{"id":236,"date":"2021-10-13T17:26:16","date_gmt":"2021-10-13T15:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=236"},"modified":"2022-03-14T09:52:26","modified_gmt":"2022-03-14T08:52:26","slug":"hundsgugel-aus-berlin","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/militaria\/hundsgugel-aus-berlin\/","title":{"rendered":"Hundsgugel aus Berlin"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"hundsgugel-aus-berlin\">Hundsgugel aus Berlin<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Die Hundsgugel war im 14. Jahrhundert in ganz Deutschland verbreitet und geh\u00f6rte neben Kettenhemd und Schwert zur Standardausr\u00fcstung jedes Ritters, B\u00fcrgers oder Knechts. Durch die konische Form nach oben und vorn und die kleinen Augenschlitze bot der Helm wenig Angriffsfl\u00e4che: Schwerter und andere Waffen glitten von dieser Form leicht ab. \u201eGugel\u201c ist das mittelalterliche Wort f\u00fcr Kapuze; zusammen mit dem spitz nach vorn gezogenen Klappvisier, erinnernd an eine Hundeschnauze, ergibt sich der eigent\u00fcmliche Name.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"411\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15385__4211849_lo.jpg\" alt=\"Man sieht eine alte Ritterhaube mit Klappvisier.\" class=\"wp-image-1413\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15385__4211849_lo.jpg 411w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/15385__4211849_lo-194x300.jpg 194w\" sizes=\"(max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><figcaption><strong>Beckenhaube mit Klappvisier (Hundsgugel)<\/strong>, Mitte des 14. Jahrhunderts. Foto: rba_d005656<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Zur Standardausr\u00fcstung des K\u00e4mpfers Ende des 14. Jahrhunderts geh\u00f6rten ein Kettenhemd, ein Schwert und eine Hundsgugel. Genutzt wurde sie von allen, \u00bbritter und knecht, burger und reisige leut\u00ab, wie in den Fasti Limpurgenses f\u00fcr das Jahr 1389 zu lesen ist. Deutlich zu sehen ist, woher dieser Helmtyp seine au\u00dfergew\u00f6hnliche Form und seinen Namen hat: von der Kapuze (im Mittelalter: Gugel), die schon in der Antike als Schutz gegen Regen und Wind getragen wurde. Das spitze, hundeschnauzenartige Klappvisier tat das \u00dcbrige dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der konische Korpus des Helms, der \u00fcber und vor dem Kopf spitz ausl\u00e4uft, war nicht nur eine Modeerscheinung mit traditionellem Vorbild, sondern eignete sich auch hervorragend f\u00fcr den Kampf: Schwerter und andere Waffen glitten von dieser Form leichter ab, der Tr\u00e4ger war besser gesch\u00fctzt. Au\u00dferdem erleichterte der durch die W\u00f6lbung vor dem Gesicht entstehende Raum das Atmen. Das mit einem Scharnier befestigte Vorderteil erm\u00f6glichte dem Tr\u00e4ger ein eingeschr\u00e4nktes Sichtfeld durch zwei Augenschlitze. Die Ventilation wurde durch neun L\u00f6cher auf der rechten Helmseite und zwei weitere unter der Nase gew\u00e4hrleistet. Durch die in Schlitzen ausgef\u00fchrte Mundpartie scheint die Gugel fratzenhaft zu grinsen. Im Inventarbucheintrag ist noch ein Verweis auf die italienische Herkunft des Helms zu finden, jedoch wurden solche Helme vor allem im deutschsprachigen Raum benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umzug des K\u00f6lnischen Stadtmuseum ins Zeughaus 1958 bedeutete nicht nur eine neue Wirkungsst\u00e4tte, sondern auch den R\u00fcckgriff auf einen historischen Kontext. Das Zeughaus (erbaut 1594\u2013 1606) war als st\u00e4dtisches Waffendepot seit jeher ein Ort zur Aufbewahrung von R\u00fcstungen, Waffen, Kanonen, Gewehren und sonstigem milit\u00e4rischen Ger\u00e4t gewesen. Noch Ende des 18. Jahrhunderts berichtet ein Reisender, dass f\u00fcr \u00bb15.000 Mann alte R\u00fcstung in dem Zeughause sey\u00ab. Die Franzosen r\u00e4umten das Zeughaus nach 1794; seitdem fehlen viele R\u00fcstungen im Bestand des Museums.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch sind 1888 auch Teile der Waffenbest\u00e4nde des Zeughauses in das neu gegr\u00fcndete Historische Museum \u00fcberf\u00fchrt worden. Fotos der Inszenierungen der ersten rund 20 Jahre zeigen, wie&nbsp;stark Waffen und R\u00fcstungen in der Pr\u00e4sentation des Hauses vertreten waren. Die reichsst\u00e4dtische Zeit (de facto ab 1288, de jure von 1475\u20131794) bildete dabei die zentrale Handlungsebene. Viele andere Epochen wurden nicht oder kaum behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Hundsgugel geh\u00f6rte nicht zu den R\u00fcstungen, die damals im K\u00f6lner Zeughaus verwahrt wurden. Sie kam 1939 aus einem anderen Zeughaus \u2013 n\u00e4mlich dem Berliner, in dem sich heute das Deutsche Historische Museum befindet. Die Nationalsozialisten installierten im Berliner Zeughaus eine Ausstellung \u00fcber den Ersten Weltkrieg und nutzten es f\u00fcr propagandistische Zwecke. Die gro\u00dfe Sammlung historischer Waffen und R\u00fcstungen, die dort schon seit 1828 untergebracht und ausgestellt worden war, spielte nur noch eine untergeordnete Rolle. Wom\u00f6glich gab dies auch den Ausschlag, Teile der Best\u00e4nde an andere H\u00e4user zu verkaufen. Die Hundsgugel ging f\u00fcr 1.200 Reichsmark nach K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelalter waren die Kosten f\u00fcr einen solchen Helm so hoch, dass er durchaus von Vater zu Sohn vererbt wurde. Eine Reparaturstelle am rechten unteren Rand zeigt, dass einem der fr\u00fcheren Besitzer am Erhalt des Helmes gelegen war.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Beckenhaube mit Klappvisier (Hundsgugel), Mitte des 14. Jahrhunderts, Stahl, H:&nbsp;30&nbsp;cm, Dm: 30&nbsp;cm, Inv.-Nr. RM&nbsp;1939\/183 = W&nbsp;2. Ankauf vom Staatlichen Zeughaus, Berlin (alte Inventarnummer AK 14312). Foto: rba_d005656<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hundsgugel aus Berlin Die Hundsgugel war im 14. Jahrhundert in ganz Deutschland verbreitet und geh\u00f6rte neben Kettenhemd und Schwert zur Standardausr\u00fcstung jedes Ritters, B\u00fcrgers oder Knechts. 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