{"id":252,"date":"2021-10-13T17:28:19","date_gmt":"2021-10-13T15:28:19","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=252"},"modified":"2023-10-24T11:39:19","modified_gmt":"2023-10-24T09:39:19","slug":"ein-napoleon-in-silber-fuer-fleissige-schueler","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/siegel-numismatik-medaillen\/ein-napoleon-in-silber-fuer-fleissige-schueler\/","title":{"rendered":"Ein Napoleon in Silber f\u00fcr fleissige Sch\u00fcler"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"ein-napoleon-in-silber-fur-fleissige-schuler\">Ein Napoleon in Silber f\u00fcr fleissige Sch\u00fcler<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Die Franzosen, die seit Oktober 1794 in K\u00f6ln das Sagen hatten, f\u00fchrten auch ihr Schulsystem ein. Dieses war extrem leistungsorientiert. Am Ende des Schuljahres gab es Auszeichnungen f\u00fcr die Besten.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"281\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/269__8894289_lo.jpg\" alt=\"Man sieht die Vorder- und R\u00fcckseite einer Auszeichnungsmedallie.. Auf der Vorserseite ist das Profil Napoleons zu sehen. Auf der R\u00fcckseite steht eine Inschrift.\" class=\"wp-image-1403\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/269__8894289_lo.jpg 281w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/269__8894289_lo-133x300.jpg 133w\" sizes=\"(max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Preis f\u00fcr herausragende Leistungen f\u00fcr Sch\u00fcler des Coll\u00e8ge de Cologne,&nbsp;<\/strong>1811.<br>Foto: rba_d033542_02 (Avers); rba_d033542_01 (Revers)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Auf Napoleon (1769\u20131821, Kaiser 1804\u20131814\/15) wurden mehr Medaillen gepr\u00e4gt als auf irgendeine andere Pers\u00f6nlichkeit der Weltgeschichte. Auf dieser silbernen Medaille findet ein Portr\u00e4t Napoleons Verwendung, das der Medailleur Bertrand Andrieu (1761\u20131822) anl\u00e4sslich der Kaiserkr\u00f6nung Napoleons am 2. Dezember 1804 schuf. Das jugendlich wirkende Bildnis des immerhin fast Vierzigj\u00e4hrigen, das Haupt mit einem Lorbeerkranz geschm\u00fcckt, ist nach dem Vorbild r\u00f6mischer Herrscher gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Ende eines Schuljahrs sah das extrem leistungsorientierte franz\u00f6sische Schulsystem eine Auszeichnung der Besten vor. Erhalten haben sich Medaillen wie diese hier in Silber aus dem Jahr 1811. Im selben Jahr wurden auch drei Goldmedaillen als \u00bbPrix unique d\u2018exc\u00e9llence\u00ab verliehen. Der Einfachheit halber wurden die K\u00f6lner Sekund\u00e4rschulen auf den Medaillen als \u00bbColl\u00e8ge de Cologne\u00ab bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Frieden von Campo Formio am 17. Oktober 1797 wurde K\u00f6ln allm\u00e4hlich in die Franz\u00f6sische Republik eingegliedert. Neben Errungenschaften der Revolution wie der Religionsfreiheit brachte dies aber auch das Ende der Freien Reichsstadt und vieler ihrer zum Teil jahrhundertealten Einrichtungen. Mit dem Flor\u00e9aldekret vom 28. April 1798 wurden die Universit\u00e4ten von Mainz, Trier und K\u00f6ln sowie die drei K\u00f6lner Gymnasien \u2013 Laurentianum, Montanum und Tricoronatum \u2013, die Teil der Artistenfakult\u00e4t waren, aufgehoben. Stattdessen wurde in K\u00f6ln eine Zentralschule nach franz\u00f6sischem Vorbild eingerichtet, an der viele Professoren der alten Universit\u00e4t, unter anderem auch Ferdinand Franz Wallraf, als Lehrer t\u00e4tig waren. Bereits 1802 wurden die Zentralschulen als ein Relikt der republikanischen Zeit und wegen ihres&nbsp;\u00bbantiklerikalen Geistes\u00ab durch den Ersten Konsul Napoleon Bonaparte wieder