{"id":272,"date":"2021-10-13T17:40:19","date_gmt":"2021-10-13T15:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=272"},"modified":"2023-10-24T10:30:55","modified_gmt":"2023-10-24T08:30:55","slug":"selbstbewusstes-buergertum","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/gemaelde\/selbstbewusstes-buergertum\/","title":{"rendered":"Selbstbewusstes B\u00fcrgertum"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"selbstbewusstes-burgertum\">Selbstbewusstes B\u00fcrgertum<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Der K\u00f6lner B\u00fcrgermeister Costyn von Lyskirchen und seine Ehefrau Lysbeth Hacqueney lie\u00dfen sich vom Prominentenmaler Geldorp Gortzius gro\u00dfformatig als Stifter portr\u00e4tieren. Auf der R\u00fcckseite der Tafeln sind jeweils ihre acht Familienwappen abgebildet.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"449\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/169__6281981_lo.jpg\" alt=\"Man sieht ein Gem\u00e4lde des ehemaligen K\u00f6lner B\u00fcrgermeister Costyn von Lyskirchen und seine Ehefrau Lysbeth Hacqueney.\" class=\"wp-image-1293\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/169__6281981_lo.jpg 449w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/169__6281981_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Geldorp Gortzius zug.: Constantin von Lyskirchen und&nbsp;Elisabeth Hacqueney (sowie zwei Wappentafeln)<\/strong>, um 1580<br>Fotos: CvL: rba_d033354_02, rba_d033354_01;&nbsp;<br>EH: rba_d33172_01, rba_d033353<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Au\u00dfergew\u00f6hnlich an diesem Fl\u00fcgelpaar eines Altars aus dem sp\u00e4ten 16. Jahrhundert, dessen Mitteltafel ebenso wenig bekannt ist wie sein urspr\u00fcnglicher Aufstellungsort, sind sowohl Innen- wie Au\u00dfenseiten. Die Stifter erscheinen ohne heilige Patrone, auch die Au\u00dfenseiten der Fl\u00fcgel haben kein religi\u00f6ses Motiv, sondern zeigen jeweils acht Familienwappen von Stifter und Stifterin. In geschlossenem Zustand konnten also die Nachkommen ihre Ahnenreihe sehen. War es Zufall, dass ein angehender Domherr in K\u00f6ln die gleiche Anzahl adliger Vorfahren \u2013 n\u00e4mlich 16 \u2013 nachweisen musste?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Datierung der beiden Tafeln \u00bbum 1580\u00ab ist nicht ganz sicher. 1579 kam der Maler der Tafeln, der niederl\u00e4ndische K\u00fcnstler Geldorp Gortzius, 1553 in L\u00f6wen geboren und in Antwerpen ausgebildet, nach K\u00f6ln im Gefolge des Herzogs von Terranova, der Spanien bei den Friedensverhandlungen mit den abgefallenen niederl\u00e4ndischen Provinzen vertrat. Er blieb hier und wurde der Lieblingsmaler des K\u00f6lner Patriziats und des benachbarten Landadels. Andererseits verstarb der dargestellte Stifter Constantin von Lyskirchen bereits 1581.<\/p>\n\n\n\n<p>Constantin bzw. Costyn von Lyskirchen (1500\u20131581), hier in der Amtstracht eines K\u00f6lner B\u00fcrgermeisters, war der Sohn des Johann von Lyskirchen und der Catharina Hupp. Er hatte in K\u00f6ln studiert, bevor er in das elterliche Gesch\u00e4ft eintrat. Als Hansekaufmann geh\u00f6rte er der \u00e4ltesten und vornehmsten Gaffel Eisenmarkt an. Seit 1544 war er in regelm\u00e4\u00dfigem Turnus Ratsherr zu K\u00f6ln, seit 1554 ebenso regelm\u00e4\u00dfig B\u00fcrgermeister. Er verstarb 1581 im Amt.