{"id":274,"date":"2021-10-13T17:40:35","date_gmt":"2021-10-13T15:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=274"},"modified":"2023-10-24T10:26:50","modified_gmt":"2023-10-24T08:26:50","slug":"leben-im-diesseits-fuersorge-fuer-das-jenseits","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/leben-im-diesseits-fuersorge-fuer-das-jenseits\/","title":{"rendered":"Leben im Diesseits, F\u00fcrsorge f\u00fcr das Jenseits"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"leben-im-diesseits-fursorge-fur-das-jenseits\">Leben im Diesseits, F\u00fcrsorge f\u00fcr das Jenseits<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Conrad Orth ab Hagen war ein typischer Renaissancemensch \u2013 obwohl hochrangiger Kleriker, hatte er eine stadtbekannte Geliebte und zahlreiche nichteheliche Kinder, die er alle gut versorgte. F\u00fcr sein Seelenheil aber begr\u00fcndete er eine bis heute bestehende Familienstiftung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"493\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/136__9304963_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Gem\u00e4lde von Conrad Orth ab Hagen.\" class=\"wp-image-1298\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/136__9304963_lo.jpg 493w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/136__9304963_lo-233x300.jpg 233w\" sizes=\"(max-width: 493px) 100vw, 493px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Conrad Orth ab Hagen,<\/strong><br>2. H\u00e4lfte des 16. Jahrhunderts.&nbsp;<br>Foto: rba_HM1890_11<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Die lateinische Inschrift dieses Portr\u00e4ts eines unbekannten Kopisten verr\u00e4t, dass es sich um Conrad Orth ab Hagen handelt, Doktor der weltlichen und kirchlichen Rechte, Domherr zu K\u00f6ln und Dekan des Stiftes St. Georg sowie Stifter. Der Neffe des kurk\u00f6lnischen Kanzlers Bernhard ab Hagen \u2013 auf dem Bild irrt\u00fcmlich als Bernhard Orth bezeichnet \u2013 starb am 12. M\u00e4rz 1589. Das Originalgem\u00e4lde befindet sich als Stiftung von Friedrich von Mering seit 1822 im Besitz des K\u00f6lner Gymnasial- und Stiftungsfonds, der bis heute die Orth\u2018sche Familienstiftung verwaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Conrad Orth wurde 1522 im westf\u00e4lischen Geseke geboren. Sein Onkel m\u00fctterlicherseits war der kurk\u00f6lnische Generalvikar, Gro\u00dfsiegelbewahrer und Kanzler (seit 1526) Bernhard ab Hagen (um 1490\u20131556), der ihm Studium und Promotion erm\u00f6glichte. Zum Dank nannte er sich sp\u00e4ter Orth ab Hagen. 1540 wurde der junge Conrad in K\u00f6ln immatrikuliert; 1548 erwarb er den juristischen Doktorgrad und blieb bis zu seinem Tod an der juristischen Fakult\u00e4t t\u00e4tig. 1561\/62 und 1570\/71 war er Rektor der K\u00f6lner Universit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Conrad hatte verschiedene Pfr\u00fcnde, die ihm einen angenehmen Lebensstil erm\u00f6glichten: Er war Kanoniker an St. Andreas, St. Severin, St. Maria im Kapitol und St. Georg in K\u00f6ln sowie in M\u00fcnstereifel. Seit 1554 war er auch Domherr zu K\u00f6ln. Daneben stand er wie sein Onkel in Diensten des erzbisch\u00f6flichen Hofes. Den 1577 neu gew\u00e4hlten Erzbischof Gebhard Truchsess zu Waldburg unterst\u00fctzte er mit einem Darlehen. Als dieser sich dem Protestantismus zuwandte, blieb Conrad dem katholischen Glauben treu wie schon sein Onkel, der gemeinsam mit Johannes Gropper das Erzbistum K\u00f6ln der katholischen Seite erhalten hatte. Dadurch verlor Conrad zwischenzeitlich alle seine G\u00fcter im von den truchsessischen Verb\u00fcndeten besetzten Westfalen. Erst der Sieg Ernsts von Bayern brachte ihm sein Verm\u00f6gen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod seines Onkels 1556 nahm sich Conrad eine Konkubine, \u00bbein dicke unversch\u00e4mt mensch\u00ab, wie sein Zeitgenosse Hermann Weinsberg notierte. Darin folgte er dem Propst von St. Georg, Johann Gebhard von Mansfeld, seit 1558 Erzbischof, der seiner Geliebten Treingin Jabach und den beiden gemeinsamen T\u00f6chtern am Waidmarkt gegen\u00fcber von St. Georg ein Haus gekauft hatte. Conrad lebte auf gro\u00dfem Fu\u00df, und anstatt mit seinem Einkommen Kirchen zu versch\u00f6nern, versorgte er seine zahlreichen nichtehelichen Kinder mit einem gro\u00dfen Verm\u00f6gen. Auch sein Onkel hatte zwei nichteheliche S\u00f6hne gezeugt, sich aber als Universalerben f\u00fcr den Sohn seiner Schwester entschieden unter der Bedingung, dass dieser aus dem Nachlass eine Studien- und Familienstiftung errichtete. \u00bbZur Glorie und Ehre des allm\u00e4chtigen Gottes und zur Erhaltung und Bef\u00f6rderung seiner christlichen Kirche\u00ab sowie f\u00fcr sein und seines Onkels Seelenheil begr\u00fcndete Conrad eine bedeutende Familienstiftung. Sie sollte jungen vielversprechenden M\u00e4nnern, die im Gegenzug f\u00fcr \u00bbmein &#8230; und meines geliebten Onkels Seele fromm und and\u00e4chtig beten wollen und k\u00f6nnen\u00ab, ein Studium der Theologie oder Jurisprudenz erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem vermachte er seine Bibliothek diesen zuk\u00fcnftigen Stipendiaten und sorgte f\u00fcr gen\u00fcgend Mittel zur Anschaffung weiterer Literatur. Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgte er auch, dass einem \u00bbehrbar erzogenen, frommen und z\u00fcchtige[n] M\u00e4dchen\u00ab in seiner Verwandtschaft, welches in den religi\u00f6sen Stand eintreten oder sich verehelichen wollte, 100 Goldgulden als Mitgift gegeben werden sollte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Conrad Orth ab Hagen, Kolnisch, 2. Halfte des 16. Jahrhunderts \u2013 alte Kopie, \u00d6l auf Holz; H: 35 cm, B: 27 cm, Inv.-Nr. HM 1890\/11. Ankauf von \u00bbAlterthumerhandler\u00ab Anton (Toni) Schmitz, K\u00f6ln, fur 2 Mark. Foto: rba_HM1890_11<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Conrad Orth ab Hagen war ein typischer Renaissancemensch \u2013 obwohl hochrangiger Kleriker, hatte er eine stadtbekannte Geliebte und zahlreiche nichteheliche Kinder, die er alle gut versorgte.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1298,"parent":143,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-274","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10921,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/274\/revisions\/10921"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1298"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}