{"id":240,"date":"2021-10-13T17:26:46","date_gmt":"2021-10-13T15:26:46","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=240"},"modified":"2022-03-14T09:51:46","modified_gmt":"2022-03-14T08:51:46","slug":"des-himmels-modernste-blitze","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/militaria\/des-himmels-modernste-blitze\/","title":{"rendered":"\u00bbDes Himmels modernste Blitze\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"des-himmels-modernste-blitze\">\u00bbDes Himmels modernste Blitze\u00ab<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Die Pickelhaube galt als Symbol Preu\u00dfens und Deutschlands \u2013 stolz pr\u00e4sentiert in der \u00bbschimmernden Wehr\u00ab, gef\u00fcrchtet und verspottet von den Gegnern. Sie war 1842 vom preu\u00dfischen K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV., dem \u00bbRomantiker auf dem Thron\u00ab, eingef\u00fchrt worden.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/200__8006030_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine Pickelhaube. An ihrer Front prangt ein goldener Adler.\" class=\"wp-image-1422\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/200__8006030_lo.jpg 447w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/200__8006030_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption><strong>K\u00fcrassierhelm \u2013 Modell des Jahres 1867. <\/strong>Foto: rba_d033574_01<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Einst hervorgegangen aus den gepanzerten Rittern&nbsp; des&nbsp; sp\u00e4ten&nbsp; Mittelalters,&nbsp; trugen&nbsp; auch&nbsp; die preu\u00dfischen K\u00fcrassiere Pickelhauben \u2013 nicht mit schwarzem Leder bezogen wie bei der Infanterie, sondern&nbsp; aus&nbsp; blankem&nbsp; Stahl,&nbsp; passend&nbsp; zu&nbsp; ihrem Brustpanzer,&nbsp; dem&nbsp; \u00bbK\u00fcrass\u00ab.&nbsp; Dieser&nbsp; Helm&nbsp; tr\u00e4gt innen&nbsp; die&nbsp; Bezeichnung&nbsp; \u00bb8.C.R.\u00ab&nbsp; f\u00fcr&nbsp; das&nbsp; 8.&nbsp; K\u00fcrassierregiment (seit 1889 mit dem Namen \u00bbGraf Ge\u00dfler\u00ab). Es war Teil des VIII. preu\u00dfischen Armeekorps, der 15. Division und der 15. Kavalleriebrigade. Seit 1850 in Deutz stationiert, wurde es auch das \u00bbRheinische K\u00fcrassierregiment\u00ab genannt. Die gepanzerten&nbsp; Reiter&nbsp; waren&nbsp; aus&nbsp; K\u00f6ln&nbsp; nicht &nbsp;mehr wegzudenken \u2013 gef\u00fcrchtet von Demokraten und Revolution\u00e4ren, beliebt bei den Anh\u00e4ngern Preu\u00dfens und sp\u00e4ter des Kaiserreichs. Ihrer cremefarbenen Uniformen wegen wurden sie von den K\u00f6lnern \u00bbD\u00fcxer Mehls\u00e4ck\u00ab genannt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie 1870 in den Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg zogen,&nbsp; verf\u00fcgten&nbsp; sie&nbsp; kaum&nbsp; \u00fcber&nbsp; Schusswaffen, sondern griffen \u00bbmit der blanken Waffe\u00ab an \u2013 eine antiquierte Methode im Feuer von Granaten und ersten Maschinengewehren. Die deutschen Staaten schlossen sich Preu\u00dfen an, Napoleon III. kapitulierte bei Sedan. Das franz\u00f6sische Kaiserreich war beendet, die Republik wurde ausgerufen, der Kampf aber fortgesetzt. Die K\u00f6lner K\u00fcrassiere beteiligten sich im Oktober 1870 an der Eroberung der Festung Metz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Winter 1870\/71 wurde Paris belagert, beschossen und ausgehungert. Um der bedr\u00e4ngten Hauptstadt zu helfen, griff die franz\u00f6sische Nordarmee bei