{"id":250,"date":"2021-10-13T17:28:03","date_gmt":"2021-10-13T15:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=250"},"modified":"2022-03-14T10:58:28","modified_gmt":"2022-03-14T09:58:28","slug":"mein-schatz","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/siegel-numismatik-medaillen\/mein-schatz\/","title":{"rendered":"\u00bbMein Schatz!\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"mein-schatz\">\u00bbMein Schatz!\u00ab<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Der D\u00fcnnwalder Silberschatz, einer der bedeutendsten M\u00fcnzfunde im Rheinland: Auf dem D\u00fcnnwalder Friedhof im 13. Jahrhundert vergraben, findet ihn 1939 ein Totengr\u00e4ber bei der Arbeit. Der Silberschatz besteht aus ann\u00e4hernd 2000 M\u00fcnzen, darunter 700 holl\u00e4ndische Pfennige, 300 Denare der K\u00f6lner Erzbisch\u00f6fe, 88 Sterlinge aus England und \u00fcber 150 sehr rare Halb- und Viertelpfennige.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/523__5607088_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Gef\u00e4\u00df aus Ton. Davor liegen mehrere alte Silberm\u00fcnzen.\" class=\"wp-image-1398\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/523__5607088_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/523__5607088_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption><strong>M\u00fcnzfund D\u00fcnnwald I\/Ia,<\/strong>&nbsp; 13.&nbsp;Jahrhundert.&nbsp;Foto: rba_d033575<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Es sind unruhige Zeiten im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. K\u00f6ln mit seiner gr\u00f6\u00dften Stadtmauer n\u00f6rdlich der Alpen bot seinen Bewohnern hinreichend Schutz vor \u00dcberf\u00e4llen und Pl\u00fcnderungen, aber auf dem Land, zum Beispiel in D\u00fcnnwald, sah das anders aus. Der Ort geh\u00f6rte damals zur Grafschaft Berg und bestand aus wenigen ungesicherten Fachwerkh\u00e4usern und dem Kloster der Pr\u00e4monstratenserinnen. Dessen Einnahmen aus Pacht, Zins und Kollekten werden nicht unerheblich gewesen sein \u2013 nur d\u00fcrfte die sichere Aufbewahrung eines kleinen Verm\u00f6gens von circa 2.200 Silberm\u00fcnzen der \u00c4btissin Kopfzerbrechen bereitet haben. Ein gutes Versteck musste also her, zum Beispiel der nahe gelegene Friedhof. Die Totenruhe w\u00fcrde wohl niemand st\u00f6ren, und wer k\u00e4me schon auf die Idee, einen ganzen Gottesacker umzugraben? Nur zu dumm, dass die mit der Verm\u00f6gensverwaltung betraute Person ihre Kenntnis des Versteckes mit ins Grab nehmen sollte &#8230; So weit ein m\u00f6gliches Szenario.<\/p>\n\n\n\n<p>An einem grauen Novembertag des Jahres 1939 stie\u00df der Totengr\u00e4ber August Pfeil auf dem nun zu K\u00f6ln geh\u00f6renden Friedhof auf den Schatz. Er musste ihn \u2013 so sah es das Gesetz vor \u2013 abgeben, konnte aber offensichtlich der Versuchung nicht ganz widerstehen: Ein Viertel behielt er wohl f\u00fcr sich. So gelangten 1.578 M\u00fcnzen in den Besitz des \u00bbHauses der Rheinischen Heimat\u00ab und sehr bald 600 weitere M\u00fcnzen des Fundes in den freien Handel. Aus diesem 1939 abgezweigten Konvolut stammen auch die 43 M\u00fcnzen, die 1974 mit dem Hauptschatz im Stadtmuseum wiedervereint werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Erdreich des D\u00fcnnwalder Friedhofs gab \u00fcbrigens im Jahr 1961 noch einen weiteren mittelalterlichen M\u00fcnzschatz preis, ein kleines Keramikgef\u00e4\u00df mit 89 Denaren, das ebenfalls im sp\u00e4ten 13. Jahrhundert vergraben worden sein muss. Diesen M\u00fcnzfund D\u00fcnnwald II kann man seit 2004 neben seinem gr\u00f6\u00dferen Bruder in der Mittelalterabteilung des Museums in Augenschein nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn spektakul\u00e4re Goldm\u00fcnzen fehlen, so ist der D\u00fcnnwalder Silberschatz doch allein schon aufgrund seines Umfangs einer der bedeutendsten M\u00fcnzfunde des 20. Jahrhunderts im Rheinland. Er gibt Aufschluss \u00fcber den damaligen regionalen&nbsp;Geldumlauf und dokumentiert die enge wirtschaftliche Verflechtung mit dem niederl\u00e4ndischen Raum. Allein fast 700 M\u00fcnzen sind leichte holl\u00e4ndische Pfennige, sogenannte \u00bbK\u00f6pfchen\u00ab. Des Weiteren geh\u00f6ren \u00fcber 300 Pfennige bzw. Denare der K\u00f6lner Erzbisch\u00f6fe, fast 200 Denare aus Aachen und 88 Sterlinge aus England und Schottland zu den gro\u00dfen Gruppen im Fundkomplex. Auff\u00e4llig ist die hohe Zahl von \u00fcber 150 Halb- und Viertelpfennigen, sogenannte Obolen und Quadranten. Diese Teilst\u00fccke des Pfennigs waren im Mittelalter seltener, und einige dieser M\u00fcnzen tauchen hier erstmals auf \u2013 die Numismatik kannte sie bis dato nicht! Dieser signifikant hohe Anteil geringwertigerer M\u00fcnzen, zu dem sich noch etliche zu Kleingeld zerschnittene Silberlinge gesellen, legt die Vermutung nahe, es k\u00f6nnte sich um Opferstockgaben aus der kaum 300 Meter entfernten Klosterkirche handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund ihrer Rarit\u00e4t werden solche Teilst\u00fccke heute ganz anders bewertet. Hocherfreut war deshalb sicher auch Albert Steilberg, ein anerkannter Numismatiker, dem Fritz Fremersdorf, der damalige Leiter des Museums f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte im \u00bbHaus der Rheinischen Heimat\u00ab, den Fund 1942 zur Bestimmung \u00fcbergab und ihm daf\u00fcr 27 St\u00fccke des Schatzes gener\u00f6s \u00fcberlie\u00df \u2013&nbsp; ein aus heutiger Sicht befremdlicher Vorgang, f\u00fcr den sich ein Museumsdirektor gewaltigen \u00c4rger einhandeln w\u00fcrde.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>M\u00fcnzfund D\u00fcnnwald I\/Ia, 1551 (I) + 43 (Ia) Denare und Teilst\u00fccke (Obole, Quadranten), Metall (Silber).&nbsp;13.&nbsp;Jahrhundert (fr\u00fcheste Pr\u00e4gung: nach 1200, sp\u00e4teste Pr\u00e4gung: 1275-1282, sog. \u00bbSchlussm\u00fcnze\u00ab des Fundes),&nbsp;Inv.-Nrn. KSM&nbsp;1974\/167,1\u201343 (D\u00fcnnwald I a;), KSM&nbsp;1970\/424, KSM&nbsp;2003\/105 (Nachinventarisierungen von D\u00fcnnwald I).&nbsp;Foto: rba_d033575<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Ulrich Bock<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbMein Schatz!\u00ab Der D\u00fcnnwalder Silberschatz, einer der bedeutendsten M\u00fcnzfunde im Rheinland: Auf dem D\u00fcnnwalder Friedhof im 13. Jahrhundert vergraben, findet ihn 1939 ein Totengr\u00e4ber bei der Arbeit. 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