18","slug":"verlorene-generation","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/verlorene-generation\/","title":{"rendered":"Verlorene Generation"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"verlorene-generation\">Verlorene Generation<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Ernst blickt der junge Mann den Betrachter an. Etwa 30 Jahre alt wird er sein. Schwarze Haare mit langen Koteletten rahmen sein Gesicht. Der einzige helle Kontrast zum schwarzen Rock und dunklem Hintergrund ist der hohe wei\u00dfe Kragen mit der Halsbinde: ein Herr ganz comme il faut im beginnenden 19. Jahrhundert. Die Palette, die er h\u00e4lt, verr\u00e4t Beruf und Leidenschaft. Er ist Maler.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"531\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/238__7680046_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein gemaltes Selbstbildnis des Malers P. J. L\u00fctzenkirchen.\" class=\"wp-image-1325\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/238__7680046_lo.jpg 531w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/238__7680046_lo-251x300.jpg 251w\" sizes=\"(max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><figcaption><strong>Peter Joseph L\u00fctzenkirchen: Selbstbildnis<\/strong>, um 1805.&nbsp;Foto: rba_d033432<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Ein Maler, dem der gro\u00dfe Durchbruch zeitlebens versagt blieb. Dabei fing eigentlich alles ganz vielversprechend an. Peter Joseph L\u00fctzenkirchen (1775\u20131820) stammte aus einer alten K\u00f6lner Familie. Sein Vater war angesehener B\u00fcrger, \u00bbH\u00e4ndler in Sammet- und Seidenb\u00e4ndern\u00ab, und besa\u00df das Doppelhaus \u00bbzum roten Ochsen\u00ab in der Sternengasse 89\/91 (das sp\u00e4ter das Gasthaus \u00bbEm St. Pitter\u00ab beherbergte und bis zum Zweiten Weltkrieg noch stand). Man konnte es sich sogar leisten, den k\u00fcnstlerisch begabten Sohn an der kurf\u00fcrstlichen Akademie in D\u00fcsseldorf studieren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er nach K\u00f6ln zur\u00fcckkehrte, hatte sich dort die gesellschaftliche Situation radikal ver\u00e4ndert. Hier herrschten die Franzosen, es galten Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz, die alte Adelsherrschaft hatte ausgedient. Vergeblich versuchte L\u00fctzenkirchen, als Zeichenlehrer eine Anstellung zu bekommen. Er schlug sich in K\u00f6ln als Maler von Miniaturportr\u00e4ts durch, hilfreich dabei war seine Schwester \u00bbWittib\u00ab Neu\u00df, die in der Breite Stra\u00dfe 48 eine Art Kunsthandlung f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterst\u00fctzt wurde er auch von Wallraf, der eine ganze Generation von Sch\u00fclern pr\u00e4gte. J\u00fcngere wie Hittorff, Gau und Begas bekamen im Gegensatz zu L\u00fctzenkirchen die Chance, zum Studium in die Hauptstadt Paris zu ziehen und Karriere zu machen. Wie diese hielt auch L\u00fctzenkirchen Kontakt zur \u00bbOlympischen Gesellschaft\u00ab, dem kunstsinnigen Kreis um Wallraf und Matthias De No\u00ebl. So ergaben sich Auftr\u00e4ge f\u00fcr Portr\u00e4ts, erhalten ist das Bildnis des K\u00f6lner Fabrikanten und Politikers Nikolaus DuMont. Die Kopie eines Gem\u00e4ldes aus Wallrafs Sammlung und ein Selbstbildnis \u2013 vielleicht das hier gezeigte \u2013 stellte er 1810 in K\u00f6ln aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Im gleichen Jahr zog er nach Frankfurt am Main und versuchte dort sein Gl\u00fcck. Den engen Kontakt zu Wallraf behielt er bei. Er engagierte sich&nbsp;f\u00fcr die Idee einer K\u00f6lner Universit\u00e4t in Gespr\u00e4chen mit dem einflussreichen Freiherrn vom Stein, der ihm Modell sa\u00df. L\u00fctzenkirchens Bildnisminiatur des Staatsmannes, nun im Germanischen Nationalmuseum N\u00fcrnberg, ziert heute noch die Schulb\u00fccher. Die meisten anderen Bildnisse hochgestellter Pers\u00f6nlichkeiten, die er in Frankfurt und w\u00e4hrend eines Aufenthalts am Hof zu Karlsruhe schuf, sind nur als Schabkunstbl\u00e4tter erhalten \u2013 einer aufw\u00e4ndigen Kupferdrucktechnik, die er sich m\u00fchevoll beibrachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Hoffnung, sich eines Tages wieder in seiner Heimatstadt niederzulassen, scheiterte auch 1816, als er sich f\u00fcr die Leitung der f\u00fcr das nun preu\u00dfische K\u00f6ln vergeblich erhofften Kunstschule ins Gespr\u00e4ch brachte. 1820 \u2013 Wallraf hatte seine Kunstsammlungen inzwischen der Stadt vermacht \u2013 beschloss L\u00fctzenkirchen, nach K\u00f6ln zur\u00fcckzukehren. Dazu kam es nicht mehr. Er erkrankte an Tuberkulose. Am 28. Juni verk\u00fcndete eine Frankfurter Zeitung den Tod des \u00bbPeter Joseph L\u00fctzenkirchen, Kunstmaler aus K\u00f6ln, alt 45 Jahre.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das Historische Museum erwarb sein Bildnis 1909 beim K\u00f6lner H\u00e4ndler Stauff f\u00fcr 50 Mark \u2013 ein kluger Ankauf, nur sehr wenige Gem\u00e4lde L\u00fctzenkirchens sind erhalten. Das Gem\u00e4lde wurde pr\u00e4sentiert im Raum, der in der Eigelsteintorburg der Franzosenzeit und Napoleon gewidmet war. Es ist ein eindringliches Selbstportr\u00e4t eines K\u00f6lner K\u00fcnstlers \u2013 und Zeugnis der K\u00f6lner Kulturgeschichte der Zeit des \u00dcbergangs: als H\u00f6fe und Kurf\u00fcrsten keine Auftraggeber mehr waren und junge Maler sich auf dem entstehenden b\u00fcrgerlichen Kunstmarkt behaupten mussten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Peter Joseph L\u00fctzenkirchen: Selbstbildnis, um 1805,&nbsp;\u00d6l auf Leinwand, H: 67,5 cm, B:&nbsp;55,5&nbsp;cm,&nbsp;<br>Inv.-Nr. HM&nbsp;1909\/46.&nbsp;Erworben 1909 vom K\u00f6lner H\u00e4ndler K. A. Stauff f\u00fcr 50 Mark. Foto: rba_d033432<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Mario Kramp<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ernst blickt der junge Mann den Betrachter an. Etwa 30 Jahre alt wird er sein. 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