Bapaume s\u00fcdlich von Arras an. Am Kampf um das benachbarte Dorf Sapignies waren die K\u00f6lner K\u00fcrassiere beteiligt. Am 4. Januar 1871 zersprengten zwei ihrer Schwadrone mit einer Reiterattacke die Franzosen. Die franz\u00f6sische Nordarmee zog sich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild Bismarcks mit seinem Kurassierhelm bei der Proklamation Wilhelms I. zum deutschen Kaiser in Versailles am 18. Januar 1871 hat sich tief in das kollektive Ged\u00e4chtnis eingebrannt. Paris kapitulierte. Man vereinbarte einen Waffenstillstand, am 26. Februar den Vorfrieden, am 10. Mai den Friedensvertrag: Frankreich musste hohe Reparationen leisten und Elsass-Lothringen an das nun neu gegr\u00fcndete Deutsche Reich abtreten \u2013 Quelle neuer Rivalit\u00e4ten und Beginn der \u00bbErbfeindschaft\u00ab zwischen beiden Staaten. Am 30. Juni 1871 kehrten die rheinischen K\u00fcrassiere, wie die anderen deutschen Truppen als Sieger bejubelt, nach Deutz zu r\u00fcck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht jedoch der Tr\u00e4ger dieses Helms, den das Museum 30 Jahre sp\u00e4ter, 1901, vom K\u00f6lner H\u00e4ndler Alfred Werther f\u00fcr 50 Mark erwarb als \u00bbC\u00fcrassierhelm getragen von dem 1871 am 4. 2. bei Lapigny [?] gefallenen Curassier Johann Wassung\u00ab. Hierbei handelt es sich um einen Schreibfehler: Gemeint ist der Ort Sapignies und der dortige Angriff der K\u00f6lner K\u00fcrassiere am 4. Januar 1871. \u00dcber die Pickelhaube hatte Heinrich Heine 1844 gespottet: \u00bbDas mahnt an das Mittelalter so sch\u00f6n \/ An Edelknechte und Knappen \/ Die im Herzen getragen die Treu\u2018 \/ und auf dem Hintern ein Wappen (&#8230;) Nur f\u00fcrcht\u2018 ich, wenn ein Gewitter entsteht \/ Zieht leicht so eine Spitze \/ Herab auf euer romantisches Haupt \/ Des Himmels modernste Blitze.\u00ab&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen des \u00bbHimmels modernste Blitze\u00ab in den Trommelfeuern des Ersten Weltkriegs sch\u00fctzten K\u00fcrassierhelme nicht. Zun\u00e4chst mit Tarn\u00fcberz\u00fcgen bezogen, wurden sie 1916 durch Stahlhelme ersetzt. Es kam so, wie Friedrich Engels es 1887 prophezeit&nbsp; &nbsp;hatte: \u00bbZusammenbruch&nbsp;&nbsp; der alten Staaten (&#8230;) derart, dass die Kronen zu Dutzenden \u00fcber das Stra\u00dfenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt.\u00ab Das Ende des Krieges war auch das Ende des Kaiserreichs und der Deutzer K\u00fcrassiere. In ihre umgebaute Kaserne zog 1925 das Historische Museum.&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>K\u00fcrassierhelm \u2212 Modell des Jahres 1867. A. d. Innenseite des Messingfalzes im Nackenschirm: \u00bb8.C.R. IW 1855\u00ab.&nbsp;Haube: Stahlblech, unterer Teil der Spitze, preu\u00dfischer Adler, Schuppenkette (demontiert) und Falz: Messing, Futter: Leder, H:&nbsp;ca. 28 cm,&nbsp;Kokarde und Zepter des Adlers fehlen, Rostsch\u00e4den,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1901\/446 = W 73.&nbsp;Ankauf von Alfred Werther, K\u00f6ln, f\u00fcr 50 Mark. Foto: rba_d033574_01<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Mario Kramp<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbDes Himmels modernste Blitze\u00ab Die Pickelhaube galt als Symbol Preu\u00dfens und Deutschlands \u2013 stolz pr\u00e4sentiert in der \u00bbschimmernden Wehr\u00ab, gef\u00fcrchtet und verspottet von den Gegnern. 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