{"id":244,"date":"2021-10-13T17:27:16","date_gmt":"2021-10-13T15:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=244"},"modified":"2023-10-24T11:02:10","modified_gmt":"2023-10-24T09:02:10","slug":"kein-pardon","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/militaria\/kein-pardon\/","title":{"rendered":"Kein Pardon!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"kein-pardon\">Kein Pardon!<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Bis heute ist die deutsche Kolonialgeschichte im K\u00f6lner Stadtplan ablesbar. Im Ehrenfelder \u00bbChinesenviertel\u00ab erinnern drei Stra\u00dfennamen an die \u201eBoxerunruhen\u00ab und die unr\u00fchmliche Rolle, die die Kolonialm\u00e4chte dabei spielten.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"969\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15500__5473189_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Fahne. Diese ist gelb. Darauf zu sehen sind mehrere Blumenornamente sowie ein Adler der mit einem Drachen k\u00e4mpft.\" class=\"wp-image-1431\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15500__5473189_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15500__5473189_lo-300x291.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15500__5473189_lo-768x744.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Fahne \u00bbVerein ehem. Chinakrieger u. Ostasiaten, K\u00f6ln\u00ab<\/strong>, K\u00f6ln, 1914, KSM 1983\/207 a. Foto: rba_d029082<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Als in K\u00f6ln 1934 die Deutsche Kolonialausstellung er\u00f6ffnet wurde, trugen ehemalige Kolonialkrieger in ihren ausrangierten kolonialen Uniformen die Fahne der \u00bbChinakrieger und Ostasiaten\u00ab in K\u00f6ln vorneweg. 50 Jahre sp\u00e4ter gelangte dieses Dokument des deutschen Kolonialismus, auf dem der preu\u00dfische Adler den chinesischen Drachen besiegt, als Schenkung von privater Seite dann doch noch ins Museum. Auf der R\u00fcckseite findet sich auf schwarzem Grund der Reichsadler mit der Umschrift \u00bbMit Gott f\u00fcr Volk und Reich\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fahne dokumentiert die Gr\u00fcndung des Vereins ehemaliger Kolonialsoldaten und anderer Kolonialisten in China auf dem H\u00f6hepunkt des deutschen Imperialismus 1902. Allerdings sollte die Fahnenweihe erst 1914 erfolgen, auf der Delegiertentagung der Schutz- und Kolonialtruppen von Rheinland und Westfalen in K\u00f6ln vom 1. bis 3. August, also genau zum Beginn des Weltkriegs. Die Tagung scheint abgesagt worden zu sein. Die deutsche Kolonialherrschaft in China wurde zudem gleich zu Kriegsbeginn mit der Besetzung Kiautschous durch japanische Truppen beendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1840 war China durch milit\u00e4rische Aggression und Bedrohung sowie politischen Druck der europ\u00e4ischen M\u00e4chte&nbsp;und der USA gezwungen worden, Teile seiner Souver\u00e4nit\u00e4t abzugeben. Der chinesische Staat blieb als Institution erhalten, China galt als \u00bbHalbkolonie\u00ab. Das Land blutete finanziell&nbsp;aus, nicht zuletzt infolge des Opiumhandels.&nbsp;Dies&nbsp;f\u00fchrte zu einer wachsenden Verelendung breiter&nbsp;Bev\u00f6lkerungsschichten. Hinzu kamen intensive&nbsp;Missionierungsbestrebungen ausl\u00e4ndischer Missionsgesellschaften&nbsp;im Inneren des Landes. Die&nbsp;Missionare \u2013 oft vermutlich die einzigen Europ\u00e4er vor Ort \u2013 erschienen der Landbev\u00f6lkerung als&nbsp;Verk\u00f6rperung der ausl\u00e4ndischen Machtf\u00fclle und&nbsp;als Verursacher ihrer Not. Ausl\u00e4nderfeindlichkeit&nbsp;machte sich unter der b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung&nbsp;breit; in Nordchina bildeten sich Gesellschaften,&nbsp;die als \u00bbBoxer\u00ab bezeichnet wurden. Ab dem Fr\u00fchjahr&nbsp;1899 begannen die gegen Ausl\u00e4nder und chinesische&nbsp;Christen gerichteten \u00bbBoxerunruhen\u00ab.