{"id":276,"date":"2021-10-13T17:40:50","date_gmt":"2021-10-13T15:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=276"},"modified":"2022-03-12T11:01:47","modified_gmt":"2022-03-12T10:01:47","slug":"koeln-wie-es-niemals-war","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/koeln-wie-es-niemals-war\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln, wie es niemals war"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"koln-wie-es-niemals-war\">K\u00f6ln, wie es niemals war<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Nach Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges entdeckten niederl\u00e4ndische K\u00fcnstler das Rheinland und hier besonders K\u00f6ln. Auf vielen Gem\u00e4lden z. B. der Berckheydes finden sich besonders die romanischen Kirchen, mitunter auch in bunt gemischter Form, wieder. Die fast l\u00e4ndlichen Idyllen vermitteln einen emotionalen Eindruck des Lebens in der Reichsstadt.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"502\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/212__4862488_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Gem\u00e4lde von St. Aposteln aus dem Jahr 1670.\" class=\"wp-image-1303\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/212__4862488_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/212__4862488_lo-300x238.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Gerrit A. Berckheyde: K\u00f6lner Stadtansicht mit St. Aposteln und Neumarkt<\/strong>, 1670\/75. Foto: rba_d033356<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Zu den weniger bekannten Seitenwegen der niederl\u00e4ndischen Landschaftsmalerei des 17.&nbsp;Jahrhunderts, des sogenannten \u00bbGoldenen Zeitalters\u00ab, z\u00e4hlt die Gattung der Stadtansicht. Noch weniger d\u00fcrfte indes bekannt sein, dass die klassische Periode dieser Fachmalerei ab etwa 1650 eine bedeutsame k\u00f6lnische Facette kennt: Mehrere Hauptmeister der gemalten Stadtansicht \u2013 darunter Jan van der Heyden (1637\u20131712) und Gerrit Adriaens- zoon Berckheyde (1638\u20131698) \u2013 widmeten sich nicht nur der Darstellung der niederl\u00e4ndischen St\u00e4dte, sondern nahmen auch Ansichten deutscher St\u00e4dte in ihr Repertoire auf. Doch w\u00e4hrend St\u00e4dte wie D\u00fcsseldorf, Mainz oder Heidelberg nur gelegentlich ins Bild gesetzt wurden, finden sich Ansichten k\u00f6lnischer Sehensw\u00fcrdigkeiten in betr\u00e4chtlicher Vielzahl und Variation.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt des Interesses der Maler standen dabei stets die romanischen Kirchen der Stadt. Nur selten werden andere Baudenkm\u00e4ler, wie etwa die unvollendete Kathedrale oder das Fischkaufhaus, gezeigt. Auch das hier zu besprechende Gem\u00e4lde des Haarlemer Meisters Gerrit Adriaenszoon Berckheyde r\u00fcckt einen der gro\u00dfen romanischen Kirchenbauten ins Zentrum des Bildfelds \u2013 die Stiftskirche St. Aposteln. St. Aposteln muss die Lieblingskirche Berckheydes in K\u00f6ln gewesen sein \u2013 jedenfalls hat er diese h\u00e4ufiger als jede andere zum Bildgegenstand gew\u00e4hlt. Seine bevorzugte Perspektive von Nordwesten auf den m\u00e4chtigen Dreikonchenchor, die alten Pfarrhallenh\u00e4user und den sich im Hintergrund \u00f6ffnenden, baumbestandenen Neumarkt findet man nicht nur auf diesem einen Gem\u00e4lde, sondern auf mindestens einem halben Dutzend \u00e4hnlicher, wenngleich keineswegs identischer Gem\u00e4lde. Regelm\u00e4\u00dfig ver\u00e4ndert der Maler etwa die Staffage, das hei\u00dft das die Stadtkulisse belebende Volk. Bei Berckheyde handelt es sich stets um Landleute, die man eher in der italienischen Campagna als in der K\u00f6lner Innenstadt vermuten w\u00fcrde. Doch finden sich auf den jeweiligen Werken mit der Apostelnkirche im Vordergrund regelm\u00e4\u00dfig auch betr\u00e4chtlich ver\u00e4nderte Hintergrundansichten. Einmal wird die Kirche St. Jakob am Waidmarkt zum Blickpunkt erkoren, dann wieder macht man an gleicher Stelle die Abteikirche St. Pantaleon aus. Und mehrfach schiebt sich zudem vorn links noch ein Teil der Vorhalle von St. Maria im Kapitol ins Bild!<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Befund macht deutlich, dass es dem Maler keineswegs um eine topographisch exakte Stadtaufnahme ging. Dementsprechend kann der Neumarkt eine sehr unterschiedliche gemalte Bebauung erfahren. Berckheyde scheint seine ab den fr\u00fchen 1670er Jahren ausgef\u00fchrten K\u00f6ln-Ansichten auf Grundlage von vor Ort entstandenen Zeichnungen im Wortsinne \u00bbkomponiert\u00ab, also zusammengef\u00fcgt zu haben. Wie schon der K\u00fcnstlerbiograph Arnold Houbraken 1718 berichtet, war Gerrit gemeinsam mit seinem \u00e4lteren Bruder Job bereits in den fr\u00fchen 1650er-Jahren in Deutschland den Rhein hinaufgereist und damals auch einige Zeit in K\u00f6ln geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Man hat das in den phantasievollen Ansichten Berckheydes und seiner Zeitgenossen anzutreffende Bild K\u00f6lns treffend als \u00bbdistilled version of the city\u00ab (J. Bikker), also als verdichtete Fassung der Stadt bezeichnet. Und in der Tat mag es das Bestreben der niederl\u00e4ndischen Maler des 17. Jahrhunderts gewesen sein, die beiden wesentlichen Aspekte der Stadt K\u00f6ln in einem Bild zu vereinen \u2013 ihre Altehrw\u00fcrdigkeit seit der Antike und ihre Pr\u00e4gung durch den katholischen Glauben. Beide Momente finden sich bestimmend auch in den Reiseberichten und Journalen der Zeit, die K\u00f6ln als ein schon damals ausgewiesenes touristisches Reiseziel mit klarer Profilbildung erkennen lassen \u2013 als das \u00bbdeutsche Rom\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gem\u00e4lde wurde 1903 f\u00fcr 2.700 Mark bei Theodor Holz in M\u00fclheim am Rhein erworben. Dieser besa\u00df in der Rheinstra\u00dfe eine Kolonialwaren- und Delikatessenhandlung, eine Kaffeebrennerei \u2013 und eine Gem\u00e4ldehandlung.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Gerrit Adriaensz. Berckheyde: K\u00f6lner Stadtansicht mit St. Aposteln und Neumarkt, 1670\/75, bez. in der Mitte unten: G. Berchheyde.&nbsp;\u00d6l auf Holz, H: 37,2&nbsp;cm,&nbsp;B:&nbsp;49,5&nbsp;cm, Inv.-Nr. HM&nbsp;1903\/41. Ankauf von Theodor Holz, M\u00fclheim a. Rh., 1903, f\u00fcr 2.700 Mark. Foto: rba_d033356<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Marcus Dekiert<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges entdeckten niederl\u00e4ndische K\u00fcnstler das Rheinland und hier besonders K\u00f6ln.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1303,"parent":143,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-276","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4573,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/276\/revisions\/4573"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}