{"id":234,"date":"2021-10-13T17:25:55","date_gmt":"2021-10-13T15:25:55","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=234"},"modified":"2023-10-24T11:27:01","modified_gmt":"2023-10-24T09:27:01","slug":"fuers-dinieren-mit-contenance","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/moebel\/fuers-dinieren-mit-contenance\/","title":{"rendered":"F\u00fcrs Dinieren mit Contenance"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"furs-dinieren-mit-contenance\">F\u00fcrs Dinieren mit Contenance<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Eine Stiftung sp\u00fclte 1960 die Speisezimmerm\u00f6bel aus dem Besitz der ehedem betuchten K\u00f6lner Unternehmerfamilie Meurer nach einer langen Odyssee in die Best\u00e4nde des Stadtmuseums. Der Entwurf f\u00fcr diese um 1905 entstandenen M\u00f6bel stammt von dem damals in K\u00f6ln renommierten Architekten Camillo Friedrich.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"542\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15446__1637442_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist eine Kredenz mit Stuhl. Sie ist ausHolz gefertigt.\" class=\"wp-image-1455\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15446__1637442_lo.jpg 542w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15446__1637442_lo-256x300.jpg 256w\" sizes=\"(max-width: 542px) 100vw, 542px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Kredenz aus einem Speisezimmer<\/strong>, Entwurf: Camillo Friedrich, um 1905. Foto: rba_d033546<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Das hier gezeigte M\u00f6bel ist ein Wanderer zwischen den Zeiten. In der kompakten Gestaltung l\u00e4sst es noch das Vorbild gr\u00fcnderzeitlicher Repr\u00e4sentationsm\u00f6bel durchschimmern, in der formalen Detaillierung verwebt sich hier allerdings Jugendstil mit Neoklassizismus. Der sparsame fig\u00fcrliche Schmuck besteht aus zwei L\u00f6wenk\u00f6pfen, die das obere Ende von zwei rahmenden Pilastern bilden; ansonsten ist der Schmuck ornamental, die Tektonik des M\u00f6bels betonend und flach gehalten. Mittig, an pr\u00e4gnanter Stelle, sind am B\u00fcfett und an der Kredenz die Initialen des Hausherrn und Auftraggebers \u00bbO W M\u00ab angebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter den Buchstaben verbirgt sich der Name \u00bbOtto Wilhelm Meurer\u00ab (geb. 1841 in K\u00f6ln); seine Ehefrau Adele geb. Bunge (1852\u20131921) wird, wie damals meist \u00fcblich, nicht genannt. Er entstammte einer Familie, die bereits in den sp\u00e4ten 1830er-Jahren einen Handel mit Eisenwaren betrieb, und zwar von Anfang an am M\u00fchlenbach 54\/56 in K\u00f6ln. 1855 wurde dort ein Neubau errichtet. Nach dem Tod des Gesch\u00e4ftsgr\u00fcnders Wilhelm am 22. April 1866 \u00fcbernahm seine Witwe Clementine geb. Schmits (1814\u20131871) den Betrieb und nahm Otto Wilhelm als gleichberechtigten Kompagnon ins Gesch\u00e4ft. Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1871 war Otto Wilhelm Alleinbesitzer. Es ging jetzt nach dem f\u00fcr Preu\u00dfen siegreichen Ende des Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieges wirtschaftlich steil aufw\u00e4rts. Mit dem Einstieg in die 1875 gegr\u00fcndete \u00bbGewerkschaft Carl-Otto\u00ab in Niederz\u00fcndorf gelang Meurer der Sprung in die h\u00f6chsten Sph\u00e4ren der K\u00f6lner Hochfinanz, denn die Firma erwies sich als flei\u00dfig sprudelnder Quell des Reichtums. Der Betrieb besa\u00df das Monopol zur Herstellung von Gie\u00dferei-Roheisen, das bis 1875 