{"id":248,"date":"2021-10-13T17:27:43","date_gmt":"2021-10-13T15:27:43","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=248"},"modified":"2022-03-14T09:52:08","modified_gmt":"2022-03-14T08:52:08","slug":"helm-auf","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/militaria\/helm-auf\/","title":{"rendered":"Helm auf!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"helm-auf\">Helm auf!<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Seit den Befreiungskriegen war besonders Preu\u00dfen von einer durchgreifenden Militarisierung gepr\u00e4gt. Alle Staatsdiener trugen Uniform. Unverzichtbar war seit 1842 die Pickelhaube, die bis heute in der Geb\u00e4rdensprache mit \u00bbdeutsch\u00ab identifiziert wird.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/451__3378369_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine schwarze Pickelhaube. Die Spitze, der Adler auf der Vorderseite sowie der Rand der Haube sind golden.\" class=\"wp-image-1435\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/451__3378369_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/451__3378369_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption><strong>Helm eines h\u00f6heren preu\u00dfischen Zollbeamten,&nbsp;<br><\/strong>um 1900. Foto: rba_d033525<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Heutzutage gilt solch ein Helm, gemeinhin \u00bbPickelhaube\u00ab genannt, als typisch f\u00fcr das wilhelminische Deutschland. Dabei wurde der \u00bbHelm mit Spitze\u00ab erstmals bereits 1842 im preu\u00dfischen Heer, sp\u00e4ter auch bei der Polizei eingef\u00fchrt. Im Idealfall sollte wohl die Spitze den Hieb einer Blankwaffe seitlich am Kopf des Tr\u00e4gers vorbeilenken. Im Ersten Weltkrieg erwiesen sich die Pickelhauben als tr\u00fcgerisch \u2013 ihre Spitzen verrieten trotz Tarnkappenbezug ihre Tr\u00e4ger, das Material hielt modernen Waffen nicht stand, und so wurde 1916 der Stahlhelm in der deutschen Armee eingef\u00fchrt. Bis dahin trugen der deutsche Soldat und die meisten Vertreter der Staatsmacht die Pickelhaube, die noch einen anderen Effekt hat \u2013 sie l\u00e4sst den Tr\u00e4ger gr\u00f6\u00dfer erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon im friderizianischen Preu\u00dfen war die Armee von gro\u00dfer Bedeutung gewesen, der franz\u00f6sische Staatsmann Graf Mirabeau (1749\u20131791) soll ge\u00e4u\u00dfert haben: \u00bbAndere Staaten besitzen eine Armee; Preu\u00dfen ist eine Armee, die einen Staat besitzt.\u00ab Seit den Befreiungskriegen wurde sie fundamental f\u00fcr das deutsche Nationalbewusstsein. Mit den Kriegen zur Einigung Deutschlands und besonders dem Sieg \u00fcber Frankreich 1871 nahm die Militarisierung noch zu \u2013 \u00bbZivilist\u00ab hatte in Preu\u00dfen einen absch\u00e4tzigen Klang. So verwundert es nicht, dass es kaum einen Beamten gab, den nicht eine nahezu milit\u00e4rische Uniform \u00bbschm\u00fcckte\u00ab. (Das galt allerdings nicht f\u00fcr Beamtinnen.)<\/p>\n\n\n\n<p>Ihren H\u00f6hepunkt erreichten Militarisierung und Einzug milit\u00e4rischer Tugenden in das Zivilleben und die Arbeitswelt vor dem Ersten Weltkrieg. Das Ideal war der adlige Offizier. War die Nobilitierung nur wenigen Reichen vorbehalten und eine Karriere beim Milit\u00e4r bis zum Ende des Kaiserreichs fest in H\u00e4nden des Adels, so stand die militaristische Verkleidung der Allgemeinheit offen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00bbUniformsreglement f\u00fcr die Beamten der indirecten Steuern\u00ab, erstmals 1874 publiziert, schrieb 1882 vor, wie der Helm der \u00bbOber-Zoll- und Ober-Steuer-Inspectoren\u00ab auszusehen hatte: \u00bb\u00e4hnlich dem der Officiere der Infanterie; sogenannte russische Form. Die Spitze eckig und die Felder nach innen gew\u00f6lbt; auf der Vorderseite der gekr\u00f6nte goldene heraldische Adler mit dem silbernen Namenszuge [des regierenden F\u00fcrsten, d. Verf.] auf&nbsp;der Brust\u00ab. Allerdings trugen Zollbeamte solche Helme nur zu besonderen Gelegenheiten, f\u00fcr den Alltagsgebrauch reichte eine Dienstm\u00fctze mit ledernem Schirm und dunkelgr\u00fcnem Tuch. Aber auch die \u00fcbrige Kleidung und Bewaffnung orientierte sich an derjenigen der Offiziere von Infanterie und leichter Kavallerie. Die Berliner Firma Mohr &amp; Speyer, die unter anderem in K\u00f6ln eine Filiale in der Schildergasse betrieb, wurde ausdr\u00fccklich als Bezugsquelle empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens symbolisiert in der internationalen Geb\u00e4rdensprache bis heute der ausgestreckte, nach oben zeigende und \u00fcber die Stirn gehaltene Zeigefinger die Pickelhaube und bedeutet: \u00bbdeutsch\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verk\u00e4ufer J\u00fcrgen Olmes aus Krefeld hatte in den 1950er- und 1960er-Jahren zahlreiche milit\u00e4rhistorische und -kost\u00fcmkundliche Werke publiziert. Der Helm wurde 1956 f\u00fcr 22,60 DM erworben (verm. inkl. Portogeb\u00fchren?)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Helm eines h\u00f6heren preu\u00dfischen Zollbeamten, Preu\u00dfen, um 1900,&nbsp;schwarzes gepresstes Leder, Messing, Eisen, H: 21,7 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM&nbsp;1956\/266 = W&nbsp;1133.&nbsp;Ankauf von J\u00fcrgen Olmes, Krefeld, 1956. Foto: rba_d033525<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helm auf! Seit den Befreiungskriegen war besonders Preu\u00dfen von einer durchgreifenden Militarisierung gepr\u00e4gt. Alle Staatsdiener trugen Uniform. Unverzichtbar war seit 1842 die Pickelhaube, die bis heute in der Geb\u00e4rdensprache mit \u00bbdeutsch\u00ab identifiziert wird. 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