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth bzw. Lysbeth Hacqueney (um 1510\/ 15\u20131589) wurde 1540 seine Ehefrau. Das Paar hatte neun gemeinsame Kinder. Das Wappen der Hacqueneys zeigt ein wei\u00dfes Pferd auf rotem Grund, was auf eine niederl\u00e4ndische Herkunft hindeutet, bedeutet doch \u00bbhackeney\u00ab im Holl\u00e4ndischen \u00bbKlepperpferd\u00ab. Die Familie kam im Goldschmiedegewerbe zu Verm\u00f6gen. Elisabeths Onkel Nicasius (Casyn, Casio) wurde ein Bankier ersten Ranges und betrieb seine Geldgesch\u00e4fte mit benachbarten F\u00fcrsten bis hin zu Kaiser Maximilian I. Er wurde zur Ritterw\u00fcrde erhoben, war kaiserlicher Rat, Hof- und Rechenmeister der k\u00f6niglichen Majest\u00e4t sowie Generalzahlmeister f\u00fcr die burgundischen Truppen in den Niederlanden und nicht zuletzt&nbsp;Kreditgeber seines kaiserlichen G\u00f6nners. Auf&nbsp;Wunsch des Kaisers lie\u00df Nicasius 1508 bis 1510 am&nbsp;K\u00f6lner Neumarkt einen Palastneubau in einem \u00dcbergangsstil zwischen Sp\u00e4tgotik und niederl\u00e4ndischer Fr\u00fchrenaissance errichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Geb\u00e4ude wurde in K\u00f6ln bald als Palatium oder offiziell als \u00bbKayserlicher Majest\u00e4t Hof\u00ab bezeichnet. Hier stieg der Kaiser bei seinen offiziellen und h\u00e4ufigen inoffiziellen Besuchen ab. Da Casyn kinderlos blieb, bestimmte er seinen j\u00fcngeren Bruder Georg 1518 zum Erben. Auch dieser wurde zum Ritter, kaiserlichen Rat und Hofmeister ernannt. Verheiratet war er mit Sibilla van Merle, mit der er drei T\u00f6chter hatte: Catharina, Sibilla und die hier dargestellte Elisabeth, die alle in alte K\u00f6lner Familien einheirateten. Nach Georgs Tod 1524 wurde das Anwesen am Neumarkt aufgeteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00f6stliche Bereich wurde sp\u00e4ter von der Familie des B\u00fcrgermeisters Costyn von Lyskirchen und der Lysbeth Hacqueney bewohnt. Sie hatten zudem die ber\u00fchmte Altertumssammlung von Nicasius geerbt. Der umfassend gebildete und weit gereiste Costyn hatte seine Kenntnisse auch den Verfassern des St\u00e4dtebuchs \u00bbCivitatis Orbis Terrarum\u00ab, Georg Braun und Franz Hogenberg, zur Verf\u00fcgung gestellt. Gro\u00dfen Einfluss hatte er auch auf Bau und Ausgestaltung der Rathauslaube genommen. Sein vehementes Eintreten f\u00fcr die niederl\u00e4ndischen Religionsfl\u00fcchtlinge machte ihn seinen Mitb\u00fcrgern als Anh\u00e4nger der neuen Lehre verd\u00e4chtig \u2013 der Verzicht von Heiligen auf einem Altar d\u00fcrfte dabei auch eine Rolle gespielt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erwerb der beiden Altarfl\u00fcgel im Jahr 1894, die einen halben Arbeiterjahreslohn kosteten, war der erste von reichsst\u00e4dtischen Gem\u00e4lden f\u00fcr das Historische Museum. Zuvor waren vergleichbare Objekte ausschlie\u00dflich f\u00fcr das Wallraf-Richartz-Museum angekauft worden. Das Historische Museum scheint somit sechs Jahre nach seiner Gr\u00fcndung einen eigenst\u00e4ndigen musealen Status erreicht zu haben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Geldorp Gortzius zugeschrieben: Constantin von Lyskirchen und Elisabeth Hacqueney (sowie zwei Wappentafeln), um 1580,&nbsp;\u00d6lgem\u00e4lde auf Holz, beidseitig bemalt, 105 x 69,5 cm bzw.&nbsp;<br>105 x 69 cm (ohne Rahmen).&nbsp;(Zustand vor der Restaurierung)&nbsp;Inv.-Nrn. HM 1894\/12 und HM&nbsp;1894\/13.&nbsp;Ankauf von M. Lempertz (P. Hanstein) 1894 (bis 1834 in der Sammlung Lyversberg, Koln) fur 540 Mark. Fotos: CvL: rba_d033354_02, rba_d033354_01; EH:&nbsp;rba_d33172_01, rba_d033353<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der K\u00f6lner B\u00fcrgermeister Costyn von Lyskirchen und seine Ehefrau Lysbeth Hacqueney lie\u00dfen sich vom Prominentenmaler Geldorp Gortzius gro\u00dfformatig als Stifter portr\u00e4tieren.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1293,"parent":143,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-272","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/272\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10924,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/272\/revisions\/10924"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}