{"id":232,"date":"2021-10-13T17:25:40","date_gmt":"2021-10-13T15:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=232"},"modified":"2022-03-14T10:36:32","modified_gmt":"2022-03-14T09:36:32","slug":"hommage-ans-laendliche-koeln","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/moebel\/hommage-ans-laendliche-koeln\/","title":{"rendered":"Hommage ans l\u00e4ndliche K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"hommage-ans-landliche-koln\">Hommage ans l\u00e4ndliche K\u00f6ln<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Mit dem Bauernzimmer aus der Zeit um 1900 gelangte ein geheimnisumwobenes M\u00f6belensemble ins Museum, von dem weder die genaue Herkunft (\u00bbUmkreis K\u00f6ln\u00ab) noch der genaue Auftraggeber, der sich hinter den Stifterinitialen \u00bbCHR\u00ab verbirgt, bekannt ist. Mit der stilistischen Anlehnung an den K\u00f6lner M\u00f6belbau der Sp\u00e4trenaissance um 1600 sind diese M\u00f6bel eindrucksvolle Dokumente k\u00f6lnischen Selbstbewusstseins.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"945\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15489__0748487_lo.jpg\" alt=\"Man sieht einen alten \u00dcberbauschrank. Er hat vier T\u00fcren, welche kunstvoll verziert sind. Der Schrank ist komplett aus Holz.\" class=\"wp-image-1450\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15489__0748487_lo.jpg 1000w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15489__0748487_lo-300x284.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15489__0748487_lo-768x726.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><strong>\u00bbMeister Goldschmidt\u00ab und Holzschnitzer \u00bbCHR\u00ab: \u00dcberbauschrank aus dem \u00bbBauernzimmer\u00ab<\/strong>, Umkreis K\u00f6ln, um 1900, KSM 1977\/62. Foto: rba_d033545<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Neben den traditionell engen wirtschaftlichen Verbindungen, die von K\u00f6ln aus zu fast ganz Europa, besonders den Niederlanden bestanden, war es auch der Austausch von K\u00fcnstlern, Handwerkern und Kunstwerken, der die hiesige Szene des Kunsthandwerks in seinen unterschiedlichen Sparten mit neueren Stiltendenzen vertraut machte. Die sogenannte Renaissance seit dem beginnenden 16. Jahrhundert konnte ihre Verbreitung erheblich durch das neue Medium der Druckkunst beschleunigen, hier sehr wichtig: die Vorlagewerke. Von besonderer Bedeutung war noch das Vorhandensein einer wohlhabenden, dabei humanistisch gebildeten stadtk\u00f6lnischen Oberschicht weltlichen und geistlichen Standes. Auch der M\u00f6belbau profitierte davon. Hier verbanden sich Modernit\u00e4t und technische Virtuosit\u00e4t. Ein erster ausgepr\u00e4gter H\u00f6hepunkt war mit den fein intarsierten und reich verzierten M\u00f6beln und Ausstattungsteilen des um 1590 aus Mainz zugewanderten Melchior von Reidt (Rheydt) erreicht. Eine besondere Schrankform, die sich nach 1500 unter niederl\u00e4ndischem Einfluss entwickelt hatte, fand hier h\u00f6chste k\u00fcnstlerische Vollendung: der \u00dcberbauschrank, von dem der \u00bbSusannenschrank\u00ab (um 1610) von Melchior von Reidt hier im Museum ein beredtes Zeugnis liefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind hier noch Intarsien mit Schnitzarbeiten kombiniert, so sind die Exemplare ab etwa 1630 ausschlie\u00dflich reich geschnitzt. Ein solcher Schrank wurde um 1842 von dem Maler und Museumskonservator Matthias Joseph De No\u00ebl f\u00fcr seine Sammlung erworben und ging nach dessen Tod am 18. November 1849 als Erbe in die St\u00e4dtische Kunstsammlung und 1888 in das Kunstgewerbemuseum \u00fcber. Da nach dem damaligen Selbstverst\u00e4ndnis des Museums die gesammelten St\u00fccke unter anderem auch als Ideengeber f\u00fcr das Handwerk