{"id":268,"date":"2021-10-13T17:30:35","date_gmt":"2021-10-13T15:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=268"},"modified":"2022-03-14T10:43:52","modified_gmt":"2022-03-14T09:43:52","slug":"prima-leben-und-sparen","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/mode-textiles\/prima-leben-und-sparen\/","title":{"rendered":"Prima leben und sparen!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"prima-leben-und-sparen\">Prima leben und sparen!<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Hermann G\u00f6tting war in K\u00f6ln bekannt als Sammler und Retter von Alltagskultur. Nach seinem Tod wurde seine Sammlung zerstreut. Erhalten blieb ein Mantel aus Plastikt\u00fcten des Discounters Plus, den der Designer Manfred Fenner f\u00fcr ihn kreierte.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/663__7245077_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Anzug aus PLUS-Einkaufst\u00fcten.\" class=\"wp-image-1389\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/663__7245077_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/663__7245077_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption><strong>Manfred Fenner: Mantel aus Plastikt\u00fcten des Lebensmitteldiscounters Plus<\/strong>, Deutschland, 1990er-Jahre. Foto: rba_d033548<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Doch in allererster Linie war G\u00f6tting Sammler von Alltagsgegenst\u00e4nden. Alles, was ihm irgendwie zwischen die Finger kam und ihm aufbewahrungsw\u00fcrdig erschien, behielt er: Leuchtreklamen, Vasen, M\u00f6bel und ganze Ladeneinrichtungen befanden sich in seiner Sammlung. G\u00f6tting wurde zum Bewahrer (nicht nur) der k\u00f6lnischen Alltagskultur. Die R\u00e4ume seiner Wohnung in der Richard-Wagner-Stra\u00dfe 4 waren im Stil der 1950er, 1960er, im Art dec\u00f3 und Biedermeier eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl er chronisch pleite war, vergr\u00f6\u00dferte sich seine Sammlung st\u00e4ndig. Daran \u00e4nderte auch der Verkauf einiger St\u00fccke in den 1970er-Jahren in gr\u00f6\u00dfter Geldnot nichts. Im Dezember 1985 schlug eine von G\u00f6ttings gr\u00f6\u00dften Stunden: Auf 800 Quadratmetern pr\u00e4sentierte der K\u00f6lnische Kunstverein zahlreiche St\u00fccke seiner Sammlung. Die Ausstellung war ein gro\u00dfer Erfolg und lockte in sechs Wochen 35.000 Besucher an.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Bekanntheit bescherte ihm noch mehr Schenkungen und Angebote, bis die Kellerr\u00e4ume so voll waren, dass die Mitarbeiter der Stadtwerke die Z\u00e4hler zum Ablesen nicht mehr erreichten. Mit etwas Gl\u00fcck schaffte G\u00f6tting es, dass ihm seitens der Stadt zwei Lager zur Verf\u00fcgung gestellt wurden: ein Pfeiler der Zoobr\u00fccke und der Bunker in der Elsa\u00dfstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEin Museum G\u00f6tting wird es in K\u00f6ln nicht geben\u00ab, drohte ein einflussreicher K\u00f6lner, als G\u00f6tting einen&nbsp;Verkauf der Sammlung an das Haus der Geschichte Bonn ausschlug. Als G\u00f6tting 2004 unerwartet starb, waren die Lager bis zum Bersten gef\u00fcllt. Ein Verzeichnis der Objekte existierte nicht. W\u00e4hrend in der Stadt K\u00f6ln diskutiert wurde, wie man mit der Sammlung verfahren solle, sicherte sich das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst in Gera \u00fcber 1.000 hochkar\u00e4tige St\u00fccke aus G\u00f6ttings Wohnung. Einige Objekte erwarb auch das Haus der Geschichte, andere \u2013 wie zum Beispiel viele historische K\u00f6lner Leuchtreklamen \u2013 kamen ins K\u00f6lnische Stadtmuseum, das auch weitere Teile des Nachlasses \u00fcbernahm. F\u00fcr die gro\u00dfe und diffuse Sammlung \u2013 Zehntausende Objekte, 20 komplette Ladeneinrichtungen, Ausstattungen von 40 Handwerksbetrieben, 160 Leuchtreklamen, Hunderte Vasen, St\u00fchle, Schr\u00e4nke usw. \u2013 ist in den Depots aber kein Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lager in der Elsa\u00dfstra\u00dfe ist inzwischen ger\u00e4umt, und auch das Lager in der Zoobr\u00fccke soll mittelfristig aufgel\u00f6st werden. Den Mantel aus Plust\u00fcten, der f\u00fcr G\u00f6tting so ein besonderes St\u00fcck gewesen war, schenkte der Sammlungsverwalter Fritz Breckheimer dem Stadtmuseum 2007. Das Thema des Mantels \u2013 Recycling \u2013 ist heute ein alter Hut und wurde von der omnipr\u00e4senten Nachhaltigkeit in den Schatten gestellt. Die Nutzung von Wertstoffen in der Modeindustrie bahnt sich derzeit unter dem Namen \u00bbRe-Design\u00ab ihren Weg. Sportartikelhersteller produzieren inzwischen Bekleidung aus wiederverwerteten PET-Flaschen. Und auch die Supermarktkette, deren T\u00fcten f\u00fcr Fenners Mantel zweckentfremdet wurden, wurde von der Dynamik der Geschichte erfasst: Just zu dem Zeitpunkt, als der Mantel ins Stadtmuseum kam, wurde die \u00dcbernahme der Plus Warenhandelsgesellschaft durch Tengelmann bekannt, die das Ende des Discounters einleitete. Die ehemaligen Plus-Filialen hei\u00dfen heute \u00bbNetto\u00ab. Es ist dennoch befremdlich, wie gut der Plus-Slogan aus den 1990er Jahren zu G\u00f6ttings Werdegang passt: \u00bbPrima leben und sparen!\u00ab<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Manfred Fenner: Mantel aus Plastikt\u00fcten des Lebensmitteldiscounters Plus mit zugeh\u00f6riger Krawatte, Deutschland, 1990er-Jahre.&nbsp;Kunststoff, Mantel RL: 135 cm, RB: 52 cm.&nbsp;Inv.-Nr. KSM&nbsp;2007\/17&nbsp;a+b.&nbsp;Schenkung von Fritz Breckheimer, K\u00f6ln, 2007. Foto: rba_d033548<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries M.A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prima leben und sparen! Hermann G\u00f6tting war in K\u00f6ln bekannt als Sammler und Retter von Alltagskultur. Nach seinem Tod wurde seine Sammlung zerstreut. 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