{"id":282,"date":"2021-10-13T17:41:33","date_gmt":"2021-10-13T15:41:33","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=282"},"modified":"2022-03-12T11:00:00","modified_gmt":"2022-03-12T10:00:00","slug":"ein-reformierter-zuckerbaron","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/ein-reformierter-zuckerbaron\/","title":{"rendered":"Ein reformierter Zuckerbaron"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"ein-reformierter-zuckerbaron\">Ein reformierter Zuckerbaron<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Der Weingro\u00dfh\u00e4ndler Johann Jakob Herstatt gr\u00fcndete als Erster in K\u00f6ln eine Zuckerr\u00fcbenfabrik. Die von den Franzosen eingef\u00fchrte Gewerbefreiheit hatte es m\u00f6glich gemacht, dass er als Reformierter eine Zuckersiederei er\u00f6ffnen konnte. Napoleons Kontinentalsperre machte die Zuckerproduktion aus R\u00fcben profitabel.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"452\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15417__3227467_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Gem\u00e4lde von Weingro\u00dfh\u00e4ndler Johann Jakob Herstatt in einem goldenen Rahmen.\" class=\"wp-image-1317\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15417__3227467_lo.jpg 452w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15417__3227467_lo-214x300.jpg 214w\" sizes=\"(max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><figcaption><strong>Johann Jakob Schmitz: Johann Jakob Herstatt<\/strong>, 1784. Foto: rba_HM1949_37<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Johann Jakob Herstatt wurde 1743 als Sohn von Isaak Herstatt und Gertrud Lomberg in K\u00f6ln geboren. Die Herstatts waren Hugenotten aus dem nordfranz\u00f6sischen Valenciennes, die im 18.&nbsp;Jahrhundert nach K\u00f6ln gekommen waren. Sie geh\u00f6rten bald zu den f\u00fchrenden K\u00f6lner Textilverlegern. Nach dem Tod der Eltern unterhielt Johann Jakob mit seinem \u00e4lteren Bruder Johann David eine Seiden- und Florettbandfabrikation, in der 30 Posamentiermeister mit \u00fcber 200 Webst\u00fchlen besch\u00e4ftigt waren. Als Protestanten war ihnen die Aus\u00fcbung eines z\u00fcnftischen Handwerks ebenso verboten wie der Erwerb von Grundbesitz. Wegen der restriktiven Zunftordnung, die jedes manufakturartige Unternehmen verbot, schrumpfte das Seidenverlagsgesch\u00e4ft schlie\u00dflich zugunsten des Finanzgesch\u00e4fts. W\u00e4hrend Johann David sein frei werdendes Kapital vermehrt ins Bankgesch\u00e4ft investierte und 1782 das Bankhaus J.&nbsp;D. Herstatt (1888 liquidiert) gr\u00fcndete, entschied sich Johann Jakob im selben Jahr f\u00fcr den lukrativen Weingro\u00dfhandel.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Johannisstra\u00dfe in der ehemaligen Niederlassung der Abtei Altenberg, dem Altenberger Hof, betrieb er seit 1805 eine Zuckersiederei, in der Rohzucker aus Zuckerrohr verarbeitet wurde. Die 1806 per Dekret von Napoleon verk\u00fcndete Kontinentalsperre, die die Einfuhr britischer Waren in franz\u00f6sisches Staatsgebiet \u2013 zu dem K\u00f6ln seit 1802 geh\u00f6rte \u2013 verbot, f\u00fchrte zu einer gravierenden Rohstoffknappheit, nicht zuletzt auch bei dem aus den Kolonien bezogenen Rohzucker. Noch bevor die offizielle Anordnung der franz\u00f6sischen Regierung \u00fcber den j\u00fcngst entwickelten Anbau von Zuckerr\u00fcben im Roerdepartement erfolgte, erhielt Herstatt die Erlaubnis, seine Fabrik in eine R\u00fcbenzuckermanufaktur umzuwandeln. Auf dem H\u00f6hepunkt der Verarbeitung, der Kampagne, besch\u00e4ftigte er 35 Arbeiterinnen und Arbeiter. 1811 lie\u00df er 600.000 Kilogramm R\u00fcben verarbeiten, sein Bruttoertrag betrug 80.000 Francs. Nach dem Tod Herstatts und seiner Frau im Jahr 1811 stellte die Fabrik, in der erstmals in K\u00f6ln auch R\u00fcbenzucker hergestellt worden war, aber anscheinend den Betrieb ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Johann Jakob, als Freimaurer ein Mitglied der K\u00f6lner Dreik\u00f6nigenloge, \u00fcbernahm 1773 das Amt des \u00c4ltesten in der reformierten Gemeinde in M\u00fclheim, die auch f\u00fcr K\u00f6ln zust\u00e4ndig war. Seit 1766 war er&nbsp;mit Margaretha von der Leyen (1735\u20131811), einer Tochter des Krefelder Seidenindustriellen Peter von der Leyen, verheiratet. Das Paar hatte sechs Kinder. Die famili\u00e4ren Beziehungen der Herstatts und von der Leyens \u2013 weitere Geschwister heirateten ebenso in die jeweiligen Familien ein wie die Kinder \u2013 lassen sich auf den ihnen gemeinsamen rigiden Protestantismus mennonitischer Pr\u00e4gung zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bildnis geh\u00f6rt in eine Folge weiterer, gleich gestalteter ovaler Portr\u00e4ts von der Hand des Johann Jakob Schmitz aus der Zeit von 1784 bis 1786 mit identischen wei\u00df-goldenen Louis-XVI.-Rahmen, von denen sich mittlerweile f\u00fcnf mit sieben dargestellten Familienmitgliedern im Bestand des K\u00f6lnischen Stadtmuseums befinden. Schmitz, der beliebteste Portr\u00e4tist der K\u00f6lner Gesellschaft in der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts, malte ebenfalls die Ehefrau Margaretha, die Kinder Maria Margaretha (1767\u20131786), Friedrich Heinrich (1771\u20131816, erster protestantischer Beigeordneter K\u00f6lns) und Jakob Konrad (1774\u20131829) sowie Isaak Peter (1768\u20131818) und Petronella (1778\u20131834). Die Bilder gelangten wohl aus dem Besitz der Familie Herstatt in den Kunsthandel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Portr\u00e4ts der Eltern erwarb das Historische Museum 1949 f\u00fcr 1150 DM von dem Kunst- und Auktionshaus Franz A. Menna. 1921 hatte Franz Anton Menna, aus einer alten W\u00fcrzburger K\u00fcnstlerfamilie stammend, in K\u00f6ln am Hohenzollernring eine Kunsthandlung gegr\u00fcndet. 1959 ging er mit 70 Jahren in den Ruhestand. Nicht unumstritten sind seine Verkaufspraktiken moderner Kunst w\u00e4hrend der NS-Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00fcbrigen Bildnisse der Herstatts kamen 1955 und 2003 in Museumsbesitz. Der Verbleib des fehlenden Bildes ist unbekannt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Johann Jakob Schmitz: Johann Jakob Herstatt, 1784,&nbsp;\u00d6l auf Leinwand, oval, H:&nbsp;123,5&nbsp;cm, B: 90&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1949\/37.&nbsp;Ankauf von Franz A. Menna, K\u00f6ln. Foto: rba_HM1949_37<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weingro\u00dfh\u00e4ndler Johann Jakob Herstatt gr\u00fcndete als Erster in K\u00f6ln eine Zuckerr\u00fcbenfabrik. 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