zu fungieren hatten, wundert es nicht, dass sehr bald neue M\u00f6bel in mehr oder weniger enger Anlehnung an die historischen Vorbilder auf den Markt kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr einen sehr kreativ-freiz\u00fcgigen Umgang mit dem Vorbild ist unser \u00dcberbauschrank, der eigentlich keiner ist, sondern eher ein B\u00fcfett, denn es fehlt das fr\u00fcher \u00fcbliche, auf das Ma\u00df des Unterbaus vorgezogene abschlie\u00dfende Kranzgesims, das von zwei Figuren, die auf dem Unterbau&nbsp;stehen, gest\u00fctzt wird. Im Dekorationssystem lehnt sich unser St\u00fcck eng an die Vorbilder an, in der Ikonographie r\u00fcckt es wiederum davon deutlich ab. Nicht mehr feinsinnige religi\u00f6se oder allegorische Themen werden vorgef\u00fchrt, sondern in den unteren T\u00fcrf\u00fcllungen eine geistig eher schlichte Hommage an die Landwirtschaft, w\u00e4hrend im \u00bb\u00dcberbau\u00ab in den oberen T\u00fcrf\u00fcllungen mit dem \u00bbK\u00f6lschen Boor\u00ab auf der linken und dem heraldischen Landsknecht mit dekorativ entrollter Fahne und dem Spruch \u00bbAlaaf K\u00f6lle\u00ab der K\u00f6ln-Bezug hergestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erw\u00e4hnung wert ist noch, dass sich hinter dem Kranzgesims des Oberschranks ein aufklappbares Geheimfach befindet, bestens geeignet unter anderem zur Unterbringung gr\u00f6\u00dferer Bargeldbetr\u00e4ge. Der untere Teil hat doppelt gesicherte T\u00fcren f\u00fcr das Tafelsilber. Der \u00bb\u00dcberbauschrank\u00ab stammt aus einem M\u00f6belensemble, zu dem au\u00dferdem noch eine Anrichte, ein Ausziehtisch und acht St\u00fchle geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6bel wurden Ende 1976 dem Museum zum Kauf angeboten und 1977 erstanden. \u00dcber die Auftraggeber lie\u00df sich bislang nichts N\u00e4heres ermitteln; sie sind wohl im famili\u00e4ren Umfeld der Verk\u00e4ufer, Erich und Hertha Squarr aus Aachen-Soers, zu vermuten, denn von ihnen stammen die Angaben, dass f\u00fcr das Ensemble einst 5.000&nbsp;Goldmark bezahlt worden seien und dass der Hersteller ein \u00bbMeister Goldschmidt\u00ab gewesen sei. Da weder in den Adressb\u00fcchern der Stadt Aachen noch der Stadt K\u00f6ln dieser Zeit ein Schreiner oder M\u00f6belh\u00e4ndler unter diesem Namen zu finden ist, muss vorerst als Herstellungsort \u00bbUmkreis K\u00f6ln\u00ab bestehen bleiben. Die Signatur \u00bbCHR\u00ab findet sich auf dem unteren linken T\u00fcrf\u00fcllungsrelief; auch hier ist nicht bekannt, wer sich dahinter verbirgt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>\u00dcberbauschrank aus dem \u00bbBauernzimmer\u00ab, \u00bbMeister Goldschmidt\u00ab (Korpus) und Holzschnitzer \u00bbCHR\u00ab (Signatur).&nbsp;Herstellungsort: Umkreis K\u00f6ln, um 1900.&nbsp;Eiche, Eichenfurnier und Fichte, Beschl\u00e4ge Messing,&nbsp;H: 155,5 cm, B: 167,5 cm, T: 63,5 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1977\/62. Ankauf von Hertha und Erich Squarr aus Aachen-Soers f\u00fcr 12.500&nbsp;DM. Foto: rba_d033545<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hommage ans l\u00e4ndliche K\u00f6ln Mit dem Bauernzimmer aus der Zeit um 1900 gelangte ein geheimnisumwobenes M\u00f6belensemble ins Museum, von dem weder die genaue Herkunft (\u00bbUmkreis K\u00f6ln\u00ab) noch der genaue Auftraggeber, der sich hinter den Stifterinitialen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1450,"parent":151,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-232","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4719,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/232\/revisions\/4719"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/151"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}