{"id":284,"date":"2021-10-13T17:41:51","date_gmt":"2021-10-13T15:41:51","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=284"},"modified":"2022-03-12T11:06:21","modified_gmt":"2022-03-12T10:06:21","slug":"reichsstadt-nostalgie","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/reichsstadt-nostalgie\/","title":{"rendered":"Reichsstadt-Nostalgie"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"reichsstadt-nostalgie\">Reichsstadt-Nostalgie<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Kurz vor Ende der Freien Reichsstadt gew\u00e4hrte der Niederl\u00e4nder Prins noch einmal einen Blick auf das alte K\u00f6ln. Im Schatten von St. Maria im Kapitol trifft sich auf seinem Bild die Gesellschaft des Ancien r\u00e9gime mit Landvolk, Klerikern, Dienstm\u00e4gden, B\u00fcrgern und Soldaten.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"879\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15425__6422458_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Gem\u00e4lde von St. Maria im Kapitol aus dem Jahr 1793.\" class=\"wp-image-1321\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15425__6422458_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15425__6422458_lo-300x264.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15425__6422458_lo-768x675.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><strong>Johannes Huibert Prins: St. Maria im Kapitol<\/strong>, 1793. Foto: rba_d033431<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Mit diesem Bild gew\u00e4hrt der K\u00fcnstler 1793 einen der letzten Blicke auf das reichsst\u00e4dtische K\u00f6ln, bevor der Einmarsch der Franzosen im Oktober 1794 dieser \u00bbIdylle\u00ab ein Ende setzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes Huibert Prins (1757\u20131806) hatte auf Wunsch seines Vaters die Universit\u00e4t zu Leiden besucht und dort 1781 einen Magistergrad erworben, um sich dann jedoch ganz der Kunst zu widmen. Der Maler und Zeichner war bekannt f\u00fcr seine detailreichen Stra\u00dfenszenen und Interieurs, seine Inspiration fand er in den holl\u00e4ndischen Werken des 17.&nbsp;Jahrhunderts, bei Jan van der Heyden und Gerrit Berckheyde \u2013 wie auch unser Bild zeigt. Von Letzterem \u00fcbernahm er die Technik des Capriccio, indem er verschiedene Geb\u00e4ude in neuen Varianten kombinierte.<\/p>\n\n\n\n<p>In Nachfolge Berckheydes zeigt Prins buntes Treiben im Schatten einer romanischen Kirche, die leicht als St. Maria im Kapitol in K\u00f6ln auszumachen ist, kann man doch links die Hardenrathkapelle erkennen. Rechts hinten erscheint der Turm von Klein St. Martin, der seit 1637 der benachbarten Marienkirche als Glockenturm diente.<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint, als habe der Maler einzelne Figuren wie die einen Korb auf dem Kopf tragende Frau und die Gruppe mit dem Vieh von einem der \u00fcber 100 Jahre fr\u00fcher entstandenen Gem\u00e4lde entnommen. Zahlreiche Menschen halten sich im sauber gepflasterten Immunit\u00e4tsbezirk des hochedlen Damenstiftes auf und gehen ihren weltlichen Gesch\u00e4ften nach. Man erkennt lagerndes Landvolk und Bauern mit Vieh f\u00fcr den Markt, disputierende Kleriker, Dienstm\u00e4gde, M\u00fctter mit Kindern und ernste B\u00fcrger. Im Hintergrund sch\u00e4kert ein Soldat mit einer Frau. Allerdings \u2013 all dies soll sich im Immunit\u00e4tsbezirk des vornehmsten K\u00f6lner Damenstiftes abgespielt haben? Und der Lichhof, also der Leichen- bzw. Friedhof, soll zudem auf das sauberste gepflastert gewesen sein, wo ansonsten K\u00f6ln doch eher als ausgesprochen unsauber galt? Man darf sicherlich davon ausgehen, dass Prins im heimischen Leiden oder Utrecht die von seinen Reisen mitgebrachten Skizzen auswertete, neu kombinierte und mit fig\u00fcrlicher Staffage versah. M\u00f6glicherweise war ihm als niederl\u00e4ndischem Protestanten gar nicht bewusst, was ein hochedles katholisches Damenstift war (wenn er sich \u00fcberhaupt noch daran erinnerte).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnderin der Kirche, die in ihrem Namen den Hinweis auf den r\u00f6mischen Vorg\u00e4ngerbau tr\u00e4gt, war wohl Plektrudis, die Gattin des merowingischen Hausmeiers Pippin des Mittleren. Im 10.&nbsp;Jahrhundert siedelten sich hier Benediktinerinnen an, aber im 12.\/13.&nbsp;Jahrhundert begann eine allm\u00e4hliche Umwandlung in ein Damenstift. Die Stiftsdamen waren allesamt adeliger Herkunft. Dem Stift standen 34&nbsp;Pfr\u00fcnde f\u00fcr Kanonissinnen zur Verf\u00fcgung, auch 13&nbsp;Kanoniker fanden ihr Auskommen. Stiftsdamen und Kanoniker bildeten das Stiftskapitel \u2013 damit war St. Maria im Kapitol eines der gr\u00f6\u00dften Damenstifte im deutschen Sprachraum. Die Stiftsdamen waren dem angenehmen Leben nicht abgeneigt und vergn\u00fcgten sich gern bei Festlichkeiten, etwa im G\u00fcrzenich. Aber da war dann auch ein Kaiser anwesend. Ganz bestimmt aber vergn\u00fcgten sich die Damen nicht mit dem Landvolk im Schatten ihrer Kirche. Rund um die Kirche befanden sich im abgeschlossenen Immunit\u00e4tsbezirk die Wohnh\u00e4user der Stiftsdamen, Kanoniker und Vikare sowie des ihnen dienstbaren Personals.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gem\u00e4lde wurde 1952 f\u00fcr 4.800&nbsp;DM erworben bei der Galerie Theo Hill in K\u00f6ln, die sp\u00e4ter auf zeitgen\u00f6ssische Graphik spezialisiert war.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Johannes Huibert Prins: St. Maria im Kapitol,&nbsp;1793,&nbsp;bez. u. dat. rechts unten: J&nbsp;H Prins pingebat vir Ad 1793,&nbsp;\u00d6l auf Leinwand, H: 97&nbsp;cm, B: 113&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1952\/68.&nbsp;Ankauf von Theo Hill, K\u00f6ln, f\u00fcr 4.800&nbsp;DM. Foto: rba_d033431<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor Ende der Freien Reichsstadt gew\u00e4hrte der Niederl\u00e4nder Prins noch einmal einen Blick auf das alte K\u00f6ln.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1321,"parent":143,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-284","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4579,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/284\/revisions\/4579"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}