gegen Devisen aus Schottland importiert werden musste. Doch nicht nur dieses Produkt versprach reichlichen Gewinn, sondern auch der anfallende Abfall, die Hochofenschlacke, wurde auf wundersame Weise zu gewinnbringenden, weil praktische Materialien umgewandelt. Die Schlacke war einerseits unverzichtbares Grundmaterial f\u00fcr die florierende Zementindustrie, andererseits wurden daraus Bausteine im Ziegelsteinformat (Reichsformat) hergestellt, die wegen ihres geringen Gewichtes idealer Baustoff f\u00fcr die in Mode gekommenen Erkeranlagen an \u00fcppig dekorierten b\u00fcrgerlichen Wohnbauten waren. Nie zuvor konnten Erker so kosteng\u00fcnstig gebaut werden wie mit diesen neuen Steinen.<\/p>\n\n\n\n<p>1890, nun war auch der Bruder Hippolyt (1846\u20131894) beteiligt, wies man mit Stolz darauf hin, dass die Meurers \u00bbRepr\u00e4sentanten der Gewerkschaft Carl-Otto\u00ab seien. Nach dem Tod des Bruders war Otto Wilhelm endlich Alleineigent\u00fcmer des Unternehmens Meurer. Um 1905 gab er das Zimmer f\u00fcr sein Haus am M\u00fchlenbach in Auftrag. 1918 war er zum Filzengraben umgezogen, nunmehr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u00bbChem. Fabrik S\u00fcrth GmbH\u00ab. Am 1. September 1921 starb er und wurde auf dem Friedhof Melaten beerdigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Entwurfsk\u00fcnstler, der Architekt Camillo Friedrich (1869\u20131953), ist seit 1904 in K\u00f6ln nachweisbar; hier war er zun\u00e4chst Prokurist im K\u00f6lner Architekturb\u00fcro der Br\u00fcder Ziesel und um 1905 gleichberechtigter Partner. Sein Architekturstil orientierte sich in seinen fr\u00fchen Werken an M\u00fcnchner Vorbildern: in der Gro\u00dfform Jugendstil mit entfernten Ankl\u00e4ngen an die Renaissance und\/oder den Klassizismus in den architektonischen Details. Dem entspricht die Stilstufe der Meurer-M\u00f6bel. Schon ein paar Jahre sp\u00e4ter zeigt sich die Architektur (wohl unter dem Einfluss der \u00bbHeimatschutzbewegung\u00ab) deutlich gegl\u00e4ttet und ornamental reduziert. W\u00e4hrend er zu Beginn (zusammen mit Ziesel) bevorzugt im Villenbau t\u00e4tig war, besch\u00e4ftigte sich Friedrich 1914 erstmals mit dem Bau von Arbeiterwohnungen (sein Beitrag zur Werkbund-Ausstellung in Deutz) und nach dem Krieg vereinzelt mit Siedlungsbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Speisezimmerm\u00f6bel, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs ausgelagert (lt. Klebezettel auf der R\u00fcckseite nach H\u00f6nningen\/Ahr) und somit der Zerst\u00f6rung entgangen waren, gelangten 1960 durch Emmy Baronin von F\u00f6lkersamb geb. Meurer (1908\u20131982) als Schenkung in den Besitz des Museums.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Kredenz und Stuhl aus einem Speisezimmer, Tanne\/Fichte, Eiche und Eichenfurnier; Bezug des Stuhls: Leder.&nbsp;Entwurf: Camillo Friedrich, um 1905.&nbsp;Auftraggeber: Adele und Otto Wilhelm Meurer, K\u00f6ln.&nbsp;Kredenz: H:&nbsp;156,5&nbsp;cm; B: 129,5&nbsp;cm; T: 61&nbsp;cm.&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1960\/43&nbsp;b +&nbsp;d.&nbsp;Schenkung von Emmy Baronin von F\u00f6lkersamb, K\u00f6ln, 1960. Foto: rba_d033546 (Kredenz)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcrs Dinieren mit Contenance Eine Stiftung sp\u00fclte 1960 die Speisezimmerm\u00f6bel aus dem Besitz der ehedem betuchten K\u00f6lner Unternehmerfamilie Meurer nach einer langen Odyssee in die Best\u00e4nde des Stadtmuseums. 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