aufgehoben und gem\u00e4\u00df dem Schulgesetz vom 1. Mai durch Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rschulen sowie Lyc\u00e9es und Spezialschulen ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In K\u00f6ln gab es fortan keine h\u00f6here Bildung mehr, nur noch Prim\u00e4rschulen und eine in den R\u00e4umen des ehemaligen Laurentianergymnasiums&nbsp;untergebrachte Sekund\u00e4rschule (ersten Grades). Der dort erteilte Unterricht umfasste lediglich die Klassen der Unter- und Mittelstufen. Man bem\u00fchte sich zun\u00e4chst vergeblich, f\u00fcr K\u00f6ln ein staatliches Lyc\u00e9e zu erreichen, also eine h\u00f6here Bildungsanstalt, deren Abschluss zum Besuch von Fachhochschulen zum Beispiel f\u00fcr Recht oder Medizin berechtigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Napoleon im September 1804 K\u00f6ln besuchte, trug ihm B\u00fcrgermeister Johann Jakob von Wittgenstein die Bitte vor, der Stadt in den R\u00e4umen des ehemaligen Jesuitengymnasiums ein Lyc\u00e9e zu bewilligen, dessen vom Staat unabh\u00e4ngige Finanzierung gesichert w\u00e4re. Ein Jahr sp\u00e4ter, am 14. November 1805, bewilligte Napoleon im Brumaire-Dekret von St. P\u00f6lten der Stadt K\u00f6ln eine f\u00fcr das gesamte franz\u00f6sische Staatsgebiet einmalige neue Anstalt: die \u00bbSekund\u00e4rschule zweiten Grades\u00ab, dieeinem staatlichen Lyc\u00e9e entsprach, aber unter kommunaler Tr\u00e4gerschaft stand. Unterrichtssprache war Franz\u00f6sisch. Von den Professoren der ehemaligen Zentralschule wurden nur die Professoren Christian Kramp, Friedrich Schlegel und Ferdinand Franz Wallraf \u00fcbernommen. Zum Unterhalt der beiden K\u00f6lner Sekund\u00e4rschulen wurden s\u00e4mtliche G\u00fcter, Kapitalien und Eink\u00fcnfte des ehemaligen Gymnasialverm\u00f6gens der alten Gymnasien sowie des aufgehobenen Jesuitenkollegiums bestimmt \u2013 ein ebenfalls einmaliger Vorgang. Eigentlich h\u00e4tten diese Verm\u00f6gen an den Staat fallen sollen. So aber bildeten sie den Grundstock des bis heute aktiven K\u00f6lner Gymnasial- und Stiftungsfonds.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch 1813 hatte die franz\u00f6sische Verwaltung beschlossen, die Sekund\u00e4rschule zweiten Grades in ein Lyc\u00e9e umzuwandeln. Wallraf hatte daher bei seiner Stra\u00dfenumbenennung (vgl. den Beitrag zu 1912) aus der Marzellenstra\u00dfe schon eine \u00bbRue de Lyc\u00e9e\u00ab gemacht. Der Zusammenbruch des Kaiserreichs setzte beiden Sekund\u00e4rschulen ein Ende. Die Sekund\u00e4rschulen wurden am 24. April 1815 in ein preu\u00dfisches Gymnasium, das \u00bbJesuiten-Gymnasium\u00ab, \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verk\u00e4ufer der Medaille, Franz R. Meyer, hatte acht Jahre zuvor dem Historischen Museum seine 80 Blatt umfassende Sammlung von rheinischer Topographie zum Geschenk gemacht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Preis f\u00fcr herausragende Leistungen f\u00fcr Sch\u00fcler des Coll\u00e8ge de Cologne, 1811. Avers: nach Bertrand Andrieu,&nbsp;Inschrift Avers: NAPOLEON EMP. ET ROI [Napoleon Kaiser und K\u00f6nig],&nbsp;Inschrift Revers: COLLEGE DE COLOGNE MDCCCXI.&nbsp;Silber, Dm: 4,1&nbsp;cm, Dicke: 0,3&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1916\/120.&nbsp;Ankauf von M\u00fcnzh\u00e4ndler Franz R. Meyer, K\u00f6ln, f\u00fcr 40 Mark.&nbsp;Foto: rba_d033542_02 (Avers); rba_d033542_01 (Revers)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Napoleon in Silber f\u00fcr fleissige Sch\u00fcler Die Franzosen, die seit Oktober 1794 in K\u00f6ln das Sagen hatten, f\u00fchrten auch ihr Schulsystem ein. Dieses war extrem leistungsorientiert. 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