{"id":238,"date":"2021-10-13T17:26:28","date_gmt":"2021-10-13T15:26:28","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=238"},"modified":"2023-10-24T11:19:11","modified_gmt":"2023-10-24T09:19:11","slug":"schanzzeug-fuer-den-krieg","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/militaria\/schanzzeug-fuer-den-krieg\/","title":{"rendered":"Schanzzeug f\u00fcr den Krieg"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"schanzzeug-fur-den-krieg\">Schanzzeug f\u00fcr den Krieg<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Im Inventarbuch des Museums ist f\u00fcr 1898 ein Konvolut von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden von Angeh\u00f6rigen des Westf\u00e4lischen Pionier-Bataillons Nr. 7, das von 1833 bis 1914 in K\u00f6ln stationiert war, notiert. Unentbehrliches Werkzeug des milit\u00e4rischen Bautrupps war der Spaten und f\u00fcrs t\u00e4gliche \u00dcberleben der Brotbeutel und die Feldflasche.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/185__6425258_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine alte Kriegsausr\u00fcstung. Zu sehen sind ein Spaten, eine Feldflasche sowie ein Beutel.\" class=\"wp-image-1418\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/185__6425258_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/185__6425258_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Pionierspaten, Brotbeutel und Feldflasche,<\/strong>&nbsp;Preu\u00dfen1858\u20131870. Foto: rba_d033581<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Als am 18. April 1864 beim Sturm auf die D\u00fcppeler Schanzen im Deutsch-D\u00e4nischen Krieg der Soldat des brandenburgischen Pionierbataillons Nr. 3 (BPB 3), Carl Klinke, starb, entstand eine Heldenlegende. Theodor Fontane beschrieb in seinem Gedicht \u00bbDer Tag von D\u00fcppel\u00ab, dass Pionier Klinke bei dem Versuch, ein Loch in die Palisadenwand der D\u00e4nen zu sprengen, sich selbst geopfert habe. Mit dem Ruf \u00bbIch bin Klinke, ich \u00f6ffne das Tor\u00ab entz\u00fcndete er seinen Pulversack und kam bei der nachfolgenden Explosion zu Tode. Die offizielle Kriegsberichterstattung nannte dagegen entweder eine fehlende Z\u00fcndschnur oder die verfr\u00fchte Explosion des Pulversacks als Grund f\u00fcr Klinkes Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Pioniere waren gemeinhin die Ersten am Kriegsschauplatz. Sie waren die Ingenieur- und Bautruppen des Milit\u00e4rs, deren Aufgabe im 19. Jahrhundert darin bestand, die Infrastruktur f\u00fcr die nachfolgenden Truppen vorzubereiten, zum Beispiel durch den Bau von Lauf- und Ann\u00e4herungsgraben (sog. Sappen) vor feindlichen Festungen, Biwak- und Lagerbau, Grabung von Stollen zur Sprengung von Festungsmauern, Bau von Schwimmbr\u00fccken, F\u00e4llen von B\u00e4umen, Beschaffung von Schanzpf\u00e4hlen und Beseitigung von schweren Hindernissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das K\u00f6lnische Stadtmuseum hat in seiner Sammlung Hinterlassenschaften von Pionieren. Das Eingangsbuch des Hauses verzeichnet im Jahr 1898 die Abgabe einer Pionierausr\u00fcstung: \u00bbFeldm\u00fctze, Waffenrock, Tuchhose, paar lange Stiefel, Helm, Tornister mit Riemen, Kochgeschirr mit Riemen, Brodbeutel, Feldflasche, Leibriemen mit Schloss u. Tasche, paar Vorder-Patronentaschen, Spaten mit Futteral und Schanzzeugriemen\u00ab. Sie stammt vom Westf\u00e4lischen Pionier-Bataillon Nr. 7 (WPB 7), das von 1833 bis 1914 in K\u00f6ln stationiert war. Bis auf den Spaten mit Lederfutteral und -tragriemen, die Feldflasche und den Brotbeutel sind die \u00fcbrigen Teile nicht mehr eindeutig zu identifizieren und haben zum Teil andere Inventarnummern erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>1816 gegr\u00fcndet und urspr\u00fcnglich auf der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz stationiert, wurde die&nbsp;7. Pionierabteilung zun\u00e4chst in der Kaserne am Weidenbach einquartiert, bevor sie 1859 in den Kasematten II und III in Deutz Unterkunft fand. 1860 erhielt sie die Bezeichnung Westf\u00e4lisches Pionier-Bataillon Nr. 7, weil die Soldaten vornehmlich aus&nbsp;Westfalen stammten. Mit der Entfestigung von&nbsp;Deutz zog das WPB 7 1909 zusammen mit dem&nbsp;Westf\u00e4lischen Pionierbataillon Nr. 24 in die Kasernen an der Boltensternstra\u00dfe in Riehl (heute St\u00e4dt. Senioren- und Behindertenzentrum) um. Die n\u00f6rdlich gelegene M\u00fclheimer Heide galt als idealer \u00dcbungsplatz zu Wasser und zu Land.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Novemberrevolution 1918 galten die verbliebenen Kompanien der beiden K\u00f6lner Pionierbataillone als einzig verl\u00e4sslich und sch\u00fctzten Fernsprechamt sowie Polizeipr\u00e4sidium. Schlie\u00dflich wurde das WPB 7 in Geseke\/Westf. aufgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>In Friedenszeiten stand das WPB 7 dem Zivil- und Katastrophenschutz zur Verf\u00fcgung: so bei dem Hochwasser in Deutz 1862, der ersten Sprengung der mittelalterlichen K\u00f6lner Stadtmauer im Juni 1881 oder beim Einsturz des Stabeisenlagers Schoenen am Friesenwall 1912.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pionierspaten k\u00f6nnte bei allen genannten Eins\u00e4tzen verwendet worden sein. Aus der auf der Schaufel aufgebrachten Fabrikmarke \u00bbKilling &amp; Rath, Hagen\u00ab geht hervor, dass der Spaten vermutlich zwischen 1858 und 1870 gefertigt wurde. 1858 gr\u00fcndeten Caspar Dietrich Killing und Dietrich Rath in Hagen eine Ambossschmiede, deren Produktion sich auf Eisenbahnachsen und -waggons verlagerte. In den 1860er Jahren wurde auch Material f\u00fcr das preu\u00dfische Kriegsministerium produziert. 1870 trat der Sohn von C. D. Killing in das Unternehmen ein, man firmierte fortan unter Killing &amp; Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schanzzeug, im Besonderen der Pionierspaten, wurde mit Ring und \u00d6se am Tornister befestigt, zur Ausr\u00fcstung geh\u00f6rten ferner ein Seitengewehr, Patronentaschen und Helm. Die Uniform der Unteroffiziere und Mannschaften bestand aus blauem Waffenrock mit schwarzem Kragen, schwarzen, rot vorgesto\u00dfenen schwedischen Aufschl\u00e4gen mit wei\u00dfen Kn\u00f6pfen und roten Achselklappen. Hosen und Lederzeug waren schwarz. Kochgeschirr, Brotbeutel und anderes kamen beim Einsatz dazu. \u00dcber die Abgabe der Ausr\u00fcstung an das Historische Museum kann nur spekuliert werden. Sie f\u00e4llt zusammen mit der Versetzung des kommandierenden Generals Bruno von Mudra 1898.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Pionierspaten, Brotbeutel und Feldflasche, Preu\u00dfen, 1858\u20131870,&nbsp;Stahl, Holz, Leder, L:&nbsp;108&nbsp;cm,&nbsp; Inv.-Nr. HM 1898\/180 (Spaten: W 857).&nbsp;Schenkung des Westf\u00e4lischen Pionier-Bataillons Nr.&nbsp;7,&nbsp;Deutz als Teil einer kompletten Pionierausr\u00fcstung im Gesamtwert von 51,93 Mark (\u00bbSch\u00e4tzungswert\u00ab). Foto: rba_d033581<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Gabrielle Oepen-Domschky<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schanzzeug f\u00fcr den Krieg Im Inventarbuch des Museums ist f\u00fcr 1898 ein Konvolut von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden von Angeh\u00f6rigen des Westf\u00e4lischen Pionier-Bataillons Nr. 7, das von 1833 bis 1914 in K\u00f6ln stationiert war, notiert. 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