&nbsp;Die ausl\u00e4ndischen Gesandtschaften f\u00fchlten sich&nbsp;sp\u00e4testens seit Anfang Juni 1900 durch die Boxer&nbsp;bedroht und baten ihre Regierungen um milit\u00e4rische&nbsp;Unterst\u00fctzung. Im Pekinger Gesandtschaftsviertel&nbsp;spitzte sich die Situation zu. Am 17.&nbsp;Juni 1900 griffen&nbsp;die vor Reede liegenden Marinetruppen ausl\u00e4ndischer&nbsp;M\u00e4chte die Taku-Forts (heute: Dagu-Forts)&nbsp;an, um sie nach blutigen K\u00e4mpfen gegen die dort stationierten chinesischen Truppen schlie\u00dflich zu besetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Angreifern geh\u00f6rte das deutsche Kanonenboot \u00bbIltis\u00ab unter F\u00fchrung seines Kapit\u00e4ns Wilhelm Lans. Die Taku-Forts an der M\u00fcndung des Beihe dienten der Verteidigung des Flusses, der den Zugang zum Vertragshafen Tianjin (Tientsin) erm\u00f6glichte und damit den Land- und Seeweg auch nach Peking \u00f6ffnete. Auf die Ermordung des japanischen Botschaftssekret\u00e4rs folgte die des deutschen Gesandten Clemens von Ketteler am 20. Juni 1900. Am folgenden Tag erkl\u00e4rte China den ausl\u00e4ndischen M\u00e4chten offiziell den Krieg. Die sich anschlie\u00dfenden K\u00e4mpfe um das Gesandtschaftsviertel sind zum eigentlichen Symbol des \u00bbBoxerkrieges\u00ab geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schutz der Gesandtschaften und letztendlich zur Aufrechterhaltung und Ausweitung ihrer Privilegien in China beschlossen die in China vertretenen ausl\u00e4ndischen M\u00e4chte die Entsendung eines Internationalen Expeditionskorps. Am 27. Juli 1900 hielt Kaiser Wilhelm II. bei der Verabschiedung der nach China abreisenden deutschen Truppen in Bremerhaven seine ber\u00fcchtigte \u00bbHunnenrede\u00ab: \u00bbPardon wird nicht gegeben! Gefangene nicht gemacht! (&#8230;) Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem K\u00f6nig Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in \u00dcberlieferung und M\u00e4rchen&nbsp;gewaltig erscheinen l\u00e4\u00dft, so m\u00f6ge der Name Deutscher&nbsp;in China auf tausend Jahre durch euch in einer&nbsp;Weise best\u00e4tigt werden, da\u00df es niemals wieder&nbsp;ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!\u00ab So verwundert es nicht, dass die internationalen&nbsp;und auch die deutschen Streitkr\u00e4fte in China&nbsp;pl\u00fcnderten, zerst\u00f6rten, vergewaltigten und mordeten.&nbsp;Tausende Zivilisten verloren ihr Leben.&nbsp;Bis heute erinnern im Ehrenfelder \u00bbChinesenviertel\u00ab drei Stra\u00dfennamen \u2013 Iltisstra\u00dfe, Lansstra\u00dfe,&nbsp;Takuplatz \u2013 an diese unr\u00fchmliche Epoche deutscher&nbsp;Weltgeschichte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Fahne \u00bbVerein ehem. Chinakrieger u. Ostasiaten, K\u00f6ln\u00ab, K\u00f6ln, 1914,&nbsp;Stickerei auf Seide, Fahnenblatt 97 x 98 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1983\/207 a.&nbsp;Foto: rba_d029082<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Rita Wagner M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Pardon! Bis heute ist die deutsche Kolonialgeschichte im K\u00f6lner Stadtplan ablesbar. Im Ehrenfelder \u00bbChinesenviertel\u00ab erinnern drei Stra\u00dfennamen an die \u201eBoxerunruhen\u00ab und die unr\u00fchmliche Rolle, die die Kolonialm\u00e4chte dabei spielten. 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