{"id":278,"date":"2021-10-13T17:41:05","date_gmt":"2021-10-13T15:41:05","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=278"},"modified":"2023-10-24T10:24:48","modified_gmt":"2023-10-24T08:24:48","slug":"ein-guter-tausch","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/ein-guter-tausch\/","title":{"rendered":"Ein guter Tausch"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"ein-guter-tausch\">Ein guter Tausch<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Den Platz, den Gerrit A. Berckheyde abbildet, hat es in K\u00f6ln so nie gegeben \u2013 von architektonischen Anmutungen wie St. Gereon, St. Maria im Kapitol und dem G\u00fcrzenich umgeben. Wahrscheinlich hat der Maler, der auch das Rheinland bereiste, dieses Marktidyll aus verschiedenen Skizzen zusammenkomponiert, um die zentrale Figurengruppe effektvoll in Szene zu setzen.<br>Neben der eleganten Dame inmitten des bodenst\u00e4ndigen Marktangebots verwundert vor allem die saubere Aufger\u00e4umtheit des Platzes, wie er im legend\u00e4r schmutzigen K\u00f6ln des 17. Jahrhunderts sicher nicht zu sehen war.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"536\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/397__4202207_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist das Gem\u00e4lde einer Marktszene.\" class=\"wp-image-1308\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/397__4202207_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/397__4202207_lo-300x254.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Gerrit A. Berckheyde: Marktszenerie in K\u00f6ln<\/strong>, Haarlem, 3. Drittel des 17.&nbsp;Jahrhunderts.&nbsp;Foto: rba_d033430<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Das Gem\u00e4lde schildert eine idyllische Marktszene, die man erst bei n\u00e4herer Betrachtung in K\u00f6ln ansiedelt: Prominent am linken Bildrand erkennt man das Dekagon von St. Gereon, jedoch mit einem falschen Turm, der wohl der Kirche St. Jakob entlehnt wurde. Im Bildhintergrund k\u00f6nnten der G\u00fcrzenich und am rechten Bildrand Versatzst\u00fccke von St. Maria im Kapitol zu sehen sein. Vielleicht ist es denkbar, dass Gerrit Berckheyde (1638\u20131698), der in jungen Jahren das Rheinland bereiste, aus seinen Skizzen sp\u00e4ter Stadtansichten komponierte, die weniger als Abbild denn \u2013 wie hier \u2013 als Staffage f\u00fcr das eigentlich im Zentrum stehende Marktgeschehen dienen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die friedvolle Atmosph\u00e4re des Obst- und Gem\u00fcsemarkts, in dessen Mitte eine Dame etwas aus dem opulenten Angebot w\u00e4hlt, das ihr in K\u00f6rben zu F\u00fc\u00dfen ausgebreitet ist, l\u00e4sst nachvollziehen, dass man diese ruhige, gelassene Szene eher in den Niederlanden als im gesch\u00e4ftigen (und schmutzigen) K\u00f6ln des 17. Jahrhunderts ansiedelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstmals erfahren wir von dem Gem\u00e4lde, als es aus der Sammlung des 12. Herzogs von Somerset, Edward Adolphus Ferdinand Seymour, Earl St. Maur (1835\u20131869), an seinen Sohn Richard Harold St. Maur (1869\u20131927) \u00fcbergegangen ist und in London bei Christie\u2018s versteigert wird. Im \u00bbCatalogue of old pictures the property of Colonel R. Harold St. Maur (&#8230;) on Friday, July 10, 1925\u00ab wird als Lot 53 \u00bbG. Berckheyden (sic) \u2013 A Market-Place in a Dutch Town, with numerous figures\u00ab angeboten. (Die niederl\u00e4ndische Verortung ist wahrscheinlich auch der Haarlemer Herkunft Berckheydes geschuldet.) Bei der Auktion erwarb der Kunsth\u00e4ndler Leger es f\u00fcr ungef\u00e4hr 50 Guineen (was 50 Pfund entspricht).<\/p>\n\n\n\n<p>1937 tauchte es in K\u00f6ln beim Kunsthaus Malmed\u00e9, Unter Sachsenhausen 33, auf. Dort hatte man bereits 1934 zu Rudolf Siedersleben (1894\u20131946) Kontakt aufgenommen und ihm Angebote unterbreitet. (Die Firmenunterlagen von Malmed\u00e9 wurden im M\u00e4rz 1945 von amerikanischen Truppen mitgenommen, weswegen nicht bekannt ist, zu welchen Konditionen es an Siedersleben ging.)<\/p>\n\n\n\n<p>Rudolf Siedersleben war in dem Jahr \u2013 beg\u00fcnstigt durch das erzwungene Ausscheiden des j\u00fcdischen Mitinhabers Ottmar Strauss (1878\u20131941) \u2013 zum Teilhaber der Firma Otto Wolff aufgestiegen, deren Hauptverwaltung gleich um die Ecke in der Zeughausstra\u00dfe 2 lag. Das Unternehmen, das 1904 als Schrotthandel gegr\u00fcndet worden war, hatte sich zu einer international agierenden Unternehmensgruppe des Eisen- und Stahlhandels weiterentwickelt, und so hatte Siedersleben weitreichende Kontakte und Finanzmittel, die er zum Teil auch in den Dienst des Museums stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Siedersleben ist es zu verdanken, dass Schloss Gaibach bei W\u00fcrzburg in Franken als Auslagerungsort f\u00fcr \u00f6ffentlichen und privaten K\u00f6lner Kunstbesitz zur Verf\u00fcgung stand. Neben Mietvertrag und -zahlung organisierte er Instandsetzungen, Brennmaterial f\u00fcr die \u00d6fen, Proviant und Transport wie auch eine Haushaltshilfe. Teile seiner ger\u00e4umigen Wohnung im Schloss \u2013 die er selten und nur kurz nutzte \u2013 stellte er zeitweilig anderen Personen zur Verf\u00fcgung, wie zum Beispiel der Gattin des Vizepr\u00e4sidenten der Reichsbank, Margaretha Puhl, und ihrem Sohn Johannes.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Siedersleben war es sicher die n\u00e4chstliegende L\u00f6sung, auch seinen eigenen Kunstbesitz von K\u00f6ln nach Gaibach zu evakuieren. Mit Datum vom&nbsp;10. Dezember 1944 wurde als Tausch Nr. 14 der Berckheyde gegen eine Reihe von M\u00f6beln und Geschirr aus Museumsbesitz im Sch\u00e4tzwert von rund 2300 Reichsmark getauscht, wobei das Gem\u00e4lde mit 2800 Reichsmark bewertet wurde.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Gerrit Adriaensz. Berckheyde: Marktszenerie in K\u00f6ln,&nbsp;Haarlem, 3.&nbsp;Drittel des 17.&nbsp;Jahrhunderts, &nbsp;bez. links unten: Gerrit Berck-Heyde,&nbsp;\u00d6l auf Holz, H:&nbsp;46,5&nbsp;cm, B: 60&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. RM&nbsp;1944\/195.&nbsp;Tausch mit Rudolf Siedersleben. Foto: rba_d033430<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Beatrix Alexander<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Platz, den Gerrit A. 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